Freitag, 13. Juli 2012

USA: Katholiken fordern Gewissensfreiheit



Noch nie zuvor hatte eine US-Regierung Personen und Organisationen zu Maßnahmen gezwungen, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Von Edith Breburda


Washington D.C. (kath.net) Unzählige Leute tummeln sich in der Hafengegend von San Diego, alle Parkplätze sind besetzt, Hotelzimmer schon seit Monaten ausgebucht in San Diego Bay, nahe Coronado Island/Kalifornien/USA. Man kommt kaum noch durch, so viele Besucher tummeln sich im Hafen an diesem Abend des 4. Juli 2012. Über Lautsprecher hört man den lokalen Radiosender, welcher die Musik zu dem zu erwartenden Feuerwerk synchronisiert. 20 Minuten soll es dauern. Sponsoren haben $380.000 springen lassen berichtet Sandy Purdon, Chef Organisator des Feuerwerkes. Der Hafen von San Diego bezuschußte das Spektakel mit $145.000. 50.000 sammelte der Hafendistrikt, womit man die Kosten deckte um den Verkehr zu regeln. Mit dem Gewinn von $50.000 wollte man jungen Familien helfen. Mike Newton, ein 29-Jähriger Photograph wollte das Spektakel mit seinen Freunden vom 28. Stock seines Apartmenthauses ansehen. Aber was dann passierte konnte niemand vorausahnen. Es gab einen riesigen Knall, alle Raketen gingen auf einmal los. Ein unwahrscheinliches Schauspiel mit viel Licht, lautem Krachen und viel Rauch. Nach 20 Sekunden war alles vorbei. "Wir standen nur da und schauten ungläubig, danach saßen wir herum und warteten. Aber es passierte nichts mehr" erzählte Bre Nelson ein 26-Jähriger Hochzeitsplaner. Was war geschehen? Warum dauerte ein Feuerwerk, das für 20 Minuten geplant war nur 20 Sekunden? Ein Computer-Fehler hieß es am Donnerstag, er zündete alle Raketen auf einmal. "Verletzt wurde keiner, so müssen wir auch keinen entschädigen. Wir sind von der Technologie abhängig" sagte August Santore, Miteigentümer der Feuerwerks-gesellschaft (E. Spagat, Fireworks flash, fizzle and fail, Wisconsin State Journal, 6. 7. 2012). 
Ein Feuerwerk gehört unabdinglich zum 4. Juli, an dem sich jeder Amerikaner an die Unabhängigkeitserklärung von 1776 erinnern soll. An diesem 4. Juli 2012 feierten die Vereinigten Staaten zum 236. Mal ihre Unabhängigkeit von Grossbritannien. 1776 lebten 2,15 Millionen Menschen in den damals 13 Staaten von Amerika, die sich nicht nur von England lossagten sondern in ihrer Unabhängigkeitserklärung auch fünf Mal Gott erwähnten. Gott als ihren Schöpfer, als den oberste Gesetzgeber, als die Quelle allen Rechtes, als den Obersten Richter der Welt und als ihren Beschützer. 
Kurz vor dem 4. Juli 2012 kam der Film, "For the Greater Glory" [Cristiada] in die US-Kinos. Eine wahre Geschichte, die zeigt wie die mexikanische Regierung Christen von 1926 bis 1929 verfolgte. Amerikaner sollten durch den Film daran erinnert werden wie sehr Christen gehaßt werden, nicht in einem fernen Land sondern in ihrem eigenen Nachbarland. 1926 wurde jegliche Religion durch den Mexikanischen Präsidenten Plutarco Elias Calles unterdrückt. Priester wurden getötet, Kirchen zerstört. 