Mittwoch, 25. April 2012

"Mercy-Killing"-Ein viel diskutiertes Thema


"Mercy-Killing"- Ein viel diskutiertes Thema.

Verstösst man in den USA gegen das Gesetz, wenn man behinderte Babys nicht abtreibt? Man spricht bereits von widerrechtlicher Geburt

Dr. Edith Breburda

Generelle Kosten der Gesundheitsversorgung

Der US-Fernsehsender CNN berichtete am 2. März 2012 von einer Sitzung über den "Obama-Haushaltsentwurf für 2013", in welcher US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius argumentierte, dass praktisch niemand für die kostenlose Ausgabe von Verhütungsmitteln zahlen muss, weil langfristig gesehen durch das neue Gesundheitsgesetz die Bevölkerungszahl vermindert wird und somit keine Krankenkassenkosten in Anspruch genommen werden. "Die Verringerung von Schwangerschaften deckt die Kosten der Pille", argumentierte Kathleen Sebelius. Die Gesundheitsministerin beruft sich hierbei auf eine Aussage des US-Präsidenten, der einen Monat zuvor verkündete: "Die generellen Kosten der Gesundheitsversorgung sind geringer, wenn Frauen freien Zugang zu Verhütungsmitteln haben".
Douglas Johnson, Direktor des Nationalen Lebensrechts Komitees bezeichnet diese Behauptung als einen Trugschluß und irreführend. "Wenn keine Kosten entstehen die Pille auszugeben, kann man damit auch rechtfertigen, dass Katholiken und religiöse Gruppierungen gezwungen werden Abtreibungen über ihre Krankenkasse mitzufinanzieren. Denn wenn Krankenkassen für Abtreibungen zahlen sparen sie Schwangerschaftskosten, Geburtskosten und nachgeburtliche Versorgungskosten. "Letztendlich argumentiert man dann so, dass wenn die Regierung eine medizinische Prozedur gebietet, die langfristig Geld einspart, wir nicht im wahrsten Sinne des Wortes für sie bezahlen und so unser Veto an Gewicht verliert "(K. Gilbert 2. März 2012).

Schadensersatz für Down-Syndrom

Was passiert aber wenn ein Baby mit Down-Syndrom geboren wird weil Ärzte anstatt einer kindlichen Plazenta-Gewebeprobe aus Versehen den mütterlichen Teil der Plazenta untersuchten und davon ausgingen, dass eine gesunde Schwangerschaft vorliegt? Das Down-Syndrom-Kind Kalanit ist heute 4 Jahre alt. Ihre Eltern Ariel und Deborah Levy hätten sie abgetrieben wenn sie gewusst hätten eine behinderte Tochter zu bekommen. Ihre "Chance" dazu wurde durch den Mißgriff der Ärzte des Legacy Health Krankenhauses in Portland vertan und man sprach von einer "widerrechtlichen Geburt". Die Eltern lieben ihre Tochter. Die Anwälte der Familie verklagten trotzdem das Krankenhaus. Es solle für die "Fehldiagnose" zahlen, solange Kalanit lebt. Die Geschworenen entscheiden mit 12-0 für einen Schadensersatz in Höhe von 3 Millionen US Dollars. Neun von 10 Babys, bei denen ein Down-Syndrom festgestellt wird, werden in den USA abgetrieben.
Melinda Delahoyde, Präsidentin des "Pregnancy resource centers network Care Net", einer Hilfs-Organisation der USA, die sich besonders schwangerer Frauen annimmt, die nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen ein Kind auszutragen, ist selber Mutter eines Down-Syndrom Kindes. Sie beklagte sich über den Urteilsspruch. "Der Begriff widerrechtliche Geburt ist widersprüchlich. Das einzige Widerrecht ist es ein behindertes Kind abzutreiben. Wie schwierig die Umstände auch immer sind, die Geburt eines Kindes ist ein Wunder", sagt Melinda.
Sie betet für Kalanits Eltern damit sie in Ihrer Tochter nicht einen medizinischen Fehler sehen sondern die perfekte Ergänzung zu ihrer Familie. Die Levy's sind kein Einzelfall. Letzten September bekam eine Familie aus Florida US$ 4,5 Millionen für ihren Sohn der ohne Arme und mit nur einem Bein geboren wurde (K.Gilbert, 14. März, 2012).

