Mittwoch, 28. Oktober 2015

Die Familie ist wichtig!

Dr. Edith Berburda
Christliches Forum, 3. November 2015

Was ist die ideale Familie? Warum brauchen Jungen einen Vater und warum ist die Familie unersetzbar für einen Staat? - Dieser Frage gehen viele Wissenschaftler nach.  Auch die Synode hat sich damit beschäftigt.

Seit einiger Zeit kann man viel über die Familie lesen. Es ist auch nicht zu erwarten, dass diese Diskussion jemals eingestellt wird. Das, was eigentlich selbstverständlich war, erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Der Satz „Die Familienstruktur ist äußerst wichtig“, von Prof. Dr. Brad Wilcox vom American Enterprise Institut, der gleichzeitig Direktor des National Marriage Projects der Universität von Virgina ist, sorgte dennoch für Aufsehen.
Die US-amerikanische Princeton-University und die linksgerichtete Brooking-Institution veröffentlichten neulich eine Studie, in der es hieß: „Viele Gelehrte stimmen damit überein, dass es Kindern, die mit ihren biologischen Eltern in einer stabilen Familie aufgewachsen sind, viel besser geht, als denen, die in all den neuartigen familienähnlichen Verhältnissen groß wurden.“
Warum das so ist, wird immer noch diskutiert.
Die US-Staaten, in denen mehr verheiratete Eltern leben, waren ökonomisch besser gestellt. Auch Kinderarmut war in diesen Staaten weniger vorhanden, fand Prof. Wilcox in einer Studie heraus.
Die Washington Post fasst zusammen:
„Die Gütergemeinschaft der Verheirateten ist in einem Staat der bessere Indikator für Wohlstand als die Bildungsrate der Einwohner.“
„Besonders Jungen kommt es zugute, wenn sie in einer traditionellen Familie groß werden“, erläutert ein Bericht vom Massachusetts Institute of Technolog. Diese Aussage untermauert Daniel Patrick Moynihan’s berühmtes Zitat von 1965: 
„Die amerikanische Geschichte lehrte uns, dass in den wilden irischen Elendsvierteln des 19. Jahrhunderts, in den zerrissenen Vorstädten von Los Angeles eine große Zahl von Jungen in zerbrochenen Familien aufwuchsen, in denen nur noch die Mutter die Kinder erzog. Die Buben hatten nie die Gelegenheit, eine stabile Familie und einen Vater zu erleben, der ihnen Sicherheit durch seine Autorität bot. So eine Gesellschaft, in denen die Jungen keine rationalen Erwartungen an die Zukunft haben, endet im Chaos.“
Vielleicht ist es die faszinierende, aber auch sehr irritierende Studie von Nicholas Ziel vom Institut für Familienforschung, die besagt, dass es Adoptivkinder in der Schule viel schwerer haben als Kinder, die von ihren biologischen Eltern erzogen werden. Diese Information ist erschreckend, weil Adoptiveltern finanziell meist besser gestellt sind und sich meist genauso viel Mühe mit der Kindererziehung geben wie die leiblichen Eltern. Trotz allem ist eine Adoption immer noch bessere für die Kinder, als wenn sie missbraucht werden würden oder in Waisenhäusern aufwachsen müssten.
Man muss jedoch immer alles in Relation setzen. So geht es einem chinesischen Kind, das bei Lesben aufwächst besser, als in einem Waisenheim in China. Ein Kind, dessen Eltern sich nicht mehr lieben und sich stattdessen dauernd streiten und anfeinden, würde eher davon profitieren, wenn sich die Eltern scheiden lassen.
Der St. Lawrence-Universitäts Professor Steven Horwitz spricht von dem sogenannten Nirvana Irrtum, wenn man verschiedene Familienstrukturen untersucht, die nicht zusammen passen. 
Man kann eine idealisierte Ehe, in der alles stimmt, nicht als Maßstab heranziehen. Das ist unrealistisch. Es können nur unvollkommene Alternativen verglichen werden. Das heißt aber nicht, dass es die perfekte Familiensituation nicht gibt, nur weil wir in einer Welt leben, wo Ideale und Realität voneinander abweichen.
Diese Diskrepanz erleben wir bei allen Dingen, die die Menschlichkeit involvieren. Es sollte auch keinen überraschen, dass die Familienstruktur kontrovers betrachtet wird. Denn die Familie hat einen größeren Stellenwert in unserem Leben, als unsere Regierung oder die Schule. 


Seit unserer Geburt verleiht sie uns unsere Identität, unsere Sprache und vermittelt uns die Vorstellung, wie die Welt funktionieren soll. Bevor wir zum Bürger oder Wähler werden, sind wir Teil einer Familie. Im Laufe der Jahre manipulierte man uns, die Familie als eine Art Konkurrenz, zumindest jedoch als ein Problem für den Staat anzusehen. Zumindest werden Familienkriege nie enden, weil die Familie einem wichtig ist (1).

Erstaunlich ist so gesehen die Entscheidung der Synode, welche die Rechte der Eltern unterminiert. Am 27.Oktober 2015 stimmten 94% der 257 Synoden Väter dafür, dass Eltern nicht mehr das alleinige Recht haben sollten, ihren Kindern Sexualkundeunterricht zu erteilen. In dem  Dokumentes heißt es: „Die Familie wird ihre primäre Rolle in der Kindererziehung beibehalten, aber sie kann nicht der einzige Ort für Sexualerziehung sein.“
Das verhält sich konträr zur Lehre der Kirche, wo es heißt, die Familie muss der einzige Ort sein, um Kinder aufzuklären.
Grundlegende Forderungen an die Sexualerziehung werden in der Enzyklika “Familiaris consortio” (Johannes Paul II.) dargelegt, in der unter der Nr. 37 gesagt wird: “Die Geschlechtserziehung ist ein Grundrecht und eine Grundpflicht der Eltern, sie muss immer unter ihrer sorgsamen Leitung erfolgen, sei es zu Hause, sei es in den von ihnen für ihre Kinder gewählten Bildungsstätten, deren Kontrolle ihnen zusteht. In diesem Sinne betont die Kirche das Prinzip der Subsidiarität, das die Schule beachten muss, wenn sie sich an der Geschlechtserziehung beteiligt; sie hat sich dabei vom gleichen Geist leiten zu lassen wie die Eltern.”

