Montag, 30. März 2015

Die Welt, in der eine Frau nicht mehr fruchtbar sein darf!


Dr. med.vet. Edith Breburda

siehe auch Christliches Forum, 8. April 2015
In der New York Times wurde am ersten März-Wochenende 2015 ein viel beachteter Artikel veröffentlicht, der sich mit Frauen beschäftigt, die zunehmend Psychopharmaka einnehmen. Die Psychiaterin Julie Holland war erschrocken über sehr viele Amerikaner, die immer häufiger zu Antidepressiva greifen. Es ist verrückt zu beobachten, dass eine von vier Frauen, aber nur einer von sieben Männern diese Arzneien verlangen.“
Frauen verhalten sich oft launisch, was sie der Evolution zu verdanken haben. Sie reagieren empfindlich auf ihre Umgebung, zeigen aber ein sehr großes Einfühlungsvermögen gegenüber den Bedürfnissen ihrer Kinder. Sie reagieren intuitiv gegenüber den Absichten ihrer Männer. Das bildet die Grundlage, damit eine Familie und ihre Nachkommen überleben können.
Eine Frau wird eher von ihren Gefühlen als von ihrem Verstand geleitet. So gesehen kann sie eine Feder aus dem Gleichgewicht bringen. Sind Frauen wirklich hart im Nehmen? In der modernen Gesellschaft heißt es, unser Verhalten sei sozial geprägt. Die physiologische Komponente unseres Körpers hat wenig damit zu tun. Es ist eher an der Zeit, Frauen zuzugestehen, ihren Kopf zu gebrauchen und Männern ihr Herz. 

