Sonntag, 14. Februar 2016

Forscher nannten ihr Virus Zika. Für viele Frauen ist es zum Freibrief für eine Abtreibung geworden


Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 22.Feb.2016
Schon lange sehen wir, dass Familien mit behinderten Kindern einen vorwurfsvollen Blick ernten. Wir finden sie ja fast nur noch in christlichen Familien.
Die Neuigkeit, eines tropischen Virus, das bei Ungeborenen einen kleineren Kopf ausbildet, veranlasste nun Drittländer die Legalisierung von Abtreibung zu fordern. Wie entstand Zika-Virus? Handelt es sich am Ende gar um eine von Menschen gemachte Krankheit?

Am 18. April 1947 hatte das Versuchstier 766 eine erhöhte Temperatur. Forscher hatten den Rhesusaffen mit Gelbfiber infiziert. Ihre Station lag am Viktoriasees in Uganda, im kleinen Zika-Wäldchen. Der Nonhumane Primat wurde in einem Käfig gehalten. Nach 3 Tagen entnahmen die Wissenschaftler vom Tier 766 Blut, um es einer weißen Maus einzuspritzen, die daraufhin erkrankte. 10 Tage später entnahmen sie das Gehirn der Maus. Einige Zeit später untersuchten die Forscher die Schnaken des Tiergeheges, in der Hoffnung, dass auch sie das Gelbfiebervirus in sich trugen. Die zerkleinerten Insekten wurden in Mäusegehirne gespritzt. Auch die Tiere erkrankten. Als man nach 7 Tagen die Gehirne beider Mäuse-Gruppen untersuchte, stimmten sie überein.

Die Forscher nannten ihr Flavivirus Zika. Fast 70 Jahre hörte man kaum etwas über die neue Krankheit, welche durch Schnaken übertragen wird (1).

Doch Mitte letzten Jahres explodierten die Infektionen. Plötzlich sieht man in Brasilien immer mehr Kinder, die mit einem zu kleinem Kopf geboren werden.

Andere Länder wie Kolumbien, Venezuela, Lateinamerika sind zunehmend betroffen.

Die Weltgesundheitsorganisation redet von einem globalen Gesundheitsnotstand. Man redet von dem schlimmsten Virus, den es je auf unserem Planeten gab. Es handelt sich eigentlich um eine milde Krankheit, die nach spätestens 2 Wochen wieder abklingt. Den einzig erschreckenden Krankheitsverlauf haben Ungeborene.

Die geistige Retardierung geht mit einem kurzen Leben einher.

Liz Szabo berichtet am 10. Februar 2016 in der Amerikanischen Zeitung „The Arizona Republic“ über 10 Kinder aus Brasilien, die sich von den anderen 29 Babys mit Mikrozephalie absonderten. Ihre Augen waren durch den zu kleinen Kopf stark in Mitleidenschaft gezogen. Ärzte sind besorgt, ob die Babys, deren Netzhaut beschädigt ist, sehen können. Ob die Krankheit wirklich durch das Virus bedingt ist, steht eigentlich noch gar nicht fest.

Dr. Raiane Negreiros, Ärztin für Fetale Medizin im Epizentrum des Virus, einer kleinen Stadt namens Sprawling, erklärt: „In den letzten Monaten von 2015 hatten wir mehr Kinder mit kleinerem Kopf. Mittlerweile geht die Zahl wieder zurück(2).“

Besonders Frauen im ersten und zweiten Trimester sind betroffen.

In Französisch Polynesien, wo es bereits 2014/15 zu einer Zika-Virus-Epidemie kam, hatten vier Mütter Virus-Antikörper im Blut. Sie konnten sich nicht erinnern, eine Zika Infektion erlitten zu haben.

Viele fragen sich, ob das Virus auch in Deutschland zu Missbildungen führen kann. Die betreffenden tropischen Mücken können sich in Deutschland nicht dauerhaft ansiedeln. Anstecken könnte man sich durch Geschlechtsverkehr, übertragen durch einen Reiserückkehrer. Experten empfehlen Schwangeren, nicht in die Regionen zu reisen. Afrika sowie Südostasien sollten Repellents und Kondome zur Prävention verteilen.

Prof. Dr med. Christian Drosten von der Virologischen Gesellschaft erklärt, dass sich der Mensch nur einmal in seinem Leben mit Zika-Viren anstecken kann, danach ist er lebenslang immun. Brasilianische Frauen ziehen mittlerweile eine Abtreibung vor, viele warten gar nicht auf ihr Testergebnis, denn zu groß ist die Angst vor einem Kind mit Mikrozephalie (3).
 

