Sunday, February 15, 2015

Am Valentinstag lief in den in den USA ein zweifelhafter Film an.

Dr. Edith Breburda



Jeder in den USA kennt den "Valentine's Day". Gleich nach dem 25. Dezember schalten die Geschäfte um und verkaufen alles Vermarktbare in Herzform.  Am Valentinstag  2015 lief auch der Film: "Fifty Shades of Grey" in den Kinos an.
2004 war Mel Gibson's "Passion of the Christ" ein Bestseller-Film. 83 Millionen Dollars brachte er zwischen Aschermittwoch und dem ersten Fastensonntag ein. Dieser Film, der nun 11 Jahre als Favorit des Monats Februar galt, verliert seine Stellung. Im Jahr 2015 wird es voraussichtlich der Film "Fifty Shades of Grey" von E.L. James sein, der die Kinokassen füllt. Für die linke US Zeitung Huffington Post war das Buch zum Film schlecht. Den Menschen scheint das egal zu sein, für sie wird er der Blockbuster.

Psychische Störungen nicht mehr krankhaft

Früher bezeichnete jeder rational denkende Mensch Praktiken des BDSM (bondage-discipline, dominance-submission & sadism-masochism) Hörigkeit und Disziplin, Dominanz und  Submission, Sadismus und Masochismus als eine psychische Störung. Die Zeiten haben sich geändert. Heute beschreibt die neueste Ausgabe des: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM), welche die Amerikanische Psychiatrische Gesellschaft herausgibt, solche Erscheinungen nicht mehr als  krankhafte Abnormalitäten.  Bischof Richard Malone von Buffalo und der Erzbischof Dennis Schnurr von Cincinnati verurteilen den Film, weil er sexuelle Handlungen erniedrigend darstellt. Sie machen die Öffentlichkeit über die Lehre der Kirche bezüglich  sexueller Intimität, die ihren Platz in der Ehe hat, aufmerksam.

Protest mit alter Filmromanze

Anstatt  zu protestieren drehte der Filmproduzent Rik Swartzwelder den alternativen Film "Old Fashioned". Der Film lief auch am Valetinstag 2015 in den Kinos an. Er beschreibt die platonische Beziehung zwischen Amber, die neu in eine Stadt kommt und ihrem neuen Vermieter Clay. Clay hatte sich geschworen, nie alleine mit einer Frau zu sein, es sei denn mit seiner Frau, falls er jemals heiraten sollte. Die ganze Stadt scheint über dieses Gelübde von Clay Bescheid zu wissen. Die Bewohner versuchen Amber zu warnen, nicht ihre Zeit damit zu verschwenden, Clays Absonderlichkeiten zu ändern. Amber zerstört absichtlich Dinge in ihrem Apartment, um Clay zum Richten zu holen. Schließlich willigt Clay in ein Date ein, nur damit er nicht mehr Dinge reparieren muss. Clay versucht nun Amber auf die alte Weise zu erobern. Amber, die schon viele zerbrochene Verbindungen hinter sich hat, findet das sehr charmant, obwohl ihre Freunde meinen, es würde nicht funktionieren.
Swartzwelder sagt: "Ich wollte eine romantische Geschichte beschreiben, die jedem Single passieren könnte, denn ich kenne eben Leute, die nicht dem Diktat der sexuellen Revolution folgen".[i]

Hollywoods Sadomasochistischer Filme

2012  wurde das Buch Fifty Shades of Grey, eine Trilogie, die eine sadomasochistische Beziehung mit einem glücklichen und zufriedenen Ende zeigt, zum weltweiten Bestseller. Eine feministische Journalistin,  Maureen Dowd,  von der New-York Times versuchte dieses Phänomen zu erklären. Sie schrieb damals:
"In einer Zeit, in der Rick Santorum ( katholischer Anwalt und Senator der Republikaner) und andere Konservative versuchen, Frauen zu erniedrigen, wundert man sich, warum Frauen so begeistert von einer Geschichte sind, bei der sich ein unschuldiges ungebildetes, aber hübsches Mädchen, in einen superreichen Sadisten aus Seattle verliebt."
Der Film repräsentiert die Evolution der Pornographie in einer Zeit, die weit von der biblischen Vision über Sexualität und menschliche Würde entfernt ist. Die Gesellschaft hat die Scham vor dem verloren, was nur als explizit pornographisch beschrieben werden kann.