Führende UN-Beauftragte und Politiker versuchen, Eltern von diesem unabdingbaren Recht der Erziehung und Formation ihrer Kinder abzuhalten.
12-jährige Kinder, die in Entwicklungsländer leben, haben freien Zugang zu Verhütungsmitteln und Abtreibung. Es wird argumentiert, dass es die Gesundheit des Kindes erfordert, dass der Staat ihnen dieses, ohne das Wissen der Eltern, ermöglicht. Einige Länder, die UNESCO und die Weltgesundheitsorganisation, fördern unter anderem eine pornographische Sexualkunde, welche die Rolle der Eltern als  Beschützer und Aufklärer ihre Kinder missachtet. 
Die Freiheit der Eltern wird durch Aufklärungsprogramme wie das „It’s All One Curriculum” unterminiert. Aber auch die eigene Kirche entbindet Eltern von ihrer primären Aufgabe der Sexualerziehung ihrer Kinder.
In England und Wales haben viele junge Kinder Zugang zu Verhütungsmitteln und Abreibung in ihrer eigenen katholischen Schule, ohne dass die Eltern darüber etwas wissen. Der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales ist das bekannt. Kindern in konfessionellen Grundschulen wird bereits gesagt, dass es ok ist, später einen gleichgeschlechtlichen Partner zu heiraten (2).
Es ist zu bedauern, dass die neuesten wissenschaftlicher Untersuchungen über die äußerst wichtige Bedeutung der Familie nicht bekannt sind und die entscheidende Rolle der Eltern für das Wohl einer gelungenen Kindererziehung nicht beachtet wird.


Literatur:
1)   Goldberg J.: Jonah Goldberg: Why family structure is so important, controversial. Wisconsin State Journal. 28.10.2015
2)   VoiceoftheFamily: 94% of Synod Fathers voted to undermine parental rights at Synod. LifeSiteNews, 28. Okt. 2015

Dienstag, 27. Oktober 2015

Migrantenströme nach Deutschland aus amerikanischer Sicht

Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 30. Oktober 2015
Was berichtet man in den USA über die Migranten, die nach Deutschland strömen?
The Wall Street Journal berichtete am 23. Oktober 2015 über eine rumänische Bürgerin, die den vielen Zuwanderern den christlichen Glauben näher bringen will. Ganz anders beschreibt eine tschechische Ärztin, die in München an einem Krankenhaus arbeitet, die dramatische Situation.

Bilijana Nikolić hält ein Neugeborenes in ihren Händen. Es ist immer noch mit Blut  bedeckt. Das Kind schreit nicht. Seine Mutter hatte das Kind in einem der übervollen Busse, welche die „Europäischen Neuankömmlinge“ über die serbisch-kroatische Grenze brachte, entbunden und brauchte dringend selber einen Arzt. So kam es, dass Frau Nikolić das Kind in den Armen hielt, als sie nach einem Rot-Kreuz Doktor rief.
„Es war eine erschütternde Situation für mich. Die Familie des Kindes stand um mich herum. Es fühlte sich so an, als ob ich zum ersten mal in meinem Leben ein neugeborenes Kind in den Armen halten würde, obwohl ich selber vier Kinder habe“, sagte sie gegenüber der Zeitung.
Europa ist von der größten Einwanderungswelle nach dem 2. Weltkrieg betroffen. Viel warnen, weil zwei Kulturen aufeinander treffen und es zu einer Islamisierung des Europäischen Kontinents kommen könnte.
Eine kleine kroatische christliche Gruppe sieht die Situation hingegen als eine Chance, den Muslimen, wo es nur geht, zu helfen. Viele Mitglieder der Kirchengemeinde träumten immer davon in fremde Länder zu gehen, um diese zu missionieren. Aber nun,- so sagen sie, sind die Leute, die wir bekehren wollten zu uns gekommen.
„Nichts passiert, wenn es Gott nicht zulässt, und wenn es Gottes Wille ist, müssen wir ihn akzeptieren. Es ist als ob unser Glaube durch diese Situation getestet wird. Wenn Leute sagen, sie wären Christen, aber es fehlt ihnen die Nächstenliebe, diesen Einwanderern zu dienen, können wir nicht erwarten, dass die Muslime unseren Glauben annehmen“, erläutert Nikolićs Ehemann Beno.
Das Ehepaar und andere haben Mitte September geholfen, als Ungarn seine Grenzen nach Serbien schloss und Tausende Migranten über Kroatin nach Deutschland zogen. Christlichen Gemeindemitglieder halfen täglich, Essen auszugeben. Sie spielten mit den Kindern, halfen bei der medizinischen Versorgung und beteten für die Flüchtlinge.
Sie handelten so, weil sie selber als Roma viele Verfolgungen erlebt haben. Man denke nur an die Nazis oder an den erst neulich überstandenen Jugoslawien Krieg. Selbst heute noch leben sie ziemlich ärmlich und werden in den Balkanstaaten diskriminiert. Wenn Roma Christen die Leiden der Ankömmlinge sehen, ist es für sie nicht schwer, sich mit ihnen zu identifizieren. Frau Nikolić erinnert sich an die Zeit, als sie selber noch auf den Straßen von Serbien in den späten 90iger Jahren lebte. Sie hat gebettelt, um überleben zu können. Sie fürchtete um das Leben ihrer eigenen kleinen Kinder. Sie hat aber erlebt, was christliche Nächstenliebe heißt. Sie hatte kein Geld, als sie von einer christlichen Familie aufgenommen wurde. „Ich fragte mich, warum sie uns helfen? Wir sind doch nur Gypsies, die keiner liebt? Ihre Antwort war: Weil wir Christen sind.“
Der christliche Glaube nimmt unter den Roma zu. Der Grund ist die authentische Nächstenliebe. Missionare aus der ganzen Welt kamen damals nach Kroatien. Selbst aus China. Der gleiche überkulturelle Geist ist nun bei den Roma zu finden, die versuchen den Immigranten zu helfen. „Es ist unser erste Bürgerpflicht und wir sollten nicht ängstlich sein, ihnen zu helfen. Aber es ist auch die Gelegenheit, ihnen die Liebe Christie zu zeigen. Wir können das nicht in den Ländern tun, von denen sie kommen, “, sagt M. Wachsmuth, ein Amerikaner, der seit Jahren die Roma- Christliche Gemeinde unterstützt.
„Ich bin erstaunt, dass Muslime, die alles verloren haben, immer noch an ihrem Gebet festhalten. Stellen sie sich vor, sie würden zu unserem Gott beten“, sagt Herr Nikolić.
Europa hat jüdisch-christliche Wurzeln. Durch die vielen Flüchtlinge ist man nun zwischen humanitärer Hilfe und der Sorge um die Bewahrung der christlichen Kultur hin und hergerissen. Die Roma Christen in Kroatin sind der Meinung, einen alternativen Weg gefunden zu haben (1). 