Kann man durch eine Abtreibung eine Krankheit heilen? Eine Frau aus Slowenien, klagte nach einem Aufenthalt in Brasilien über Fieber. Bei der mittlerweile schwangeren wurde eine adäquate Diagnostik auf Zika nicht vorgenommen. In der 14. und 22. Schwangerschaftswoche war das Kind noch normal entwickelt. Danach spürte sie das Baby kaum noch. In der 32. SSW zeigte das Ultraschallbild starke Wachstumsverzögerungen. Sie entschied sich für eine Abtreibung und stellte ihr Kind der Forschung zur Verfügung. Slowenische Forscher fanden im Gehirn des Kindes Partikel, bei denen es sich um Zikaviren handeln könnte. Einen sicheren Nachweis gibt es aber nicht, weil Kontrollstudien fehlen.
Über jeden jeden Einzelfall wird berichtet und oft entscheiden Angst und Unwissen über das Leben des Ungeobroenen

Der Jurist Dr. Lawrence Gostin des O’Neill Institutes für Nationale und Globale Gesundheitsgesetze, der Georgetown Universität klagt die WHO an, die einen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat.

“Solange kein Reiseverbot für Schwangere vorliegt, klingt die Anweisung der WHO, dass man Zika Gebiete meiden und sich vor Schnaken schützen sollte, unglaubwürdig. Der Rat der Seuchenschutzbehörde an Frauen die schwanger werden wollen, vor einer Reise ihren Arzt zu kontaktieren, ist eher angebracht.“

Der Sprecher der Infektiologischen-Gesellschaft von Amerika, Dr. Jeff Duchin von der Washington Universität in Seattle, spricht sich für eine konsequente Risikowarnung aus:

„Die WHO sollte die richtige Botschaft aussenden und nicht überreagieren. Alles andere ist kontraproduktiv und hindert nur daran, Zika erfolgreich zu bekämpfen. Vor allem müssen Wege gefunden werden, die Übertragung zu verhindern.“

Aber vielleicht haben wir schon längst den Punkt der Hysterie überschritten? Mitarbeiter von großen Unternehmen, die bisher ihre Fortbildungen in der Karibik veranstalteten, beobachten zunehmend Stornierungen. Keiner will mehr dorthin, aus Angst vor einer Zika-Infektion, schreibt USA Today am 14. Februar 2015.

Zika gar als Vorwand zu nutzen, um Abtreibung zu legalisieren, sei der falsche Weg, erklärt die katholische brasilianische Bischofskonferenz in einem Statement am 4. Februar 2016.

Kinder, die eine Mikrozephalie entwickeln, gibt es in jedem Land. In den USA werden im Jahr 39 Millionen Babys geboren. Von ihnen entwickeln 2-12 pro 10.000 eine Mikrozephalie. Die Amerikanische Akademie für Neurologie und die Gesellschaft für Kinder Neurologie vermutet, dass die Anzahl im höheren Bereich liegt. Das heißt, 25.000 Neugeborene haben einen kleineren Kopf.

2015 wurden in Brasilien weniger als 200 Kinder mit Mikrozephalie geboren. Von 3 Millionen Babys erkrankten in 10.000 Fällen 0.5 Kinder. Das sind viel weniger Babys, als man vermutete (5).

Die Töchter von Gwen Hartley aus dem Bundestaat Washington haben einen kleineren Kopf. Claire 14 und Lola 9 sind für die Mutter trotzdem perfekt.

Auch ihr, nun schon 17 jähriger Sohn Cal, hat eine Nervenkrankheit. Einige behaupten, für eine Mutter sind ihre Kinder immer perfekt, egal was sie haben. Doch für Harley war es grausam, mit zu verfolgen, wie sehr die Gesellschaft Kinder, die so aussehen wir ihre Töchter, brandmarkt. Die Regierung in Lateinamerika hat Frauen dringend geraten, eine Schwangerschaft hinauszuzögern. Ungeborene, die nur die geringsten Anzeichen eines kleineren Kopfes hätten, sollten nicht geboren werden. Es ist genauso, als ob man auf ihre Töchter schaut und einfach sagen würde: “Das sollte niemals wieder irgend einem passieren. Sie nannten Mikrozephalie einen schrecklichen Geburtsfehler. Ich sehe meine Kinder nicht als Monster. Für mich sind sie großartig. Ihr Geburtsfehler beschränkt nicht ihre Schönheit.“

