Freitag, 2. Dezember 2016

USA heute: Donna – vom Leben und Überleben einer amerikanischen Indianerin

Dr.  med. vet. Edith Breburda


Jeden Donnerstag und Samstag kann man Donna in der letzten Bank einer Stadtkirche im mittleren Westen der USA finden. Ihr immer zu ihrem Kleid passender Hut umrahmt ein sympathisches, fast jungenhaftes Gesicht der Anfang 70-jährigen Dame.
Tief in Gedanken versunken, lässt sie ihren Rosenkranz durch ihre Hand gleiten. Es sind kaum noch Leute in der Kirche, das Allerheiligste wurde nach der Messe wieder eingesetzt, und die Schlange der Beichtenden hat sich verflüchtigt.
So wage ich es Donna anzusprechen. Es interessiert mich ob sie mit den vielen Christen an der 54-tägigen Rosenkranz-Novene für einen guten Ausgang der Wahl teilnimmt. Vielleicht hätte ich es nicht tun sollen, denn wir beide saßen geschlagene 2 Stunden und plauderten, leise und verhaltend, obwohl die Kirche nun wirklich leer war. Nur der Kirchendiener schlich an uns vorbei, schloss die Tür jedoch nicht ab und verschwand nach ein paar Sekunden wieder.
Donna hatte etwas sehr Einvernehmendes an sich; ihre Mutter war Deutsche und Ihr Vater Indianer. Ja, jetzt wo sie es sagt, sah man es - warum ich da nicht sofort darauf gekommen bin?
Donna erzählt von den letzten Jahren, von der großen Rezension: „Nein, es war keine Rezension, es war eine Depression, schlimmer als in den zwanziger Jahren.“
Sie und ihre Familie waren in Kalifornien. Sie waren sehr wohlhabend, haben jedoch 2007 alles verloren. Donna und ihr Mann fuhren damals durch die Stadt und schauten sich die Brücken an, bis sie eine fanden, wo ein Fastfood-Restaurant gleich um die Ecke war.
„Hier ist es schön, sagten wir zueinander, „dort gibt es ein McDonald, so müssen wir wenigstens nicht verhungern.“
So viel realistischer Optimismus inmitten einer Notlage ist erstaunlich: „Ich sitze hier immer und übergebe alles dem lieben Gott, er wird sich wohl denken: ‚Oh schon wieder unsere Donna! Ich kann es nicht mehr hören! ‘
Und dann wurde ihr Mann sehr krank. Er hatte 30 Jahre nicht mehr die Sakramente empfangen. Doch er kam zurück, verlangte nach einem Priester und ging plötzlich zur Beichte. Donna berichtet:
„Ich habe ihn nicht darum gebeten. Er wollte das von sich aus. Vor 3 Jahren ist er gestorben. Viele haben ihn danach gesehen. Es geht ihm gut. Selbst hier in der Kirche sah ihn eine Frau. Sie sprach mich nach der Messe an und sagte zu mir:
‚Wie schön, dass du mit deinem Sohn da warst!’ -Ich war ganz perplex: ‚Mein Sohn? Der geht nicht in die Kirche mit mir. Das ist unmöglich.’- ‚Aber doch, es war ein junger Mann, und er ging hinter dir zur Kommunion und betete ganz andächtig.’
„Als ich nachfragte, wir er aussah, beschrieb sie ihn mir wie meinen Mann, als er 20 Jahre alt war. Auch zu mir kam er, und ich konnte ihn umarmen. Es war in einem Traum. Die Umarmung spürte ich ganze 3 Wochen lang.
Wissen Sie, meine Großmutter hatte als Indianerin die Gabe der spirituellen Träume. Sie betete und betete. Als ich 19 Jahre alt war, besucht ich sie. Mir wurde ganz anders. Sie redete von Engeln, die vom Himmel kamen und mit ihr beteten. Sie hörte wunderbare Musik.
Diese Gabe, von den lieben Verstobenen zu träumen, wird vererbt, und mein Bruder hatte diese Gabe. Ich war damals verwundert, wieso ich davon nicht betroffen war. Mein Bruder war doch gar nicht so fromm wie ich.“
Und dann kommt Donna auf ihren Sohn. Seine Frau Michaela war ein Engel. Sie waren reich, und Michaela gab so viel weg, wie sie konnte. Sie half den Obdachlosen, besorgte ihnen eine Stelle und eine Wohnung. Sie hatten in Kalifornien eine gutgehende Firma.
Michaela fand ein Mädchen, das total entstellt war. Keiner wusste, wo sie dieses Mädchen gefunden hatte. Sie käme von einem speziellen Behinderten-Heim, hat Michaela berichtet.
Und weil sie sehr intelligent sei, wolle Michaela ihr unbedingt helfen. In ihrer Firma richtete sie ihr ein Buero ein, dort, wo sich keiner an dem Aussehen der Mitarbeiterin störte.
Ihr Mann hatte Schwierigkeiten, der jungen Dame ins Gesicht zu sehen. Michaela hatte keine Probleme. Oft ging sie zu ihrem Schützling und versuchte alles, dass sie sich in ihrer Firma wohl und angenommen fühlte.
Doch auch sie verloren ihre Gewerbe 2007. Alles war so gut gegangen - und nun standen sie vor dem Nichts. Mein Sohn arbeitete, wo er nur konnte, er nahm mehrere Jobs an... es war ihm ganz egal was, und langsam, sehr langsam hat er sich wieder hochgearbeitet.
Es gab Firmen, die sagten, es könne nichts passieren - und 3 Monate später konnten sie die Löhne nicht mehr zahlen. Die Mittelschicht kämpft um’s Überleben. Aber einen Mittelstand gibt es im Grunde gar nicht mehr.
Diejenigen, denen nichts passiert ist, haben den Touch zur arbeitenden Klasse verloren, sonst gäbe es ja nicht all die ‚homeless’, jene Menschen, die vor allem in Los Angeles in Zelten hausen.
Doch Michaela ließ sich nicht unterkriegen, sie half weiterhin den Leuten. Sie ging ins Gefängnis und betete mit den Frauen. Oft wird man hier ja wegen nichts eingesperrt. In den letzten Jahren sind so viele Leute deportiert worden wie noch nie. Das weiß kaum einer.
Michaela gab den Frauen Hoffnung. Jeder wollte sie im Gefängnis sehen. Die Gebetsgruppe sei zu groß, hieß es dann von der Gefängnisleitung, es sei ein Sicherheitsrisiko. Als ob es ein Risiko ist, wenn man betet! Als ich Michaela das letzte Mal vom Gefängnis abholte, liefen ihr alle Frauen nach. Jeder wollte sie berühren.
Sie war wie ein Engel. Sie war Französin und hatte eine ganz weiße Hautfarbe. Als ich Michaela das erste Mal sah, bin ich ganz erschrocken. Sie kam hinter mir auf mich zu und sprach mich mit Mama’ an. Ich drehte mich um und sagte: ‚Oh bist Du weiß!’ Sie fragte, ob das schlimm sei. -und dann mussten wir lachen.
Mit ihrem blonden Haar stand sie auf dem Gefängnishof. Mir würde kein Mensch nachrennen, aber ihr schon. ‚Ich helfe euch’, versicherte sie, ich komme wieder, macht euch keine Sorgen!’
Doch dann wurde sie krank. Keiner wusste was sie hatte - und eine Woche später starb sie.
Sie war 42 Jahr alt. Mein Sohn hat das nicht überwunden. Er ist an keiner anderen Frau mehr interessiert, auch wenn Michaela schon seit 2008 tot ist. Er träumte von ihr. Sehen Sie, auch er hat diese Gabe der ‚spirituellen Träume’. Michaela kam und er umarmte sie. Sie wollte ihm etwas sagen, doch in diesem Moment klingelte der Wecker. Das war der schlimmste Tag im Leben meines Sohnes.
Vor sieben Monaten dachte ich, ich darf nun auch sterben. Ich hatte unerklärliche, starke Blutungen. Nur hatte ich - wie so viele ohne Arbeitsplatz - keine Krankenversicherung mehr. Früher, ja da war ich gut versichert, doch seitdem wir unser Unternehmen verloren haben, habe ich nichts mehr und jetzt brauchte ich plötzlich eine Versicherung.
Meine Schwester, die 15 Kinder hat, sagte mir, ich solle in das Krankenhaus der Indianer gehen, dort werde ich umsonst behandelt.
Als die Blutungen immer stärker wurden, rief ich dann doch im Krankenhaus an. Ich solle sofort kommen. So war ich in der Notaufnahme. Ich dachte: ‚Heute darf ich also sterben. Was für ein schöner Tag. Ich habe keine Versicherung, also lassen sie mich hier sterben.’
Die Ärzte schauten mich ganz entgeistert an. Wer will schon sterben - außer mir! Ich brauchte sofort eine Operation, doch in ganz Phoenix war kein einziges Bett frei. Endlich fanden sie ein Bett in der Mayo-Klinik in Scottsdale. Stellen sie sich vor, die beste Klinik, die es gibt.
Natürlich hatte ich - wie immer - alles dem lieben Gott überlassen, so wie Er will. Das sagte ich auch den Krankenhauspersonal. Sie sollten sich keine Gedanken machen, alles ist gut.
Als ich in der Mayo-Klinik ankam, fragte man mich sofort nach meiner Versicherung. ‚Ich habe keine’, sagte ich. Die Frau bei der Aufnahme erwiderte: ,Dann können wir sie nicht operieren.’ - Und so freute ich mich, dass ich jetzt eben in der Mayo-Klinik sterben darf. Doch nach zwei Minuten kam die Frau zurück und erklärte, sie hätten jetzt einen Weg der Finanzierung gefunden - und so wurde ich doch operiert.
Ich hatte Unterleibskrebs und brauchte eine anschließende Chemotherapie. Die kann ich mir nicht leisten. Ich sagte, man solle mich einfach in Ruhe lassen. Das ist jetzt sieben Monate her. Mir geht es prima - ganz ohne irgendwelcher Medikamente.
Ich habe meine Haare abgeschnitten, weil sie mich einfach ärgerten. Und nun kann ich endlich Hüte tragen. Zuvor sah ein Hut aus wie eine Krone, weil ich so dicke Indianerhaare hatte.
Jetzt bin ich ‚hutsüchtig’. Ich habe 18 Hüte. Eine Frau brachte mir eine Hut: ,Donna’ sagte sie – ,das ist ein Hut für dich, nur du kannst so etwas tragen. - Und außerdem bekam ich den Hut mit einem 70-prozentigen Rabatt.’ Dieser Satz hätte von meiner Schwiegermutter stammen können.“
Donna lächelt, es ist nun schon spät geworden, sie musste zu ihrem Sohn, bei dem sie wohnt. So lange wie mit mir hat sie noch nie mit jemandem geredet.
Und so gab mir Donna einen erneuten Einblick in das Leben des Durchschnitt-Amerikaners- kurz vor der Wahl 2016.


