Mittwoch, 23. Juni 2010

Ersetzt Egozentrik unsere Selbstlosigkeit?


Was ist eine Familie

16 und schwanger


Dr. Edith Breburda

Lebensforum, 2010 #93/1 Ein von Teenagern Amerikas meist gesehener Fernsehkanal füllt sein Programm hauptsächlich mit Musik. Wie wundert es wenn ein Moderator, den man mit Dr. Drew anspricht,  in diesem TV Kanal „heiße Eisen“ anfasst.  Man kann sich vorstellen, wie Kids vor dem Programm hängen, denn das Thema ist ansprechend und  aus dem Leben gegriffen. In der Sendung mit dem Titel “16 und schwanger“  werden junge Mütter vorgestellt, die selbstbewusst auf dem Sofa des Moderators Platz nehmen. Väter dürfen dabei sein, auch dann wenn eine Beziehung durch eine Schwangerschaft auseinander ging und die Großmutter sich um die Enkeltochter kümmert. Wie gingen die Betroffenen mit der Situation einer Teenagerschwangerschaft um? Warum entschieden sich die Mütter, das Kind zu behalten, wo sie doch mitten in der Ausbildung waren? Eltern sich gegen sie stellten, sofern sie diese hatten! “ Nein,“ sagt die Sechzehnjährige, „ich wollte mein Kind nicht bei meiner Mutter großziehen. Bei ihr finden jede Nacht bis 2 bzw. 3 Uhr „coole Parties“ statt. Um genau zu sein, meinen um 2 Jahre jüngeren  Bruder habe eigentlich ich großgezogen. Aber was sollte ich tun? Deshalb entschied sich mein Freund und ich für eine offene Adoption.“ Der junge Mann, der neben dem Teenager sitzt kommen nun auch die Tränen. Dr. Drew bittet die Adoptionseltern herein. Sie haben ein süßes Neugeborenes im Arm. Kein Auge bleibt mehr trocken. Sie danken den leiblichen Eltern für das schönste Geschenk, das sie ihnen machen konnten, indem sie ihr Kind zur Adoption freigaben. „Was bedeutete es für Dich als Teenager festzustellen, schwanger zu sein?“, richtet ein Gast aus dem Studium seine Frage  an die Mutter des Kindes. „Viel“, sagte sie, „ich bin mit einem Schlag erwachsen geworden. Sicher, ich verpasste all das, was andere Kids meines Alters tun: Ich hänge auch mit meiner Ausbildung etwas hinterher, aber diese Zeit war so wertvoll für mein Leben. Ich möchte sie um nichts missen. Früher drehte sich alles nur um mich. Ich war so ich-bezogen. So hätte ich gar nicht weiterleben wollen. Diese Schwangerschaft war ein „wake up call.“ Das Publikum jubelt,  die Eltern strahlen und weinen zugleich. Am Ende der Sendung sitzen 6 Mütter mit ihren Babys neben dem Moderator, jede erzählt von ihren unvorstellbaren Schwierigkeiten - nicht zuletzt von ihren Eltern, die sie arg beschimpften. Fast meint man, die Eltern sind von der gleichen „Ichsucht“ befallen, welche die Tochter gerade überwunden hat.  Ist es nicht viel einfacher, sich seiner Pflicht als Angehöriger zu entziehen, indem man dem Mitmenschen zu einer Abtreibung rät? So kann man sich ohne größeren Aufwand wieder sich selbst und seiner Welt zuwenden. Was eine Familie ist, weiß man auch nicht mehr so recht.

Familie radelt durch die USA

So fällt eine Familie auf und wird bewundert die sich mit den 3 jüngsten Kindern im August 2009 aufmachte quer durch die USA zu reisen, und zwar auf einem extra dafür gebauten 5er Tandem. Die 3 ältesten Kinder sind zuhause geblieben. Sie dachten die Eltern wären total verrückt so eine Tour von über 7000 Meilen zu wagen. Dem Paar ging es darum ihren Jüngsten eine Lehre für das Leben mitzugeben. Sie wollten ihnen zeigen was es heißt das Leben in seiner Fülle zu leben. Sie gaben ihren 3-7 jährigen Kindern eine Hilfestellung ganz besonderer Art. Es sollte sich ihnen ein neues Bewusstsein erschließen einige Zeit auch ohne die Konsumwelt auszukommen. Stattdessen hätten sie die einmalige Gelegenheit die Schönheit der Natur zu entdecken, die Geographie des Landes fast „hautnah“ zu erleben. Die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen können sie so erfahren und nicht zu letzt war ihr Gedanke die Familie durch all die Strapazen einer solchen Fahrradtour enger zusammen zu schweißen.  Im Februar 2010 hatten sie die Hälfte der Strecke hinter sich gelassen. Sie radeln 25 Meilen am Tag und hoffen günstige Übernachtsungsplätze zu finden. „Es steckt viel Vertrauen, aber auch Abenteuer in so einer Reise“ erklärt der Vater auf der Familienwebpage. „Wir lernen durch sie für das Leben und dafür nehme ich gerne alle Unannehmlichkeiten auf mich um dies meinen Kindern plausibel zu machen.“ So eine Selbstlosigkeit findet man kaum noch.