Aber was berichtet eine tschechische Ärztin über Flüchtlinge in einem Münchner Krankenhaus?
„Gestern hatten wir im Krankenhaus ein Treffen über die dramatische Situation wegen der vielen Flüchtlinge bei uns und in anderen Münchner Krankenhäusern. Die Tages-Kliniken können die Patienten nicht mehr bewältigen und überweisen die Kranken an die Krankenhäuser.
Viele Moslems lehnen es ab, von Frauen behandelt zu werden. Das Verhältnis zwischen den Ärzten und den Migranten wird immer schlechter. Seit dem letzten Wochenende müssen die Migranten von Polizisten begleitet werden.
Viele Migranten haben AIDS, Syphilis, offene Tuberkulose und viele exotische Erkrankungen, die in Europa nicht bekannt sind und nicht behandelt werden können. Wenn die Migranten ein Rezept für die Apotheke erhalten, erfahren sie dort, dass sie bar bezahlen müssen. Das führt zu unglaublichen Wutausbrüchen, speziell wenn es um Medikamente für Kinder geht. Polizisten müssen nicht nur die Kliniken und Krankenhäuser bewachen, sondern auch die Apotheken. Wir fragen uns: wo sind alle diejenigen, die die Migranten freundlich mit Fernsehkameras empfangen haben? Eine Million ist bereits in Deutschland und wir wissen nicht, wie das weitergehen soll.
Zur Zeit sind 2,2 Millionen in Deutschland arbeitslos. Bald werden es 3,5 Millionen sein. Die meisten der Flüchtlinge sind  vollkommen ungeeignet zu arbeiten. Nur ein Minimum von ihnen hat irgendeine Bildung. Die Frauen arbeiten gewöhnlich überhaupt nicht. Zehn Prozent der Frauen sind schwanger. Hunderttausende haben kleine Kinder mitgebracht. Wenn diese Situation anhält, gehe ich zurück in die Tschechische Republik. Niemand kann mich dann in Deutschland halten, auch nicht das doppelte Gehalt. Denn ich bin nach Deutschland gekommen und nicht nach Afrika oder den Mittleren Osten.
Gerade hat uns unser Chefarzt gesagt wie traurig er es findet, dass die Reinigungsfrauen in der Klinik seit Jahren für 800 Euros im Monat arbeiten und jetzt junge Männer in der Klinik antreffen, die ihre Hand ausstrecken und alles frei haben wollen. Andernfalls werden sie renitent.
Ich ertrage das wirklich nicht mehr. Aber ich fürchte, wenn ich zurückkehre, werde ich auch in Tschechien dasselbe Chaos vorfinden. Jemand, der nicht in Kontakt mit den Immigranten gekommen ist, hat keine Ahnung, was für gewalttätige Menschen das sind, besonders die aus Afrika, und wie überheblich die Muslime sich gegenüber unseren Mitarbeitern verhalten, entsprechend ihrer religiösen Überzeugung.
Bis jetzt sind unsere Krankenhausmitarbeiter nicht angesteckt worden von Krankheiten, welche die Immigranten mitgebracht haben. Aber bei so vielen Hunderten Patienten jeden Tag ist das nur eine Frage der Zeit. In einem Krankenhaus am Rhein haben Migranten das Krankenhauspersonal mit Messern angegriffen, nachdem sie einen totkranken 8 Monate alten Säugling, den sie durch halb Europa mitgeschleppt hatten, eingeliefert haben. Das Kind starb nach zwei Tagen, obwohl es in einer der besten Kinderkliniken in Deutschland behandelt wurde. Der verletzte Arzt musste sich einer Operation unterziehen und zwei Schwestern landeten in der Notaufnahme. Keiner wurde bestraft.
Der lokalen Presse war es untersagt worden darüber zu schreiben. Wir haben aus einem email davon erfahren. Was würde passieren, wenn ein Deutscher einen Arzt und Krankenschwestern mit einem Messer niederstechen würde? Er würde sofort bestraft werden. 
Und so frage ich, wo sind all die Leute geblieben, die auf den Bahnhöfen die Flüchtlinge willkommen geheißen haben? Sie sitzen wahrscheinlich gemütlich zuhause und freuen sich auf weitere Flüchtlingszüge und auf das Geld, das sie für die Begrüßung bekommen. Wenn es an mir läge würde ich all diese „Begrüßer“ in die Notaufnahme unserer Krankenhäuser bringen, damit sie sich dort um die Immigranten kümmern, aber ohne Polizei und deren Hunde”.
„Werden wir  in den USA auch bald eine derartige Situation haben“?, fragen sich viele Amerikaner, die diese und ähnliche Informationen besorgt in ihrem Land verbreiten. Präsidentschaftskandidat Donald Trump will keine Flüchtlinge (2).

Literatur:
1)   Melchior J.: Muslim Migrants, Meet Christian Gypsies. The Wall Street Journal, 23. Oktober 2015
2)   A Female Physician in Munich, Germany sends a message to the world about refugees, Europe is in a big mess now. USA, 27. Oktober 2015

Montag, 19. Oktober 2015

Hat man die Alleinerziehenden bei der Synode vergessen? Ein besorgniserregender offener Brief einer Mutter!