Eltern müssen Kinder beschützen

Eltern müssen das Leben Ihrer Kinder beschützen. Nachrichten, dass Eltern Schußwaffen unbeaufsichtigt "herumliegen lassen" nehmen zu. Tageszeitungen der USA berichteten am 15. März 2012 von einem 3 jährigen Jungen aus Seattle/Washington der sich mit der Schußwaffe seines Vater tötet. Der Vater muss sich nun vor Gericht verantworten.
Am 14. März 2012 erschien ein Artikel in AmericanThinker.com. Der Autor bezichtigt sich das Leben seiner Zwillinge nicht geschützt zu haben. Lange haben er und seine Frau versucht Kinder zu bekommen. Nach einer langen 'schmerzlichen"  Prozedur der künstlichen Befruchtung erfüllten sie sich den Traum und seine Frau wurde mit gleich drei Baby's schwanger. "Es regnet nicht, es schüttet" verkündete der Frauenarzt. "Alle 3 Embryos haben es geschafft". "Ich war geschockt, wollte aber alles auf mich nehmen für meine Kinder", berichtet der Vater. "In meiner Frau", fährt er fort, "brach irgend etwas Unerklärliches zusammen. Sie bestand darauf, eine selektive Abtreibung durchzuführen, von drei zu einem. Sie war unerbittlich, nicht zwei, nicht drei, ein Kind oder gar keines". Der Vater schreibt weiter, dass er immer wieder vor sich her sagte "rette wenigstens eins deiner Kinder".
"Ich wusste, dass der Abtreibungsarzt uns anlog, als er uns den Vorgang der selektiven Abtreibung erklärte. Er würde eine Kaliumchlorid-Spritze in die Plazenta spritzen, was die Babys schmerzlos töten würde, indem ihr Herz aufhört zu schlagen. Vor der Abtreibung fragte meine Frau den Arzt immer wieder, ob die Babys Schmerz fühlen würden, was der Arzt verneinte. Ich fragte mein Frau, ob sie sicher sei all das zu tun. Sie nickte - obwohl ihre Augen mit Tränen gefüllt waren", schreibt der anonyme Autor. "Ich dachte mir, sie weiss genau wie ich, -wir tun das Falsche-. Meine Frau schaute nicht hin, aber ich tat es. Ich musste wissen was mit meinen Kindern passiert. Jedes Kind versuchte vor der Spritze zu fliehen. Der Arzt stach nicht in die Plazenta sondern direkt in das Herz. Das erste Kind zuckte zusammen, als die Nadel in sein Herz stiess. Ich sah wie sein Herz aufhörte zu schlagen und mit seinem Herzen fast auch meines. Mein zweites Kind kämpfte für 10 Minuten, dann stand das Herz still. Der Arzt hatte die Unverfrorenheit die Todes- spritze als Medizin zu bezeichnen. Ich wollte ihn fragen was er damit heilen wollte? Das Leben?? Aber bittere Worte würden nicht rückgängig machen was gerade passierte, so schwieg ich", berichtet der Schreiber.
"Ich wusste meine Kinder fühlten den Schmerz, sie waren in panischer Angst. Ich wusste hatte meine Kinder ermordet. Mein einziger Trost war, dass ein Kind überlebte und ich hoffte, dass es gesund und ohne Komplikationen zur Welt kommt. Ich beruhigte mich. Es war nicht meine Entscheidung meine anderen Kinder zu töten. Ich hätte gerne all die Arbeit auf mich genommen Drillinge zu haben. Aber eine Wunde über all das werde ich mein ganzes Leben mit mir tragen", schliesst der anonyme Schreiber seinen Bericht.

