Sonntag, 13. Juli 2014

Leihmütter im Visier

USA: Bundesstaat Wisconsin erlaubt Homo-Partnerschaften / Gouverneur Jindal (Louisiana) gegen Leihmutterschaft

US-Bischofskonferenz hat in März eindeutig gegen das Verfahren Position bezogen

Dr. Edith Breburda

Siehe Christliches Forum 8. Juni 2014
Siehe auch Zenit  Rom, 11. Juni 2014

Im Bundestaat Wisconsin/USA wurde am Freitagnachmittag, dem 6.6.2014, völlig unerwartet ein Gesetz verabschiedet, das Homosexuellen eine staatlich registrierte Partnerschaf erlaubt.

Wenige Zeit später fanden sich die ersten Paare vor dem Gerichtsgebäude in Madison und Milwaukee ein. Schon lange hofften sie, dass der Bann, der auf der gleichgeschlechtlichen “Ehe” ruhte, von einem Richter aufgehoben wird und sie ihre Zulassung erhalten.

Einige der Paare hatten solche Eile, vor einem Standesbeamten zu erscheinen, dass sie gar ihr Geld vergaßen und so die anfallenden Gebühren nicht bezahlen konnte. Ein Beamter half schließlich aus und übernahm die Kosten.

Ein anderes Paar, das schon lange zusammen lebt, ließ seine adoptierten Kinder zuhause bei Nachbarn, um sich zwei Stunden nach dem Urteil vor dem Standesbeamten ihr “Ja-Wort” zu geben.

Inzwischen hatten sich viele Paare vor dem mittlerweile geschlossenem Gerichtsgebäude eingefunden. Die Standesbeamten waren noch bis in die Nacht hinein beschäftigt, ihres Amtes zu walten.

Der 42-jährige evangelische Pastor Warner von der Plymouth-Kirche in Milwaukee hatte schon vor 17 Jahren mit seinem 52-jährigen Partner “kirchlich” geheiratet. Seitdem wartet das Paar auf die staatliche Anerkennung. Auch sie haben 2 Kinder adoptiert (vgl. Sentinel Journal, Milwaukee Wisconsin: “Scores of gay couples married in Milwaukee, Madison” vom 7.6.2014).

Bischof Morlino aus Madison/Wisconsin ist besorgt über "Domino Effekte"

Der Katholische Bischof von Madison, Robert Morlino, zeigte sich enttäuscht, dass das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe im Bundesstaat Wisconsin aufgehoben wurde. Er gab zu bedenken, dass die Freigabe der gleichgeschlechtlichen Ehe andere gesellschaftliche Probleme hervorrufen werde. So wie bei einem Domino-Effekt. „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren Nachfahren“, betonte der Bischof in einem Interview mit dem Wisconsin State Journal.




Veto des Gouverneurs gegen Leihmutterschaft

Gouverneur Bobby Jindal aus Louisiana hatte sich am 2. Juni 2014 gegen ein Gesetz ausgesprochen, das Paaren erlaubt hätte, Leihmütter zu benutzen.
Jindal argumentiert, Leihmütter würden dazu beitragen, dass man den Respekt vor dem Leben verliert. Louisianas Familien-Forums Präsident Gene Mills gab zu bedenken, dass durch die Techniken der In-Vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung) unweigerlich Embryonen (also die kleinste Erscheinungsform des Menschen) zerstört werd

Dies sei das eigentliche moralische Dilemma der IVF. Auch würden Leihmütter den Begriff und die Institution der Familie neu definieren. Wenn der Staat Louisiana Leihmütter anerkennen würde, wäre es für gleichgeschlechtliche, aber auch Einzelstehende legal, “Kinder” zu bekommen, bemerkt Mills. 
Das Veto des Gouverneurs bewirkt nun, dass es strafbar ist, eine Leihmutter “einzustellen”.

Die US-Bischofskonferenz äußerte sich am 28. März 2014 zu diesem Thema. Sie verurteilte die Kommerzialisierung, Objektivierung und die utilitaristische Absicht, die eine Leihmutterschaft ausmacht und damit die Frau degradiert.

In dem Dokument “Donum Vitae” wird darauf hingewiesen, dass eine Leihmutter nicht im Einklang mit der Würde der Frau ist . Der Wert der Frau wird damit auf eine Art Dienstleistung herabgestuft. 
Auch die Bischöfe heben hervor, dass durch die Option einer Leihmutterschaft das entstandene Leben nicht geschützt wird. Die Technik, die hinter der Leihmutterschaft steht, ist die künstliche Befruchtung.

