Montag, 5. August 2013

Verweiblichen Männer?

Oft hören wir Frauen über die abnehmende Männlichkeit klagen. Ahnen sie, dass es an den weiblichen Hormonen liegen könnte, - die ungeachtet, ob Tier oder Mensch-männliche Wesen feminisieren?
Dr. Edith Breburda
Veröffentlicht in: Christliches Forum / 4.8.2013 


Sind Männer vom Aussterben bedroht?

Männer sind im Gegensatz zu Frauen mit Testosteron ausgestattet. Einige Geschöpfe, meist im fortgeschrittenen Alter, ziehen es zusätzlich vor, anabole Ergänzungen zu konsumieren. Eventuell tun sie das, um der Damenwelt wenigstens mit einem gut aussehenden Körper zu imponieren. Schließlich will man der erheblich jüngeren << Trophäenfrau >> gefallen.
Testosteron hat jedoch eine gewissen Tendenz zur Umwandlung in Östrogen, womit das Hormon für das Muskelwachstum nutzlos wird.
Vielleicht stammt Eva ja doch von Adam ab? Zumindest von der hormonellen Perspektive aus wird uns dieser Gedanke sympathisch.
Östrogene Ressourcen nehmen immer mehr zu. Es ist auch in Pflanzen wie Soja und Hopfen (Bier) enthalten. Dem männlichen Körper ist die Quelle für das "Östrogen-intake" letztendlich egal.
Damit verbunden besteht eine steigende Tendenz, dass sie mit Leichtigkeit in unseren Stoffwechsel gelangen. Meist als Östrogenanaloga:
 Das sind Substanzen, die physiologisch die Rolle des Östrogens einnehmen. Sie werden auch als Xeonohormone bezeichnet. Sie besetzen Östrogenrezeptoren in menschlichen Körper und kurbeln die Stoffwechselvorgänge an, die man dem Hormon zuschreibt.
Gestörtes Hormongleichgewicht
Damit gelangt das Hormongleichgewicht aus der Balance. Man nennt sie auch endokrine Disruptoren, weil sie das endokrine System, d.h. unser Hormonsystem, empfindlich stören können.
Über Verhütungsmittel, genauer gesagt Ethinylestradiol, welche nicht aus den Kläranlagen herausgefiltert werden können und so recycelt werden, haben wir alle gehört. Seltener spricht man über Bisphenol-A, kurz BPA, einer Substanz die vor allem über Plastikverpackungen in unsere Lebensmittel gelangen.
BPA ist mittlerweile fast allgegenwärtig in unserer Umwelt vorhanden: Man findet es in petrochemischen Produkten, Kosmetika, Zahnpasten, Pestiziden, Reinigungsmitteln, Lösungsmitteln, Klebstoffen, Emulgatoren usw. Sie beinhalten alle Östrogenanaloga in Form von BPA.
BPA ist in den schwimmenden Müllhalden auf den grossen USA-Binnenseen und in den Weltmeeren vorhanden. Derartige Müllinseln werden wegen ihrer grossen Fläche bereits als 6. Kontinent bezeichnet.
Auch in Pansen-Mägen von "heiligen" indischen Kühen hat man BPA-haltige Plastiktüten gefunden. 65kg Plastikmaterial hat man einer Kuh 2010 in Neu Delhi herausoperierte. Die Tiere, die frei in den Strassen grosser Städte herumirren, ernähren sich vom Müll, wobei sie die Plastikbeutelverpackungen gleich mit herunterschlingen(1).  
BPA wird mit Diabetes, Übergewicht, Entwicklungsstörungen, Krebs, Herzkreislaufbeschwerden, verfrühter Pubertät, reduzierter Reproduktionsleistung, hormonbedingtem Brust-, Hoden- oder Prostatakrebs, Lern- und Gedächtnis-Schwierigkeiten in Verbindung gebracht.
Plastikprodukte, die BPA-frei, sind werden deshalb bevorzugt. Diese haben jedoch noch mehr Östrogen, heißt es in einer Studie der Universität von Texas. Wissenschaftler des <<National Institute of Environmental Health Science>>,  (National-Institut der Umwelt-Gesundheits-Wissenschaften) sind der Meinung, man solle Plastik ohne Östrogen herstellen.
Für die <<US Food and Drug Administration>> FDA (Lebensmittel- und Arzneimittel-Verwaltung) bestehen kaum Bedenken gegenüber Bispenol A. - Die FDA ist nur etwas besorgt über eventuelle Effekte, die BPA auf die Gehirnentwicklung von Ungeborenen und Kindern haben könnte (2).
Eine wissenschaftliche Studie untersuchte Schwangere mit einem hohen BPA-Gehalt im Urin. Geborene Mädchen waren hyperaktiv, depressiv und überängstlich. Jungen waren nicht  betroffen, hieß es. Man erklärt sich das durch die hormonellen Unterschiede, welche zwischen den Geschlechtern bestehen. Es wird angenommen, dass BPA die Östrogengehalte erhöht, wodurch die normale Gehirnentwicklung im weiblichen Ungeborenen unterbunden wird (3).
Im April 2013 setzte der US-Bundestaat Kalifornien BPA auf eine Liste für gefährliche Chemikalien. BPA wird für Geburtsfehler und eingeschränkte Fruchtbarkeit verantwortlich gemacht (4). Vor allem bei Jungen ist dieser Tatbestand besonders ausgeprägt.