Popkornessend betrachten wir die Normalisierung eines zerstörerischen Verhaltens

Das zeigt sich auch in den noch nie dagewesenen hohen Verkäufen des Buches.
Früher wären die Handlungsabläufe in "Fifty Shades of Grey" als pervers definiert worden. Heute zelebrieren die Medien den Film. Popkornessend verfolgen die Leute, wie die Sexual-Moral auf Pornographie reduziert wird.
Christen glauben, Gottes Schöpfung ist gut, wahr und schön. Die Wahrheit hat nichts mit Häßlichkeit zu tun. Der Versuch, das Gute, Wahre, Schöne von der Wahrheit zu trennen, ist unmöglich und sündhaft. Unsere menschliche Würde basiert darauf, dass wir nach dem Bild eines liebenden und barmherzigen Gottes geschaffen sind. Die Korruption der Sexualität ist ein Verbrechen gegen die menschliche Würde. Der Versuch, die Pornographie als schön und gut zu bezeichnen, zeigt wie sehr wir unsere Scham verloren haben[ii].
Das erotische Drama von E.L. James wurde mehr als 36 Millionen mal in der ersten Woche seiner Herausgabe bei YouTube angeklickt. Diese Neuigkeit sollte uns nicht überraschen, da mehr als 100 Millionen Bücher von "Fifty Shades of Grey" verkauft wurden.

Gewalttaten werden als sexy verkauft

Katholiken, Psychiater, Opfer von Sexualverbrechen und häuslicher Gewalt stehen dem Film äußerst skeptisch gegenüber. Ein Zentrum , das den sexuellen Missbrauch untersucht, ruft auf, den Film zu boykottieren. Der Film sollte nicht angeschaut werden und das Eintrittsgeld sollte lieber Opfern von häuslicher Gewalt  gespendet werden. Kritiker bitten die Kinos, den Film nicht zu zeigen.
"Gewalttaten werden als sexy verkauft. Es sei ok, wenn Frauen geschlagen, angekettet und ausgenutzt werden", erläutert Mary Anne Layden, Psychotherapeutin und Direktorin des Sexual Trauma und Psychopathologischen Programms der Universität von Pennsylvania.
Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen, die ein solcher Film hat:
 "Es ist gefährlich ein Verhalten, das Familien und Leben zerstört, als normal darzustellen. Wenn man sexuelle Gewalt verherrlicht, signalisiert man die Botschaft, dass Frauen es lieben geschlagen zu werden", sagt Layden.
"Wenn so etwas erlaubt wird, regt man weitere derartige Verhaltensweisen an. Es ist eine Einladung, Frauen zu mißbrauchen und außereheliche Verhältnisse zu haben. Prostitution und Pornographie werden nicht nur zunehmen sondern als ganz selbstverständlich angesehen."
Tagtäglich behandelt Layden Sexualopfer in ihrer Praxis.
"Sich davon zu erholen ist nicht leicht. Der Film endet mit der Hochzeit des Paares. Auf diese Weise kann man keine Psychopathen, wie den Bräutigam in dem Film, kurieren. Es wird in dem Film so einfach dargestellt. Er schlägt sie, um dafür ihre Liebe als Gegenleistung zu erhalten. Heute versuchen wir, sexuelle Übergriffe an den Universitäten einzudämmen und  über  sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen aufzuklären. Der Film verherrlicht jedoch gerade dieses Verhalten, anstatt es zu verurteilen."
Der Blog: "A Parent's Survival Guide to Fifty Shades of Grey" von Dr. Miriam Grossman, einer Kinder- und Erwachsenen-Psychiatrin, verbreitet sich rasant im Internet. Sie schreibt:
 "Der Film wird viel Verwirrung stiften. Man weiß am Ende nicht mehr,  was eine gesunde emotionale sexuelle Beziehung ausmacht. Der Titel alleine sagt es ja schon. Alles ist grau, anstatt schwarz oder weiss. Das Verhalten von Christian Grey ist in der einen oder anderen Form kontrollierend, manipulativ und abusiv. Aber der Film und das Buch vermitteln die Botschaft, es sei okay von Zeit zu Zeit so zu sein. Es gibt Leute, die so etwas tun und bei ihnen wird es sogar als gut angesehen. Junge Leute vergessen dabei, dass der Film ihrem Wohlergehen erheblich schadet", schreibt sie in ihrem Blog.
Sadomasochistische Filme sind zwar eher selten, dieser Film pflanzt jedoch die Saat des Zweifelns, ob Frauen weiterhin den üblichen Formen des Missbrauchs widersprechen sollen.