Montag, 26. September 2016

New Release- Felix the Shrine Cat


Felix is a cat of extraordinary intelligence and with great enthusiasm he explores all things, animal, vegetable, and human in his neighborhood. What deepens his thought is the shrine and the creed of its guardians. His adventures around the vicinity of Lake Constance often bring him into dangerous situations. He has the uncanny ability to make friends who appear and save him just in the nick of time. As a teenage cat he chafes at the strict rules which he is told to observe. He believes a “liberated” kitten shouldn’t have to be so shackled. Because of his endearing mannerism and cute tricks, he soon becomes the darling of the Shrine of “Our Lady of Victory” in the little village of Wigratzbad and of all the pilgrims as well. He asks about the Bavarian Shrine and Catholic teaching in an engaging way. He always tries to understand more completely what is explained to him.
His best friend is a seminarian who becomes ordained and leaves Felix. His last order is to ensure that Felix becomes the ‘official assistant’ porter of the Seminary.
Felix considers himself an expert in the CAT-e-chism, which he learns by heart as his little Marie memorizes it to prepare for her first HOLY COMMUNION.
He considers it as his duty to know perfectly any CAT book. The charm and thoughts of our little feline bring the readers young and old into another world as seen by a furry four-footed ‘soulmate.’




A free download of the new book: Felix the Shrine Cat is available from September 27- September 30, 2016



Don't miss it!!!


  • File Size: 1724 KB
  • Print Length: 91 pages
  • Publisher: Scivias; 1 edition (September 24, 2016)
  • Publication Date: September 24, 2016
  • Sold by: Amazon Digital Services LLC
  • Language: English
  • ASIN: B01LZLHDVY
  • Text-to-Speech: Enabled
  • X-Ray:
  • Word Wise: Enabled
  • Lending: Enabled
  • Enhanced Typesetting: Enabled


REVIEWS
“My thanks for the very enchanting adventure of ‘Felix der Wallfarhtskater’ are very sincere. I am impressed with the pedagogical value of the story. I do hope many children will be able to read it because Felix does include so much solid catholic teaching in the entire story. Msgr. William DeBock, Madison, WI. 11.08.2009

“Felix the Shrine Cat is a charming book of fanciful whimsy and deep faith that will entertain and inspire people of all ages.” Fr. Jay P., Madison, WI. 