Erbkankheiten erst im Kindesalter auffällig

Was aber wenn eine Erbkrankheit erst im Kleinkindalter auffälligen wird? Dr. Phil, ein bekannter Fernsehmoderator der USA, hatte am 13. April 2012 eine Mutter zu Gast, die beanspruchte ihre eigenen Kinder töten zu lassen.
Annette Corriveau hat zwei schwerkranke erwachsene Kinder. Sie haben das Sanfilippo Syndrom, eine seltene, erblich bedingte angeborene Stoffwechselerkrankung, die mit einer Störung des Abbaus von langkettigen Zuckermolekülen einhergeht. Betroffene sind bei der Geburt unauffällig. Im Kleinkindalter verzögert sich die geistige Entwicklung. Im zweiten Lebensjahrzehnt treten spastische Lähmungen auf.
Annettes Kinder leben in einem speziellen Heim. Sie können nicht sprechen und müssen über eine Magensonde ernährt werden. Eine detaillierte Information wurde nicht bekanntgegeben. Wahrscheinlich, weil Annette nicht mehr weiss über ihre Kinder, die sie einmal alle zwei Monate besucht. Pfleger der Kinder, die ihre Schützlinge genau kennen, und eine bessere Auskunft über den Zustand hätten abgeben können, waren nicht in Dr. Phil's Show. Annette weiss nicht, ob ihre Kinder Schmerzen haben, ob sie ihre Mutter erkennen würden. Sie hat auch keine Ahnung, ob es etwas gibt was ihre Kinder besonders lieben, oder womit man ihr Leben erleichtern könnte. Sie weiss nur, dass ihre Kinder seit 20 Jahren in der Pflegeanstalt sind und diese niemals verlassen haben. Annette hat nie gefragt, ob sie einen Ausflug mit den Kindern machen kann. Sie meint aber, sie sei in der Lage zu beurteilen, dass Ihre Kinder, wenn sie die Wahl dazu hätten, umgebracht werden wollten. Und nun verlangt sie als Mutter, die eigentlich ihre Kinder beschützen sollte, dass diese euthanasiert werden, denn ein Leben, das jeglicher Qualität entbehrt, sei nicht wert gelebt zu werden.
Ein weiterer Gast bei Dr. Phil's Schow war der Anwalt Geoffrey Fleiger. Sein berühmtester Klient, Dr. Jack Kevorkian, hatte bereits einige assistierte Selbstmorde ausgeführt. Dr. Kevorkian's Motto ist Leuten zu helfen sich aus ihrem eigenen Elend zu erlösen.
Aber Annettes Kinder könnten nicht die Entscheidung treffen Selbstmord zu begehen. Sie sind auch nicht in der Lage Dr. Kevorkian zu rufen, da sie durch ihre Krankheit nicht bei vollem Bewußtsein sind. So gesehen sei es verständlich, dass die eigenen Mutter die, wie schon gesagt ihre Kinder verteidigen und lieben sollte, die Entscheidung für die Kinder fällt. Annette spricht von einem Gnadentod.
"Man kann einen assistieren Selbstmord in das beste Licht stellen und so wohlwollend wie möglich beschreiben, es bleibt schlichtweg ein Mord. Mag man es nennen wie man will, es bleibt eine Tatsache, dass jemand einem anderen das Leben nimmt", erläutert Cassy Fiano in einem Artikel vom 17. April 2012 in LifeSiteNews.com.
Dr. Phil startete daraufhin eine Umfrage, wie viele Zuschauer der Mutter zustimmen, das Töten Ihrer Kinder als einen Akt der Barmherzigkeit zu bezeichnen. Alle im Studio Anwesenden drückten ohne lange zu zögern auf den Ja-Knopf.
Anette Corriveau trat schon des öfteren an die Öffentlichkeit. So auch in dem Video: Taking Mercy,  wo sie das Leben ihrer Kinder beschreibt. Am Anfang waren Janet und Jeffrey ganz normale wunderhübsche Kinder. Als sie 5 und 6 Jahre alt waren änderte sich ihr Verhalten dramatisch, sie konnten nicht mehr sprechen und verloren ihre motorischen Fähigkeiten. Etwas später wurden die Kinder mit dem Sanfilippo Syndrom diagnostiziert. Zuerst kamen die Kinder am Wochenende noch nach hause. Seit 20 Jahren haben sie die Anstalt jedoch nicht mehr verlassen und werden immer schwächer und schwächer. Jeffery wird seit 17 Jahren künstlich ernährt, Janet seit 5 Jahren. Die Magensonde ist das Einzige was ihre Kinder am Leben erhält. "Das ist kein Leben", bemerkt Annette und bittet das Leben ihrer Kinder zu beenden.