Bischöfe warnen vor dem Film

 Bischöfe fragen sich, warum die Amerikaner sich so einen Film gefallen lassen?
"Warum unterstützen wir eine Industrie, welche Frauen zum Objekt sexueller Gewalt machen?", fragt Bischof Paul Loverde von Arlington, VA.
"Die Unterhaltungsindustrie bezeichnet den Film nicht als pornographisch, da sie die Verwicklung von Sex und Gewalt als normal deklariert.  Wir müssen unsere Leute über die zerstörerische Botschaft dieses Films informieren. Aber auch über die Schönheit einer liebevollen Beziehung zwischen Mann und Frau nach dem Plan Gottes", schrieb der Bischof am 4. Februar in einem Brief an seine Katholiken. Die Presse fragte daraufhin, ob Katholiken sich diesen Film nun ansehen werden, was die Mehrheit verneinte.
Erzbischof Samuel Aquila aus Denver bemerkt:
"Die Idee des Films ist, dass körperliche, emotionale und psychologische Ausbeutung akzeptabel sei. Gott wünscht sich hingegen, dass jeder von uns Liebe empfangen und geben darf. Wir sollen nicht zu Opfern der Gewalt werden. Von Natur aus ist unser Körper so geschaffen, diese Liebe durch unser Handeln zu kommunizieren. Das Buch von Papst Johannes Paul II, Theologie des Leibes, fördert und erhöht die wahre Würde des Menschen. Es ist so das Gegenmittel für minderwertige Sexualität, welche die säkulare Kultur propagiert."

Frauen sind begeistert

Warum sind jedoch so viele Frauen von dem Buch und nun auch von dem Film begeistert?, fragen sich Journalisten. Joseph Heschmeyer, ein Student des North American Colleges in Rom, versucht eine Antwort zu geben.
"Es könnte der ungestillte Hunger nach Maskulinität und Führerschaft eines Mannes sein, den Frauen sich wünschen. Die moderne Idee der Geschlechtsneutralität hat Männer entmutigt, ihre Rolle als Verteidiger und Beschützer der Familie wahrzunehmen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Frauen zufriedener sind, wenn die traditionelle Rolle der Arbeitsteilung in einer Familie aufrecht erhalten wird. Die unterdrückte Rolle des Mannes läßt unsere Fantasie mit uns durchgehen. Fifty Shades verherrlicht den Psychopathen Christian Grey. Das hilft nicht die Verwirrung und den Schmerz zu adressieren, der durch den Geschlechter-Krieg entstanden ist."

Beunruhigende Widersprüche

Die Medien verhalten sich widersprüchlich.  Sexuelle Vergehen werden einerseits angeprangert, zur gleichen Zeit jedoch wird dieser Film glorifiziert. Die Film-Industrie und der Kommerz machen jedenfalls mit dem Film über eine erniedrigende und toxische Beziehung ein Riesengeschäft.
Die EWTN Radiomoderatorin Teresa Tomeo ist entsetzt, dass auch viele Katholiken das Buch gelesen haben und den Film sich ansehen wollen.
"Die Leute missachten, was die Kirche über Pornographie sagt". Erst als Teresa Tomeo das Thema in ihrer Sendung ansprach, merkten die Zuhörer, dass es falsch war, das Buch zu lesen. Maureen Dowd, die sich als  sex-positive Feministin bezeichnet, sagte, der Film würde sie bemächtigen, Sex als Spielzeug und Vergnügen anzusehen.
"Sind wir doch ehrlich, kann man wirklich allen ernstes sagen so ein Film verleiht Macht? Dann kann man doch auch behaupten, Kokain stärkt. Die wahre Macht, lateinisch  "virtus", bedeutet fähig zu sein, alles zu geben um nach der Wahrheit zu suchen, welche dich wirklich glücklich macht", erklärt die Autorin Dawn Eden, die mehrere Bücher über Kindermissbrauch und Keuschheit geschrieben hat[iii].   