“This is the cutest story I ever read. I think I never laughed so much while reading a book.” Denise Schroeckenthaler, Mother of 12 children, Madison, WI.

“This book is brilliant. I loved the very vivid and endearing adventures of Felix. The reader comes away with a deep joy and love for Christ and his Church, through the eyes of Felix.” Anne E. Rookey, Madison, WI.

The book is full of love and teaching of the faith for all ages. Seen through the eyes of dear Felix makes the story fun and humorous. You will enjoy his journey of faith and trust through all who met and loved him. Liz Lewis, Grandmother, Scottsdale, AZ. 

Pope Benedict received a copy of the book "Felix der Wallfahrtskater' written by Edith Breburda of Madison. Edith's relative, who is a classmate of the Holy Father, had Mass and breakfast with the Pope, on which occasion he could present the gift. The children's book relates the escapades of Felix, a cat at a pilgrimage place in Germany. The wise cat is able to teach his readers about the Catholic faith in a humorous way. The Holy Father had a big smile when receiving the book. He loved especially that a cat would explain the catechism. Scnstatt Sister Maria M./Madison, WI. 22.07.2009

Freitag, 9. September 2016

Zika - zwischen Hoffnung und Desaster

Fußnoten:
[1] GMO = genetically modified organism (Gentechnisch veränderte Organismen)
[2] https://www.facebook.com/Flowertown-Bee-Farm-and-Supplies-169371146803372/
Literatur
1) E. Breburda et al.: Vitamin A deficiency in the late gastrula stage rat embryo results in a one to two vertebral anteriorization that extends throughout the axial skeleton. Dev Biol. 2003 May 1; 257(1):14-29.
2) Edith Breburda: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst. Paperback: Publischer: Scivias-Verlag: 254 pages. ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650, Language: German, 28. February 2014
3) Smith M.: Brazil: Reported Microcephaly number rising. But among investigated cases, 60% were ruled out. Medpage 02.03.2016
4) Kathleen Haugency FSU Research team makes Zika drug breakthrough, Florida State University. Science, 29. August 2016
Vorabauszug aus dem demnächst erscheinenden Buch: "Gentopia, das gelobte Land" von Dr. Edith Breburda
*


Insektenschutzmittel, die Zika übertragende Moskitos bekämpfen, könnten Mikrozephalie verursachen. Gibt es eine Heilung?
Dr. Edith Breburda

Veröffentliche in Schattenblick, 14. September 2016
Das New England Journal berichtet, dass eine Zika-Virus Infektion während der Schwangerschaft höchstwahrscheinlich nicht mit einer sogenannten Mikrozephalie, d.h. mit der Ausbildung eines kleineren Kopfes beim Ungeborenen, in Verbindung gebracht werden kann. Die Krankheit könnte hingegen durch die Insektenschutzmittel hervorgerufen werden, welche großflächig angewendet werden, um die Virusträger, Mücken, abzutöten.
Noch nie hat sich eine Missbildung im Ungeborenen entwickelt, die durch einen Insektenstich hervorgerufen und gegebenenfalls über Geschlechtsverkehr übertragen wurde. Doch Berichte über das Zikavirus verfolgen uns und jagen Schwangeren Angst ein. Planned Parenthood pocht auf das Recht der Schwangeren, die von einer Mücke gestochen wurden, ihr Kind abzutreiben. Nur so könne eine eventuell vorliegende Mikrozephalie des ungeborenen Kindes behandelt werden.
"Wir kennen die Argumente von Planned Parenthood, die armen, jugendlichen oder afrikanischen Amerikanerinnen zu einer Abtreibung raten. Nun wurde Mikrozephalie der langen Liste der Abtreibungsempfehlungen hinzugefügt", sagt Patti Armstrong in ihrem Artikel "Questionable Zika Scare Manipulated by Pro-Abortion Forces", vom 7. September 2016.

"Das Erschreckende an dem Virus ist nicht, dass es durch eine Mücke übertragen wird, sondern, dass die Abtreibungsindustrie angibt, Schwangeren in den "Zika-Virus Gebieten" nur durch eine Abtreibung helfen zu können. Es scheint nicht so sehr relevant, ob ihr Ungeborenes wirklich erkrankt ist. Zika wird benutzt, um Ängste zu schüren. Es ist die reinste Hysterie ausgebrochen", erklärt Patti.
Mittlerweile hinterfragen einige Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der möglichen Übertragung durch Mücken. Das New England Journal berichtet, dass das Virus höchstwahrscheinlich nicht mit einer Mikrozephalie in Verbindung gebracht werden kann.

Das New England System Institute (NECSI) untersuchte 12.000 kolumbianische Schwangere, die mit dem Zika-Virus infiziert waren. Keines ihrer Ungeborenen war von einer Mikrozephalie betroffen. Das NECSI fand insgesamt nur sieben Mikrozephalie Fälle, die bei 48 Millionen Kolumbianern auftraten, während bei 200 Millionen brasilianischen Einwohnern 1.500 erkrankte Ungeborene gefunden wurden. Die Einwohnerzahl der Länder kann für den zahlenmäßigen Unterschied der Erkrankung nicht verantwortlich gemacht werden.

Das New England Journal of Medizin interpretiert die Daten dahingehend, dass die Verbindung zwischen Zika und Mikrozephalie neu überdacht werden muß. Wissenschaftler suchen mittlerweile nach anderen Ursachen. In einem Artikel der medizinischen Fachzeitung Science Daily wird das Insektenschutzmittel Pyriproxyfen als Verursacher der Mikrozephalie angesehen. Die Substanz gleicht chemisch einem Hormon von Insektenlarven, welches dem Körper Retinsäure, ein Metabolit des Vitamin A's, raubt. Wenn Vitamin A, das für das Wachstum und die Entwicklung des Menschen verantwortlich ist, während der Embryonalentwicklung fehlt, kommt es zu Missbildungen (1). Wissenschaftler aus Brasilien, Argentinien, des toxikologischen Wissenschaftszentrums in Schweden und des NECSI untersuchen das Insektenschutzmittel Pyriproxyfen nun genauer.

Es gibt Vermutungen darüber, daß auch einige Impfstoffe oder genetisch veränderte Moskitos als Verursacher von Mikrozephalie in Betracht kommen. "In diesen Fällen stehen jedoch die Interessen von Multimillionen Dollar schweren Unternehmen, die GMO [1] Organismen herstellen, auf dem Spiel, so dass es einfacher erscheint, einem Moskito die Schuld an der Krankheit zu geben", erläutert Petty.

