Wednesday, April 9, 2025

Die ethische Legitimation der Reanimierung

 Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 10. April 2025

In einem Artikel des Deutschen Ärzteblatts vom 6. Dezember 2019 wird von einer geglückten Reanimation einer 34-jährigen Britin berichtet, die mehr als sechs Stunden nach einem Herzstillstand und damit dem Versagen des Kreislaufs im Universitätskrankenhaus Vall d’Hebron in Barcelona- gelungen ist. 


Die Frau hatte beim Wandern in den spanischen Pyrenäen einen Herzstillstand erlitten. Ihr Ehemann bemerkte, dass seine Frau seltsame und zusammenhangslose Sätze von sich gab. Kurz darauf war sie bewusstlos. 


Aufgrund schlechten Wetters konnte ein Hubschrauber erst nach mehr als zwei Stunden dem Ehepaar zu Hilfe kommen. Die Körpertemperatur war zu diesem Zeitpunkt bereits auf 18 Grad Celsius abgesunken, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. 


Lebenzeichen waren nicht vorhanden, als die Patientin in der Klinik eintraf. Ihr behandelnder Arzt, Eduard Argudo, ging davon aus, dass die vorhandene Hypothermie eine Überlebenschance, wenn auch nur eine geringe, einräumte:


„Diese starke Unterkühlung hätte zwar fast den Tod der Britin verursacht, schützte aber gleichzeitig ihren Organismus und ihr Gehirn vor bleibenden Schäden.“ 

 

Auf dem Flug ins Krankenhaus wurde die Frau reanimiert. Nach mehr als sechs Stunden, und nachdem ihre Temperatur auf 30 Grad gestiegen war, konnte sie mithilfe eines Defibrillators wiederbelebt werden. 


Bei einem Herzstillstand, wie z.B. im Falle des Ertrinkens, kommt es nach etwa 15 bis 20 Sekunden aufgrund eines Sauerstoffmangels im Gehirn zur Bewusstlosigkeit. Binnen weniger Minuten treten irreversiblen Organschäden auf und schließlich folgt der Hirntot. (1)

 

Die Initiierung und Aufrechterhaltung einer Wiederbelebung, selbst in einem „Krankenhaussetting“, wo sofort mit einer Defibrillation begonnen werden kann, stellt einen ethischen Normenkonflikt in unserer Gesellschaft dar, der sich mit theologischen, philosophischen sowie auch juristischen Einwänden und Reflexionen auseinandersetzten muss. 

 

Nicht nur bemühen sich Experten darum, den „Hirntod“ zu definieren, sondern ist es zunehmend Inhalt des letzten Willens, ob man überhaupt wiederbelebt werden möchte. Man erwartet, dass Angehörigen diesen Wunsch respektieren. 


Die Komplexität dieses Themas greift auch auf das Anliegen einer Generalindikation zur künstlichen Ernährung über, wobei sich ein Paradebeispiel vor 20 Jahren vor unseren Augen abspielte. 

 

Als der am 2. April 2005 verstorbene Heilige Papst Johannes Paul II. kurz zuvor noch eine Magensonde verabreicht bekam, die ihn mit Flüssignahrung versorgte, wurde dies fast zeitgleich der unter einem hypoxischem Hirnschaden leidenden und zum Pflegefall gewordenen Terri Schiavo verweigert, die am 31.März 2005 verhungerte.


20 Jahre sind vergangen, seit ein US-Richter aus Florida auf Bitten des Ehemannes Michael Schiavo anordnete, dass Terris Magensonde 14 Tage zuvor entfernt wurde und sie weder Flüssigkeit noch Nahrung erhielt.


Terri kollabierte 1990 in ihrem Haus in Florida. Sanitäter lieferten sie in ein nahegelegenes Krankenhaus ein, wo sie mit einer hypoxischen Enzephalopathie - einer neurologischen Schädigung des Gehirns, hervorgerufen durch Sauerstoffmangel - diagnostiziert wurde. 

Sie wurde daraufhin künstlich beatmet, und bald pflegten die Eltern ihre Tochter, die seitdem im Wachkoma lag. 


Der Streit zwischen den Eltern und dem Ehemann ging durch mehrere Gerichte, dem obersten US-Gerichtshof und erreichte schließlich das Weiße Haus. Der Ehemann erklärte, Terri wolle so nicht leben. Eine Behauptung, welche die Eltern widerlegten. 


Arthur Caplan von der New York Universität berichtete 2015 gegenüber ABC News: 

„Schiavo war ein wichtiger Meilenstein für die Wahrung des Rechts von Ehepartnern, jegliche medizinische Intervention zu unterlassen. Aber es warf auch viele unangenehme Fragen darüber auf, wann es akzeptabel ist, lebenserhaltende Maßnahmen zu unterbinden, selbst wenn das Gesetz dies klar vorsieht. (2) 

 

Der Fall Schiavo entfachte die Problematik von Wachkomapatienten. Oft hören wir von Badeunfällen, bei denen eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns schwerwiegende Schäden hervorrief. 