Julie Holland bezieht sich auf die unterschiedliche Biologie der Geschlechter. Sie hat jeden Tag gestresste Frauen in ihrer Praxis, denen sie helfen möchte.
Ihre Ansichten brüskieren die moderne Gender-Theorie, die der Meinung ist, es bestünden keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Der Artikel von Holland verscherzt es sich mit der pro- aber auch mit der anti-feministischen Ideologie.
Es gibt Wissenschaftler, die überzeugt sind, Frauen könnten ihre Gefühle besser ausdrücken als Männer, weil das weibliche Gehirn fähiger ist, Sprachen zu erlernen, ihr Gedächtnis besser ist und sie sensitiver gegenüber den Gefühlen anderer sind. Sind es nicht auch Frauen, die cleverer sind, Aktien zu jonglieren?
 Worauf Holland eigentlich aufmerksam machen will ist, dass Arzneimittelunternehmen Frauen einreden, ihre natürlichen Gefühle, ihre Stimmungsschwankungen seien pathologisch, die man nur mit Antidepressiva und Neuroleptika behandeln könne. Jede x-beliebigen Werbung, Talkshows und Zeitungen vermitteln den Eindruck, es würde zur neuen Normalität der Frau gehören, Psychopharmaka einzunehmen.
Die Psychiaterin Holland ist darüber fast ärgerlich. Sie bemerkt: <<diese Medikamention, die wir fast als absolut notwendig für moderne Frauen erachten, steht im krassen Widerspruch zur Physiologie des weiblichen Körpers. Wir  missachten ihr Gehirn, die natürlichen biochemischen Abläufe, die einen funktionierenden Organismus am Leben erhalten. Ihr Menstruationszyklus, der durch den Hormonhaushalt geregelt wird, bewirkt doch gerade diese Stimmungsschwankungen. Nur deswegen sind sie gereizt, unzufrieden. Manchmal reagieren sie mit Tränen auf die Erwartungen, die man an sie als Mutter und Berufstätige hat. Es sind die Anforderungen zu Hause, in der Familie oder die Gemeinheiten ihres Vorgesetzten bei der Arbeit, mit denen sie fertig werden muss. Ist es in so einer Situation verboten sensibel zu sein? Oft lässt sich die Lage mit mehr Schlaf bzw. Sport verbessern. Wenn man so eine Situation durch Antidepressiva beheben will, hilft man den Frauen nicht.
Meist sind es Stimmungsaufheller, die Serotonin enthalten, die man den vermeintlichen Patienten verabreicht, damit sie nicht ihr inneres Gleichgewicht verlieren. Es ist fast so, als ob wir mit Kanonen auf Spatzen schießen würden. Am Ende erreichen wir das Gegenteil. Frauen können ihre Gefühle überhaupt nicht mehr zeigen. Sie erstarren emotional. Sie sind nicht mehr interessiert an den normalen Tagesabläufen. Zeigen weder Wut noch Trauer. Haben weniger Empathie und verlieren ihre Kreativität. Ein künstlich erzeugter, hoher Serotonin Spiegel im weiblichen Körper bewirkt den Verlust der emotionalen Sensibilität mitsamt seinen natürlichen Schwankungen. Im Endeffekt beobachten Fachleute eine zunehmende Vermännlichung der Frau, die nicht zuletzt das hormonelle Gleichgewicht ausschaltet. Emotionen und Verhaltensweisen, die wir dem männlichen Organismus zuschreiben, finden wir nun auch bei Frauen. Frauen betrachten sich beispielsweise als unverwundbar. Eine Haltung, die Frauen helfen könnte, in männlich dominierten Unternehmen die Karriere-Leiter nach oben zu klettern>>, erläutert Holland.
Das Interessante an ihrer Studie ist die Feststellung, dass hinter der menschlichen Biologie eine ethische Bedeutung steckt.
<<Wenn man sich schlecht fühlt, physisch oder geistig, will uns unser Körper damit etwas sagen. Wie sollten besser auf ihn hören und versuchen, die Dinge zu verändern. Das ist besser als sich ein Rezept für ProzacR zu holen und so weiterzumachen wie bisher. Durch Psychopharmaka vergewaltigen wir eigentlich unseren Körper. Wir ordnen ihm unseren Willen unter. Wir basteln so lange an ihm herum, bis er das tut, was unseren Wünschen entspricht und wir ihn mit den Anforderungen, welche die moderne Welt an ihn stellt, in Einklang bringen>>.
Frauen bekommen heute doppelt so oft Antidepressiva und Medikamente gegen Angstzustände verschrieben als Männer. Man fragt sich warum. Seit mehr als 50 Jahren haben wir die Einstellung, unseren Körper manipulieren zu müssen. Bevor wir damit anfingen, die Gefühle der Frau zu behandeln, unterdrückten wir die Chemie, welche die Fortpflanzung beeinflusst. Der Grund war der gleiche. Frauen sollten Männern nicht in sozialen oder wirtschaftlichen Bereichen in die Quere kommen. Man brauchte ihre Arbeitskraft und wollte einer Überbevölkerung vorbeugen. Im Interesse unseres Planeten wollte man weniger Menschen, die eine größere Konsumauswahl zur Verfügung haben. Kontrazeptiva dienten genau diesem Zweck und Frauen nahmen sie pflichtbewusst ein. Heute schlucken sie Medikamente, die ihnen den Platz zuweisen, den sie in einer leistungsorientierten Welt haben. Eine Welt, die durch die Pille verändert wurde. Wo nur noch der einen Wert hat, der den Anforderungen der Gesellschaft entspricht.
Hat die moderne Geschäftswelt deshalb Psychopharmaka auf den Markt gebracht? Feministinnen und Psychiater haben dieses Thema bisher nicht adressiert.
Holland erläutert: << Die Gemütsbewegungen einer Frau sind eine ganz normale Reaktion einer gesunden Frau. Es sind keine Symptome einer Krankheit. Emotionen können der Frau sehr viel Macht im guten Sinne verleihen. Heute muss eine Frau ihre Affekte unterdrücken. Ihr wurde beigebracht, sich für ihre Tränen zu entschuldigen und ihren Ärger zu unterdrücken. Ansonsten gilt sie als hysterisch. Die gleichen Vorurteile äußern wir einer Frau gegenüber, die beabsichtigt Kinder haben zu wollen.

Fruchtbarkeit ist ein Zeichen von Gesundheit und beschreibt nicht eine Krankheit. Es ist eine große Bereicherung für die Frau, ein Kind zu erwarten. Wir erwarten jedoch von ihr, dass sie sich dafür entschuldigt, schwanger geworden zu sein. Sie muss ihre Angst und Wut darüber unterdrücken, dass wir erwarten, ihrer Fruchtbarkeit nicht gerecht zu werden>>. Holland bezeichnet diese Erwartungshaltung der Gesellschaft schlichtweg als verrückt. 
<<Wenn Psychiater zumindest die Einsicht hätten, sich diese Vorgänge zuzugestehen, wären wir auf dem richtigen Weg, die Epidemie von psychisch leidenden Frauen einzudämmen>>. 
 
Haben Kontrazeptiva die Welt verändert? Sie sind der Ursprung für alle darauf folgenden reproduktionsmedizinischen Technologien, wie IVF (künstliche Befruchtung), Egg-Cell-Freezing (Einfrieren von unbefruchteten Eizellen), Pränatale Diagnose (vorgeburtliche Untersuchung genetischer Defekte), Abtreibung, Stammzellforschung, Fetozid (Absichtliches Töten eines Föten)
Kontrazeptiva trennten Sex von der Reproduktion. Haben sie letztendlich der Frau mehr Freiheiten gegeben, oder sie eher versklavt?  


Literatur:
Moynihan C.: Women are being overmedicated so they’ll stop being… Women? NY Times story causes outrage. Aleteia 5. März 2015

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Translate