Noch im April 2016 hat das US-amerikanische Zentrum für Krankheitskontrolle (Center for Disease Control and Prevention) Zika als Ursache für die Missbildung angesehen. Der amerikanische Staat stellte bereits damals 222 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um Moskitos zu vernichten. Eine weitere Unterstützung aus der Staatskasse wurde im September beschlossen. Die angewendeten Insektenschutzmittel schaden jedoch nicht nur den Mücken, sondern allen Insekten. So beobachtete man, dass Bienen millionenfach im Südosten der USA verendeten, nachdem von der Luft aus ein Neurotoxin versprüht worden war, um Moskitos zu töten. Die vielen, meist leblosen Bienen, die neben den Bienenstöcken liegen, sind auf einem Video zu sehen, welches Imker auf Facebook veröffentlichten.[2]

Bienen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztieren nach Rindern und Schweinen. Ihre Wertschöfung wird weltweit mit 200 Millionen Euro berechnet. Immer häufiger wird von Bienen berichtet, die auf mysteriöse Weise sterben. Gegner von GMO machen gentechnisch veränderte Pflanzen dafür verantwortlich.

Mais ist z.B. eine der wichtigsten Nahrungs- und Futterpflanzen. Pflanzenkrankheiten und Schädlinge verursachen jedes Jahr enorme Ernteschäden. Große US-Agrarfirmen versuchen daher, diese Schädlinge mit Hilfe von gentechnisch veränderten Maissorten einzudämmen.
GMO-Pflanzen produzieren neben Herbiziden auch Insektizide. Ihr Bt-Gift wird in jede Zelle der Pflanze eingebaut. So ist es auch in den Pollen vorhanden, die meistens auf den Blättern landen. Insekten sterben daran, wenn sie Bt-Toxin fressen. Das Ziel ist es, die Insekten zu reduzieren, damit sie keinen weiteren Schaden anrichten können. Leider können auch andere Insekten an dem Gift sterben. Langzeiteffekte und die Kumulation im Insektenorganismus sind noch nicht erforscht. Der Pollenflug ist zwar hauptsächlich auf das Maisfeld konzentriert, aber Pollenflug und Niedrigkonzentrationen sowie chronische Effekte des Bt-Giftes erfassen somit alle Insekten, auch die des weiteren Umfeldes. Hummeln und Bienen könnten dadurch sogar ausgerottet werden.

In Ländern wie Brasilien, die GMO Pflanzen im großen Maßstab anbauen, kommt es zudem zu einer Resistenz der Unkräuter und Insekten gegen GMO-Gifte. Immer häufiger klagen Landwirte, die GMO Pflanzen anbauen, dass sie noch mehr Insektizide und Herbizide anwenden müssen.
Im April/Mai 2008 war es bereits zu einem großen Bienensterben im Rheintal gekommen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ließ daraufhin die Zulassung von acht Saatgutbeizmitteln ruhen, da sechs von ihnen die oben genannten Neonicotinoide enthielten. Auf den Verlust der Imker durch ein Bienensterben wird seit Jahren aufmerksam gemacht. Gesunde Bienen-Populationen garantieren letztendlich eine gute Ernte, so dass Bt-Toxine und andere Insektizide, wie z.B. Clothianidin, nicht dazu beitragen sollten, sie auszurotten.

Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide (Acetamiprid, Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam) können die Entwicklung von Neuronen und Hirnstrukturen bei Föten und Kleinkindern beeinträchtigen. Die zuständige EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit will deshalb die Grenzwerte für Neonicotinoide verschärfen (2). In den USA ist das anders, dort werden momentan Steuergelder benutzt, um einen Virus zu bekämpfen, an dem bisher 35 Amerikaner mit eher milden Symptomen erkrankt sind.

Anfang März 2016 berichtete Dr. Smith in einer US-medizinischen Zeitung, dass es in jedem Land Kinder gibt, die eine Mikrozephalie entwickeln. "Die Zahl der tatsächlich an Mikrozephalie erkrankten Ungeborenen ist eher gering im Vergleich zur Gesamtzahl der Neugeborenen eines Landes. In den USA werden im Jahr 39 Millionen Babys geboren. Von ihnen entwickeln 2-12 pro 10.000 eine Mikrozephalie. Die Amerikanische Akademie für Neurologie und die Gesellschaft für Kinder-Neurologie vermutet, dass die Anzahl im höheren Bereich liegt. Das heißt, 25.000 aller Neugeborenen haben einen kleineren Kopf. 2015 wurden in Brasilien weniger als 200 Kinder mit Mikrozephalie geboren. Von 3 Millionen Babys erkrankten in 10.000 Fällen 0,5 Kinder. Das sind viel weniger Babys, als man vermutete", sagte der Experte damals.(3)
Was aber, wenn die ganze Insektenvernichtung, die Aufregung und all die Empfehlungen, was bei einer Erkrankung (prophylaktisch) zu tun sei, umsonst waren?

Amerikanische Wissenschaftler der Florida State Universität, des "Nationalen Institutes of Health" und der John Hopkins Universität haben zwei Substanzen entwickelt, die das Virus an einer weiteren Teilung und damit Vermehrung hindern. Die bereits von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassene existierende Komponente kann bei Ungeborenen verhindern, dass es zu einer Fehlentwicklung kommt, so daß Geburtsdefekte gar nicht erst entstehen.

"Nicolsamide" werden momentan dazu benutzt, Endoparasiten zu behandeln. Theoretisch könnte es umgewidmet werden und stünde damit sofort auch Schwangeren zur Verfügung. "Die Substanz hat keine weiteren Nebenwirkungen, man müßte nur mehr Untersuchungen machen, um die genaue Dosierung für Schwangere festzulegen. Das Medikament ist eine große Hoffnung für Frauen, die ein hohes Risiko haben, ein Kind mit Mikrozephalie zu bekommen", sagt der Biologe Professor Hengli Tang der Florida State University. "Wir konzentrierten uns auf die chemischen Substanzen, die uns bereits vorliegen, und waren so in der Lage, schnell ein Mittel zu finden, welches eine Fehlbildung stoppen kann.", fährt er fort. "Auch, wenn eine Mikrozephalie, die durch das Zika Virus entstanden ist, nur sehr selten vorkommt, der Schaden ist schrecklich, weil er irreversible ist und ein Kind mit einem kleineren Kopf später nicht mehr geheilt werden kann."(4)