Die Krankheit kann milde oder auch schwerwiegende Störungen hervorrufen. Einige Kinder entwickeln sich normal, unabhängig wie klein ihr Kopf ist. Andere haben eine Langzeitbehinderung und leben nicht lange. Hartley’s Kinder sind ernsthaft betroffen. Sie haben epileptische Anfälle, sind zwergwüchsig und haben Kinderlähmung. Sie können weder sprechen noch laufen. Die fast 15 jährige Claire hat gelernt zu krabbeln. Ihre kleine Schwester stößt mit der Nase auf die Dinge, die sie haben möchte. Ihre Mutter beschreibt auf ihrem Blog „The Hartley Hooligans“ alle die kleinen Herausforderungen ihrer Familie. Weil es immer mehr Mikrozephalie Kinder gibt, steigen auch die Klicks auf ihrer Seite. Harley betrachtet das mit gemischten Gefühlen. „Einerseits bin ich froh, dass endlich mehr Leute auf diese Krankheit aufmerksam werden. In den 15 Jahren habe ich viel Schweres aber auch Schönes erlebt. Das alles ist sehr emotional für mich, und es tut mir so leid, ein Kind mit so einer Krankheit zu sehen. Ich bin glücklich, durch meine Erfahrungen anderen helfen zu können. Ich hätte das meinen Kindern nicht gewünscht, und trotzdem bin ich froh, sie zu haben. Ich habe nicht alle Antworten bezüglich der Krankheit, hoffe aber, mein Testament wird anderen Müttern helfen, sich weniger allein und ängstlich zu fühlen (6).


[1] Cohen J.: Zika’s long, strange trip inot the limelight. Science, 8. Feb. 2016
[2] Carless W.: On Brazils Zika front lines, cases of microcephaly are actually dropping. Health, 3. Feb. 2013
[3] Gesellschaft für Virologie: Angst vor dem Zika Virus, DocCheck 2.2.2016
[4] Dr. Marcus Mau im Gespräch mit Frau Prof. Susanne Modrow von der Gesellschaft für Virologie zu den Fakten rund um das Zikavirus. Doccheck 15.2.2015
[5] Smith M.: Brazil: Reported Microcephaly number rising. But among investigated cases, 60% were ruled out. Medpage 02.03.2016
[6] Itkowitz C.: What this amazing mom of two girls with microcephaly has to say about Zika scare. Inspired Life, The Washington Post, 3. Feb. 2016

Weiterführende Literatur:
E. Breburda, Reproduktive Freiheit, free for what? 2015, Ebook und Taschenbuch zu bestellen bei Amazon.de

Donnerstag, 11. Februar 2016

Zika-Virus, immer mehr Babys werden mit Mikorozephalie geboren. Wievile Kinder erkrankten wirklich und soll man sie abtreiben?