In dem Video Taking Mercy kommt auch Robert Latimer zu Wort. Er hat seine Tochter getötet. Sie war nicht behindert, im Gegenteil, man sieht sie lachend. Warum hat sich der Vater dennoch entschlossen seine eigene Tochter in seinem Lastwagen mit Kohlenmonoxid zu ersticken? Sie hatte viele Hüft-Operationen über sich ergehen lassen müssen und erneut stand eine solche an. So entschied der Vater, dass das Leben seiner Tochter zu schmerzlich war. Nachdem er seine Tochter getötet hatte fühlte er einen tiefen Frieden da er wußte seine Tochter hatten nun auch diesen Frieden gefunden. Nur eine Frau weinte am Ende des Videos. Man gab ihr eine Minute Zeit sich zu äußern. Sie sagte: "Man kann nicht seine Kinder töten nur weil es zu viel Arbeit ist, sie  am Leben zu erhalten".
Warum glauben Menschen, sie hätten das Recht zu entscheiden, ob ihre Kinder leben dürfen oder sterben müssen? fragt Cassy Finao. Er berichtete weiter: Annette Corriveau wiederholte immer wieder: "Man kann niemanden verurteilen wenn man nicht in seinen Moccasins steckt." Kann man so argumentieren? Es handle sich nicht um eine Beurteilung des Wunsches der Mutter ihre Kinder zu töten. Sondern derartige Argumente würden Tor und Tür öffnen Euthanasie zu rechtfertigen. Ist eine Behinderung der Grund für den Gnadentod? Was sind die Kriterien um eine solches Sterben zu rechtfertigen? Wer entscheidet darüber, ob ihr Leben lebenswert ist? Die Mutter? Dann können Eltern den Tod der Kinder bestimmen weil sie der Ansicht sind Down Syndrom, Multiple Sklerose oder Muskeldystrophie seien ein nicht zu ertragendes Schicksal. Es gibt Hunderte von behinderten Menschen und keiner von Ihnen würde es wollen, dass andere über ihr Weiterleben entscheiden. Cassy Finao schlußfolgert: "Keiner darf Gott spielen. Niemand hat das Recht zu entscheiden wer leben darf und wer nicht. Nur weil Eltern ihren Kindern das Leben geschenkt haben, heißt das noch lange nicht sie hätten das Recht es auch wieder zu nehmen. Nichts rechtfertigt eine Tötung, egal wie mittleidvoll man die Lebenssituation des anderen schildert. "
"Eine Behinderung wird als "unwertes Leben" angesehen und man mindert damit den ethischen Wert eines Lebens überhaupt. Das kann man als Deutscher eigentlich nicht zulassen, da wir doch in diesem Punkt gebrannte Kinder sind", meint ein berühmter Kardiologe Strauer in einem Interview im Cicero Magazin für Politische Kultur: "Nutz’ die Dinger, bevor sie in den Gully kommen" vom 6. Juni 2008. Professor Strauer erläutert weiterhin: "Wenn man schon einen Embryo, der im befruchteten Stadium ein kleiner Mensch ist, für nicht lebenswert erachtet, weil er nicht denkt und fühlt, dann ist der Schritt, Behinderte zum unwerten Leben zu erklären, auch nicht mehr so weit". Strauer steht mit seiner Meinung keineswegs allein da. "Wollen wir eine genetisch gesäuberte Zukunft?" lautet ein Statement, das aus dem Mund des schwer behinderten Bioethikers Dr. Tom Shakespeare kommt. Früher kämpfte Shakespeare für ein Verbot, behinderte Kinder abzutreiben, heute sind wir soweit, dass man froh sein muss, wenn man nicht dafür diskriminiert wird, wenn man eines austrägt. (Verheissungen der neuesten Biotechnologien, Christiana (2010), ISBN: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726, Kindle edition (2012): ASIN:B007MSBJGM)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Translate