Fußnoten:
[1] GMO = genetically modified organism (Gentechnisch veränderte Organismen)
[2] https://www.facebook.com/Flowertown-Bee-Farm-and-Supplies-169371146803372/

Literatur
1) E. Breburda et al.: Vitamin A deficiency in the late gastrula stage rat embryo results in a one to two vertebral anteriorization that extends throughout the axial skeleton. Dev Biol. 2003 May 1; 257(1):14-29.
2) Edith Breburda: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst. Paperback: Publischer: Scivias-Verlag: 254 pages. ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650, Language: German, 28. February 2014
3) Smith M.: Brazil: Reported Microcephaly number rising. But among investigated cases, 60% were ruled out. Medpage 02.03.2016
4) Kathleen Haugency FSU Research team makes Zika drug breakthrough, Florida State University. Science, 29. August 2016

Vorabauszug aus dem demnächst erscheinenden Buch: "Gentopia, das gelobte Land" von Dr. Edith Breburda


Fußnoten:
[1] GMO = genetically modified organism (Gentechnisch veränderte Organismen)
[2] https://www.facebook.com/Flowertown-Bee-Farm-and-Supplies-169371146803372/
Literatur
1) E. Breburda et al.: Vitamin A deficiency in the late gastrula stage rat embryo results in a one to two vertebral anteriorization that extends throughout the axial skeleton. Dev Biol. 2003 May 1; 257(1):14-29.
2) Edith Breburda: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst. Paperback: Publischer: Scivias-Verlag: 254 pages. ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650, Language: German, 28. February 2014
3) Smith M.: Brazil: Reported Microcephaly number rising. But among investigated cases, 60% were ruled out. Medpage 02.03.2016
4) Kathleen Haugency FSU Research team makes Zika drug breakthrough, Florida State University. Science, 29. August 2016
Vorabauszug aus dem demnächst erscheinenden Buch: "Gentopia, das gelobte Land" von Dr. Edith Breburda
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Donnerstag, 1. September 2016

Pornofilme begünstigen Ehescheidungen


 Dr. Edith Breburda
  
Christliches Forum, 4. September 2016


Das Science Magazine berichtete am 26. August, seitdem die Welt ‚Online’ ist, würde
mehr als je zuvor Pornographie konsumiert.

Die amerikanische Soziologische Gesellschaft ging auf ihrem Jahrestreffen in der letzten Augustwoche 2016 der Frage nach, ob Pornographie Auswirkungen auf das Eheleben hat. Nun fand man heraus, dass sich Frauen deshalb eher scheiden lassen.

Experten sehen schon seit längerem, dass das Eheglück unter Pornographie beeinträchtigt wird. In der neuen Studie werden Daten von 2006-2014 analysiert. Die Amerikaner dieser Studie wurden mehrere Male in den acht Jahren über alles Mögliche, aber auch über ihre moralischen Anschauungen befragt. So kann nachverfolgt werden, wie sich ihre Gewohnheit und ihre Lebensanschauung über die Zeit verändert hat.

Um den Pornographie-Konsum zu dokumentieren, wurden sie nach ihren Eheverhältnissen gefragt und wie viele Filme aus dem Rotlicht Milieu sie sich angesehen hätten.

Es ist zwar nicht die perfekte Frage, um einen Pornographie-Konsum zu analysieren, aber sie ist dennoch meist valide, die dem Zeitwandel standhält“, sagt der Autor der Studie, Prof. Samuel Perry von der Universität von Oklahoma (OU) in Norman.

1681 der 5698 Probanden gaben zu, derartige Filme angesehen zu haben, wobei 373 sie zum ersten Mal während der Studiendauer anschauten. Perry und sein Kollege Cyrus Schleifer fanden heraus, dass Leute, die damit anfingen, Pornographie-Filme zu sehen, eher dazu neigten, sich von ihrem Partner zu trennen. Ihre Frau zu verlassen, steigerte sich bei Männern von 5% auf 10%, während die Zahl der Frauen von 6% auf 18% anwuchs.

Es könnten natürlich schon Eheprobleme vorgelegen haben, bevor man damit anfing, Pornos zu schauen, meinen Kritiker. Für Perry zählt dieser Einwand nicht: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Daten eindeutig auf einen Zusammenhang hinweisen. Wir können von einer direkten Beeinflussung ausgehen.“

Perry berichtet: Wenn eine Frau aufhört, diese Filme anzusehen, geht die Scheidungsrate von 18% wieder auf 6% zurück. Leider ist das nicht so bei Männern, weil sie, wenn sie einmal damit anfingen, Pornos zu sehen, fast nicht mehr damit aufhören können.
Neben dem Effekt, den Pornographie auf unterschiedliche Geschlechter hat, beobachteten die Forscher auch einen Altersunterschied. Je jünger die Konsumenten, desto eher verlassen sie ihren Partner.

Menschen, die einer Glaubensgemeinschaft angehörten und einmal in der Woche ihre Gottesdienste besuchten, trennten sich nicht so leicht von ihrem Partner. Das Ergebnis erstaunte die Soziologen. Sie dachten, Pornographie-Abhängigkeit in religiösen Kreisen würde eher als moralisch falsch angesehen und deshalb gerade zu einer höheren Scheidungsrate führen.

Perry und sein Team möchten nicht die moralische Keule gegen Pornographie schwingen. Ihre Intention ist es, einfach nur aufzuklären (Schultz. D. Divorce rates double when people start watching porn. Science, 26. August 2016).


Donnerstag, 28. Juli 2016

Venezuelaner verbringen ihre Tage in der Warteschlange


Dr. Edith Breburda
Veröffentlicht in: Christliches Forum, 28.7.2016
Die ökonomische Lage in Venezuela verschlechtert sich zunehmend. Leute stehen geduldig in größter Hitze vor einem Laden. Unfreiwillig wurden sie Zeugen, wie ein Mann mit einer Pistole einen Jungen Namens Pererz bedroht, damit dieser sein Handy hergebe. Perez ergreift die Flucht. Doch bevor er den Eingang zur Drogerie erreicht hat, strecken ihn acht Schüsse nieder. Er fällt zu Boden. Blut tropft auf den Asphalt. Die Leute in der Schlange scheinen ungerührt und hoffen, ihre Drogerieartikel zu erhalten.

„Um zu überleben, sind wir darauf angewiesen, zu warten. Alles andere ist zweitrangig. Du musst sicherstellen, dass du das, was du brauchst, bekommst. Alles andere darf dich nicht irritieren. Mitleid ist hier fehl am Platz“, sagt der Drogist Heide Mendoza.