90.000 Mexikaner, die sich selbst als Christeros bezeichneten fanden den Tod. Im Jahr 2000 wurden 25 Märtyrer von ihnen heiliggesprochen. Die Reaktion der Amerikaner auf den Film war, daß so etwas natürlich nicht in den USA passieren kann. "Der blutige Teil vielleicht nicht, aber die Verachtung der Religion bekommt man schon zu spüren", schreibt Phyllis Schlafly am 4. Juli 2012 in seiner Kolumne des Eagle Forums: "Obama censors the declaration of independence." In der Unabhängigkeitserklärung heißt es, dass alle Menschen gleich erschaffen worden sind und von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden sind worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit zu verstehen ist. Die Unabhängigkeitserklärung bekräftigt somit eine tiefe Gottesgläubigkeit. Die Absicht der Regierung soll es sein, diese von Gott gegebenen unveräußerlichen persönlichen Rechte zu beschützen. Phyllis Schlafley kann sich allerdings vorstellen, daß sich ähnliche haßerfüllte Tiraden gegenüber Christen, wie sie einst der Mexikanische Präsident benutzte, in den USA wiederholen könnten. 
Seit Donnerstag dem 28.06.2012 müssen auch alle katholischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den USA aufgrund des vom Obersten Gericht der USA bestätigten neuen Krankenversicherungsgesetzes Krankenversicherungen akzeptieren, die auch Sterilisierungen, Abtreibungen und Verhütungsmittel abdecken. In den USA wehren sich die Katholiken und viele andere mit ethischen und religiösen Einwänden gegen diesen massiven Eingriff in die Gewissensfreiheit. Noch nie zuvor hatte eine US-Regierung Personen und Organisationen zu Maßnahmen gezwungen, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Es scheint fast absurd, da viele Einwanderer gerade wegen der in der U.S.-Verfassung garantierten Religions- und Gewissensfreiheit in die USA gekommen sind. 
In allen katholischen Kirchen der USA wurde am 4. Juli 2012, dem Unabhängigkeitstag, folgender Text der U.S. Konferenz der katholischen Bischöfe gebetet: O Gott unser Schöpfer, von Deiner vorsehenden Hand habe wir unser Recht zum Leben, zur Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit erhalten. Du hast uns Dein Volk genannt und uns das Recht und die Pflicht gegeben Dich anzubeten, den einzigen wahren Gott und Deinen Sohn Jesus Christus. Durch die Macht und das Wirken Deines Heiligen Geistes hast Du uns gerufen, unseren Glauben in der Mitte der Welt zu leben, und das Licht und die Wahrheitsfindung des Evangeliums in jeden Winkel der Gesellschaft zu tragen. Wir bitten Dich, unsere Wachsamkeit über das Geschenk der religiösen Freiheit zu segnen. Gib uns die Stärke von Leib und Seele, unsere Freiheiten zu beschützen, wenn sie angegriffen werden. Gib uns Mut, damit unsere Stimmen für die Rechte Deiner Kirche gehört werden und die Gewissensfreiheit aller Menschen des Glaubens gewährleistet wird. Wir beten, gewähre uns, oh himmlischer Vater dass wir mit klarer und vereinter Stimme zu all unseren Söhnen und Töchtern, die in Deiner Kirche versammelt sind, sprechen. Damit wir in dieser entscheidenden Stunde in der Geschichte unserer Nation allen Versuchungen widerstehen und alle Gefahren überwinden, zum Wohl unserer Kinder und Kindeskinder und von allen, die nach uns kommen. Dieses grosse Land wird immer "eine Nation unter Gott sein, untrennbar von der Freiheit und Gerechtigkeit für alle". Wir bitten Dich Durch Christus unseren Herrn Amen. 
Das neue "Obamacare"-Krankenversicherungsgesetz ist jetzt essentiell bestätigt. Es gibt nur einen Weg, um es zu annullieren. Es ist derselbe Weg, der zur Gesetzgebung geführt hat - ein neuer Präsident und ein neuer Kongreß müßte gewählt werden. Diese Auffassung hat auch der Oberste Richter Roberts vertreten: "Es ist Euer Job, nicht meiner. Ich will es Euch nicht zu leicht machen." (Charles Krauthammer, Wisconsin State Journal, 3. July 2012).

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