Veröffentlicht  Christliches Forum 
21. Feb. 2015

Literatur



[i] Ives D. "Old fashioned! offers Polar opposite of "Fifty shades of Grey". Aleteia, 13. Feb. 2015
[ii] Mohler A.: 50 Shades of Grey isn’t just an evil movie- it's the next stage in the evolution of porn. LifeSiteNews, 13. Feb. 2015
[iii] Desmond J. F.: Fifty Shades of Grey's meets target. NCRegister, 14. Feb. 2015

Thursday, December 18, 2014

Prof. Dr. William E. May verstorben


Christliches Forum
19. Dezember 2015 

William E. May, McGivney Professor der Moraltheologie, John Paul II Institut/ Washington/DC/USA, der bekannteste amerikanische Moraltheologe, ist am 13.12. 2014 im Alter von 87 Jahren in Kensington, MD, USA, verstorben.
Von 1971 bis 2008 lehrte er Moraltheologie an der Katholischen Universität von Amerika in Washington. Er verfasste zahlreiche Bücher u.a. über: Sexualethik, Bioethik, Theologie des Körpers, Menschliche Existenz, Medizin und Ethik, Sexualität und die Heiligkeit des menschlichen Lebens.
Im Folgenden finden Sie das übersetzte Vorwort zum Buch: "Promises of New Biotechnolgies", das Professor May 2011 verfasst hat:

VORWORT von William E. May/
Das Buch von Dr. Edith Breburda „Promises oft New Biotechnologies“ (Versprechungen der Neuesten Biotechnologien) ist eine faszinierende und umfassende Abhandlung über wichtige Fragen der heutigen "Bioethik". Ich setze das Wort "Bioethik" in Anführungszeichen, weil Dr. Breburda’s ausgezeichnete Studie sich nicht den Arbeiten  zeitgenössischer  „Bioethiker“, dazu gehören Philosophen, Theologen, Juristen und andere Nichtwissenschaftler, angleicht. Von diesen sind die einflussreichsten diejenigen, die der Mitgliedschaft in der menschlichen Spezies keine moralische Bedeutung beimessen, die die "Natur" als ein menschliches Konstrukt betrachten, und die "neuen Biotechnologien" als einen Job zur "Erschaffung" besserer Pflanzen, Tiere und Menschen betrachten. Es besteht keine Notwendigkeit  in ihren Köpfen, auf irgendeinen "Gott" als Schöpfer hinzuweisen.
Breburda’s Buch unterscheidet sich, weil sie als Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der neuen Biotechnologien eine Autorität ist. Edith Breburda’s Buch bietet tiefe Einblicke und begründet gewichtige Vorbehalte über die utopischen Versprechungen der  Biotechnologien. Im Vorwort zu ihrem Buch schreibt Bischof Klaus Küng: "Wir hören von Hybriden, Stammzellenforschung , Klonen und andere Technologien. Viele bewundern diese neuen Techniken. Nur wenige hinterfragen. Darüber hinaus ist die Welt stolz auf das Ergebnis der modernen Biotechnologie. Sie werden als ein Zeichen des Fortschritts geschätzt ... " Er fährt dann fort: "Dennoch ist die entscheidende Frage, was Menschen tun dürfen. Die Antwort hängt von der Frage ab, was ein Mensch ist. Unsere Beziehung zu Gott zeigt  unsere Abhängigkeit von Ihm als seiner Schöpfung". Diese Worte drücken in gewisser Weise die Hauptbotschaft dieses bemerkenswerten Buches aus. Edith Breburda's  "These" beinhaltet, dass Pflanzen, Tiere, Menschen und alle Lebewesen keine künstlichen Konstrukte sind sondern von Gott geschaffen wurden.
In den Kapiteln ihres Buches  nimmt uns Edith Breburda mit auf eine Tour durch die "Leistungen" und "Versprechungen" dieser Biotechnologien. Dabei zeigt sie, dass Manipulationen bei der Tierernährung zum Rinderwahnsinn führten. Sie zeigt, wie die künstliche Befruchtung von Pferden im 18. Jahrhundert zur Entwicklung der neuen Reproduktionstechnologien, von In-Vitro-Fertilisation, Klonen, künstlicher Befruchtung bei Menschen, Eizellenproduktion, Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik geführt hat. Sie zeigt, wie genetisch manipulierte Pflanzen und Tiere bei Menschen Antibiotika-Resistenzen und neue Arten von gastrointestinalen, respiratorischen und hämatologischen Erkrankungen verursachen können, zusammen mit Fehlgeburten und der Zunahme von genetischen Anomalien bei Säugetieren und Menschen. Ich könnte diese Liste viel weiter fortsetzen, aber von dem, was bereits gesagt wurde sehen wir, was Breburda in den verschiedenen Kapiteln ihrer Arbeit behandelt. Breburda’s faszinierende Studie soll dazu beitragen, dass einfache Menschen die Komplexität und die Gefahren der neuen Biotechnologien verstehen und dass wir alle eine Verantwortung für das Wohlergehen unserer menschlichen Nachkommen und der Umwelt, in der wir leben, haben. Man kann nur wünschen, dass das Buch eine breite Leserschaft findet.


