Freitag, 27. Januar 2012

USA: Krankenhaus ist nicht länger 'katholisch'


Das St. Joseph´s in Phoenix war in die Diskussion geraten, nachdem bekannt geworden war, dass es eine Abtreibung durchgeführt hatte. Der zuständige Bischof hatte 2010 das Attribut „katholisch“ aberkannt. Von Edith Breburda

Phoenix (kath.net) Das St. Joseph's-Krankenhaus in Phoenix/Arizona heißt jetzt "Dignity Health" und verliert das Attribut "katholisch". Das entschied die Dachgesellschaft des Krankenhauses vor einigen Tagen. Damit wird für 25 Krankenhäuser in den USA die katholische Leitung und die enge Verbindung zur Katholischen Kirche aufgehoben.

Dignity Health, eine in San Franzisco ansässige Gesundheits-Organisation übernimmt das bisherige "St. Joseph's Krankenhaus". Die Vereinigung sieht in der Übernahme einen wegweisenden Schritt in die Zukunft, um katholische und andere Krankenhäuser gemeinsam voran zu bringen. Krankenhaus-Bedienstete sind der Auffassung, dass die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche bisher eine Fusion mit nichtkatholischen Einrichtungen behindert hat. Der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen steht nun nichts mehr im Wege, erläuterte der Geschäftsführer des Krankenhauses, Lloyd Dean. "Die neue Dachorganisation unterstützt Langzeitpläne zur Expansion und Koordination der Gesundheitsdienste" sagte Lloyd Sean Dean gegenüber der Tageszeitung "The Arizona Republik" vom 24. Januar 2012.
Linda Hunt von Dignity Health Care und Fusionsleiterin des Projekts erwartet keinerlei Schwierigkeiten durch die Namensänderung oder die neue Leitung des Hauses. In ihren Augen ist es eine einfache Anpassung, da viele Patienten gar nicht wissen, was katholisches Gesundheitswesen bedeutet. "Patienten müssen die gleiche Qualität von Dienstleistungen in ihren Gesundheitseinrichtungen erwarten. Einer Institution einen neuen Namen zu geben, ist eine neue, prickelnde Erfahrung und eigentlich veranschaulicht der Name ja viel besser unsere Motivation oder Identität. Es muss jedem sofort klar sein für was wir stehen", erläutert Frau Hunt.
Gesundheitswesen und katholische Überzeugung prallten 2010 in Phoenix aufeinander, als Bischof Olmsted dem St. Joseph's Krankenhaus aberkannte, sich weiterhin katholisch zu nennen, nachdem das Krankenhaus eine Abtreibung durchgeführt hat. In katholischen Krankenhäusern der USA gibt es keine Abtreibungen, auch keine Sterilisationen und es werden keine Verhütungsmittel verabreicht. Deswegen war es bisher nicht möglich, dass ein katholisches Krankenhaus mit anderen Krankenhäusern fusionierte. 
Hunt erläuterte: "Dignity Health wird sich nun darauf konzentrieren das neue Gesundheitsgesetz der USA umzusetzen. Gerade in letzter Zeit hatte das St. Joseph's Krankenhaus einen enormen Patientenzuwachs. Viele Leute können sich keine Krankenkasse mehr leisten und müssen eine freie Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen." 
Das neue Gesundheitsgesetz in den USA schreibt vor, dass man Patienten kostenlos Abtreibungen, Sterilisationen und die Ausgabe von Kontrazeptiva gewährleisten muss. 
Katholische Krankenhäuser haben bis August 2013 Zeit sich diesem neuen Gesetz anzupassen. Der designierte Kardinal Timothy Dolan von New York sagte dazu: „In der Praxis sagt uns der Präsident, dass wir ein Jahr Zeit haben, um zu entscheiden, auf welche Weise wir unser Gewissen ausschalten wollen“. 
Bisher konnten sich katholische Ärzte und katholische Krankenschwestern in den USA auf ihr Gewissen berufen, um freigestellt zu werden gewisse Dienste zu tun. Obwohl man immer öfter von fristlosen Entlassungen aus diesem Grund hörte. 
Wie werden sich katholische Ärzte, Krankenschwestern und medizinisches Personal verhalten, wenn sie gezwungen werden dem neuen Gesundheitsgesetzt Folge zu leisten? Ist das St. Joseph's in Phoenix ein Präzedenzfall?

