Montag, 16. Juli 2012

Genmanipulierte Kinder - haben wir noch nichts gelernt?

Haben wir von den vielfachen Mißerfolgen bei der genetischen Manipulation von Organismen in der Pflanzen- und Tierwelt gelernt? Warum wollen wir nunmehr auch noch den Menschen selbst genetisch verändern? Dr. Edith Breburda




Washington D.C. (kath.net) In Wisconsin/USA herrscht zur Zeit eine nie dagewesene Trockenheit. Seit hundert Jahren, oder genauer gesagt, seit der Aufzeichnung des Wetters in diesem U. S. Staat  hatte man so etwas noch nicht beobachtet. Es fehlt nicht an Wolken, und oft verschwindet die Sonne hinter ihnen, dann kommt ein Wind auf und jeder hofft auf ein paar Tropfen - aber es geschieht nichts.
Der Regen zieht einfach über Dane County, dem Landkreis der Hauptstadt Madison hinweg. Der Wetterdienst verspricht jeden Tag Regen mit dem Ergebnis, dass es heiß und humid ist. Temperaturen die tagsüber unter 35 Grad Celsius liegen, gab es schon lange nicht mehr. Die Farmer befürchten einen totalen Verlust ihrer Maisernte. 


Der Bestäubungsprozess kann nicht stattfinden - seit erstem Juni sind nur 10 mm Regen gefallen. Auf 450 ha baut der Bauer Harvey Kopp aus Süd-Wisconsin dieses Jahr Mais an, eine Versicherung hat er nicht, das heißt seine Verluste würden $750.000 betragen. Auch die Verbraucher werden  betroffen sein, erklärte Agrarökonom Professor Bruce Jones von der Universität/Madison gegenüber dem Wisconsin State Journal am 13. Juli 2012. "Wenn die Farmer kein Futter mehr haben, verkaufen sie ihre Rinder zum Schlachten. Zuerst fallen die Fleischpreise, weil ein Überangebot herrscht, aber dann steigen die Preise für Fleisch zusammen mit den Milchpreisen. Somit sind wir alle von der Dürre betroffen."
In den USA und somit auch in Wisconsin wird sehr viel Genmais angebaut. Maissorten die an die jeweiligen Standorte und Klimabedingungen angepaßt waren existieren nicht mehr. Es gibt nur noch Sorten, die besonders ertragreich und resistent gegenüber Maisschädlingen sind und einen hohen Düngemittel- und Wasserbedarf haben.
Andere Sorten bekommen die Farmer nicht zu kaufen. Sie dürfen auch kein eigenes Saatgut ausbringen. Viele waren schon immer skeptisch, dass genetische Veränderungen der Pflanzen zu einer Hungersnot führen könnten. Auch die Mayas hatten nur noch wenige Maissorten angebaut. Wahrscheinlich hat eine grosse Dürre ihren Mais vernichtet, was zum Untergang der Mayas führte. Greenpeace argumentiert schon lange, dass man am Profit mehr interessiert ist als an der Umwelterhaltung. Durch biogenetische Technologien scheint man unendliche viele Möglichkeiten zu haben, Pflanzen Tiere und seit neuestem auch Menschen zu manipulieren. Als der bekannte Wissenschaftler Dr. Arpad Pusztai vom Englischen Rowett-Lebensmittel-Institut davor warnte, dass Genmanipulationen irreversible Technologien sind , wurde er für inkompetent und senil erklärt und verlor zu guter Letzt noch seine Stelle (E. Breburda, Promises of New Biotechnologies).
Die Frage bleibt, ob wir aus den vielfachen Mißerfolgen bei der genetischen Manipulation von Pflanzen und Tieren gelernt haben? Warum wollen wir jetzt auch noch den Menschen selbst genetisch verändern?
Wissenschaftler versuchen neuerdings Eizellen im Labor zu züchten. Das bisherige, allgemein anerkannte und in jedem Biologie-Buch enthaltene Faktum, dass die Anzahl der Eizellen bei Säugern beschränkt und bereits bei der Geburt festgelegt ist, versuchen jetzt Wissenschaftler wie Jonathan Tilly vom Massachusetts General Hospital in Boston und der Biologe Ji Wu von der Shanghai Jiao Tong Universität in China zu widerlegen. In ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen sprechen sie davon in Mäusen eine sehr kleine Population von Eierstockstammzellen entdeckt zu haben die auch noch bei erwachsenen weiblichen Säugetieren Eizellen bilden können. Andere Wissenschaftler widersprechen  und behaupten Wu und Tilly hätten einfach nur falsche Schlüsse gezogen. In den Eierstöcken befänden sich nur Eizellen und keine Eistammzellen (E. Underwood, Stem Cell Study Scrambles Egg Debate, Again, SCIENCENOW, July 10, 2012).