 Promises of New Biotechnologies
·  Paperback: 292 pages
·  Publisher: Scivias (September 29, 2011)
·  Language: English
·  ISBN-10: 0615548288
·  ISBN-13: 978-0615548289

Ebook
·  File Size: 1054 KB
·  Print Length: 294 pages
·  Page Numbers Source ISBN: 0615548288
·  Publisher: Edith Breburda; 1 edition (March 25, 2011)
·  Sold by: Amazon Digital Services, Inc.
·  Language: English
·  ASIN: B004TM9CZO

Sunday, November 23, 2014

Ist Social Freezing richtungsweisend?

Dr. Edith Breburda
Am 14. November 2014 veröffentlichte Carl Djerassi, der "Miterfinder der Antibabypille", einen Artikel über die Rechte der Frauen. Die Trennung von Sex und Fortpflanzung sei ein bedeutender Schritt in diese Richtung. Die Social Freezing Methode, mit der Frauen ihre Fruchtbarkeit konservieren können, lobt Carl Djerassi als richtungsweisend für die Zukunft.
Als Meilensteine der Reproduktionsmedizin sieht Djerassi die Erfindung der Pille von 1960, die In-Vitro-Fertilisation 1977, 10 Jahre nach Humanae Vitae, und die Möglichkeit, dass sich Frauen unbefruchtete Eizellen entnehmen und einfrieren lassen.
Für all diese Techniken stand die Tiermedizin Pate. Ursprünglich hatte man Zuchtziele in der Tierzucht damit verfolgt. Wen wundert es, dass viele bekannte humane embryonale Stammzellforscher, wie James Thompson von der Universität Madison/Wisconsin, Tiermediziner sind. Carl Djerassi hat auch an der Universität Madison geforscht.
In den vergangenen drei Jahrzehnten sind mehr als fünf Millionen Babys aus dem Reagenzglas geboren worden. Die genannten reproduktionsmedizinischen Methoden können nicht nur infertilen Frauen, sondern auch homosexuellen Paaren, zu Kindern verhelfen. Einige Mediziner sprechen davon, dass sie auch Unfruchtbarkeit heilen können. Physiologisch hat sich allerdings bei den betroffenen Frauen nichts verändert, sie bleiben auch nach dem Eingriff unfruchtbar.
Trotzdem können moderne reproduktive Techniken Frauen helfen, ihre biologische Uhr auszuschalten.
Selbst Frauen, die schon lange unfruchtbar sind, können wieder schwanger werden. Das Risiko, wegen fortgeschrittenen Alters ein behindertes Kind zu bekommen, soll durch das Einfrieren der Eizellen umgangen werden.
Und all das bezeichnet Djerassi und viele seiner Kollegen als die größten Errungenschaften der Reproduktionsmedizin der letzten Jahrzehnte.
Gebildete Frauen bekommen meist erst mit 35 Jahren Kinder. Hingegen liegt das Durchschnittsalter der werdenden Mütter ohne Studium bei 25 Jahren. Im Alter von 35 Jahren sind bei Frauen nur noch fünf Prozent ihrer Eizellen vorhanden. Ältere Frauen können mit Hilfe der modernen Medizin trotzdem auch im fortgeschrittenen Alter Kinder bekommen. Durch Hormonbehandlung zur Vorbereitung auf die künstliche Befruchtung können bis zu einem Dutzend Eizellen entnommen werden. Allerdings sei es besser, wenn die Frau für eine künstliche Befruchtung Eizellen benutzt, welche bereites im Alter von 20 Jahren entnommen und dann eingefroren werden. Junge berufstätige Frauen können sich so in jungen Jahren ganz dem Beruf widmen, so Djerassi.
Der Wissenschaftler begrüßt es daher, dass Facebook und Apple ihren Mitarbeiterinnen  anbieten, die Kosten für das Einfrieren ihrer Eizellen zu übernehmen Damit würde auch armen Frauen, die sich die modernen Reproduktions-Techniken nicht leisten können, geholfen. Das Leben der Frauen könne so erleichtert werden.
Frauen könnten damit Karriere machen und Kinder bekommen, und das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern könnte damit verhindert werden. Diese Option sollte allerdings nicht aufgedrängt werden. Denn Carl Djerassi weiß, was zu erwarten ist, wenn man anderen seine Meinung aufdrängt: Viele seien aus der katholischen Kirche allein wegen des Verbots, Antibabypillen zu benutzen, ausgetreten[1].