Dienstag, 24. Januar 2012

ABTREIBUNG ZERSTÖRT FRIEDEN


Pro-Life Veranstaltungen in den USA zur Vorbereitung für den Pro-Life Marsch Von Dr. Edith Breburda


ROM, 24. Januar 2012 (ZENIT.org). - „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes.“ Ein Zitat von Mutter Theresa von Kalkutta während ihrer Rede am 10. Dezember 1979, als ihr der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Der 23. Januar 2012 ist für viele Amerikaner ein besonderer Bußtag, sie gehen auf die Straßen in allen großen Städten der USA. „50 Millionen Kinder wurden allein in den USA in den letzten 39 Jahren abgetrieben. Viele von ihnen wären heute unter uns, auch in den Kirchen, um mit uns zu beten“, betonte Bischof Olmsted am 22. Januar 2012 während der Pro-Life Messe in Phoenix (Arizona).


Heutzutage lehren uns besonders junge Menschen, dass das Leben von der Empfängnis bis zum Tod beschützt werden muss. Auf den Pro-Life Veranstaltungen in Washington, San Francisco und anderswo sieht man viele Jugendliche, die den Älteren eine klare Botschaft übermitteln. Nach dem „March for Life“ [Marsch für das Leben] trifft man sie in Fast Food Restaurants, berichtet Maria McFadden Maffucci, Herausgeberin des „Human Life Review“. Es war nicht immer so, gibt sie zu bedenken. Als sie in den 80iger Jahren mit ihren Eltern an den Roe v. Wade-Protest-Kundgebungen gegen die Grundsatzentscheidung zur Legalisierung von Abtreibungen in den USA vom 22. Januar 1973 unterwegs war, war sie wohl die Ausnahme. Später, als sie studierte, stand sie weitgehend alleine mit ihrer Ansicht da. Kommilitonen betrachteten sie als einen absonderlichen Kautz.

Vielleicht war Maria ihrer Zeit nur voraus, denn der Bischof von Denver, James D. Conley, forderte am 18. 1. 2012 in einem Artikel seiner Diözesanzeitung Christen dazu auf, Mitmenschen ihre Pro-Life Haltung kundzutun. „Konkrete Hilfe kann diejenigen, die eine Abtreibung erwägen, davon abbringen. Jeder von uns ist dazu berufen, Zeugnis für die Menschenwürde abzulegen. Auch wenn es unangenehm ist, wir müssen unsere Pro-Life Überzeugung Nachbarn, Freunden und unserer Familie mitteilen. Wir sollen dabei weder polemisch noch streitsüchtig sein“, ermahnt der Bischof. „Christen sollen sich in Ihren Gemeinden gegen Abtreibung engagieren oder Frauen in Not persönlich helfen. Damit zeigen wir unser ernsthaftes Interesse, Abtreibung zu beenden.“ Bischof Conley prangert die Amerikanische Gesellschaft an, die, wie er sagt: „Perverserweise in Abtreibung einen Garant für die Freiheit sieht“. Der Bischof zitierte eine Erklärung des Präsidenten der USA vom 23. Januar 2011. Der Präsident sagte damals:

Die Gesetzgebung von Roe v. Wade hilft uns sicherzustellen, dass unsere Töchter die gleichen Rechte, die gleiche Freiheit und die gleichen Möglichkeiten, sich ihre Träume zu erfüllen bekommen wie unsere Söhne.“ Bischof Conley bezeichnet diese Sicht als eine „tragisch konfuse Perspektive“. Wir können nicht die Rechte unserer Söhne und Töchter schützen, indem wir fundamentale, unverzichtbare, uns von Gott gegebene Rechte, wie das Recht auf Leben, leugnen, schreibt der Bischof.

„Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, die es mit allen Mitteln zu verhindern gilt“, erläuterte der designierte Kardinal Timothy Dolan/New York, Vorsitzender der Amerikanischen Bischofskonferenz, am 20. Januar 2012. Er protestierte gegen die Erklärung der Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius, wonach Sterilisation, Abtreibung und Verhütungsmittel in die Krankenkassenleistungen aufgenommen werden sollen und katholische Krankenhäuser diese Leistungen anbieten und durchführen müssen. Katholische Einrichtungen haben bis August 2013 Zeit, das neue Gesetz zu umzusetzen. Feministinnen jubeln. Katholische Universitäten sollen verpflichtet werden, nun auch Kontrazeptiva an ihre Studentinnen auszugeben. Medizinische Fakultäten an Katholischen Universitäten müssen ab August 2013 Pflichtvorlesungen über Kontrazeptiva abhalten und Studenten ausbilden, damit sie Abtreibungen durchführen können. Abtreibungen wurden bisher von katholischen Krankenhäusern in den USA nicht durchgeführt.

Erzbischof Dolan, der mehrmals den Präsidenten der USA aufgesucht und gebeten hat, von dem Gesetz abzulassen, da dieses gegen die in der Verfassung der USA ausdrücklich garantierte Religionsfreiheit gerichtet ist, intervenierte vergebens, berichten US Medien.  Erzbischof Dolan und seine Mitbrüder im Bischofsamt sind entrüstet. Katholiken sollen gezwungen werden, zwischen ihrer Gesundheit und dem Gewissen zu entscheiden. Die Regierung entwürdigt damit sowohl das Gesundheitssystem als auch die Religionsfreiheit, erläuterte Erzbischof Dolan.

Bisher konnten sich Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern und medizinisches Personal auf ihr Gewissen berufen. Obwohl es auch schon Fälle gab, wo Apotheker ihre Lizenz verloren haben und sofort entlassen wurden, wenn sie die Ausgabe von Verhütungsmitteln aus Gewissensgründen verweigerten. Ein solcher Fall ereignete sich 2008 in Wisconsin, Madison. Der Apotheker verlor sofort seinen Job und saß arbeitslos auf der Straße. Erst später erhielt er in einem anderen US Staat eine neue Anstellung. Bedeutet das neue Gesetzt ein generelles „Aus“ für alle Katholischen Gesundheits-Einrichtungen in den USA?

Montag, 23. Januar 2012

USA: Gerichtlich erzwungene Abtreibung bei schizophrener Patientin?

Ein amerikanisches Gericht entschied, dass die im fünften Monat schwangere Frau gegen ihren ausdrücklichen Willen sterilisiert werden sollte und ihr Kind abzutreiben hat. Doch es regt sich Widerstand. Von Edith Breburda