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 21. Oktober 2015
„Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit. Auch scheint es eventuell dumm darüber nachzudenken. Trotzdem schaute ich jeden Tag die Nachrichten über die Synode an. Ich wollte zwei Wörter finden. Sie haben bestimmt keine große Bedeutung. Aber ich fand nichts über „alleinerziehende Eltern“, so sehr ich auch hoffte. 

Unter den Synodenvätern sind auch Nicht-Katholiken. Sie kommen von überall her und sprechen über Geschiedene, Wiederverheiratete, Gleichgeschlechtliche, neue Rollen der Frau in der Kirche, Evangelische die mit Katholiken verheiratet sind und auch zur Kommunion wollen... nur ein Thema fehlt: alleinerziehende Eltern.
Warum wird so eine große Gruppe von Menschen andauernd ignoriert?”, fragt eine alleinerziehende Mutter in einem offenen Brief an die Synodenväter.
„Eines von vier Kindern in den USA wird von nur einem Elternteil großgezogen. Diese Zahl ist signifikant. Die Kinder und ihre sich abmühenden alleinerziehenden Väter oder Mütter haben es bestimmt verdient, in der Synode erwähnt zu werden.
Wir werden immer ignoriert bei den großen Diskussionen der Kirche. Man könnte fast denken, die Bischöfe interessieren sich nicht für Alleinerziehende.
Weil wir nicht in ihr Schema passen, wissen sie gar nicht, was sie mit uns tun sollen.
Bei der extraordinären Synode letztes Jahr wurden Single-Eltern nur mit einem kleinen Satz im Schlussdokument erwähnt. Man sprach von der speziellen Aufmerksamkeit, die man Müttern zukommen lassen sollte, die alleine die Verantwortung tragen, ein Kind zu erziehen. Was man damit aussagen wollte, war keinem klar. Und dieses Jahr ist kein einziges Wort über die „spezielle Aufmerksamkeit“ gefallen. Wer ist darüber nicht gekränkt?
Man redet zwar über zerrüttete Familien. Die weitere Diskussion geht dann aber  über zum Empfang der Sakramente. Obwohl es sich doch gerade hier anbieten würde, über Single-Eltern zu reden. Warum fragt sich die Kirche nicht, wie sie diesen Alleinerziehenden besser helfen könnte?
Wenn Alleinerziehende unter den Synodenmitgliedern wären, hätten sie diese Frage bestimmt gestellt. Alleinerziehende können genauso viel beitragen wie Geschiedene und Wiederverheiratete. Auch wir Single-Eltern brauchen eine spirituelle Begleitung. Wir brauchen noch mehr Unterstützung als Eltern, weil wir ja alleine sind, Kinder großzuziehen, ohne die Hilfe eines Ehemannes oder einer Ehefrau.
Was kann uns die Kirche bieten? Alleinerziehende, die nicht von der Kirche aufgefangen werden, haben es schwer, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben. Sie sind durch all die Anforderungen, die man an sie stellt, zu erschöpft, um sich auch noch geistig um ihre Kinder zu kümmern.
Die Kirche kann von Alleinerziehenden durchaus profitieren. Das sehen wir an dem gerade heilig gesprochenen Louis Martin, der die hl. Theresa großgezogen hat. Auch der hl. Don Bosco oder der hl. Papst Johannes Paul II, Edith Stein, Elizabeth Ann Seton: sie alle wurden von einem alleinerziehenden Elternteil großgezogen.
Man darf Alleinerziehende nicht verachten oder als minderwertig ansehen. Wir brauchen den Dialog. Wir brauchen Leute, die verstehen, wie wir uns abmühen und die uns helfen. Noch ist es Zeit, diese Diskussion in die Synode einzubringen, zu diskutieren, wie man uns helfen kann, damit wir spüren, dass auch unsere kleine Familie ein Anliegen für die Synode ist“, schreibt Katrina Fernandez, eine alleinerziehende Mutter in ihrem Brief an die Synodenväter (1).

Eine Studie aus Finnland gibt der Mutter Recht. Sie eröffnet zudem eine ganz andere Perspektive. Forscher fanden heraus, dass gut gebildete verheiratet Frauen und Männer im Durchschnitt länger leben. 
Mit 40 Jahren ist in etwa die Lebensmitte erreicht. Was dann noch an Jahren hinzukommt, hängt nicht nur vom Geschlecht, sondern auch vom sozialen Stand ab. Der Verheiratet lebt im Durchschnitt 8 Jahre länger. 
Der Grund: verheiratete Menschen erkranken seltener an Herz-und Kreislauf-Erkrankungen. Auch die selbstverschuldeten Todesursachen wie nikotin-oder alkoholbedingte Krankheiten, oder Verkehrsunfälle, Morde, Selbstmorde, sind in dieser Gruppe seltener. Lebensführung und soziale Umweltbedingungen spielen eine Rolle. Aber auch individuelle Faktoren, wie die psychologische Gesundheit und  die Fähigkeit, das eigene Leben zu kontrollieren, sind von Bedeutung, dass man älter wird (2).


Literatur:
(1)Fernandez K.: A Single Mother’s open letter to the Synod Fathers. Single parents have raised saints; they need and deserve more pastoral care than they are getting. 19. Oktober 2015
(2) Jasilionis D. et al.: Do Vanguard Populations pave the way towards higher life expectancy for other population groups. Population, doiÖ10.3917-pope.1404.0531; 2014

Samstag, 17. Oktober 2015

Tausende kamen um der Heiligen Maria Goretti in Madison/Wisconsin nahe zu sein


Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 24. Oktober 2015

In Fargo, North Dakota packten Matthew und Johanna LaFond ihre 5 Töchter am 15. Oktober 2015, ins Auto. Nach 8 Stunden erreichten sie Madison, in Wisconsin-USA. Ziel der Reise war eine 11-Jährige, die am 16. Oktober ihren125. Geburtstag gefeiert hätte. 


