Sonntag, 13. Juli 2014

Wie werden Missbrauchsfälle in Australien und den USA gehandhabt?

Inzest, Beichtgeheimnis und Planned Parenthood

Dr. Edith Breburda


Christliches Forum, 14. Juli 2014

Der australische Richter Garry Neilson wurde vorerst seines Amtes enthoben. Er vertrat die Meinung, Inzest sei nicht länger tabu in einem Zeitalter, in dem Verhütungsmittel und Abtreibung zur Verfügung stehen. Der sexuelle Kontakt zwischen Geschwistern, Erwachsenen und Kindern könne nicht mehr als unnatürlich angesehen werden, da auch homosexuelles Handeln akzeptiert wird.

Nach Auffassung des Richters war es in den 50iger Jahren unnatürlich, wenn ein Mann mit einem andern Mann oder Jungen, ein Verhältnis hatte. Diese Vorstellungen existieren heute nicht mehr. Inzest war eigentlich nur illegal, weil man Erbkrankheiten verhindern wollte. Selbst dieses Argument fällt heute nach Auffassung des australischen Richters weg.

Bereits im November 2011 sprach Neilson ein mildes Urteil über einen Mann, der wiederholt seine Nichte vergewaltigte. Da kein Kind bei der Vergewaltigung der damals 15-jährigen Nichte entstand und auch keine sexuellen Geschlechtskrankheiten übertragen wurden, handelte es sich, laut Neilson, nur um eine geringe Straftat.

Der Generalstaatsanwalt von New South Wales, Brad Hazzard, überwies seinen Kollegen an einen richterlichen Ausschuss. Sein Kommentar lautete:
"In meinen Augen wird die Kommission zurecht über Neilsons Aussagen erschüttert sein. Inzest ist vollkommen verwerflich, unakzeptabel, abartig und kriminell."

Weiterhin forderte der Staatsanwalt, dass Neilson vorerst seines Amtes enthoben wird. Eine Forderung, in welche die Interessensgemeinschaft für misshandelte Kinder einstimmte. Denn:
"Derartige Kommentare eines Richters sind beleidigend für jedes Kind, jedes Opfer, selbst für Homosexuelle in unserem Land", sagte Hetty Johnston, Gründer der Gruppe (White H. Incest is 'no longer taboo' thanks to contraception/ homosexuality, says Australian judge. 11. Juli 2014, LifeSiteNews.com).

In den USA werden hingegen sexuelle Vergehen an Kindern meist sehr stark geahndet. Vor allem wenn die katholische Kirche im Spiel ist.
Das Oberster Gericht in Baton Rouge, im US-Staat Louisiana, verhandelt gerade einen Missbrauchsfall aus dem Jahr 2008. Der Priester Jeff Bayhi und seine Diözese wird von den Eltern einer damals 12-Jährigen angeklagt, einen Kinderschänder gedeckt zu haben.

Täter und Opfer waren beide Mitglieder von "Our Lady of the Assumption Catholic Church in Clinton".

Die 12-Jährige berichtete dem Gericht, im Juli 2008 bei Pfarrer Bayhi gebeichtet zu haben,
dass ein Kirchenmitglied sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen hat. Das Opfer sagte weiterhin vor Gericht aus, dass der Priester ihr bei der Beichte geantwortet habe, sie solle das alles für sich behalten, sonst würden zu viele Leute verletzt werden. Außerdem sei das alles ihr Problem. Sie soll es einfach unter den Teppich kehren."


Das Oberste Gericht verlangt nun, dass sich der Priester dazu äußert und sich nicht hinter dem Beichtgeheimnis versteckt. Die Vertraulichkeit der Beichte sei sowieso schon von den Aussagen des Kindes gebrochen worden. Der Priester hätte sofort eine Meldung machen müssen, da es sich um keine Privatsache gehandelt habe und damit die Vertraulichkeit nicht gegeben war. Der Priester habe sich schuldig gemacht, die Information nicht weitergeleitet zu haben.

