Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Schlamassel der Tierhaltung in Wisconsin, USA

Dr.med.vet.Edith Breburda
Der US-Bundestaat Wisconsin, Amerikas Milchland, hat 1,27 Millionen Milchkühe, welche 12,8 Milliarden Liter Milch im Jahr produzieren. Kühe produzieren im Dairy Rich Land neben Milch jedoch auch Mist.

Ihr Dung würde jährlich 3.000 Olympia Schwimmbäder füllen. Oft gelangt der potente Dünger jedoch in eines der vielen Gewässer des Staates. So wie am 5. Juni 2014 Tausende tote Fische im Lake Winnebago, bei Milwaukee, gefunden wurden.
Factory Farming, die industrielle Landwirtschaft, bewirkt eine Anreicherung von Pestiziden, Herbiziden, Phosphaten und ein massives Algenwachstum in den zahlreichen Seen, dead zones, tote Zonen, und v.a.m.
Biogasanlagen sollen das Problem lösen. Prof. Steve Carpenter, Direktor des Limnologischen Institutes der Universität von Wisconsin in Madison, untersucht seit 40 Jahren die Qualität der Seegewässer in seinem Staat. Eine fortgeschrittene Technologie hat die Dünger Verarbeitung erfolgreich gemacht. Das Wasser ist nicht mehr so stark verunreinigt. 70 Prozent der Phosphate in Oberflächengewässern stammen aus der Landwirtschaft. Es wird erwartet, dass die Milchindustrie einen Weg findet, um die  Gewässer zu schützen. Der Oberflächenbfluss in die Seen lässt nicht nur Algen wachsen und verursacht einen unangenehmen Geruch. Auch  Badestrände müssen geschlossen werden.

"Wir müssen eine Lösung finden", sagt Monte Lamer, Direktor der Biogas Anlage von Waunakee, einer Stadt nahe Madison. Biogas Anlagen für Ställe mit bis zu 8.000 Kühen bieten zudem eine Alternative für erneuerbare Energie an.

Heftige Regenfälle befördern viel Gülle und Boden in die Gewässer von Wisconsin. Umweltverbände rufen dazu auf, die Seen phosphatfrei zu halten. Biogasanlagen ermöglichen uns das, betonen Carpenter und Lamer.
2001 fing man in Wisconsin damit an sie zu bauen. 2014 gibt es bereits 34 große Anlagen. Bakterien verwandeln in ihnen die Biomasse in Methan-Gas. Eine Zentrifuge trennt die Phosphate. Andere Bestandteile, wie Hormone oder mikrobielle Stoffwechselprodukte, gelangen dennoch in die Seen, erklärt Sarah Yang, Wasser Toxikologin des Natural Resources Amtes, in Wisconsin. Immerhin ist es ein besseres Verfahren, als die Gülle auf die Felder auszubringen. Biogas Anlagen sind dazu da, den Geruch zu minimieren, pathogene Keime zu vernichten und Treibhausgase zu reduzieren.
Für viele Farmer macht das Biogas System keinen Sinn, weil es vorkommt, dass   Anlagen explodieren.

"Um die Phosphate zu eliminieren, müsste man eigentlich nur die Monokulturen abschaffen und Fruchtfolgen wieder einführen", bemerkt Laurie Fischer, Direktorin der Dairy Business Gesellschaft, deren Aufgabe es ist ein positives Bild der Landwirtschaft zu vermitteln.
Milchwirtschaft ist in Wisconsin ein 26 Milliarden Dollar Geschäft. Für viele der 10.800 Farmer zählen wirtschaftliche Faktoren (J. VanEgeren, Manure digesters seen as best hope for curbing lake pollution, but drawbacks remain. The Cap Times, 30. April 2014).


Genmanipulierte Feldfrüchte sind an Monokulturen gekoppelt. Offensichtlich bleibt auch der  Tierschutz auf der Strecke.

Veröffentlicht Christliches Forum 27. Oktober 2014

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