„Es war für uns immer klar, dass wir hierher fahren“, sagte Papa Matthew. „Wenn ein Rockstar in der Stadt ist, kommen die Leute auch von weit her, um ihn zu sehen. Warum sollte das bei der Hl. Maria Goretti anders sein. So etwas erlebt man nur einmal im Leben.“ Seine Frau fügte hinzu: „Wir wissen, dass sie beim lieben Gott ist und viel leichter als wir mit ihm sprechen kann. So durfte ich sie um Hilfe bitten und fühlte, wie mich ein tiefer Frieden überkam.“

Die Reliquie der Hl. Maria Goretti, der jüngsten Heiligen der Katholischen Kirche, war auf ihrer ersten U.S. Tour. Ihr fast gänzlich erhaltenes Skelett wird von einer Wachshülle umgeben und befindet sich in einem Glassarg.

Am 6. Juli 1902 kam Maria Goretti nahe Nettuno in Italien ums Leben, als Alessandro Serenelli sie vergewaltigen wollte. Maria hat ihm noch auf ihrem Totenbett vergeben. Sie wurde 1950 heilig gesprochen. Ihr Peiniger war dabei. Er hatte sich bekehrt und führte als Franziskanerbruder ein Büßerleben. Auch er soll heilig gesprochen werden, als ein Vorbild für ein Leben in Reue und Sühne.
Die kleine Märtyrerin Maria ist die Patronin der Jugend. Sie ist sehr beliebt, und für viele eine Inspiration der Vergebung. Gerade jetzt, wenn am 8. November 2015 das Jahr der Barmherzigkeit anfängt, reist „sie“ als Vorbereitung auf dieses Jahr, durch die USA.
„Viele Wunder hat ihre Fürbitte bewirkt und viele außergewöhnliche Ereignisse erleben wir auch hier, auf Ihrer ersten US-Tour“, sagte Pater Carlos Martins, der Direktor der Pilgerfahrt von Maria Goretti.
Für 22 Stunden war Maria Goretti in Madison, in der Kirche, die nach ihr benannt ist,  an der West Seite der Hauptstadt von Wisconsin. Eigentlich war Madison gar nicht auf ihrer Route durch die 20 Staaten der USA eingeplant. Monsignore Michael Burke, der langjährige Pfarrer, rief jedoch jeden Tag Pater Carlos Martins, den Leiter der US-Tour an, bis dieser ihm endlich zusagte.
Die Heilige wurde wie ein Staatsoberhaupt beschützt. Dem Department for Homeland Security kamen die lokalen Polizisten zu Hilfe. Viele Sicherheitsbeamte waren da; unzählige unter ihnen in Zivil.
1400 Schüler und ihre Eltern nahmen an der ersten Messe teil, um die Heilige am Freitagmorgen, dem 16. Oktober 2015, zu begrüßen.
Um 10 Uhr war die ganze Nachbarschaft um die Kirche mit Autos zugeparkt. Jeder wollte die Reliquie sehen und Hunderte von Pilgern warteten vor der Kirche.
Nur 15 Sekunden durfte man vor dem Sarkophag der Heiligen verweilen.
Der Katechismus der Kirche lehrt, dass durch die Reliquien der Heiligen Heilungen erwirkt werden; seien es physische oder emotionale. Wenn man einen Gegenstand, wie etwa einen Rosenkranz, an den Sarkophag hält, wird dieser selbst zu einer Reliquie 3. Klasse. Viele der Pilger haben gebetet, einige weinten auch. Mit der Berührung des Sarkophags war auch ein vollkommener Ablass verbunden.

„Ich wusste es werden viele Leute kommen, aber so viele habe ich nicht erwartet“, sagte Cleo Hall aus Arlington, die mit ihrer vierjährigen Enkeltochter Samantha in der Warteschlange stand. „Ich weiß nicht, was mich erwartet, wenn ich vor der Heiligen kniee. Ich lasse einfach die Gnade Gottes über mich kommen“, sagte die Oma.
„Sie hat mein Leben bisher sehr beeinflusst. Wir leben in einer sexualisierten und sehr verdorbenen Gesellschaft. Und hier ist sie, ein erstaunliches Beispiel für jemanden, der Keuschheit und Reinheit über alles liebte“, erläutert die 20-jährige Michaele Nikolai. Sie ist zusammen mit ihren 11 Geschwistern mit einem Pilger-Bus aus dem 200 km entfernten La Cross angereist.
Tess O’Brian aus Verona, einem Vorort von Madison, kam, um speziell für ihre Tochter, die Epilepsie hat, zu beten. Scholarstica Aniekwenagbu, eine gebürtige Nigerianerin, die in Madison lebt, betete für Frieden in der Welt und die Bekehrung der Sünder. “Was auch immer Deine Probleme sind, Du kannst Maria Goretti fragen, Führsprache für Dich zu erlangen”, sagt sie.

Den ganzen Tag und die ganze Nacht über hörten Priester die Beichte der Gläubigen.
 “In der Nacht waren weniger Kinder da, die ganze Atmosphäre war ernster und geistiger”, erwähnte Patrica Kopp, eine Jugendleiterin der Pfarrei.
Bischof Morlino zelebrierte um 7 Uhr abends die Heilige Messe. Auch sie war voll. Viele kamen gar nicht mehr hinein und mussten enttäuscht wieder wegfahren. Parkplätze gab es keine mehr. Die Seitenstraßen der Nachbarschaft waren schon alle zugeparkt. 
Ruth Kornell und ihre Tochter Chris LaDell, die mit ihren 7 Geschwistern die Schule der Maria Goretti Pfarrei besucht hatten, wollten nach der Messe wieder zur Heiligen. In der Früh kamen sie nicht hinein, da die Schlange zu lang war. Doch auch am Abend mussten sie bis 10:30 Uhr nachts warten.

Die Heilige Messe mit dem Bischof hatte wegen dem großen Pilgeransturm länger gedauert. Selbst Monsignore Burke hat nicht mit so vielen Leuten gerechnet. “In ihrem Leben ist so viel los, dass sie sich nach Heilung sehnen”, sagte er.