Boston (kath.net) „Der Geisteszustand einer Frau sollte nicht ausschlaggebend sein, das andere sie zu einer Sterilisation und Abtreibung zu zwingen“, erläutert Stephen Casey, Vizekanzler und Chefberater des Texanischen Lebens-Verteidigung Centers (Texas Center for Defense of Life) gegenüber B. Johnson von LifeSiteNews.com am 20. 1. 2012. „Humanität ist kein veränderbarer Begriff. Menschsein ist permanent und wird nicht durch den Grad der Anhängigkeit von anderen bestimmt“, fährt Casey fort.
Es geht um die 32-jährige Mary Moe, die im fünften Monat schwanger ist. Sie leidet unter Schizophrenie und einer manisch-depressiven Erkrankung. Ein unteres Gericht von Massachusetts entschied, dass Moe gegen ihren Willen sterilisiert werden sollte und ihr Kind abzutreiben hat. Am 17. Januar hatte Richter Andrew Grainger vom Einspruchsgericht Massachusetts den Richterspruch der Zwangs-Sterilisation verworfen, da ihn niemand beantragt hatte. Die Entscheidung, ob eine Abtreibung vorgenommen werden sollte, gab Richter Grainger zurück an das untere Gericht. Darüber wird ein anderer Richter entscheiden, da Richterin Christina Harms, die die Zwangssterilisation und Zwangsabtreibung forderte, fünf Tage nach diesem Gerichtsspruch in Rente ging. 
Die Eltern von Moe und das Psychiatrische Krankenhaus baten in der ersten Gerichtsverhandlung darum, gegen den Willen der Tochter zu entscheiden und eine Abtreibung vorzunehmen, damit Mary wieder ihre Medikamente einnehmen kann. Richter Harms argumentierte damals, dass wenn es Moe's geistiger Zustand zugelassen hätte, sie sicher selber eine Abtreibung wollen würde. 
Stephen Casey, dessen Kanzlei Frauen vor Zwangsabtreibungen schützt, erinnert sich nicht an einen Fall, wo ein Gericht jemanden zwingt eine Abtreibung vorzunehmen, nur weil er behindert ist. Der ursprüngliche Richterspruch von Harms, sagt Casey, offenbare jede Menge von "Sozialdarwinismus" und verletze Grundwerte und Prinzipien juristischer Berufe, die freimütig sein sollten, besonders für die Ärmsten der Armen. 
Dana Cody, in einer anderen Lebensrechts-Organisation tätig, gibt zu bedenken: Töten sollte keine Behandlungsmöglichkeit sein. Gerichtsdokumente von Moe beinhalten, dass sie bei einer vorausgehenden Abtreibung einen psychischen Zusammenbruch erlitten hatte. Moe glaubte damals, man würde sie anstarren und behaupten, sie hätte ihr Baby getötet. 
Der Oberste Gerichtshof von Massachusetts amtierte 1982, dass jeder ein Recht hat, Kinder zu gebären, „alle Personen, auch geistig inkompetente“. Moe's Eltern, welche ihr rechtlicher Vormund sind, behaupten zu wissen, dass Moe eine Abtreibung wollte, wenn sie zurechnungsfähig wäre. Der dem Gericht zugeordnete Leumund ist jedoch überzeugt gewesen, dass die Tochter das Kind haben will. Dass Richter Harms dem Leumund widersprach und eine Abtreibung und Sterilisation ohne weiter Beweise anordnete, bedeute, dass er den Gesetzen von Massachusetts zuwiderhandelte. Denn das Gericht entscheidet nicht, was die beste Lösung ist, sondern eher zu welchem Schluß die unzurechnungsfähige Person gekommen wäre sofern sie geistig dazu im Stande gewesen wäre. Auch wenn diese Entscheidung unklug ist.
Richter Garinger schrieb, Moe hat immer wieder klargemacht, dass sie gegen eine Abtreibung ist. Sie hätte das gleiche behauptet, wenn sie nicht Geisteskrank gewesen wäre. Der nächste Richter sollte dies beachten. Lebensrechtler hoffen, der neue Richter werde die Entscheidung der Frau respektieren, auch wenn das heißt, Leben zu schenken.

Freitag, 13. Januar 2012

Wird Selbstmord salonfähig?


Wird Selbstmord salonfähig?

Seit wann ist es ein Menschenrecht, jemanden zu erlauben mir eine tödliche Spritze zu geben?"