Es werden weniger Jungen als Mädchen geboren
Eine Studie ergab, dass zur Zeit erschreckend weniger Jungen als Mädchen geboren werden. Jungen hatten mehr Probleme in der Schule, ihre Zeugungskraft und Fruchtbarkeit ging im späteren Alter zurück und sie erkrankten vermehrt an Hodenkrebs. Das alles wird Umweltgiften zugeschrieben, denen die Kinder bereits vor der Geburt ausgesetzt sind (5).
Die Kanadische Nationale Zeitung <<The Globe and Mail>> berichtete bereits im Dezember 2008 darüber. In dem Artikel zeigen sich Wissenschaftler äusserst beunruhigt über ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis.
Dr. Devra Davis von der Pittsburgh Universität in den USA schreibt von 262.000 Buben, die in Japan und in den USA zwischen 1970 bis 2000 nicht geboren worden sind. In Kanada beobachtet man dieses Ungleichgewicht besonders in Gebieten, in denen Öl gefördert wird, vor allem in Sarnia, Ontario. 1990 wurden in Aamjiwnaang so wenig Jungen geboren wie sonst nirgendwo in der Welt. 60% der geborenen Buben weisen zudem eine anatomisch abnormale Harnröhrenöffnung auf. Man bezeichnet diese angeborene Entwicklungsstörung medizinisch als Hypospadie. Andere Länder beobachten ähnliche Gegebenheiten.
Von 1983 bis 2005 stieg in Kanada bei jungen Männern im Alter von 22 bis 44 Jahren die Ersterkrankungsrate von Hodenkrebs um 54%. Der Testosteronspiegel der in den USA lebenden Männer verringerte sich hingegen um 20% in den letzten 20 Jahren. Diese physiologischen Bedingungen bewirken eine Gonadenverkleinerung.  
Auch bei Tieren wurden diese Beobachtungen gemacht. Chemische Substanzen, die der Mensch zum Einsatz bringt, lassen Amphibien verweiblichen.
Chemisch bedingte Verweiblichungstendenzen
Eine schwedische Studie ergab, dass sich männliche Kaulquappen unter dem Einfluss von Umwelt-Östrogenanaloga zu weiblichen Tieren entwickelten. Eine vorhergehende, ähnliche Studie, die in den USA durchgeführt wurde, beschrieb, wie ein Pestizid, welches östrogenähnliche Substanzen enthielt, männliche Frösche in weibliche umwandelte. Das geschah unter dem Einfluss einer einzigen Substanz!
In der freien Natur sind mittlerweile viele solcher Komponente vorhanden. Umweltgifte aus Industrie, Pestiziden, Kosmetika, Verhütungsmitteln addieren sich in ihrer Wirkung. 
Dr. Theo Colborn, Zoologe der Universität von Florida, äussert in seinem Buch <<Our Stolen Future>> den Verdacht, dass endokrine Disruptoren, wie BPA, die Gehirnentwicklung vor allem bei ungeborenen Jungen, beeinträchtigt. Jungen leiden zwei- bis viermal häufiger als Mädchen an Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörungen. Dies sei der Grund, warum in den USA 65% Frauen an den Universitäten eingeschrieben sind, währenddessen es nur noch 35% Studenten gibt.
Ein Überschuss an Xenohormonen - d.h. an Östrogen - bewirkt ein Abfallen des Testosterons und der Schilddrüsenhormone, schreibt Dr. Theo Colborn. Dieser Cocktail hindert die normale Entwicklung des fetalen Gehirns und der Geschlechtsorgane bei Jungen. Wir werden demzufolge bereits intrauterin durch  Umweltgifte belastet.
Eine geringere Spermienzahl weisen auch Farmer auf. Man vermutet dahinter den vermehrten Kontakt zu Pestiziden, dem die Farmer ausgesetzt sind. Dr. Colborn fragt sich, ob Männer vom Aussterben bedroht sind, wenn die Entwicklung der Feminisierung durch Umwelthormone so weiter geht (6).

Vorab-Auszug aus dem bald im Scivias Verlag erscheinenden Buch: "Globale Chemiesierung" von Edith Breburda.

(1)  Karuna Society for Animals and Nature. Karuna takes a lead in anti-plastic bag campaign for the animals. 2011
 
(2)  Koch W.: Study: Most plastic products trigger estrogen effect. USA Today, May 7, 2011    
(3)  Park A.: BPA Exposure in pregnant woman may affect daughters' behavior. Time, Environmental Health, Oct. 24, 2011 
(4) 
Lifsher M.: California adds BPA plastics chemical to warnings list. Los Angeles Times, April 12, 2013
(5) Alter L.: Are boys disappearing because of Gender Bender Chemicals? treehugger, September 22, 2008
(6) Morrone S.: Humanity at Risk: Are the males going first? Canada's National Newspaper. September 20, 2008

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