Die Warteschlangen vor den Läden sind in Venezuela nicht nur länger, sondern auch gefährlicher geworden. Es ist der einzige Lebensinhalt -und immer öfter endet er tödlich.
Mehr als zwei Dutzend Leute und ein kleines Mädchen sind in den letzten 12 Monaten vor den Geschäften umgekommen. Eine 80-jährige Frau wurde zu Tode getrampelt, als ihre Mitmenschen anfingen, den Laden vor ihr zu stürmen. Immer öfters kann so etwas nun passieren, weil in Venezuela die lebensnotwendigsten Dinge fehlen.

Die Ökonomie des Landes kann sich mittlerweile in der Länge der Warteschlangen vor den Läden des Landes messen. Im Durchschnitt steht man 35 Stunden in der Woche an. Das ist dreimal länger als noch vor zwei Jahren. 

Nachdem die Ökonomie zusammenbrach, schlagen sich die Leute regelrecht um die alltäglichen Dinge. Konflikte, Kämpfe und auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein, sind da vorprogrammiert. Venezuelas Ölvorkommen sind schon lange verbraucht.

Die Misswirtschaft der Sozialisten führte dazu, dass das Land selber nichts mehr produzierte und mehr importieren musste. Die Versorgung brach langsam zusammen. Bald war kein Geld für die einfachsten Dinge mehr da. Politiker sorgen sich heute mehr über die Lebensmittelknappheit als über die Sicherheit des Landes. Das erstaunt, weil Venezuela ein Land mit der größten Selbstmordrate ist.

Verzweiflung facht die Gewalt auf den Straßen an. Die Medizinstudentin Maria Sanchez hat den gleichen gelangweilten Blick in ihren Augen wie alle anderen hier. Als sich jedoch eine Frau vordrängeln wollte, schlug sie auf diese ein, bis sie schließlich davonhumpelte. Den Rest der Wartezeit presste Sanchez ihre Lippen zusammen, während ihre Mutter leise neben ihr weinte: „Wenn Du auf die Straße gehst, musst du voller Energie sein, damit du nicht von anderen hereingelegt oder betrogen wirst. Die Not hat ein schreckliches Gesicht“, sagt sie. 

Keiner ist von dem Engpass verschont. Selbst in den wohlhabendsten Vierteln von Caracas stehen die Einwohner mit ihren 20 Liter-Kanistern in einer langen Schlange und hoffen, dass der Wasserlaster vorbeikommt. 

Die ärmere Bevölkerung muss zum Fuß eines Berges gehen. Dort streiten sie sich um das Quellwasser. An automatischen Geldmaschinen bekommt man unter der Woche umgerechnet 8 Euros pro Tag. Die Warteschlangen werden besonders am Freitag sehr lange. 

In Venezuela vermeidet man es, bar zu zahlen. In den kleinen Läden kann man nur noch eine Kreditkarte benutzen. Jede Nacht stehen Kunden vor Autowerkstätten an, um eine der wertvollen Autobatterien zu ersteigern, die am anderen Morgen, kurz nach Eröffnung, nicht mehr zu bekommen sind. 

Alle Einwohner des Landes, auch Kinder, wissen aufgrund ihrer Passnummer, wann und wo sie bestimmte Dinge kaufen dürfen. Schon lange bevor die Geschäfte öffnen, gehen Gerüchte herum, wo es die beste, stets zugeteilte Ware gibt. 

Einige fälschen ihre Pässe, um zusätzliche Güter zu erhalten. Schwangere und alte Leute werden beim Warten bevorzugt. Dennoch stehen jedem nur zwei Dinge zu. Am längsten steht man für das an, was am knappsten ist: -Lebensmittel.
Eine Studie der Simon Bolivar Universität berichtet, dass neun von zehn Menschen nicht genug Nahrungsmittel kaufen können.

Die Preise schossen in die Höhe. Schuld daran ist die Angst, leer auszugehen. Dass der Schwarzmarkt unter den Bedingungen floriert, erklärt sich von alleine. Denn es kommt trotzdem vor, dass einige Lebensmittel horten. 

Die Wartenden lassen sich nicht irritieren. Nie wissen sie, was sie bekommen werden, wenn sie endlich an der Reihe sind. Wenn die Lebensmittel-Transporter ankommen, öffnen die Läden sehr pathetisch ihre Türen, damit die Wartenden sehen, was es heute zu kaufen gibt. Manchmal kann man nur noch Hundefutter bekommen. 

Und wenn die Enttäuschung dann zu groß ist, um sie ertragen zu können, dann stürmen die Bürger Venezuelas einfach den Laden, so wie das Hunderte im Juni 2016 taten. „Wir verhungern“, rechtfertigte einer die Aktion. Der Lebensmitteltransporter war schon lange wieder weg, und die Türen wurden einfach zu zögerlich geöffnet. Soldaten bewachen die Ausgabe der Lebensmittel. Sie zögern keinesfalls, Tränengas zu benutzen. So sind bereits drei Leute vom Militär erschossen - und Hunderte verhaftet worden. 

Nicht weit von der Stelle, wo Perez erschossen wurde, verbrannte der aufgebrachte „Mob“ einen Dieb. Nachdem der Verletzte fortgebracht wurde, gesellte sich derjenige, der das Feuer gelegt hatte, seelenruhig zu den Wartenden. 

Auch wenn Gewalt in der Luft liegt, passieren in so einer Schlang auch ganz gewöhnliche Dinge. So hat Merlis Moreno vor einem Hühnchenladen ihre Tochter geboren. Die 21-Jährige merkte, dass sie ihre Wehen bekam, als sie bei glühender Hitze in den Stadtbus von El Tigre einstieg. Sie hatte keine andere Wahl, als trotzdem einkaufen zu gehen, weil sie nichts mehr zu essen hatte.
Der Hausmeister des Supermarktes half ihr, das Kind zu entbinden. Ein alter Lumpen, den sie fanden, diente als Windel. 

In der Schlange für Toilettenpapier sangen die wartenden Kinderlieder, als sie Zeugen wurden, wie ein kleiner Junge laufen lernte. Kinder machen ihre Hausaufgaben, und junge Männer nutzen die langen Stunden, um junge Frauen kennen zu lernen, auch ohne Onlinedating.

Sasha Ramos hat die Beziehung zu ihrem Freund in der Warteschlange für Rasierklingen abgebrochen. Es war ihr sehr peinlich, so viele Zeugen zu haben. Sie hatte sich bei ihm beschwert, dass sie die ganzen Einkäufe erledigen müsse. Er stürmte wutentbrannt davon, und sie stand alleine in der Schlange und stierte vor Scham in den Boden. 
„Er war so rücksichtslos. Ich hätte ihm ja fast vergeben. Dieses ewige Warten ist nicht gut für die Liebe“, sagt Ramos.