Über die Verantwortung, die wir gegenüber künftigen Generationen haben, wird heute kaum noch nachgedacht.
Die Aussagen von Djerassi treffen vor allem für Individualisten zu. Dabei gehören wir doch alle zu einer riesengroßen Familie. Gott hat uns von Anfang an als soziale Wesen geschaffen, die sich um ihre Mitmenschen zu kümmern haben. Eltern, Geschwister, Lehrer, Professoren, sie alle haben ihre Zeit und Liebe gegeben. Wir sollten der Gesellschaft doch zumindest das zurück geben, was wir unverdient empfangen haben.
Djerassi erkennt offensichtlich nicht mehr den Wert der Familie als Grundlage der Zivilisation an. Die Würde der Person baut auf ihrer Natur auf. Keine Gesellschaft kann sie ihr geben. Im Gegenteil, viele moderne Regime verwehren die Freiheit und die von Gott zugedachten Rollen von Mann und Frau. Die Attraktion zwischen den Geschlechtern, die sich gegenseitig ergänzen, ist die Basis einer Beziehung. Es handelt sich nicht um ein Konstrukt.
So sind auch Kinder keine Produkte oder Objekte der Gesellschaft, eines Staates oder einer Computerfirma. Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter und ein Recht darauf, natürlich empfangen zu werden[2].
Die Argumentation, armen Entwicklungsländern durch die Errungenschaften der modernen Reproduktionstechniken zu helfen, ist sehr fraglich. Djerassi's Artikel erschien zur gleichen Zeit wie eine Abhandlung vom 5. November 2014 mit der Überschrift:
"As marriage Culture collapses, liberals want to sterilize poor and minority Women. And the victims are women and their children."
(Weil die Ehe-Kultur zugrunde geht, wollen Liberale sich dafür einsetzen, Arme und Minderheiten zu sterilisieren. Die Leidtragenden sind die Frauen und ihre Kinder):
"Die Folge eines Zusammenbruchs der Ehe sind außereheliche Kinder. Deshalb geben sich liberale Politiker nicht damit zufrieden, jungen Frauen aus der Armen- und Mittelklasse, sowie Minderheiten, nur eine kurzwirkende chemische Sterilisation durch die üblichen Kontrazeptiva zukommen zu lassen. Sie fordern eine dauernde Sterilisation."
Eheschließungen haben ihren Tiefpunkt erreicht. Das US-Zentrum für Disease Control veröffentlichte Studien, wonach die Hälfte der 15- bis 44-Jährigen Frauen ohne Trauschein zusammenleben. Zwischen 2006 bis 2010 wurden etwa 20% von ihnen schwanger. Ihre Kinder wurden im ersten Jahr ihrer Kohabitation geboren. 40 Prozent aller Kinder, die in den USA geboren werden, und 48 Prozent der Erstgeburten haben eine unverheiratete Mutter. Eheexperten sehen darin eine Trendwende. Die neue Realität besteht darin, dass in den Vereinigten Staaten die Ehe nicht mehr als notwendig betrachtet wird, um Kinder in die Welt zu setzten. Unverheiratete Mütter findet man in allen Schichten.
Sollten wir deshalb besorgt sein, fragen Experten. Die Antwort ist ein eindeutiges ,,JA". Kinder leiden, wenn sie keine Familie haben. Das Phänomen der unverheirateten Frauen ist nicht nur ein statistischer Kennwert. Es prägt die Kinder und bedeutet einen schwierigen Lebensweg. Heute bereits existieren viele herzzerreisende Lebensberichte der Kinder von Single-Eltern[3].


Veröffentlicht Christliches Forum
25. November 2014


[1] Djerassi C.: Unbefleckte Empfängnis; Einfrieren von Eizellen. Süddeutsche, 14. Nov. 2014
[2] Pentin E.: Cardinal Müller: Attack on Marriage are a 'suicide of humanity'. Daly News, National Catholic Register, 19.Nov. 2014
[3] Hasson M. R.: As marriage culture collapses, liberal want to sterilize poor and minority woman, Politics, Aleteia 5. November 2014

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