iGeneration

Das ist heutzutage eher eine Seltenheit, da wir uns, wie Anfang Februar 2010 eine große amerikanische Zeitung berichtete, im Zeitalter der  „iGeneration“ befinden.  „Diese Generation ist von frühester Kindheit an ständig mit iPods, iPhones usw. verbunden. Kinder wachsen im Grunde genommen völlig weltfremd auf. Sie sind 7/24 (7 Tage, 24 Stunden) connected. Kindergartenkinder besitzen rosa oder violette Barbie-Laptops mit eigener Computermaus. Extra für die Kleinsten erstellte Programme, die Mathematik, Spanisch sowie Computerspiele beinhalten berieseln die Kinder. Vorschulkinder sind süchtig nach ihrem Laptop. Eine Studie ergab, dass 35% der Kinder in den USA im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren  ihren eigenen Fernseher im Zimmer haben. 52% der 9-12 jährigen besitzen ein eigenes Mobil-Telefon. Kinder im Alter von 18 Monaten wissen, wie man eine Computermaus bedient. Psychologin Sandra Calvert, die Direktorin des Kinder-Digitalen-Media-Centers der Georgetown University in Washington DC berichtet von Computerprogrammen, erstellt für Kinder unter zwei Jahren. Das Interesse der Kleinsten ist darauf ausgerichtet ihren Wissensdurst schnellst möglichst über das Internet zu befriedigen. Am Abend texten sie ihren Freunden, dass sie jetzt zu Bett gehen und keine Nachrichten mehr senden oder empfangen wollen. Kinder können sich gar nicht an eine Zeit ohne ihre ständige „Technische Begleitung“ vorstellen. Der Psychologe Larry Rosen von der California State University deutet auf die Gefahren  der iGeneration hin. Rosen bezeichnet mit i nicht nur den iPod usw.,  sondern auch das eigene “ICH”. Die Technologie ist auf die Kinder zugeschnitten. Sie können die Musik wählen, die sie hören wollen, die Videos herunterladen, die sie sehen möchten, und keiner ist da der ihre Wünsche beschneidet.“ (Sharon Jayson USA Today, Wednesday, Feb.10, 2010 iGeneration has no off switch, www.usatoday.com).  Medien sehen ein Geschäft, das sich an der Egozentrik orientiert. Es scheint, dass Eltern sich nicht so sehr um die Kinder kümmern. Eine Sofortbefriedigung des Ichs, egal ob des Kindes oder der Eltern, ist  erstrebenswert, da so jeder -fast möchte man sagen- „Ruhig-Gestellt“ wird und den Anderen wenigstens nicht aus seiner Ich-Welt aufschreckt.

Eine Klage über die Ichsucht hört man in letzter Zeit öfters, - vor allem von Lebensbefürwortern, die sich am 22. Januar jeden Jahres aufmachen, um am „ Pro-Life-March“ teilzunehmen. Die größte Rally für das Leben ist in Washington. Es gibt also noch viele Menschen die Strapazen auf sich, um an einer der Pro Life Rally’s teilzunehmen die in allen größeren Städten der USA stattfinden. „Eigentlich dachten wir, so eine Marsch für das Leben wäre nur für ein paar Jahre notwendig, und bald würde jeder einsehen, dass Abtreibung eine Ungerechtigkeit ist,“ erklärte die schon betagte Präsidentin der Pro-Life Bewegung in Washington am 22. Januar 2010.   Mit zunehmender Technik gewinnen wir immer größere Einblicke in die Entwicklung des Ungeborenen.  „Einige Institutionen weigern sich ein Ultraschallbild, das vor einer Abtreibung gemacht werden muss, den Müttern zu zeigen. Abtreibung beherrscht das ganze Denken dieser Beratungseinrichtungen,“ erläutert Abby Johnson die jahrelang bei Planned Parenthood ihr Brot verdiente und somit weiß wovon sie spricht. Man versucht alles, keine andere Lösung als Abtreibung anzustreben. „Achtzig Prozent schrecken vor einer Abtreibung zurück, wenn sie ein Ultraschallbild sehen,“ betont Abby. Zwei Superabtreibungszentren sind jetzt in den USA geplant, Es sind die größten der Welt. „Ich sollte die Direktorin der Klinik werden,“ erklärte Abby. „Aber dann wohnte ich einer Ultraschalluntersuchung bei und sah  das Kind. Ich musste einfach meinen Job aufgeben. Seitdem erfüllt mich ein großer innerer Frieden!“ schließt Abby das Interview. „Wir haben einfach unsere Ichsucht an  die  Stelle der Wahrheit gesetzt,“ argumentiert ein anderer Teilnehmer der Pro-Life Rally.  „So können wir die Wahrheit nicht erkennen und auch nicht, dass Gott der Urheber allen Lebens ist.“ Wir meinen es seien die Eltern, oder die Forscher die Embryos erschaffen. Wenn wir unser Ego in das Zentrum unserer Weltanschauung rücken erliegen wir leicht dem Trugschluss, dass wir das Recht besitzen, dieses Leben wieder auslöschen zu dürfen. „Es ist wichtig, dass wir niemals den tragischen Tod vergessen der tagtäglich durch das unausgesprochene Übel der Abtreibung herbeigebracht wird. Wir müssen alles tun was in unserer Macht steht den Müttern und Vätern und allen beizustehen die emotional und psychisch unter einer Abtreibung leiden,“ predigte Bischof Olmsted in seiner Pro-Life-Messe in der Jesuitenkirche von Phoenix/Arizona/USA am 24. Januar 2010.









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