Quellen:
Erickson D.: Thousands descend on Madison parish for rare proximity to a Catholic saint’s body. Wisconsin State Journal, 17. Oktober 2015

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Siebenlinge werden 18 Jahre alt


Dr. Edith Breburda
Kenny und Boobi McCaughey aus Ilinois, USA, sind die ersten Eltern, die  nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung 7 Babies auf einmal bekamen. Die Kinder werden am 19. November 2015 achtzehn Jahre alt. Es ist das erste Septuplet, bei dem alle Kinder bis zum Erwachsenenalter überlebt haben. Eigentlich wollten die Ärzte viele Kinder schon vor der Geburt töten, um wenigstens einem oder zwei Kindern eine Überlebenschance zu ermöglichen.

Die Eltern lehnten strikt ab. „Die Zeit verging wie im Flug“, sagt der stolze Vater. „Ich erinnere mich noch ganz genau an den Kreissaal wo  sie alle entbunden wurden, und eines nach dem anderen  herausgeholt wurde.“

Die Öffentlichkeit war fast immer dabei und sah die Kinder groß werden. Bis der Vater das nicht mehr wollte. Er wollte eine ganz normale Familie haben. Die Kinder finden es gut, so viele Geschwister auf einmal zu haben. Da ist immer jemand zuhause.
Mama Boobi meint zutiefst gerührt: “Es war viel Arbeit, aber immer war jemand zur Stelle der uns half. Unser starker Glaube hat uns ermöglicht das alles durchzuziehen“.

Quelle: Daily Mail.com



Dienstag, 13. Oktober 2015

Geburtenkontrolle durch Impfung


 Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 19. Oktober 2015

Alle Reproduktionsmethoden haben wir der Tiermedizin zu verdanken. Eines Tages werden die neuesten Methoden der Verhütung, die heute noch bei Hunden und Katzen angewendet werden, auf den Menschen übertragen.

Wissenschaftler forschen bereits über eine permanente Verhinderung der Reproduktion, die bald bei kleinen Haustieren zum Einsatz kommen wird. Eine neuartige einmalige Injektion kann männliche und weibliche Mäuse unfruchtbar machen, heißt es im Science Magazin vom 5. Oktober 2015.
Die Spritze bewirkt, dass die Muskulatur der Nagetiere eine Substanz herstellt, welche die Bildung von (GnRH)-Hormonen blockiert und Unfruchtbarkeit verursacht.
Gonadotropin releasing hormone, GnRH, werden im Zwischenhirn gebildet und bewirken eine zyklische pulsative Freisetzung der Gonadotropine ins Blut, die für eine normale männliche und weibliche Sexualfunktion nötig ist.
Prof. William Swanson, Direktor der Forschungseinrichtung am Cincinnati Zoo in Ohio ist begeistert. „Bisher konnten wir Hunden und Katzen nur durch eine sehr kostspielige chirurgische Sterilisation unfruchtbar machen. Die Reproduktionsraten der Haustiere und auch der Nager sind sehr hoch. In den USA werden jährlich 2,7 Millionen Hunde und Katzen euthanasiert. Ein billigerer und schnellerer Weg, Tiere unfruchtbar zu machen, wird als der Heilige Gral in der Tierpopulation betrachtet.“
Adopt me & I will love you forever
Um dieses Ziel zu erreichen, hat man mit Impfstoffen experimentiert, welche die Hormone attackieren, die für die Ei-und Samenzellproduktion verantwortlich sind. Dieser Impfstoff scheint zu wirken. Nur braucht man, wie bei jedem Impfstoff, bald eine weitere Impfung.
Bruce Hay vom California Institute of Technology in Pasadena versuchte nun einen anderen Weg, um GnRH zu blockieren. Anstatt das Immunsystem heranzuziehen, inserierte der Forscher ein von ihm geschaffenes Stück der Erbsubstanz (DNA) in einen Virus, der als Vehikel für die Einbringung in die Muskelzelle der Mäuse dient.
Die Muskelzellen bilden daraufhin anti-GnRH Antikörper. Weil Muskelzellen sehr lange im Körper leben, werden die Antikörper mindestens 10 Jahre produziert. Männliche und weibliche Mäuse werden zwei Monate nach dieser Injektion unfruchtbar.
„Es dauert zwei Monate, weil der Muskel so lange braucht, bis er genug Antikörper bildet“, sagt Hay’s Forschungsteam in dem Magazin, Current Biloogy.
Eine andere Lösung ist, dass die Antikörper in der Zona pellucida gebildet werden. Das ist eine Zellschicht, welche die reife Eizelle umgibt. Spermien können dadurch die Eizelle nicht mehr befruchten, weil sie am Eindringen gehindert werden. Durch diese Methode wird der Hormonspiegel nicht beeinflusst, was sicher von Vorteil ist, weil unsere Hormone unser Verhalten regulieren. Bei manchen Tieren will man nur die Fruchtbarkeit regulieren, nicht jedoch das Verhalten ändern.
Wenn diese Methode beim Menschen eingesetzt werden sollte, möchte man auch keine drastische Veränderung des Hormonspiegels erzielen.
„Momentan wollen wir erst mal ausprobieren, wie das Modell bei anderen Tieren funktioniert. Es ist immer eine Herausforderung, Forschungen auf eine andere Spezies zu übertragen“, sagt Prof. Swanson. In kürze will er anfangen, die Methode von Prof. Hay an Katzen auszuprobieren. „Wenn es funktioniert hätten wir einen neuen, sicheren Weg für eine lebenslange Verhütung gefunden, um so der oft lästigen Katzenüberpopulation Herr zu werden, ohne, dass wir den Tieren direkt schaden.  

Joyce Briggs, Präsident der Alliance für die Kontrazeption bei Katzen und Hunden (Alliance for Contraception in Cats an Dogs), die sich dafür einsetzt, weibliche Tiere nicht mehr chirurgisch zu sterilisieren oder männliche zu kastrieren, sagte:
„Eine Langzeitverhütung die 10 Jahr anhält, würde eine grundlegende Veränderung bedeuten. Sie würde dem Wohl der Tiere dienen und unerwünschten Nachwuchs verhindern. Es ist unmöglich alle Tiere einer kostspieligen Operation zu unterziehen. Auch für die Besitzer der Tiere wäre das eine kostengünstige Lösung“.
Prof. Hay und sein Forschungsteam versucht nun bei Mäusen andere Hormone und Proteine mit seiner Methode zu blockieren. „Es gibt so viele Moleküle die wir nun ins Visier nehmen können, weil wir ja jetzt wissen, dass es funktioniert (1).“
Tiere, die man auf sogenannten Adoption-Fairs (Adoptionsmärkten) in den USA  kaufen kann, sind chirurgisch sterilisiert, geimpft, entwurmt, und haben ein Chip mit ihren Daten unter der Haut und besitzen einen Haustierarzt.