Immer wieder wird von Wissenschaftlern berichtet, die versuchen Eizellen oder Samenzellen z. B. durch Rückzüchtung von Hautzellen zu gewinnen. Im September 2011 berichtete das Magazin "Nature Methods" von Wissenschaftlern der La Jolla Universität in Kalifornien, die aus Hautzellen des Weißen Nashorns und des Drills, einer seltenen Affenart, induzierte pluripotente Stammzellen herstellen konnten. Wenn es gelingt diese iPS-Zellen, die embryonale Stamzell-Eigenschaften haben, in Keimzellen umzuwandeln, wäre die Möglichkeit gegeben kleine Tierpopulationen vor dem Aussterben zu bewahren. Durch künstliche Befruchtung könnte man für Nachwuchs sorgen (I. F. Ben-Nun et al. "Generation of induced pluripotent stem cells from highly endangered species," Nature Methods, 2011).
Eizellen sind vor allem in der modernen Reproduktionsmedizin der limitierende Faktor. Für einige U.S. Wissenschaftler ist es unethisch, dass Frauen für Eizellen kein Entgelt bekommen (E. Breburda, Verheißungen der neuesten Biotechnologien). Zunehmend diskutiert man, ob eine Ei- oder Samenzellspende unter die gleiche Rubrik fallen sollte wie jede andere Organspende, unabhängig davon ob man die davon gewonnenen Embryos für die Stammzellforschung oder die Reproduktionsmedizin verwendet.
Über moralische Bedenken, welche die In-vitro-Fertilisation beinhaltet, schweigt man sich aus schrieb Francis Phillips in einem Artikel: "No one wants to talk about the morality of IVF", im CatholiHerald.co.uk, vom 13. Juni 2012.
Gleichgeschlechtliche Partner sehen in der IVF den einzigen Weg um Kinder zu bekommen. Ohne In-vitro-Fertilisation gäbe es keine Leihmütter- Schwangerschaften, Designerbabys, Donorkinder mit unzähligen Halbgeschwistern, tiefgefrorene Embryos, Stammzellforschung und Pränataldiagnostik (PID). Bei der PID, die bereits vor einem Jahr vom Deutschen Bundestag erlaubt wurde, werden künstlich befruchtete Embryonen "qualitätsgeprüft". Für einen Transfer in die Gebärmutter der Frau werden nur Embryonen ausgewählt, die keine unerwünschten Gene tragen.
Der Bioethiker Michael Handby warnt vor der mit der Reproduktionsmedizin verbundenen Gewalt, die den Eltern und dem so entstandenen Kind schadet.
Die Gemeinsamkeiten die künstliche Befruchtung und Benutzung von Kontrazeptiva aufweisen sind, dass die Prokreation von der Sexualität abgekoppelt wird. Sigmund Freud sagte in einem Vortrag über das menschliche Sexualleben: "Die Abkehr von der reproduktiven Funktion ist das gemeinsame Merkmal aller Perversion" (J. Strachey, The Complete Psychological Works of Sigmund Freud, Vol. 16). Bereits Margaret Sanger und Mahatma Gandhi weisen darauf hin, dass Leute die Verhütungsmittel benutzen einem unausweichlich verderblichen Werdegang unterliegen. Mit der Zeit werden sie rücksichtslos und rachsüchtig (D.G. Tendulkar, Wisdom for all Times, 1978, India).
Ziel der künstlichen Befruchtung ist es mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle "neues Leben zu erzeugen". Konträr dazu steht die Kontrazeption. Hierbei soll die Vereinigung von Samen- und Eizelle verhindert werden. Wegen des geringen Hormongehalts der Pille kommt es trotzdem vielfach zu einer Befruchtung der Eizelle. Der so erzeugte Embryo kann sich nicht in der Gebärmutter einnisten und stirbt ab. Jede Pille kann eine abtreibende Wirkung haben. Ein Tatbestand den die Befürworter von Kontrazeptiva schon immer zugegeben haben. Mittlerweile geht man davon aus, dass eine Frau nach 10-jaehriger Pillen-Einnahme 10 bis 20 Embryos "abgetrieben" hat (man spricht auch von einer "Stillen Abtreibung"), erläutert die Amerikanische Life League im 97. Kapitel der Pro-Life Activist's Encyclopedia. Der Artikel schlußfolgert, dass mit der Verhütungs-Mentalität Abtreibung und Euthanasie gefördert werden, weil man dadurch den Respekt vor dem Leben verliert. Auf einem Keilschrifttext aus "Ur of the Chaldeans" um 2000 vor Christus kann man lesen: "Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos... das Ende der Welt ist nahe". Historiker sind nach wie vor der Meinung, dass der Untergang des Römischen und anderer Imperien ihrem Werteverlust und Sittenverfall zuzuschreiben ist. 

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