Dr. Edith Breburda
 Lebensforum, Nr.117,  1. Quartal 2016
Neuigkeiten über einen Virus, der durch Mücken übertragen wird, sind erschreckend. Das Zika-Virus ist besonders für ungeborene Kinder gefährlich. Viele fordern eine Legalisierung der Abtreibung. Muss man Kinder töten, um eine Krankheit zu behandeln?“
Woher kommt das Zika-Virus?
Reisende wissen, dass sie sich durch Insekten mit Malaria, Dengue Fiber, West-Nil-Virus infizieren können.
1952 wurde die Zika-Erkrankung das erste Mal beschrieben. Im Dezember 2015 lagen nur 214 Veröffentlichungen über Zika vor. Im Jahr 2005 waren weniger als 15 Fälle bekannt. Doch 2007 kam es zu einem massiven Ausbruch auf der Westpazifischen Marianen Insel Yap. Von dort verbreitete sich Zika. Bald schon erkrankten Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Zwischen 2013 und 2014 war jeder zehnte Bewohner von Französisch-Polynesien erkrankt. Durch die Fußball-Weltmeisterschaft wurde das Virus nach Brasilien eingeschleppt. 2015 infizierten sich dort etwa 1,5 Millionen Menschen.
Warum häuften sich die Erkrankungen so plötzlich?
Die sich schnell verbreitenden Aedes aegypti Mücken -und möglicherweise auch die Asiatischen Tigermücken- sind Träger des Virus. Die globale Erwärmung soll eine Migration der Moskitos begünstigen. Heimkehrende USA Bürger trugen das Virus in sich. Wenn sie von einer Mücke gestochen wurden, konnte das Virus beim nächsten Stich weitergegeben werden.
Didier Musso, Virologe des Lous Malardé Institutes in Tahiti, fand in 593 Blutspende-Proben Antikörper gegen Dengue-, Zika-, Japan B-Encephalitis-und dem West-Nil- Flavivieren. Daraufhin forderte er, die Transfusionsmedizin besser zu überwachen. Auch bei einem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt eine Infektion, weil im Sperma Zika-Viren gefunden wurden.
Gibt es Zika bald auch in den USA?
Der Infektiologe Prof. Duane Gubler der Duke-National University in Singapur rechnet damit. Als 2008 die Insektenkundler Foy und Kobylinski der Colorado-State-Universität nach einem Forschungsaufenthalt im Senegal zuhause plötzlich geschwollene Gelenke, Kopfschmerzen und Hautausschläge erlitten, wussten sie nicht, woran sie erkrankt waren. Ihre Symptome passten zu keiner Virusinfektion. Ein Jahr später trafen sie den Virologen Andrew Haddow, der zu Recht auf Zika Viren tippte.
Normalerweise kommt es nach einer Inkubationszeit von 12 Tagen noch zu Fieber, Schüttelfrost, Augenentzündungen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Die Infektion klingt häufig wieder von selber ab.
US-Behörden sind besorgt, obwohl man das Virus schneller entdecken und bekämpfen könnte. Für Experten sind Florida und Texas besonders exponiert. Das Risiko, sich mit Zika zu infizieren, ist zwar gering, trotzdem sollte man feuchte Gebiete meiden.
Wissenschaftler vermuten, dass sich in Europa oder in den USA weniger Menschen infizieren. Bei einem Ausbruch von Dengue in Florida, Texas und Hawaii erkrankten nur einige hundert Menschen. In 2007 litten in Norditalien nur 197 Menschen an einem Moskito-Virus, der von Indien eingeschleppt wurde. Ein Grund dafür ist, dass Europäer mehr Zeit in ihren Häusern verbringen. Auch ist die Population der Insekten kleiner.  
Mit Mikrozepahlie Geborene!
Es war bisher nicht bekannt, dass Zika-Viren eine Mikrozephalie hervorrufen. Als Ursachen kamen toxische Substanzen wie z.B. Roundup, genetisch induzierte Fälle, bzw. Infektionen wie Herpes oder Röteln in Frage.
In Brasilen vermehren sich nun Meldungen einer kongenitalen Mikrozephalie. Forscher vermuten, dass eine Zika-Virus Infektion während der Schwangerschaft zu einer Fehlbildung des Zentralnervensystems der Ungeborenen führt.
Der brasilianische Arzt Dr. João Ricardo de Almeida hat in den letzten Monaten viele Babys mit Mikrozephalie untersucht. Er ist über seine Ergebnisse erschrocken. Diese Kinder passen nicht in das Bild, das wir von anderen Erkrankungen durch Toxoplasmose, Cytomegalovirus bzw. Rötelvirus haben. Die Oberfläche des Gehirns ist mit Furchen durchzogen. Bei den Mikrozephalen Babys war sie hingegen glatt. Eine Rehabilitation eines derartigen Defektes ist unmöglich. Diese Kinder brauchen bis an ihr Lebensende Pflege.
Dr. Albert Ko von der Yale Universität vermutet, dass wir noch mehr Missbildungen sehen werden die Entwicklungsschäden hervorrufen. „Wir sehen Kinder, deren Kopf normal ausgebildet ist. Sie besitzen jedoch neurologische Veränderungen, oder ihre Augen sind missgebildet. Das bedeutet: Kinder, die normal aussehen, bleiben in ihrer Entwicklung zurück. Je mehr Einblicke wir erhalten, desto beunruhigender sind unsere Ergebnisse. Mikrozephalie könnte nur die Spitze des Eisberges sein“, sagt er.
