Samstag, 4. April 2015

Das verändert Familienbild in den USA


Dr. Edith Breburda

Siehe auch: Christliches Forum, 20. April 2015

Im September 2015 werden zwei Millionen Menschen mit Papst Franziskus in Philadelphia das Welt-Treffen der Familien feiern. Ein paar Monate vor diesem Ereignis könnte es passieren, dass der Oberste Gerichtshof der USA die Gesetze für die traditionelle Familie ändert und auch gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. Das Verständnis für Familie und Ehe hat sich seit der sexuellen Revolution geändert.
Wie ist es soweit gekommen?
Die Einführung der Pille in den 50iger und 60iger Jahren machte es möglich, Sex  ohne Folgen haben zu können.
Die rezeptfreien Pille danach, die jetzt in Deutschland zugelassen wurde, „wird Geschlechtskrankheiten en masse verursachen, den demographischen Wandel und Unterhaltszahlungen für jeden zweiten Mann stoppen”, erläutert der Arzt Dr. Johannes[1].

Der Heilige Papst Johannes Paul II warnte im Evangelium Vitae vor den Gefahren, die der Gebrauch von Verhütungsmitteln mit sich bringt. Der Mensch macht die persönliche Erfüllung zum Mittelpunkt seines Lebenszweckes. Damit strebt er eine egozentrische Freiheit an, die sich von der wahren Freiheit separiert.“
Freiheit bedeutet, das zu tun, was immer Du tun willst. Wobei die Grenzen des Anderen beachtet werden sollen. Freiheit bedeutete auch Disziplin und Selbstbeherrschung und darf einen nicht versklaven. Wenn wir den Sex von der Reproduktion trennen, machen wir ihn zu einer sterilen Handlung, die nicht mehr seine Intention erfüllt. Mit Hilfe von reproduktiven Technologien überlassen wir das Kinderkriegen Mitarbeitern von Fertilitäts-Kliniken und Ei- und Samenzell- Agenturen. Elternschaft wird heute als ein kommerzielles Vorhaben betrachtet. Kinder werden nicht mehr so gezeugt, wie es die Biologie vorsieht. Sie mutieren zu einem rechtlichen Gegenstand, der den Absichten und Wünschen des Erwachsenen zugeordnet wird.  
Liebe ist eine Handlung, ein Versprechen, eine Verpflichtung, ein willentlicher Akt und nicht ein Gefühl oder eine Stimmung, die Schmetterlinge im Bauch hervorruft. Wenn die Emotionen vergehen, kann man die Scheidung einreichen. Einen Grund muss man nicht mehr erwähnen. Man handelt ganz so, wie es uns in jeder Soap- Opera vorgespielt wird.
Man fragt sich gar nicht mehr, was der Zweck einer Ehe ist. Als eine dauerhafte Beziehung wird sie schon lange nicht mehr angesehen. Rayan T. Anderson, schreibt in seinem Buch: What is Marriage: a Man and a Woman: A Defense, dass eine Ehe immer die Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist. 

