Freitag, 25. März 2011

Beliebter katholischer Fernsehprediger Pater Corapi suspendiert

Verdacht auf Drogengebrauch und sexuellen Fehltritt an einer ehemaligen Mitarbeiterin. Der US-Ordensmann wurde durch seinen Vorgesetzten bis auf weiteres entlassen. Von Edith Breburda



New York (kath.net) Der in den USA und in vielen Ländern bekannte Prediger und Buchautor Pater John Corapi wurde von seinem Vorgesetzten bis auf weiteres aus dem priesterlichen Dienst entlassen. Am 19. März 2011 bestätigte Father John Corapi, daß eine ehemalige Mitarbeiterin von ihm, die anonym blieb, einen dreiseitigen Brief an mehrere Bischöfe der USA gesendet hatte worin sie den Priester anklagt sich sexuell an ihr und anderen Damen vergangen zu haben. Auch würde der Priester, so die Anklägerin, regelmäßig Drogen konsumieren. 

Pater John Corapi ist Mitglied der in Texas stationierten Ordensgemeinschaft "Society of Our Lady of the Most Holy Trinity". Der international bekannte und wegen seiner klaren und eindringlichen Predigten sehr beliebte Pater Corapi, der seit vielen Jahren täglich im Katholischen Fernsehen EWTN und im Rundfunk auftrat, hat eine große und treue Zuhörerzahl.




Nach einer steilen Karriere zum wohlhabenden Geschäftsmann in Los Angeles und Hollywood verlor John Corapi die Kontrolle über sein Leben, wurde drogenabhängig und landete letztendlich als Obdachloser auf der Straße. Nach langer Zeit fing er wieder an ein "Ave Maria" pro Tag zu beten und kehrte heim zu seiner Mutter nach New York. Dort ging er nach langem wieder zur Beichte und bald stand sein Entschluß fest, Priester zu werden. Es war kein leichter Weg für ihn. Er studierte in Pamplona/Spanien und wurde von Papst Johannes Paul II 1991 in Rom zum Priester geweiht.

Am 18. März 2011 veranlaßte Pater Gerry Sheehan, der Vorgesetzte von Pater Corapi, daß dieser vorerst von seinem priesterlichen Wirken entlassen wurde. Diese Vorgehensweise stehe in Übereinstimmung mit den kirchlichen Regeln. "Uns liegt eine Anschuldigung gegen Pater Corapi vor, er hätte sich in einer Weise verhalten die eines Priesters unwürdig ist", erklärte Pater Sheehan. "Wir haben die Pflicht diesen Anschuldigungen nachzugehen. Was allerdings nicht automatisch besagt, daß Pater Corapi schuldig ist. Allerdings sind keine Minderjährigen involviert und so ist ein krimineller Tatbestand nicht gegeben".

Die Fernsehstation EWTN, die Pater Corapi's Predigten und Katechesen auf ihrem täglichen Programm hat, wird diese Sendungen vorerst ausfallen lassen müssen, teilte Michael Warsaw am 21. März der "Catholic News Agency" mit. Warsaw hofft auf eine schnelle Klärung des Falls. Pater John Corapi bat um die Gebete aller Familien, die dem Fernsehsender treu sind.

Der 63 Jahre alte Pater Corapi, der seit einiger Zeit von einer seltsamen Krankheit geplagt wird, erklärt er habe am Aschermittwoch von den Anschuldigungen gehört. Bei der Anklägerin handele es sich um eine ehemalige Mitarbeiterin von ihm, er wisse aber nicht um wen. Pater Corapi der ein ausgesprochener Kritiker der Nulltoleranz-Politik der Bischöfe bei sexuellen Mißbrauchsskandalen innerhalb der Kirche war, sagte, daß seine Beurlaubung eine zu erwartende Reaktion der Bischöfe war. Es scheint für kirchliche Autoritäten nicht nötig zu sein, eine Beschwerde auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Pater Corapi glaubt persönlich, daß es eine sehr ernste Angelegenheit ist, einen Priester bereits vor dem Beginn einer Untersuchung für schuldig zu erklären. Die Anklagen für jemanden, der so bekannt ist wie Father Corapi, sind irreparabel, auch wenn sich später die Unschuld des Angeklagten herausstellen sollte. Father Corapi weist die Anschuldigungen als falsch zurück.

Die Diözese Corpus Christi, wo sich das Mutterhaus der Ordensgemeinschaft "Society of Our Lady of the Most Holy Trinity" befindet, sagte, obwohl der Fall außerhalb ihrer Jurisdiktion liegt, da Pater Corapi kein Priester der Diözese ist, daß die Unterstellung Pater Corapi sei schuldig, definitiv nicht in Ordnung ist. Pater Corapi hat große Dinge in seinem Leben geleistet, er sollte so lange als unschuldig gelten, bis die Anklage überprüft ist. Marty Wynd, der Direktor der Ordensgemeinschaft, sagte gegenüber CNN in einem Interview am 21 März: "Es gibt so viele Priester, die so viel Außerordentliches getan haben; wir sollten sehr vorsichtig mit Anschuldigungen sein und jede Art von Mutmaßungen unterlassen."

Pater Sheehan erklärte, daß der Fall vorerst intern untersucht wird. Wenn sich Anhaltspunkte für ein strafrechtliches Vergehen ergeben sollten, wird der Fall unmittelbar dem Staatsanwalt übergeben. 

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