Für ältere Leute ist das tägliche Einkaufen eine große Qual. Irama Carrero mustert die Leute, die in dem gehobenen Viertel von Karakas vor ihr stehen. Dann wurde ihr Blick starr, und sie fiel nach hinten. Keiner versuchte, sie aufzufangen. Als sie wieder zu sich kam, musste sie sich übergeben. Keiner verließ seinen Platz. Nur ein junger Mann erbarmte sich, die alte Dame in die Notaufnahme zu bringen. Im Taxi beichtete sie ihrem Retter, dass sie seit gestern nichts mehr zu essen hatte.
Die Schlangen bezeugen, wie arm die Bevölkerung geworden ist. Kaum einer hat mehr Zeit zum Arbeiten. Das Durchschnittsgehalt liegt sowieso nur bei 15 Euro, und die Inflation hat sich verdreifacht. Es zahlt sich nicht aus, arbeiten zu gehen. Die Felder sind nicht bewirtschaftet, und Lehrer verlassen das Klassenzimmer, um einkaufen zu gehen. 

Selbst Regierungsbeamte sind am Nachmittag nicht mehr in ihrem Büro, denn auch sie müssen einkaufen gehen. „Die meisten Leute verdienen mehr Geld an der chaotischen Situation“, sagt David Smilde, der Venezuela Experte in Washington/USA. 

Man hat die Warteschlangen in ein Business verwandelt. Maria Luz Marcano verleiht Plastik-Stühle und aufgeladenen Handys. Man kann bei ihrem improvisierten Concierge-Stand seine Tasche abgeben. Sie verdient mehr als in ihrem alten Job. „Ich liebe es, eine unabhängige Berufstätige zu sein“, sagt Marcano.

Aus: Hanna Dreier, Beleaguered Venezuelans spend all day in line. Wisconsin State Journal, Saturday July 16th. 2016

Donnerstag, 7. Juli 2016

Essen, eine neue Religion, die ein ewiges Leben auf Erden verspricht

Dr. Edith Breburda 
Christliches Forum, 9. July 2016 
Superfood, Rohkost, Vegetarisch, Vegan, Brain Food, Gluten freie Diät, Figur besorgter Ökomenschen, Locavores, Low Carb und so viele andere neue Trends der gesunden Ernährung huldigen unserem Körper. Erklärt man Essen zu einer neuen Religion, deren Mitglieder schlank, fit, schön sind?  
Man gilt schon fast als asozial, wenn man nicht in einen Fitnessclub eingeschrieben ist. In den Gesundheitstempeln werden die neuesten Cardio-How to burn fat und Grocery-Store Tours usw. neben Joga angeboten. Ein hochdotierter persönlicher Trainer steht den manchmal auch eingebildeten Übergewichtigen zur Verfügung, hässliche Pfunde loszuwerden.
Im Internet findet man, wie man sich ernähren muss, um Alzheimer oder Krebs loszuwerden. Das was wir essen, sei ungesund. Ratgeber erregen mit ihrem wissenschaftlichen Anhauch die Gemüter. Es heißt, Wurst und Fleischwaren verursachen Darmkrebs; Zucker zerstört Darmbakterien. Auch Milch kann krank machen.

Auswege aus der Fehlernährung werden uns von selbsternannten Experten angeboten. Ihre Anweisungen schüchtern uns so ein, dass wir unüberlegt ihren Ratschlägen folgen und dafür tief in die Tasche greifen. Wir verzichten ungezwungen auf Nahrungsmittel, die wir eigentlich lieben. Veganer meiden sämtliche Lebensmittel tierischen Ursprungs, während es bei Vegetariern nur Fisch und Fleisch ist. Die Paläo-Diät verbietet Getreide und Milch aufzunehmen und die Clean-Food-Anhänger verabscheuen industriell zubereitete Nahrung. Die Regale in den Geschäften sind vollgestopft mit Gluten- und Lactose freien Produkten, obwohl in Deutschland nur geschätzte 15 Prozent an einer Lactoseintoleranz leiden und nur 1:500 kein Gluten vertragen.

Dr. Weil, dessen Trufood Restaurants von essensbewussten Kunden überrannt werden, vermarktet sich, wie so viele andere, als „spiritueller Führer“.
Kritik ist bei den Anhängern des US-Mediziners, so wie des Wirtschaftsingenieurs Nico Richter oder der Physikerin Attila Hildmann unerwünscht. Alle drei sind keine Köche. Sie bereichern sich persönlich mit ihren Gesundheitstipps, die sie leichtgläubigen Verbrauchern geben. Der vollendete Körper, ein Trainingsarmband, das jede Sünde registriert, vereint Fitnessbesessene in einer Art Glaubensgemeinschaft.

Fasten und sich im Trainingsraum zu geißeln, sind Eigenschaften, denen man früher Mönchen zukommen ließ. Fast schon dogmatisch wird die inhaltstoffarme Nahrung verteidigt. Man dichtet ihr eine Heilwirkung an, obwohl sie bei näherer Betrachtung ungesund ist. Intoleranz trifft jeden, der seinen Körper nicht perfektioniert. Dennoch herrscht Unsicherheit darüber, wie man denn nun seinen Körper behandeln muss, um ein ewiges Leben schon hier auf Erden zu erhalten.

Essen muss vor allem die benötigten Nährstoffe enthalten und satt machen. Fett, Zucker, Zusatzstoffe aber auch Getreide und tierische Produkte sollen dennoch fehlen. Markenzeichen ist oft der Preis der Nahrung, ganz so, als ob dies eine Garantie für die Wirkung sei. Die Qualität lässt trotzdem zu wünschen übrig. Nur sehr selten berichtet man darüber, wie sehr z.B. Chiasamen und Quinola mit Umweltgiften belastet sind (1).


Auf Genuss und Freude am Essen, welches man früher in der Gemeinschaft aufnahm, wird in Amerika verzichtet. Dass die Familie zum Essen zusammenkommt, das gibt es an Thanksgiving in Amerika; dem Land, wo man sich selbst um die gesunde Nahrung der Haustiere Sorgen macht.
Auch der Hund soll ernährungsbewusst fressen. In kalifornischen Restaurants gehört eine Speisekarte für Fifi zum guten Ton. Man bedankt sich vielmals bei dem Hund, wenn dieser das ihm auf einem Teller gereichte Essen auffrisst.