Vater und Mutter geben ihren Kindern Schutz, geborgen aufzuwachsen. Es ist eine anthropologische Wahrheit, dass sich beide Geschlechter ergänzen. Beide Geschlechter sind notwendig, um neues Leben hervor zu bringen. Kinder brauchen Vater und Mutter, erklären uns die Soziologen. Am besten entfalten sie sich, wenn sie von ihren biologischen Eltern großgezogen werden. Fast die Hälfte der Erstgeburten in den USA haben eine unverheiratete Mutter. Familien sind instabil, wenn Eltern nur zusammenleben, ohne verheiratetet zu sein. Alleinerziehende Eltern sind oft prädestiniert, arm zu sein. Kinder, die ohne Vater aufwachsen, werden oft drogenabhängig, kriminell oder werden selber als Teenager schwanger.
In der heutigen Hook-up-Kultur, die ubiquitär für amerikanische Universtäten scheint, wird Sex als eine andere Form der Entspannung angesehen. Sex hat keine tiefere Bedeutung mehr und dient  nur dem Mann, seine sexuellen Begierden auszuleben. Die Frau wird abgestumpft, ihre wirklichen Gefühle spielen keine Rolle. Dazu kommen eventuell ungewollte Schwangerschaften, vermehrte Geschlechtskrankheiten, ein erhöhte Gefahr von sexueller Gewalt sowie emotionale und psychische Probleme, die den Weg zu einer authentischen Liebe mit Hindernissen zuschütten[2].
Wie es scheint, streben wir heute eine Ehe an, in der das Geschlecht der Partner in den Hintergrund rückt.
Selbst die Italienischen Modeschöpfer Domenico Dolce und Stefano Gabbana betrachten die Naturgesetzte als die Norm. Sie stießen mit ihrer Aussage, die sie in einem Interview in der Zeitung Panorama[3] machten: „Wir sind Gay und gegen die Homo-Ehe" auf Ablehnung.
Sie wurden massiv kritisiert, als sie weiterhin verkündeten, dass nur die traditionelle Familie als authentisch betrachtete werden könne. Kinder sollten ohne künstliche Befruchtung entstehen. Man kann sie nicht von Leihmüttern, die ihre Gebärmutter vermieten, bekommen. Das Leben muss durch einen Akt der Liebe weitergegeben werden. Leben hat einen natürlichen Werdegang, den wir nicht ändern können. Domenico Dolce wurde sogar noch deutlicher, er sagte: „Kinder der Chemie sind synthetische Babys. Uteri bietet man zum Vermieten an und Samen kann man sich aus einem Katalog aussuchen. Nicht einmal Psychiater sind darauf vorbereitet, mit den Folgen dieser Experimente umzugehen.“
Als sich Elton John, der selber zwei surrogate Söhne mit seinem Partner David Furnish hat, darüber mit der Bemerkung beschwerte, dass diese Ansichten mittelalterlich seien, lenkten die Designer ein.
Sie gaben zu, dass sie die Lebensentscheidungen anderer Leute respektieren. Im Gegenzug forderten sie, Respekt vor unterschiedlichen Ansichten füreinander aufzubringen.
Sir Elton John ärgerte sich am meisten über das Statement der Designer, dass Kinder, die für Gleichgeschlechtliche gentechnisch erschaffen werden, in einer bestimmte Weise synthetisch seien.
 „Wie kann man es wagen, meine wunderschönen Kinder als synthetisch zu bezeichnen? Schande soll über dich kommen, wenn du mit deinen Zeigefinger wackelst und voreingenommen über die In-Vitro-Fertilisation denkst. Legionen von lieben Menschen, Homosexuellen und Heterosexuellen,  haben das Wunder der IVF in Anspruch genommen, um ihren Traum nach Kindern zu erfüllen. Das archaische Denken von Dolce und Gabbana ist nicht mehr zeitgemäß, so wie ihre Mode.“
Doug Mainwaring, ein Schriftsteller, der für das Witherspoon Institute arbeitet, kommentiert den Vorfall. „Man muss bedenken, dass Sir Elton John 63 Jahre alt war, als er sein erstes Kind mithilfe einer Surrogat-Mutter bekam. Sein Partner David Furnish war 48, und beim zweiten Sohn 50. Wenn der jüngere Sohn aus der Schule kommt, werden die Väter 81 und 68 Jahre alt sein. Verdienen Kinder nicht biologische Eltern, Mutter und Vater und nicht zwei Opas, wenn ihre Kinder noch klein sind? Die beiden mögen zwar ihre Kinder lieben, trotzdem bleibt die Frage, ob das Interesse der Kinder nicht vor den Wünschen egoistischer Eltern Vorrang hat.
Normalerweise wird der In-Vitro-Technologie eine Altersgrenze gesetzt, ganz so wie der Adoption. Doch Kinder durch den Kauf von Gameten in einem gemieteten Uterus herzustellen, unterliegt keinerlei Regulierung. Jedes unfruchtbare Paar, das mit einer Adoptionsgesellschaft zusammenarbeitet, weiß, dass es nach einer Altersgrenze von 40 Jahren kein Neugeborenes mehr adoptieren darf. Aber zahlenden weißen Männern, die ihre Familie mit eigens für sie angefertigten Kindern bestücken wollen, scheinen keinerlei Grenzen auferlegt zu sein.
Domenico Dolce erregte mit dem Begriff synthetische Babyss Aufsehen. Aber es gibt im Leben Dinge, die eben nicht geändert werden können. Dass sich Mann und Frau ergänzen, ist unabdingbar. Es handelt sich nicht um eine religiöse Erfindung. Es ist unabdingbar in unser Herz geschrieben, spiegelt sich in unserer DNA wieder und wir können es überall um uns herum entdecken: Das Naturgesetz. Es kann nicht ausgetrickst oder verändert  werden. Zumindest nicht ohne unvorhersehbare Folgen. Warum haben wir so eine Eile, den Begriff der Ehe neu zu definieren? Auch wenn Gerichte vorgeben, die besten Absichten zu haben. Die Leidtragenden sind die Kinder. Wir werden erst darüber erfahren, wenn sie alt genug sind, um uns über ihr Schicksal zu berichten[4].“


Literatur:




[1] Dr. Johannes Videoblog, Die Pille danach: Gefährliche Freigänger, DocCheck News, 27.03.2015
[2] Newman R.: The 5 ways the sexual revolution has divorced us from each other, Aleteia, 2. April 2015
[3] http://www.panorama.it/news/cronaca/dolce-gabbana-lunica-famiglia-quella-tradizionale/
[4] Mainwaring D.: Nature vs. Synthetics: What’s at Stake in the Dolce and Gabbana controversy. The Public Discourse 2. April 2015

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