Die Konsequenzen reichen von schwersten Behinderungen bis zum Tod. Das Überleben und der neurologische Behandlungserfolg hängen von Minuten ab, in denen die Erstmaßnahmen ergriffen werden müssen. 

 

Celine, heute 23 Jahre alt, hatte vor 19 Jahren einen Badeunfall. Sie war klinisch tot, konnte aber reanimiert werden und liegt seitdem im Wachkoma. „Nur durch Zufall wurde der leblose Körper von Celine entdeckt. Sie lag dann drei Wochen in Graz auf der Intensivstation und kam dann für neun Monate zur Behandlung nach Wien, erzählt ihre Mama. (3)

 

Im Fall des kleinen Vincent aus Phoenix, dessen wunderbare Rettung man der Fürbitte von Kardinal Pell zuschreibt, und von dem selbst die Ärzte von einem medizinischen Wunder sprachen, weil er 52 Minuten nicht atmete und wer weiß, wie lange am Boden des Swimmingpools lag, bis er gefunden wurde, stehen wir vor einem nicht erklärbaren Phänomen, das ganz anders hätte ausgehen können. 

 

Vor allem, weil es zudem an ein Wunder grenzte, dass die Sanitäter den Jungen nicht aufgaben, obwohl anzunehmen war, dass seine Organe bereits irreversible Schäden durch einen Sauerstoffmangel erlitten hatten, als der Vater ihn fand.   

 

(1)     Reanimation nach sechs Stunden ohne Herzschlag geglückt. Deutsches arzteblatt, 6. Dezember 2019 

(2)     Chris Williams. Terri Schiavo: 20 years after her death, her case still shapes end-of life debates. LiveNow 30. März 2025

(3)     Christine Ziechert. Badeunfall: Celine (23) ist seit 19 Jahren im Wachkoma. Heute 7.12.2023

Thursday, April 3, 2025

14 Monte alter Vincent wurde auf die scheinbare Führsprache von Cardinal Pell geheilt.

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 6. April 2025 

Catlin und Wesley Robinson aus einem Vorort von Phoenix, Arizona, wollten mit ihren acht Kindern nach der Sonntagsmesse am 2. März Verwandte besuchen, als ihnen auffiel, dass Vincent, ihr Jüngster, nicht im Haus war. 

Was folgte, war ein Albtraum aller Eltern. Wesley sah seinen leblosen Sohn am Boden des Swimmingpools. Mediziner versuchten das Kleinkind im Krankenhaus zu reanimieren. Die Prognose war alles andere als hoffnungsvoll, da seine Atmung für 52 Minuten ausgesetzt hatte. 


Pfarrer Dan Connelly, Vincents Onkel, eilte die zwei Stunden Fahrt von Flagstaff nach Phoenix herab, um bei der Familie seiner mit dem neunten Kind schwangeren Schwester zu sein. Er hatte bei der ganzen Aufregung sein Sterbegebetbuch vergessen; doch schien es, als bräuchte er es letztendlich nicht.


Im Krankenzimmer flehte ihn seine Schwester an, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, die den Himmel mit Gebeten bestürmen sollten, damit Vincent wieder ganz gesund würde. 


Ein kühnes Gebet, das sich bewahrheiten sollte: 


Kurz darauf kamen zahlreiche Reliquien zu uns, berichtete die Familie. 


„Wir kennen viele Leute, die um ein Wunder beten, aber nichts passiert. Trotzdem, aus welchem Grund auch immer, hatte Gott wohl beschlossen, dass es noch nicht Zeit für Vincent war. Wir werden wohl nie herausfinden warum“, berichtet Wesley gegenüber „The Catholic Weekly“. 



Angeregt von der Hilfe, welche die Familie erfahren hat, nachdem sie neben einer Reliquie des seligen Michael McGivney und der Anrufung von Kardinal Pell derartige Heilungsfortschritte erlebt hatte, dass Vincent nach neun Tagen ohne die geringsten Folgeschäden das Krankenhaus verlassen konnte und wieder ganz der „alte“ ist, fangen die Eltern an, über die wunderbare Heilung zu berichten. 


Vincents Onkel hatte Pater Joseph Hamilton, Kardinal Pells ehemaligen Sekretär, kontaktiert und um Gebete während der neun Krankenhaustagen gebeten. 


„Der Junge überlebte, hat keine Lungen-, Herz -oder einem Gehrinschaden; die Ärzte sprechen von einem Wunder“, berichtete Erzbischof Anthony Fischer von Sydney, der am 26. März Kardinals Pell Biografie vorstellte und bei dieser Gelegenheit über Vincent berichtete.



Familie Robinson lernte Kardinal Pell persönlich kennen, als dieser im November 2021 in Phoenix bei der Weißen Messe für Mediziner Festredner war. Pfarrer Dan war unter den Priestern, welche die Hl. Messe mitzelebrierten. 


Der Kardinal, der am 10 Januar 2023 unerwartet verstorben ist und 13 Monate unschuldig im Gefängnis saß, hatte Pfarrer Dan und seine Familie sehr beeindruckt. 

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