Freitag, 4. Mai 2012

Krieg gegen Frauen; Reproduktive Freiheit und Gerechtigkeit in den USA

USA: „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“ bei Sexualität und Fortpflanzung – Leiterin einer Abtreibungklinik sagt: „Mütter, die Ultraschallaufnahmen ihrer ungeborenen Babys sehen, wissen intuitiv, dass sie ein schlagendes Herz stoppen“ - Von Edith Breburda

Washington D.C. (kath.net) 

Ein meist geprägtes Wort in unserer Zeit ist Freiheit. Wir sprechen von religiöser Freiheit, politischer Freiheit, ökonomischer Freiheit und reproduktiver Freiheit. Aus unserer Geschichte wissen wir, dass wir Kriege führten um Freiheiten zu erlangen. Freiheiten die wir über die Zeit durch irgend eine Ungerechtigkeit verloren hatten. Man spricht im Zusammenhang mit reproduktiver Freiheit auch von der reproduktiven Ungerechtigkeit. Als ob die Biologie zwischen den Geschlechtern unausgewogen wäre und weibliche Wesen ihr Leben nicht genießen könnten da sie zu sehr die Bürde tragen müßten Kinder in die Welt zu setzten? Unter reproduktiver Freiheit hat die Moderne nichts anderes als Unfruchtbarkeit zu verstehen. Man könnte auch sagen es handle sich um die chemische Liberalisierung der Frau. 

Merkwürdigerweise existierte eine reproduktive Freiheit noch nie in der Geschichte. Es ist kein biologischer oder natürlicher Zustand. Es handelt sich also nicht um eine uns von Gott gegebene Freiheit, sondern um ein selbstgebasteltes Wortkonstrukt, schreibt Mary Rose Somarriba am 30. April in thePublicDisourse.com. Aber was versteht man unter dem "Reproduktivem Recht" auf das sich die Jura Studentin der Georgetown Universität Sandra Fluke in ihrer fingierten Kongreß-Anhörung anfangs 2012 berief. Sie fühlte sich benachteiligt, weil ihr die Jesuiten-Universität den freien Zugang zu Verhütungsmitteln verweigerte. Allerdings hätte die Studentin derartige Mittel sofort in einer sehr naheliegenden Planned Parenthood Klinik bekommen. Wer ist also verantwortlich für die Ungerechtigkeit, die Sandra Fluke angeblich erfahren hat?. Die Natur oder die Georgetown University? Wenn eine Institution nicht die Kosten für spezielle Produkte übernimmt, die unfruchtbar machen, werden dann Frauen benachteiligt? Und kann man so von einem Krieg gegen die Frau sprechen (Somarriba "Is nature sexist?", 30. April 2012). Chris Rickert fragt in seiner Kolumne im Wisconsin State Journal vom 3. Mai 2012: "Als ob der Krieg gegen den Terror, gegen Drogen, Armut und Verbrechen nicht genug wäre, nun befinden wir uns auch noch in einem Krieg gegen die Frauen. Frauen werden in Wisconsin diskriminiert, weil ihnen die republikanisch kontrollierte Staatsregierung den Zugang zu Abtreibungskliniken verweigert, da die Finanzierungen für Planned Parenthood von Gouverneur Scott Walker gestrichen wurde. Auch wird in den Schulen von Wisconsin sexuelle Abstinenz gepredigt". Demokraten werden diesen Machenschaften entgegenwirken, wird in der Kolumne verkündet, denn Frauen haben ihre Rechte die es zu verteidigen gibt. 

Momentan wird vom Obersten Gerichtshof der USA verhandelt, ob Krankenversicherungen die Kosten für Verhütungsmittel, Abtreibungen und Sterilisation übernehmen sollen. Es gibt lebensrettende Mittel die hervorragend Diabetes, Krebs- und Herzkrankheiten verhindern und man fragt sich warum diese nicht kostenfrei sind. Die Antwort die die Befürworter des Neuen Amerikanischen Gesundheitsgesetzes darauf haben ist: "Verhütungsmittel dienen der Reproduktiven Gerechtigkeit. Sie ermächtigen Frauen die Natur auszutricksen und die patriarchalen Traditionen Ehe oder die Prinzipien der Sexual Ethik über Bord zu werfen" berichtet Mary Somarriba in ihrem Blog. Merle Hoffman, die langjährige Leiterin einer Abtreibungsklink in den USA schreibt in ihren Memoiren: "Intimate Wars: The Life and Times of the Woman Who Brought Abortion from the Back Alley to the Boardroom", "Abtreibung tötet Kinder. Dieses ist der ultimative Preis um die wahre Reproduktive Freiheit zu erlangen. Abtreibungsgegner behaupten zwar immer, wenn Frauen wüßten was sie wirklich tun, würden sie niemals abtreiben. Im Grunde stimmt das, Frauen erlauben sich selbst aber nicht, diese Wahrheit zu realisieren. Mütter die Sonogramm Bilder ihrer ungeborenen Babys sehen wissen intuitiv, dass sie ein schlagendes Herz stoppen. Ich war selber nicht immun dagegen zu sehen was vor sich ging", schreibt Hoffman. "Ich begriff, dass wir, die wir Abtreibungen durchführten, die Macht hatten den Frauen die Kontrolle über ihren Körper und ihr Leben zu geben aber wir gaben ihnen auch die Verantwortung, das Leben ihrer Kinder zu nehmen". Hoffman fährt weiter fort: "Die Geschichte der Abtreibung beschreibt die Beziehung der Macht, die ein Staat zu seiner weiblichen Bevölkerung hat. Das Schlachtfeld ist anders aber der Krieg ist der gleiche. Die wahre Reproduktive Freiheit der Frau steht niemals zur Debatte", erläutert Hoffman in ihrem Buch. Hoffman beschreibt ihre eigene Abtreibung als eine übliche sexuelle Erfahrung die sie mit anderen Frauen teilte. 

"Abtreibung war niemals ein gewöhnliches Erlebnis, das grundlegend zur Fraulichkeit dazugehört, sondern die Geburt eines Kindes", schlußfolgert die Autorin R. Somarriba in ihrem Bericht. 

Künstliche Befruchtung gehört so gesehen auch zu den Reproduktiven Freiheiten und Rechten einer Frau. Viele karrierestrebende junge Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren um den Nachwuchs auf später zu vertagen, dann wann es eben paßt. Und diejenigen, die ihre Eizellen nicht eingefroren haben und sich im reiferen Alter entscheiden ein Kind zu bekommen müssen oft horrende Kosten tragen um eine In-Vitro-Fertilisation zu bezahlen. Das vieldiskutierte Health-Care-Mandat beschäftigt sich nicht mit einer IVF auf Krankenkassenkosten. In den USA steuert der Staat keinen Cent Paaren dazu, die sich einer Behandlung in der Befruchtungsklinik unterziehen. Wie teuer so ein Unterfangen ist weiss man aus Deutschland und in den USA ist das nicht anders. Techniken die um Reproduktive Freiheit und Reproduktive Gerechtigkeit ranken zerstören Embryos, egal ob es sich um In-Vitro-Fertilisation handelt, um Abtreibung oder um Kontrazeptiva. Die Frage bleibt ob wir Menschen all das tun dürfen wozu die Biotechnologie im Stande ist, ohne auf Moral oder Ethik zu achten?

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