Freitag, 17. Juli 2015

Die Gesundheit der Ungeborenen wird durch viele Faktoren beeinflußt und manchmal ist ein Pränataltest schlichtweg falsch

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 19. Juli 2015

Amerikaner greifen oft zu Antidepressiva. Sie scheinen zur täglichen Tagesration zu gehören. Eine von fünf Frauen hat Depressionen. Es handelt sich um eine ernste kräftezehrende Erkrankung. Eine von 7 Frauen nimmt auch während einer Schwangerschaft Antidepressiva, wie Paxil oder Prozac, ein.

 Jetzt stellte man jedoch fest, dass es gerade diese Mittel sind, die bei Ungeborenen zu Geburtsdefekten führen. Eine neue Studie des Federal Centers for Disease Control and Prevention analysierte 28.000 Geburten. Antidepressiva wie Zoloft, Celexa und Lexapro schienen keinen Einfluß auf die Gesundheit der Ungeborenen zu haben. Edward McCabe, der Medizinische Direktor der March of Dimes Fundation, einer US Organisation, welche die Gesundheit der Schwangeren und der Kinder verbessern möchte, begruesst diese Studie, weil Frauen damit die Möglichkeit haben, ihre Depressionen mit Medikamenten zu behandeln, ohne dem Kind zu schaden."
Die Studie, die im British Medical Journal, einer der ältesten Medizinischen Zeitschriften veröffentliche wurde, fragte Frauen, was sie in den ersten 3 Monaten ihrer Schwangerschaft zu sich genommen hatten. Dann wurden die Daten analysiert und man kamen zu dem Schluß, dass einige Medikamente prädestiniert schienen Geburtsdefekte auszulösen. "Es ist zwar noch nicht hundertprozentig bewiesen, dass Paxil (paroxetine) und Prozac (fluoxetine) Ungeborenen schaden" sagt Jennita Reefhuis. Die Medikamente bewirken jedoch unausweichlich Defekte, die den Blutfluß in Herz und Lunge behindern. Mit Löchern in der Herzscheidewand und mit Anencephalie, wobei Kinder ohne Schädelknochen geboren werden.
Depressionen während der Schwangerschaft sollten behandelt werden.
Schwangere, welche Antidepressiva einnehmen, sollten jedoch besser auf Medikamente ausweichen, die man nicht mit Geburtsdefekten in Verbindung bringt[1].

Doch welche Auswirkungen hat es, wenn die Mutter während einer Schwangerschaft an Epilepsie leidet? Statistiken zeigen, dass zehn Prozent aller Menschen unter Krämpfen leiden, wobei es sich bei einem Prozent um eine aktive Epilepsie handelt. Epileptische Anfälle während der Schwangerschaft sind risikoreich. Sie treten bei 0,2 bis 0,5 Prozent auf. Sarah MacDonald aus Boston wertete Daten von 4,2 Millionen Schwangeren aus. Bei 14.151 Frauen wurde die Diagnose Epilepsie gestellt. Von 100.000 Schwangeren sterben 80 Frauen während der Entbindung. Das Sterberisiko erhöht sich, wenn eine Epilepsie zugrunde liegt. MacDonald fand heraus, dass epileptische Frauen häufiger an Präklampsie, das heißt an einer Blutdruckveränderung oder Eiweißausscheidung im Urin, leiden. Auch mußten ihre Kinder häufiger durch einen Kaiserschnitt entbunden werden. Das Geburtsgewicht der Kinder war geringer. Forscher fordern dingend weitere Untersuchungen, inwieweit Antiepileptika die Schwangerschaft der Mutter beeinträchtigen[2].

Wenn ein pränataler Test negative Ergebnisse liefert, nehmen wir automatisch an, dass der Fetus sich abnormal entwickelt. Nichtinvasive Tests werden zunehmend angewendet, um z.B. Down Syndrom frühzeitig zu diagnostizieren. Im Blut der Schwangeren befinden sich kleine fetale DNA-Segmente des Ungeborenen, die man auswertet um Chromosomen-Anomalien festzustellen. Jetzt fand eine Studie, die im Journal der American Medical Assoziation am 13. Julie 2015 veröffentlicht wurde, heraus, dass die Befunde nicht den Fetus betreffen, sondern die Mutter. Wenn die Mutter an Krebst leidet, der nicht entdeckt wurde, ist das Ungeborene völlig gesund. Der Test zeigt also nicht, ob die Mutter oder das Kind einen 'Defekt' haben. Pränatale Test ergaben bei 4.000 von 100.000 Frauen, dass ein kindlicher Chromosomendefekt vorlag. In einigen Fällen waren die Babys jedoch gesund, während die Mütter innerhalb von einigen Wochen oder Monaten nach dem Test an Leukämie, Darmkrebs oder einem Lymphom erkrankten. Nichtinvasive vorgeburtliche Tests, die fehlerhafte Chromosomen bei Ungeborenen feststellen sollen, werden vor allem bei Frauen vorgeschlagen, die ein erhöhtes Risiko tragen, ein Down Syndrom Kind zu erwarten.
Weltweit werden etwa 2 Millionen dieser Tests durchgeführt, erklärte Dr. Diana Bianchi, Direktorin des Tufts Medical Centers Mother Infant Research Institute. Falsche Ergebnisse können durch eine Zwillingsschwangerschaft zustande kommen, wenn ein Zwilling gestorben ist, oder z.B. von einem Organ-Transplantat, welches die Mutter von einem männlichen Spender bekam, bzw. von Krebszellen herrühren. Es handelt sich zwar um eine sehr seltene Konstellation, dennoch sollten wir derartige falsche Testergebnisse in Betracht ziehen, sagt die Expertin. Wir wissen nicht wie viele Frauen mit einer sogenannte stillen Krebserkrankung herumlaufen, die ein pränataler Test zufällig entdeckt. Deshalb brauchen wir mehr Studien, um uns Klarheit zu verschaffen, wie wir die betroffene Frauen richtig beraten[3].

Literatur:


[1] Painter Kim: CDC: Some antidepressants, but not others, linked with birth defects. USA TODAY, 9. July 2015
[2] MacDonald Sahra et al.: Mortality and Morbidity during delivery and hospitalization among pregnant women with epilepsy in the United States. JAMA Neurol. July 6, 2015
[3] Tanner Lindsey: Study: Silent cancer in moms a rate result in prenatal tests. Chicago Associated Press, 17. July 2015

Weiterführende Literatur:
http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html


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