Vergessen sind die Menschen, die nichts zu essen haben; die versuchen, irgendetwas auf den Teller zu bekommen. Im übersättigten Kalifornien, ist man allerdings entsetzt, wenn in Süd-Korea Hunde auf der Speisekarte stehen. Wahrscheinlich ist es nicht das einzige Land, das pro Jahr 2.5 Millionen Hunde und Katzen als Nahrungsmittel verarbeitet. 

Wir kennen Korea als den Produzenten von Samsung, Hyandai, Kia, LG, Sk, und Daewoo. Wie kann so ein Land Hunde in verlausten, engen Käfigen halten? Von Geburt an kennen diese Tiere nichts anderes als Schmerz. Vor ihren Augen werden ihre Leidensgenossen erhängt, geschlagen, sie bekommen ihre Kehlen durchgeschnitten und werden oft noch lebend verbrannt oder in heißes Wasser geworfen.

Der Mythos, dass, je mehr der Hund leidet, desto besser sein Fleisch schmeckt, steigert die Phantasie der Schlächter, die Tiere zu quälen. Katzen müssen für ein Gesundheitselixier immer lebend gekocht werden.

Jedes Tier kann so enden. Selbst Jindos, eine besondere und unter Artenschutz stehende Hunderasse, die als Nationaler Schatz gilt, werden nicht verschont. Viele Besitzer haben auf diese Weise schon ihren Hund verloren. Sie wissen, wo ihr geliebter Begleiter gelandet ist. Der Endverbraucher hat keine Ahnung, welches Tier er konsumiert. Es war vielleicht der Hund des Nachbarn.

Ein anderes Problem besteht für die Leute, die in Korea neben einer sehr unsanitären Hundefarm leben. Das Wasser ist verschmutzt, und ein Gestank liegt in der Luft. Das Zitat von Mahatma Gandhi:
„Die Größe einer Nation und sein moralischer Fortschritt wird danach beurteilt, wie sie ihre Tiere behandeln“, kommt Protestlern auch nicht zugute. Die Farmen überschatten das Leben aller Menschen. Kinder werden unbewusst zu Zeugen der Grausamkeiten; denn manchmal werden die Hunde gleich neben einer Schule gehalten.

Die Hauptfrage bleibt, wie gesund es ist, sich mit Fleisch von diesen Hunden zu ernähren, die mit meist verdorbenen, Parasiten befallenen Essensabfällen gefüttert wurden und zahlreiche Medikamente und Antibiotika verabreicht bekamen.

Das hochtoxische Fleisch beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen, was Diabetes und Krebs auslösen kann. Das Nahrungsmittel ist prädestiniert, Lebensmittelvergiftungen beim Endverbraucher hervorzurufen. Es ist zwar eine alte Tradition, Hundefleisch zu konsumieren, trotzdem sollte man damit brechen. Normalerweise verbindet uns Stolz und Freude, Gebräuche aufrecht zu erhalten. Sie sollten genossen werden, von den Menschen, die sich damit identifizieren. Hundefleisch zu essen, erfüllt keines dieser Ansprüche. Es passt nicht zu dem Bild, das wir von Korea haben.
Das Gewerbe wird geduldet, unterliegt aber keinen offiziellen Regulierungen, man sollte es auch niemals legalisieren. 

Tierschützer aus den USA prangern an, dass führende Mitglieder der Koreanischen-Gesellschaft damit angeben, Hundefleisch zu essen. Damit verharmlost man das Übel, was einen Rückschritt der Kultur bedeutet. In einer modernen, aufgeschlossenen Kultur sollte man keine Hunde oder Katzen verspeisen. In den Philippinen und Thailand ist dies bereits verboten. Die Hoffnung der Protestler ist es, auch China, Vietnam und Indonesien dazu zu bewegen, mit dem grausamen Töten der Tiere aufzuhören. Das würde nicht nur den Tieren im Land zugute kommen, sondern allen Tieren, die momentan irgendwo auf der Welt unter den inhumanen Bedingungen leiden (2).


Die moderne Küche orientiert sich allerdings mehr, als uns lieb ist, an den alten Gebräuchen. Nicht, dass es sich überall um Hundefleisch handelt. Nein, in der Stadt Mexico City können Touristen des City’s Ferstin de Insectos Comestibles (des City-Festes der Essbare Insekten) lange schwarze Insekten, die in Schokolade gehüllt sind, verkosten. Die Würmer sind tot, und wenn man nicht so sehr darauf achtet, was man sich auf der Zunge zergehen lässt, kann man es fast genießen.

Zumindest haben die Lebensmittel der Ureinwohner sehr viel Proteine. Mexico hat die kulinarische Tradition ihrer Vorfahren wiederentdeckt. „Wollen sie Fliegen mit ihrem Gericht?“, fragen sie ihre Kunden. Es gibt Honig-Ameisen, die auf einem Schokoladenstückchen liegen, Pizzas, verziert mit gegrillten Grasshüpfern, Brötchen mit Fliegenlarven und Tocos mit „escamoles“. Die Ameiseneier sind eine Delikatesse, die man auch als Mexikanischen Kaviar bezeichnet. „Wir versuchen unsere aztekisch-gastronomischen Wurzeln wiederzuentdecken“, sagt Laurencio Lopez Maya, der Besitzer des Restaurants, Tlacoyotitlán. Als Delikatesse findet man auf seiner Speisekarte eine besondere Käfersuppe und chinicuile (Maguye Wurm) quesadillas.

Früher aßen die Azteken 92 verschiedene Insekten. Viele von ihnen waren eine Delikatesse. „Als Mexikaner zierten wir uns sie zu essen, aber nun liegen wir im Trend, sie unseren Kunden anzubieten“, sagt Lopez (3) .

Viele schauen bei der Nahrung, die als gesund deklariert wird, am besten nicht so sehr hinter die Kulissen. Nicht alles, was wir konsumieren, fördert unser Wohlbefinden. Die Unverträglichkeite kann auch schon bei Rohkost und Vollkornprodukten auftreten. Man muss dazu nicht einen kulinarischen Trip in ferne Länder unternehmen. 

 


Auszug aus dem demnächst erscheinenden Buch: „Gentopia, das gelobte Land“, von E. Breburda

REFERENZEN:

[1] Urologenblog: „Ich bin Klempner von Beruf“, Ideologischer Eifer. 2. 7.2016
[2] Koreandogs.com, The south Korean dog meat trade. Compassion through action, 2016
[3] Kroth M.: You want flies with that? Sampling the fare at the Mexican capital’s edible insect celebration. Hemisphere, June 2016



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