Sonntag, 17. Januar 2016

WHO freute sich nur einige Stunden, dass West-Afrika endlich frei von Ebola ist.


Dr. Edith Brebruda
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am 14. Januar 2016 Westafrika für Ebola frei. Der Jubel verhallte, als man einen Tag später in Sierre Leona eine 22 Jahre alte Frau fand, die an dieser Krankheit verstorben war. Die WHO untersuchte eilends, wie sich der Fall zugetragen hatte und wer mit der Kranken in Berührung gekommen war, um eine weiter Ausbreitung zu verhindern.
Die Frau war eine Studentin aus Lunsar, die über Weihnachten 2015 zu ihren Eltern gereist war. Sie verweilte bis zum 6. Januar 2016 im Landkreis Kambia, nahe der Grenze zu Guinea. Ab dieser Zeit fühlte sie sich krank und beschloss, nach Hause zu reisen. Wieder in Tonkalili suchte sie ein Krankenhaus auf. Die Ärzte verkannten die Situation. Der Studentin ging es schlechter, bis sie kurz darauf starb. Weil keiner wusste, dass die Frau Ebola hatte, wurden bei den Beerdigungsvorbereitungen und dem Begräbnis keinerlei Vorkehrungen getroffen. Höchstwahrscheinlich haben sich nun viele Leute, die Kontakt mit der Frau hatten, angesteckt. Bis zum Abend der Meldung zählte man 27 Betroffene. „Wir müssen mit noch mehr Leuten rechen“, erklärte Christopher Day von de WHO. „Die Pharmafirma Merck hat einen Impfstoff gegen das tödliche Ebola Virus entwickelt, um Leuten in Guinea zu helfen. Es handelt sich vorerst nur um einen Testimpfstoff. Wir planen den Umkreis der Toten in die Impfversuche mit einzubeziehen. Wir müssen schnell handeln. Wir haben den Impfstoff, und die Kollegen aus Guinea helfen uns“, erklärt Day.
Obwohl die WOH nach zwei Jahren das erste Mal erklärt, dass die Ansteckungsgefahr für das Virus gebannt sei, gaben Wissenschaftler dennoch zu bedenken, dass das Virus sich sehr lange, ja Monate im Gewebe und Körperflüssigkeiten der Überlebenden aufhält. Diese können es durchaus weitergeben, wie etwa bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. „Wahrscheinlich hat es sich genauso ereignet. Ich glaube wir müssen noch für einige Zeit aufpassen“, erklärt der Virologe Vincent Munster des Rocky Mountain Labors des U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Hamilton, Montana.
“Der neue Fall ist nur deshalb entdeckt worden, weil die Behörden in Sierre Leone routinemäßig einige Körper auf Ebola untersuchten. Leider hat man das Virus nicht eher entdeckt, und so kam es zu der ungesicherten Beerdigung. Wir sind über die Hinfälligkeit und Schwächen in dem System sehr beunruhigt und enttäuscht. Wir müssen wie bisher Patienten auf Ebola testen. Am 7. November erklärten die Behörden Sierre Leona als von Ebola frei. Die Frau hätte nicht einfach nach Hause gesendet werden dürfen, nachdem Westafrika gerade die größte Ebola-Seuche hinter sich hatte“, gibt Day zu bedenken (K. Kupferschimdt, Ebola is back.. or never left.  Scince, 15. Jan 2016).

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