Von Dr. Edith Breburda 
Madison (kath.net) Zwei Eheleute erschossen sich, es handelte sich um Selbstmord. Der bekannte amerikanischer Rundfunkjournalist Bill Heywood (75) wollte nicht weiterleben ohne seine Frau Susan (70), die an einer tödlichen Herzerkrankung litt. Andere schwererkrankte Menschen sind aus verschiedenen Gründen nicht fähig, ihren Selbstmord ohne Hilfe Dritter durchzuführen. Doch die Übergänge vom Selbstmord über aktive Sterbehilfe auf Patientenwunsch bis zur mehr oder weniger freiwilligen Euthanasie sind fließend.
In Kanada wurde im Dezember 2011 eine Umfrage über diese Themen durchgeführt. 1.160 Kanadier ab 18 Jahre wurden am 13. Dezember 2011 nach ihrer Meinung befragt, ob Ärzte ihren Patienten die "Todesspritze" verabreichen dürfen. 67 Prozent befürworteten einen ärztlich assistierten Selbstmord. 21 Prozent waren dagegen und 12 Prozent unentschieden (T. Blackwell, National Post, Ontario, Dez. 29, 2011). Befürworter und Gegner sind der Meinung, dass das Ergebnis einer Umfrage nicht ausschlaggebend sein sollte, um Gesetze zu ändern. Lorne Bozinoff, Vorsitzender der Umfrage "Forum Research", interpretierte, dass Kanadier sich dem Trend anderer Länder, wie z.B. der Schweiz, wo der begleitete Freitod gang und gebe sei, anschließen wollen.
Dem widerspricht Alex Schadenberg, Direktor der Euthanasie Prävention. "Die Frage ist nicht, ob Kanadier Euthanasie und Sterbehilfe legalisiert haben wollen, sondern was sie wirklich wollen." Schadenberg beruft sich auf eine andere Umfrage (Environics poll) von LifeCanada von 2010. In dieser hatten sich nur 21 Prozent der Kanadier für eine Sterbehilfe ausgesprochen. 47 Prozent befürchten, dass alte, behinderte, kranke, verwirrte Leute ohne ihre Einwilligung euthanasiert werden könnten, da dieses bereits in anderen Ländern passiere. 66 Prozent in dieser Umfrage hoffen auf eine Verbesserung der Palliativpflege. 76 Prozent machen sich Sorgen, dass alte Leute unter Druck gesetzt werden könnten, ihren eigenen Tod durch Sterbehilfe anzustreben. Schadenberger fügt hinzu: Eigentlich wollten sie, „dass wir uns besser um sie kümmern".
Russell Ogden von der Farewell Foundation, einer Pro-Euthanasie-Organisation, argumentierte gegenüber der Nationalen Post Nachrichten-Agentur, dass Kanada assistierten Suizid legalisieren sollte. Dabei bezeichnete er das "Recht auf Selbstmord als ein Menschenrecht. Er berief sich auf Schwerkranke, die vor Gericht gegangen seien und für das Recht kämpften, euthanasiert zu werden. Sue Rodriguez war so ein Fall, der vor 20 Jahren behandelt worden war. Sie fragte damals, "Wem gehört mein Leben?" Viele Kanadier antworten, es gehöre mir selber. So einfach ist das für Russel Ogden.
Schadenberg kann Euthanasie nicht als Menschenrecht anerkennen. "Es geht eher darum, ob ein Arzt das Recht hat, den Tod seiner Patienten bewusst durch eine Injektion herbeizuführen, oder am Ableben seiner Patienten aktiv beteiligt zu sein". Schadenberg fragt: "Seit wann ist es ein Menschenrecht, jemanden zu erlauben mir eine tödliche Spritze zu geben?"
Über den gemeinsamen Selbstmord des Scottsdaler Ehepaares waren jedenfalls viele, und nicht nur die Freunde von Bill und Susan Heywood, entsetzt. Bill war ein beliebter und berühmter Radiosprecher. Seit 35 Jahren war er überglücklich mit Susan verheiratet. Freunde beschrieben das Paar als "Siamesische Zwillinge" da sie immer zusammen waren. Gray Edens, ein Freund von Bill, wusste um die schwere Herzkrankheit von Susan. Wenn er danach fragte, wich der sonst so leutselige Bill der Antwort aus. Auch finanzielle Schwierigkeiten, die das Paar hatte, waren bekannt. Am 6. Januar 2012 berichtete die Polizei von Scottsdale gegenüber "Arizona Republik", dass das Ehepaar seine Beerdigung arrangiert und Anweisungen an die Familie und Freunde hinterlegt habe. Bill oder Susan legte eine Notiz vor die Zimmertür, auf der stand, dass sich zwei Selbstmörder in dem Raum befänden. Diesen Zettel fand das Zimmermädchen am nächsten Tag. Zwei Pistolen wurden neben den leblosen Körpern gefunden. Es sei ziemlich klar, dass alles geplant worden war betonte der Polizeibeamte.
Bill und Susan hatten am Valentinstag 1977 geheiratet. 2009 verloren sie ihr Haus und zogen in eine kleine Wohnung in Phoenix. Susans Gesundheitszustand belastete Bill immer mehr. Er brauchte seine Frau, ohne sie konnte er nicht leben, sagten Freunde. Aber auch Bill wusste das und so schien es nur eine Lösung zu geben.
So undurchsichtig die Geschichte auch zu sein scheint, muss man doch wissen, dass viele Amerikaner, vor allem sogenannte Snowbirds, die den Winter in den wärmeren Staaten verbringen, von ihren eigenen Kindern allein gelassen werden. Es ist nicht selten, dass Ehepaare ihre Kinder seit 20 Jahren nicht mehr gesehen haben. Schadenberg's Analyse, dass man sich besser um die alten Mitmenschen kümmern, sollte ist so gesehen nicht falsch. 

