Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 26. Jan. 2026
Pfarrer Dan Reehil, Priester und Exorzist der Diözese von Nashville im Bundesstaat Tennessee, ist Moderator der amerikanischen „Radio Maria“-Sendung „Battle Ready“. Seine Predigten auf YouTube finden weltweit Aufmerksamkeit. Wir befinden uns in einer Zeit, in der vermehrt von Bekehrungen berichtet wird, allein durch den Einfluss religiöser Videos.
Der Priester, der in jungen Jahren die katholische Kirche als Opfer von sexuellem Missbrauch verließ; der fünf Jahre in seiner Zeit als Wallstreet-Banker verheiratet war; dessen Ehe annulliert wurde und der New York nach dem 11. September 2001 verließ, um kurz darauf ins Seminar einzutreten, bemerkte in seiner früheren Ansprache, dass er einer Dame am Fernsehen lauschte, die sagte: „Wir sind wirklich gesegnet, eine Frau als Präsidentschaftskandidatin zu haben, die eine menschliche Komponente in die Pro-Choice Abtreibungsbefürwortung bringt.“
Wirklich? fragt der Priester seine Zuhörer. In der Geschichte gab es immer Menschenopfer, doch ist es nicht gerade das unschuldige, wehrlose Kind im Mutterleib, welches unseren Schutz verdient hat? Und können wir nicht sehen, wie die Natur unsere Rebellion gegen Gott zum Ausdruck bringt, indem sie buchstäblich verrücktspielt?
Am 23. Januar fand in Washington der 53. March for Life statt. Tausende kamen, unbeachtet der Mahnungen eines gigantischen Eis- und Schneesturms, der Millionen von Menschen am Wochenende erreichen sollte.
Unzählige Flüge wurden bereits am Freitag gestrichen. Leute bereiteten sich auf Stromausfälle vor und horteten Lebensmittel. Kaum einer setzte sich in ein Vehikel, welcher Art auch immer, mit dem Ziel Washington, um dort am „March for Life“ teilzunehmen.
Warum also riskieren Menschen so viel und nehmen all die Strapazen einer langen Reise in die Hauptstadt der USA auf sich, um im extrem kalten Winter Zeugnis für das Leben zu geben? Tausende entschuldigten sich nicht, dass es zu kalt sei, Zeugnis zu geben. Fulton J. Sheen bemerkte bereits: „Die Tragödie unserer Zeit besteht darin, dass diejenigen, die noch an Ehrlichkeit glauben, es an Leidenschaft und Überzeugung mangelt, während diejenigen, die an Unehrlichkeit glauben, voller leidenschaftlicher Überzeugung sind.“ Weihbischof Joseph Espaillat von New York vervollständigte die Aussage des im Rufe der Heiligkeit stehenden Erzbischofs Sheen: „Wenn wir uns weigern, in wichtigen moralischen Fragen Partei zu ergreifen, ist dies allein eine Entscheidung und ein stillschweigendes Einverständnis mit dem Übel.“
Joseph Espaillat predigte bei einer der vielen heiligen Messen, welche von den Sisters of Life in aller Herrgottsfrühe am Freitag veranstaltet wurden. Der Weihbischof, der wie einst Papst Leo, selbst als junger Schüler am Pro-Life-March teilnahm und sich manchmal schwer tat, so viel Opfer auf sich zu nehmen, zitierte seinen verehrten Seminarprofessor Pfarrer Smith: „Als Katholiken bekennen wir uns für das Leben und stehen für die Wahrheit ein. Neutral zu sein und keine Seite einzunehmen, ist so gesehen eine Entscheidung, nämlich die, nichts zu tun.“
Der Bischof zitiert die Heilige Schrift: „Du sollst nicht töten, darunter fällt auch das Leben des Ungeborenen, weil es ein Affront gegen Gott ist.“
Mord, Euthanasie, Abtreibung, Stammzellforschung usw. verletzen fundamentale Menschenrechte, hören wir viele der Teilnehmer sagen. Einige davon Atheisten, die das Leben vom Moment der Empfängnis schützen wollen.
Eine Ärztin nannte In-Vitro-Fertilisation als ein großes Unrecht. Es öffnet die Pandora-Büchse zu vielen Reproduktionstechniken, Designer-Babys, Fruchtbarkeitstourismus, Samen- und Eizellspende, Leihmutterschaft usw., und erfüllt den Kinderwunsch gleichgeschlechtlicher Partner, die das Leben selbst nicht als ein Geschenk Gottes ansehen, sondern eher als eine Ware, wodurch die menschliche Würde und Einmaligkeit abgesprochen werden.
Prozentual ist es eine kleine Minderheit der Kinder, die letztendlich gesund auf die Welt kommen. Durch den Willen und die Vorstellungen der Eltern im Labor erzeugtes menschliches Leben endet meist auf unbestimmte Zeit in flüssigem Stickstoff eingefroren, was nicht nur die ethische Frage der so erstandenen Kinder aufwirft. Denn meist sieht man es als moralisch vertretbar an, diese menschlichen Embryos für Stammzellforschung zu nutzen. Eltern sind meist nicht damit einverstanden, dass andere ihre „Kinder“ austragen, falls sie den Auftauprozess überleben sollten.
Der 53. March for Life behandelte in diesem Jahr viele Themen. Man brachte das unnütze Leid der Mütter zur Sprache, die nicht über die Pille danach aufgeklärt wurden und vom Erzeuger des Kindes… gezwungen werden, Mifepristone zu nehmen. Eine „Pille“, die fast ubiquitär und ohne Auflagen oder Einschränkungen per Post zugesendet werden kann und zudem überall erhältlich ist. Unter der vorherigen Administration hat sich die Zahl der chemischen Abtreibungen horrend vergrößert. So vermisst man eine Aufklärung über die Nebenwirkungen. Oft fehlt die Information, dass die Einnahme von Mifepristone nivelliert werden kann, wenn Schwangere ihre Einnahme bedauern und nur die Hilfe von Pro-Life-Institutionen erhalten, auf die es keine Hinweise gibt.
Im Curriculum werden Medizinstudenten unter Präsident Trump nicht mehr gelehrt, praktische Abtreibungen durchzuführen. Die Forschung mit fetalem Gewebe ist erschwert worden.
Die nie zuvor dagewesene Unterstützung der Regierung, mit der Ansprache von Präsident Trump, Vizepräsident J.D. Vance, dessen Frau Usha ihr viertes Kind erwartet, und Speaker of the United States House of Representatives Mike Johnson, das Leben des Ungeborenen zu schützen, ist ein großer Erfolg der Unzähligen, die seit 53 Jahren auf die Straße gehen, um friedlich zu demonstrieren. Mutter Teresa hatte bereits 1988 erklärt, dass Abtreibung zur größten Bedrohung für den Weltfrieden geworden ist, als sie den Friedensnobelpreis erhielt.