Menschen werden bereits gegen Fruchtbarkeit geimpft. In den frühen 1990iger Jahren fanden Forscher heraus, dass das menschliche Schwangerschafts-Hormon, chorionic gonadotropine (Beta-hCG), mit dem Tetanusimpfstoff vermischt, genau dieser Impfstoff sein könnte. Damit wird das körpereigene Hormon Beta-hCG asugeschaltet. Ohne das Hormon kann sich ein Baby nicht im Mutterleib entwickeln.
Aber wie soll man afrikanische Frauen dazu bekommen, sich gegen ihre Fruchtbarkeit impfen zu lassen? Sie sehen ihre Fertilität als ein Geschenk an. Sie sind stolz auf ihre vielen Kinder.
Einige dieser Impfstoffe kamen 1993 in Mexiko und 1994 auf den Philippinen und in Nicaragua zum Einsatz. Lokale Ärzte wunderten sich, dass anstatt der üblichen zwei Impfungen, jetzt fünfmal hintereinander gespritzt werden musste. Auch beobachteten sie, dass ihre Patientinnen nach der Impfung Fehlgeburten hatten und keine Kinder mehr bekamen. Ärzte aus Peru ließen den Impfstoff von der WHO untersuchen. Dort fand man, dass der Tetanusimpfstoff mit Beta-hCG vermischt war. „Es handle sich um ein Versehen“, wehrte sich die Weltgesundheitsorganisation.
Die gleichen UN-Organisationen benutzen ihre Impfstoffe in Kenia. Die Kenianische Katholische Medizinische Gesellschaft und die Kenianische Bischofskonferenz verurteilen den Impfstoff. Die Bischöfe waren nicht generell gegen Impfungen. Sie ließen die Impfstoffe von der WHO/UNICEF untersuchen und stellten fest, dass sie mit Beta-hCG vermischt waren. Das Parlament stritt dies ab und verunglimpfte stattdessen die Ärzte, die den Mut hatten, das aufzudecken. Schon öfters brachte man Frauen in Kenia nicht den nötigen Respekt entgegen. Ihre Rechte wurden von der USAID (United States Agency for International Development) erst neulich beschnitten, als man über die Nebenwirkungen der ausgegebenen Verhütungsmethoden, wie der Pille oder auch der Depo-Provera Injektionen, schwieg. Acht Prozent der Frauen, die man sterilisierte, wurden nicht informiert, dass die Eileiterdurchtrennung für immer unfruchtbar macht.
Um Licht in das Dunkel zu bringen, nahmen Ärzte Urinproben von Frauen, die kürzlich geimpft wurden. Man fand Anti-Körper gegen das Schwangerschafts-Hormon Beta-hCG.
Seit einem halben Jahrhundert will man die Bevölkerung durch Programme der Familienplanung oder der Reproduktiven Gesundheit kontrollieren. Die arme Bevölkerung Afrikas hat das Gefühl zu Versuchstieren geworden zu sein (2).

Literatur:

1)William S.C.P.: DNA vaccine sterilize mice, could lead to one-shot birth control. 5. Okt. Science 2015

2) Breburda E.: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias, 18. Juni 2015, 358 Seiten, ISBN-10: 0692447261, ISBN-13: 978-0692447260

Montag, 12. Oktober 2015

Die Vergewaltigungskultur auf US-Unigelände. Wurde sie durch die Sexuelle Revolution heraufbeschworen?

Dr. Edith Brebuda
Christliches Forum, 13. Oktober 2015
Das Wisconsin State Journal veröffentlichte am 22. September 2015 eine Umfrage, wonach jede vierte Studentin der US-Universität von Wisconsin, Madison, von ihren männlichen Mitstudenten sexuell belästigt wird. Tausende von Studentinnen wurden befragt. Ein Viertel von ihnen wurde schon einmal sexuell misshandelt. Damit liegt die Uni über den derartigen Vorfällen anderer Universitäten der USA.
Rebeca Blank, Kanzlerin der UW Madison, kennt diese Zahlen:
„Viele wissen von den sexuellen Übergriffen. Sie stellen ein wirklich ernstzunehmendes Problem dar. Wir haben dennoch Fortschritte gemacht, indem wir die Studentinnen aufklären. Das entschuldigt natürlich nicht, weiterhin alles zu tun, was zur Sicherheit unserer Studierenden beitragen kann. Jeder sexuelle Angriff auf dem Unigelände ist einer Zuviel." 
Die Gesellschaft für Amerikanische Universitäten hat 27 Universitäten untersucht. Vor allem die Studentinnen der ersten Semester sind die Opfer. 23.1 Prozent gaben an, dass sie nicht mit der sexuellen Handlung einverstanden oder sogar bewusstlos waren.
In Madison waren 27.6 Prozent der Studentinnen betroffen. Wobei 12.6 Prozent vergewaltigt wurden. Oft haben die Opfer Angst, den Täter anzuzeigen. Vor allem, wenn Zwang im Spiel war.
Die Regierung untersucht nun, ob die Universität von Madison den Vorfällen entsprechend nachgeht. Vor allem jetzt, wo die Gesellschaft über den sexuellen Missbrauch an der Universität informiert ist und man Vorsichtsmaßnahmen mit den Studentinnen bespricht.
Valencia Raphael, eine Doktorandin, stellt fest, dass sich einiges geändert hat, seitdem sie ihr Studium angefangen hat. „Um wirklich die Anzahl der Sexualverbrechen zu reduzieren muss man alle miteinbeziehen und nicht nur diejenigen, die davon betroffen sind, wie Frauen, Lesben, homosexuelle, bisexuelle oder transgene Studenten. Ein Opfer ist immer auch eine Schwester, ein Kommilitone, eine Freundin. 