Zika als mögliche Ursache?
Viele Wissenschaftler verneinen das. In Brasilen traten zwar vermehrt Fälle auf, in denen Babys mit einem kleineren Kopf geboren wurden. Es wird jedoch mehrere Monate dauern, bis die Ergebnisse der Kontrollstudien vorliegen. Dies liegt an der limitierten Diagnose. Am verlässlichsten ist es eine virale RNA im Blut der Erkrankten zu finden. Das kann nur mit absoluter Sicherheit in der ersten Woche der Erkrankung erfolgen. Danach kann man zwar noch Zika finden, es könnte sich jetzt um Antikörper gegen Dengue Fiber handeln, die in Brasilien und in Lateinamerika fast jeder in sich trägt. So ist eine genaue Aussage, ob die Mikrozephalie des Ungeborenen wirklich auf eine Zika-Infektion zurückzuführen ist, schwierig.
Etwa 4.783 brasilianische Babys und Föten wurden seit Januar 2016 mit einer Nervenerkrankung registriert. Unter ihnen hatten 404 eine Mikrozephalie entwickelt. In 17 Fällen lag die Erkrankung vor, berichtete das Brasilianische Ministério da Saúde, Bulletin am 02.02.2016.
76 Mikrozephale Babys sind intrauterin verstorben. Der Gesundheitsminister Marcelo Castro will abklären, ob es sich wirklich um eine Epidemie handelt.
Was sagt die Weltgesundheitsorganisation?
Für die WHO gehört seit neustem nicht mehr HIV, Tuberkulose, Malaria, Influenza oder Dengue zu den gefährlichen Krankheiten, sondern Ebola, das Marburg-Fiber, MERS, SARS und Zika-Fiber. Die WHO Direktorin Dr. Chan vermutet eine enge Beziehung des Zika-Virus zu der neurologischen Missbildung. Man sollte den Gesundheitsnotstand ausrufen.
Der Tropenmediziner Dr. David Heymann ist anderer Meinung. Er sagt: „Die schnelle Verbreitung des Virus hat nichts mit einem Notstand zu tun, weil Zika keine ernsthafte Erkrankung hervorruft. UN-Behörden räumten ein, dass die Verbindung zu Mikrozephalie bis jetzt nicht geprüft ist. Man sollte trotzdem einen Notstand ausrufen.
Welche Maßnahmen wurden ergriffen?
Dem „European Center for Disease Prevention and Control“ reichen die Beweise nicht aus. Die brasilianischen Behörden wollen jedoch nicht länger warten. Sie schickten 25.000 Soldaten in den Nordosten Brasiliens, um den Zika-Virus auszurotten. Es ist schwierig, weil jede kleine Wasserpfütze als Brutstätte der Mücke dient.
Forscher erhoffen sich einen Erfolg mit transgenen, sterilen Mücken und versuchen, die Übertragung der Vieren mit Wolbachia-Bakterien zu unterbinden. Allerdings dauert es, bis man einen Erfolg verzeichnen kann.
Gibt es einen Impfstoff?
Nein, und es wird auch Jahre dauern, bis wir ihn haben. Schwangeren und denjenigen, die es werden wollen, wird geraten, sich möglichst wenig im Freien aufzuhalten, nicht zu reisen, Fliegengitter zu benutzen, ihre Haut zu bedecken und Insektenspray anzuwenden, schreibt das Science Magazin am 29. Jan 2016.
Abtreibung als Lösung?
Man empfiehlt Frauen aus Lateinamerika eine Schwangerschaft hinauszuzögern. In El-Salvador sollen sie zwei Jahre mit ihrem Nachwuchs warten.
Infizierte Schwangere sind beunruhigt. Für die Madrider Direktorin des Programmes Women’s Link Worldwide Monica Roa, die sich für Menschenrechte von Frauen einsetzt, ist der Vorschlag unrealistisch:
„Man vergisst, dass Frauen bei einer Vergewaltigung schwanger werden können. 50% haben eine ungeplante Schwangerschaft. Infizierte Frauen sollten die Möglichkeit haben abzutreiben. Leider ist das oft illegal. Frauen sterben oft bei einer illegal vorgenommen Abtreibung. Deshalb muss die Empfehlung, eine Schwangerschaft zu verzögern, mit der Erlaubnis einer Abtreibung verbunden sein“, sagt sie.
Aber wie „sicher“ ist schon eine Abtreibung? Im Januar hörte man von einer Abtreibung in Italien. Die Teenagermutter, die nicht wusste, dass sie schwanger war, behandelte ihre Akne mit einer Salbe. Aus Angst, dem Kind geschadet zu haben, rieten Ärzte zu einer Abtreibung. Bei dem Eingriff verblutete die Mutter. Wie sich herausstellte, war ihr Kind gesund.

Literatur:
Vogel G. Cohen J  und Enserink M. Yika Virus: Your question answered. Scince Magazine, Jan 29, 2016
Smith M.: Brazil: Reported Micorcephaly number rising. But among investigated cases, 60% were ruled out. Medpage 02.03.2016
Breburda E.: Werden wir durch Yika-Virus unfähig, gesunde Kinder zu bekommen. Schattenblick, 11.2.2016

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