Die Diözese von Baton Rouge bezieht sich auf die Lehre der Katholischen Kirche, welche besagt, dass sich ein Priester exkommuniziert, wenn er das Beichtgeheimnis bricht. Das Kirchengesetz verbietet es, dass weder der Priester noch der Beichtende oder irgendjemand anderer, das "Siegel" der Beichte lüftet. Insofern habe der Priester richtig gehandelt sich zu weigern, das Beichtgeheimnis zu brechen (Harmon C. Diocese of Baton Rouge: Priest cannot testify about confession in abuse case. 8. Juli 2014, The Catholic World Report)

Ein gravierender Missbrauchsfall, in den Planned Parenthood (Geplante Elternschaft) involviert war, wurde ganz anders behandelt. Keiner der Mitarbeiter der Organisation erstattete Bericht über eine Abtreibung an einer 13-Jaehrigen. Im Gegenteil, das Kind wurde zu ihrem Peiniger, ihrem Stiefvater, zurückgeschickt.

Zwei Monate nach der Abtreibung erfuhr die Mutter des Kindes was vorgefallen war und brachte nicht nur ihren Mann ins Gefängnis, sondern verklagte auch Planned Parenthood. Für sie war das alles unverständlich, ein Alptraum, den keine Mutter je durchmachen sollte.

In der Anklageschrift heißt es, dass die Tochter R. Z. von Cary Smith bereits im Alter von 6 Jahren von ihrem neuem Stiefvater Timothy David Smith sexuell missbraucht wurde. Damals war sie zu jung, um zu realisieren, was vor sich ging. Die Jahre vergingen, ohne dass die Mutter des missbrauchten Kindes je etwas bemerkte. Timothy drohte, das Kind zu töten. Er schrie es an und schlug es. Bald behandelte er die Mutter des Kindes genauso.

Dann wurde R.Z schwanger.  Der Stiefvater fuhr mit ihr nach Denver, Colorado, wo er einen Termin mit Planned Parenthood ausgemacht hatte. Die Kliniksangestellten wunderten sich nicht, dass das Kind erst 13 Jahre alt war, und keiner fragte das Kind nach der Beziehung zu dem Mann, der mit ihm kam. Mit 13 durfte das Mädchen selbst noch gar nicht in eine Abtreibung einwilligen und brauchte die Zustimmung ihrer Eltern. Die Mutter wußte jedoch von all dem nichts.

Keiner fragte sich, ob das Kind eventuell missbraucht sein könnte und so meldete auch kein Mitarbeiter von Planned Parenthood die Abtreibung. Nach der Abtreibung ging der Missbrauch weiter.
Timothy war einestages nicht zuhause. Da ergriff die Tochter die Gelegenheit der Mutter zu berichten, was seit Jahren vor sich ging. Die Mutter brachte die Tochter sofort in Krankenhaus und zeigte ihren Mann an. Sie bat Planned Parenthood die Akten ihrer Tochter einsehen zu dürfen und fand heraus, dass ihr Mann die geheime Abtreibung arrangiert hatte. Timothy wurde verhaftet und angeklagt wegen wiederholter sexueller Straftaten. Seine Schuld gab er in zwei Fällen zu.

Obwohl der Täter nun hinter Gittern saß, war die Mutter noch nicht zufrieden und ärgerte sich über die Art und Weise, wie die Abtreibung bei Planned Parenthood vor sich gegangen ist. Der Arzt hätte sofort den Missbrauch erkennen müssen. Die Angestellten wussten, dass ihnen das Gesetz von Colorado vorschreibt, in so einem Fall sofort zu handeln. Zumindest hätten sie das Kind darauf ansprechen müssen und das Kind nicht zurück zu ihrem Vergewaltiger schicken dürfen. Durch dieses unverschämte, grob fahrlässige Verhalten habe sich Planned Parenthood in 5 Vergehen schuldig gemacht, was zu einer extremen seelischen Belastung des Kindes führte.

"Wir applaudieren Cary Smith, dass sie Planned Parenthood für das Verbrechen an ihrem Kind verantwortlich macht. Es zeigt wieder einmal wie Planned Parenthood unter dem Diktat steht, Abtreibungen zu vermarkten. Sie kümmern sich nicht um die vielen Mädchen, die vergewaltigt oder missbraucht werden", sagte Troy Newman, Präsident der US -Vereinigung, Operation Rescue (Operation Rescue Staff; Planned Parenthood performed abortion on teen, returned her to sex abuser: shock lawsuit. 11. Juli 2014, LifeSiteNews.com). 

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