Freitag, 3. Juli 2015

Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA könnte ein Abtreibungsverbot bewirken


Dr. Edith Breburda

In einem Kommentar von Francis Wilkinson berichtet das Wisconsin State Journal vom 3 Juli 2015, dass der Triumph der Liberalen bezüglich Legalisierung der Homo-Ehe zu einem Verbot der Abtreibung führen könnte:
 
Die Konservativen Gruppen der USA sind mutlos geworden, seitdem das Urteil des Obersten Gerichtshofes  zugunsten der homosexuellen Ehe in allen 50 Staaten ausgesprochen wurde. Es handelt sich um einen Meilenstein bei der Erweiterung der Rechte, der Macht und der moralischen Legitimität einer zuvor marginalisierten Gruppe.
Die Legalisierung weiterer Rechte könnte den Samen für einen konservativen Sieg bei einem anderen wichtigen Anliegen enthalten: beim Verbot der Abtreibung.
Der wichtigste Teil im Programm der US-amerikanischen Liberalen ist die permanente Anstrengung, den bürgerlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmen für die Menschen zu erweitern. Dieser Prozess, der kein Ende zu haben scheint, hat bisher z. B. zur Einführung des Frauenwahlrechts, der Bürgerrechte, der Erweiterung der Rechte von Immigranten und von  Homosexuellen geführt. Eine erfolgreiche Legalisierung der Transgender-Rechte scheint fast sicher in der Zukunft. Es gibt sogar bereits überzeugende Argumente dafür, ein Recht für Inzest und Polygamie einzuführen.

Die anhaltende Anerkennung und Stärkung der Rolle der bisherigen Randgruppen bewirkt allerdings Spannungen bei der liberalen Unterstützung der Abtreibungsrechte. In der Tat könnte die Unterstützung der Abtreibungsrechte durch die Liberalen abnehmen. Umfragen zeigen, dass sich die Wähler selbst häufiger als „liberal“ identifizieren, als in der Vergangenheit. Die liberale Aufschwung ist u.a. auf die öffentliche Unterstützung der homosexuellen Ehe zurückzuführen. Nur noch 52 Prozent der Baby-Boomer sagen, Abtreibung sollte legal sein in allen oder den meisten Fällen.

Die Ausweitung der Rechte auf gefährdete Gruppen stellt ein interessantes Dilemma dar. Ungeborene haben bisher keine Rechte. Bei den Liberalen hat sich jedoch die Meinung, dass ein Fötus nur ein „Zellhaufen" ohne inneren Wert ist, weitgehend geändert. Stattdessen hört man Forderungen, die Abtreibung solle "sicher und selten" sein.

Der libertäre Impuls in der amerikanischen Kultur ist stark, und Rechte, wie homosexuelle Ehen, verstärken diesen Impuls und stehen ihm nicht entgegen. Dennoch ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie sich eine Erweiterung der Rechte auf die Gesellschaft auswirken könnte. In konservativen Regionen kann sich das Recht auf Abtreibung deutlich schwieriger durchsetzen, weil die politischen Führer zum Schutz der Persönlichkeitsrechte des Fötus das verfassungsmäßige Recht der Frauen auf legale Abtreibung behindern.
Selbst für Tiere, die in den USA als humane Pets bezeichnet werden, fordert die Tierrechtsbewegung einen weitaus größeren Schutz, als für einen menschlichen Fötus. Für Tierquälerei kann man zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Einem Fötus sollt die gleiche Würde und der gleiche Rechtsschutz gewährt werden, wie allen anderen Lebewesen.
Frauen, sind in den USA lange an den Rand gedrängt worden. Durch das gesetzliche Recht auf Abtreibung sollte ihre soziale Würde gestärkt werden. Aber, nachdem der Einfluss der Frauen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewachsen ist, scheint ihr Nachwuchs paradoxerweise weniger schutzbedürftig zu sein. Ein neues Persönlichkeits-Recht für die heute noch marginalisierten menschlichen Föten könnte eines Tages zu einem Verbot der Abtreibung führen. Wenn das jemals zustande kommen sollte, könnten die Abtreibungsgegner der liberalen Revolution dafür dankbar sein.

Veröffentlicht im Christlichen Forum am 5. Juli 2015

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Translate