IVF: Das Problem der überzähligen Embryonen

Die Zukunft der überzähligen Embryos ist ungewiß, da man ihnen nicht ihre menschliche Würde zugesteht und sie oft “entsorgt” werden (vgl. S. Siggins: Bobby Jindal: Surrogate Motherhood lessens “the way we value human life, 2. Juni 2014).

Die moderne Medizin spricht zwar davon, die künstliche Befruchtung “sicherer zu machen”. Doch die Wissenschaftler verstehen darunter vor allem die Ausschaltung von Erbkrankheiten.
Ein Bericht in Science Magazin vom 3. Juni 2014 mit dem Titel “U.K. report says proposed IVF technique is likely safe” beschreibt eine ganz neue Methode. Man bezieht sich auf die “mitochondrial-DNA replacement therapy”.

Mitochondrien, die als das Kraftwerk der Zelle bezeichnet werden, befinden sich im Zellplasma. Sie besitzen ihr eigenes Erbgut, ihre eigene DNA. Mitochondrien versorgen die ganze Zelle mit der nötigen Energie.

Mitochondrien stammen von der mütterlichen Eizelle. Die Mitochondrien der Spermien dringen bei der Befruchtung nicht in die Eizelle ein. Sie werden von Enzymen abgebaut. Bei Spermienzellen bleibt nur die DNA des Zellkerns erhalten und sorgt für die Rekombination des Erbgutes. D.h. alle Kinder erhalten nur die Mitochondrien-DNA der Mutter, der Mann kann seine Mitochondrien nicht weitervererben.

So konnte man die DNA zurückverfolgen bis zu einer Ursprungsfrau, die man die “Mitochondriale Eva” nennt. Sie lebte vor 200.000 Jahren in Afrika.

Künstliche Befruchtung per Mitochondrien-DNA

Mitochondrien-Eiweiße und Kerneiweiße müssen miteinander harmonieren. Sowohl der Zellkern als auch die Mitochondrien im Zellplasma verfügen über Erbinformationen. Die Mitochondrien haben ihre eignen Gene und stellen rund ein Dutzend eigener Eiweiße her.
Die meisten anderen Proteine, die sie zum Arbeiten brauchen, werden ihnen von den Genen des Zellkerns geliefert.

Es gibt Berichte über Antikörper, die gegen die Kerneiweiße gerichtet sind und so zum Zelltod führen können. Mitochondrien-Gene können krebserregend sein und zum septischen Schock beitragen (siehe das Buch “Globale Chemisierung- Vernichten wir uns selbst?”, Amazon, 2014).

Um mitochondriale Erbkrankheiten auszuschalten, versuchen Wissenschaftler, das genetische Material einer Eizelle mit defekten Mitochondrien in eine Spendereizelle mit gesunden Mitochondrien zu transferieren. 

Der Embryo besitzt die mütterliche und väterliche Kernzell-DNA und die mitochondriale DNA von einer Eizellspenderin. Somit könnte eine Mutter, die “defekte” Mitochondrien hat, ein gesundes Kind gebären.
Momentan ist ein derartiges Verfahren in Groß- britannien noch verboten, da das gesamte genetische Material aller Nachfahren der so entstandenen Menschen verändert würde.

Auch könnten aus Versehen dennoch kranke Mitochondrien bei einem Transfer “verschleppt’ werden und damit die Gesundheit des so entstandenen Menschen beeinträchtigen.

In Großbritannien bemüht sich die “Human Fertilisation and Embryology Authority”, damit das Parlament die “mitochondrial DNA replacement therapy” baldmöglichst genehmigt.

Die Regierung verlangt vorerst mehr Versuche, um das Verfahren ‘sicher’ zu machen. So will man mehr Embryos herstellen, die durch die “3 Mitwirkenden” (Samen-Eizellen-Kern und Spender-Eizellenkörper mit gesunder mitochondrialer DNA) entstanden sind.

Die Embryos sollen nicht implantiert werden. Man benötigt sie zum Vergleich mit Kontroll-Embryos und ihren Stammzellen. Nur durch solche Studien könnte man ein “o.k.”  für das neue Verfahren beschleunigen, heißt es in dem Artikel von Gretchen Vogel im Science-Magazin.

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