Donnerstag, 12. Januar 2012

ZWANGSSTERILISATION IN DEN USA



Opfer des Staates North Carolina sollen Entschädigung bekommen 
 Von Dr. Edith Breburda

ROM, 12. Januar 2012 (ZENIT.org). - Mehr als 30 U.S.-Staaten hatten von 1929 bis 1974 ein Gesetz, das die chirurgische Sterilisation von Frauen erlaubte. Auf Anordnung eines Arztes oder Juristen wurde mehr als 60.000 Frauen die Fähigkeit genommen, eigene Kinder zu bekommen.  „Man trampelte auf grundlegenden Menschenrechten herum", erklärte  Dr. Laura Gerald, Kinderärztin und Vorsitzende des Greminums der North Carolina Regierung für  Entschädigung für Opfer von Zwangssterilisationen. Mehr als 7.600 Frauen wurden in ihrem Staat zwangssterilisiert. Nicht nur geistig zurückgebliebene, sondern auch viele arme und „afro-amerikanische" Frauen wurden für ungeeignet erklärt, Kinder zu bekommen. Man wollte damit die Gesundheit und Intelligenz der Bevölkerung verbessern. Da Zwangsterilisation mit Nazi-Deutschland in Verbindung gebracht wurde, gab man dieses Gesetz in den USA weitgehend nach dem 2. Weltkrieg auf. Im Bundesstaat North Carolina verhielt es sich anders. Unfruchtbarkeitsoperationen gegen den Willen der Betroffenen erreichten dort in den 50erJahren ihren Höhepunkt.
2011 hat der Demokratische Gouverneur Beverly Perdue von North Carolina eine Arbeitsgruppe aus fünf Personen, bestehend aus einem Anwalt, einem Arzt, einem  ehemaligen Journalisten, einem Richter und einem Historiker, zusammengerufen, die den Geldbetrag für eine angemessene Entschädigung der Opfer festzustellen sollte. Am Dienstag, dem 10. Januar 2012, wurde bekanntgegeben, die Betroffenen mit  jeweils 50.000 Dollars zu entschädigen. 1.500 bis 2.000 Opfer sollen noch leben.  Einige haben noch lebende Verwandte. Unter ihnen ist Elaine Riddick. Die 57 Jährige wurde mit 14 Jahren zwangssterilisiert, nachdem sie einen Sohn,  der aus einer Vergewaltigung stammte, geboren hatte.
„Normalerweise zahlst du für ein Verbrechen, das du begangen hast, aber dieses Mal war ich zweimal Opfer," so Elaine. „Der Staat von North Carolina beging ein Verbrechen gegen Gott und gegen die Menschlichkeit." Elaine wischt sich Tränen aus dem Gesicht. „Alles, was ich tun kann, ist, zu akzeptieren und mein Leben weiterzuleben."
„Viele Staaten haben nicht mehr getan als sich bei den Opfern zu entschuldigen, während North Carolina nun eine klare Botschaft aussendet, die Fehler eingesteht und eine Bürokratie, die auf Menschenrechten herumtrampelte, nicht toleriert," erläuterte Dr. Laura Gerald gegenüber der Presse (M. Waggoner, The Arizona Republic, 11. Januar 2012).
In den 50iger Jahren war Margaret Sanger, die als Mutter der Pille gilt und „Planned Parenthood“ begründete, in den USA sehr einflussreich. Sie forderte eine Begrenzung der Kinderzahl der „unteren Klassen". Armut und Verbrechen waren ihrer Meinung nach durch Geburten genetisch minderwertiger Kinder bedingt. Die Welt müsse, um überleben zu können, ihr genetisches Potential verbessern. Die Pille als ein Instrument der chemischen Sterilisation sollte dazu verhelfen, dass nur erfolgreiche Menschen Kinder zeugten. (siehe auch: E. Breburda, Promises of New Biotechnologies, 294 Seiten, Paperback, ISBN-13 978-0615548289, 2011, Scivias, USA).

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