Um das Verbrechen einzudämmen, müssen wir jedem klar machen, wie sehr es die Opfer belastet", sagt Valencia Raphael.
Sarah van Orman, Direktorin des Gesundheitsdienstes der Universität, ist der Meinung, dass man Studenten dazu bringen muss einzugreifen, wenn sie ein derartiges Verbrechen beobachten (1).

Manchmal ist man auch zu übereifrig. Ein Richter aus dem US-Städtchen Fond Du Lac sprach am 9. Oktober 2015 einen jungen Studenten frei, der angeblich 14 Monate zuvor eine Studentin auf dem Unigelände vergewaltigt haben sollte. Die Beweise waren nicht eindeutig genug. Eigentlich war alles, was man hatte, eine Videoaufzeichnung von den Beinen des Opfers und des angeblichen Täters. Anhand der Schuhe wollte man den Angeklagten überführen. Vor Gericht war das nicht beweiskräftig. Die Mutter des Angeklagten war entrüstet. Ihr Sohn hätte gar nicht festgenommen werden dürfen. „Wir mussten 40.000 Dollars für Anwälte ausgeben, obwohl mein Sohn unschuldig war. Außerdem lagen keinerlei Beweise vor. Was machen dann Studenten, die kein Geld haben, ihre Unschuld zu beweisen?“, fragt die Mutter entrüstet (2).

Der Publizist Janathon von Maren fragt sich, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte, dass Studentinnen heute vermehrt vergewaltigt werden. Das, was heute auf dem Unigelände sattfindet, bezeichnet er als einen Kulturkrieg:
 „Man spricht von einer Rape-Kultur, wenn man die sexuellen Übergriffe auf dem Universitätsgelände beschreibt. Obwohl Konservative diesen Ausdruck nicht favorisieren, weil Feministinnen dieses Wort gebrauchen. Sie wollen damit beweisen, dass zur patriarchalen Gesellschaft, Vergewaltigungen dazugehörten. Alle Männer wurden damals als potentielle Vergewaltiger betrachtet.
In der angeheizten Debatte von heute werden Überlegungen angestellt, ob man in allen Fällen wirklich von einer Vergewaltigung ausgehen kann. Einige der Anschuldigungen haben  sich als falsch erwiesen. Aber der Campus von amerikanischen Universitäten hat sich verändert. Saufgelage, Hook-Up-Kulturen und Pornographie sind an der Tagesordnung. In diesem Milieu, welches die Sexuelle Revolution geschaffen hat, sind Frauen nicht mehr sicher. Wir entschuldigen, objektivieren, tolerieren, trivialisieren ja billigen Vergewaltigungen in der sogenannten Rape-Kultur.
Die Wissenschaft hat zahlreiche Studien erstellt, die Pornographie mit der ansteigenden Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen im Zusammenhang bringt. Pornographie wirkt wie eine Droge. Sie veranlasst, dass sich die Hirnstruktur verändert. Männer koppeln Sex mit Gewalt und fangen an, Frauen mit anderen Augen zu betrachten. Sie werden ihnen gegenüber aggressiver und meinen, Frauen wünschen sich sexuell belästigt zu werden.
80% der Männer beschäftigen sich mindestens einmal im Monat mit Pornographie. Sie sehen es als ein Freizeitbeschäftigung und eine Art Erholung an.
Feministinnen haben die Pornographie im Zusammenhang mir der Sexuellen Revolution angepriesen und nun sehen sie das Chaos, welches die sexuelle Befreiung angerichtet hat. Damals hieß es, Pornographie sei gut und gesund. Feministinnen behaupteten, dass man die Sexualität aus dem traditionellen Kontext herausnehmen muss. Die Folgen sehen wir in der sogenannten Vergewaltigungs-Kultur, die an den Universitäten herrscht. Müssen wir dem nicht entgegentreten, wir, die wir eine Weltanschauung haben, in der sexuelle Übergriffe als ein grausames Verbrechen gelten; die wir noch eine Moral haben und an eine schöne und gesunde Sexualität glauben, die Pornographie ablehnt, weil sie entmenschlicht und den anderen objektiviert? (3)“

Doch was kann man tun? Talk is cheap, heißt es so oft. Ist es ein Zufall, dass die Reliquie der Heiligen Maria Goretti, die gerade, als Vorbereitung auf das Jahr der Barmherzigkeit durch die USA tourt, auch nach Madison kommt? 
Sarkophag der Hl. Maria Goretti
Eine 11-Jährige, die lieber das Martyrium erlitt, als ihre Unschuld zu verlieren.
 “Heutzutage ist unsere Moral verdorben”, sagt Monsignor Burke, Pfarrer der Maria Goretti Kirche in Madison, Wisconsin. Seine große Kirche an der West-Seite der Hauptstadt von Wisconsin, muss alle Aufgaben erfüllen, die sonst der Dom der St. Raphaels Diözese inne hätte. Doch die Kathedrale brannte 2005 ab. Seitdem hat Bischof Robert Morlino keinen Bischofssitz mehr. Priesterweihen finden in der Maria Goretti Kirche statt. Und so kommt auch am 16. Oktober 2015 die Reliquie der Hl. Maria Goretti nach Madsion, in eben diese Kirche. Die jüngste Heilige der Kirche hätte am 16. Oktober ihren 125. Geburtstag. Und den verbringt sie in Madison. Es werden Tausende Pilger erwartet. Msgr. Burke sagte gegenüber dem Wisconsin State Journal: „Es ist gut jemanden zu haben, der genau das Gegenteil der heutigen verkommenen Gesellschaft darstellt. Maria Goretti ist meiner Meinung nach für alle von uns ein Vorbild (4)."

Literatur:
1) Savidge N.: Survey: one in for women at UW-Madison experience sexual assault. Wisconsin State Journal, 22. Sept. 2015
2) Schmultz R.: Campus assault charge dropped. Wisconsin State Journal, 10. Oktober 2015
3) Von Maren J.: Why social conservatives should embrace the term “rape culture”. LifeSiteNews, 9. Oct. 2015
4)Erickson D.: Body of Saint to be displayed at namesake Madison parish as part of first U.S. tour. Wisconsin State Journal, 11. Oktober 2015

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