Mittwoch, 1. August 2012

USA: Eine Fast-Food-Kette im Politkampf

Wegen des Themas Homosexualität geriet eine US-Fast Food Company ins Kreuzfeuer der Kritik, Konservative rufen zur Unterstützung auf. Von Edith Breburda

Atlanta (kath.net) Die Restaurantkette "Chick-fil-A" eröffnete 1967 ihr erstes Restaurant in Atlanta. Ihre lustigen Werbeplakate, die Kühe zeigen mit dem Slogan "EAT MOR CHIKIN" sind inzwischen in vielen Städten zu finden. Seit 1995 gibt es jedes Jahr ein neues Motiv für die "Cow Campaign". 


Dem Vize-Präsidenten des Familienunternehmens, Donald Perry, und seinen erfolgreichen Werbeideen war es zu verdanken, dass ein kleines Familienunternehmen expandierte und mittlerweile USA-weit vier Milliarden US-Dollar Jahresumsatz macht. Chick-fil-A ist die zweitgrößte Hühnchen Fast Food Restaurant Kette des Staates und eines der größten Privat-Unternehmen der USA.
Die Firma besitzt 1.600 Restaurants in 39 US-Bundesstaaten und 2012 sollen 92 neue Lokale eröffnet werden. Sie servieren Hühnchenbrüste, eine Kost, die in jede Diät passt. Auch stehen auf der Speisenkarte 10 Menüs, die weniger als 10g Fett enthalten. Es wird nur 100 Prozent reines Erdnussöl benutzt, das keine Transfette oder Cholesterin beinhaltet. 


Das Geheimnis des Unternehmens, so Präsident S. Turett Cathy, lautet: "Wir hören auf unsere Gäste und versuchen besser zu werden, bevor wir expandieren. Und wir schauen auf die Qualität." Herr Cathy vergibt Stipendien an junge Mitarbeiter, damit sie die Uni ihrer Wahl besuchen können, das "Leadership Scholarship Programm". Seit 1973 sind mehr als 30 Millionen US-Dollar in das Leadership Programm geflossen. 


Chick-fil-A hatte sich das Ziel gesetzt, die besten Schnellservice Restaurants Amerikas zu etablieren. Seine Restaurants erhielten bereits viele der renommiertesten Preise. 


Das Unternehmen ist ausdrücklich auf christliche Werte aufgebaut. An Sonntagen sind die Lokale geschlossen. Diese Praxis ist einzigartig in den USA, wo sonntags alle Geschäfte geöffnet sind. 

Cathy erklärt auf seiner Firmen-Webpage www.chick-fil-a.com, dass dies eine seiner besten Entscheidungen war, die er je getroffen hat. Er will damit Zeugnis geben für seinen Glauben: "Wenn wir am Sonntag geschlossen haben, geben wir unseren Angestellten die Möglichkeit, mit der Familie zusammen sein zu können und die Kirche zu besuchen. Damit respektieren wir das religiöse Leben unserer Angestellten und unsere Kunden sehen, dass wir in unseren Mitarbeitern etwas Besonders sehen. 


Unsere Bediensteten sind das Wichtigste in unserem Restaurant. Wir achten auf die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Familie. Damit sind wir attraktiv für die Menschen, die ein werteorientiertes Unternehmen schätzen. Das fehlende Sonntagsgeschäft scheint ein Verlust zu sein, aber wie Statistiken zeigen, macht Chick-fil-A an 6 Tagen mehr Geld als andere Fast-Food-Ketten an 7 Tagen.“ Cathy bezeichnet seinen finanziellen Erfolg als einen besonderen "Segen Gottes". 

"Die spezielle Unterstützung, die Chick-fil-A der Familie als Institution zukommen lässt, basiert auf der Definition der Bibel", erklärte Dan Cathy, der Sohn des Gründers, gegenüber der Los Angeles Times. "Wir sind ein Familienunternehmen und jeder von uns ist immer noch mit seiner ‚ersten’ Frau verheiratet. Wir sind ein Unternehmen, das auf biblischen Prinzipien aufbaut." 

Zwischen 2003 und 2009 ist die Kette jedoch angeklagt worden, drei Millionen US-Dollar an christliche Gruppen gespendet zu haben, die Homosexualität ablehnen und Therapien für Gleichgeschlechtliche anbieten. Unter den Empfängern sei auch die Gruppe Exodus International, die den Slogan "pray the gay away" (betet die Homosexuellen weg) aufbrachte. Dan Cathy sagt in einem Radiointerview, dass die Anklagen zutreffen und er sich für schuldig erklärt, gegen die gleichgeschlechtliche „Ehe“ zu sein. 

Seitdem tobt ein Kampf. Teenager boykottieren Chick-fil-A Restaurants und fordern Kunden auf, anderswohin zu gehen. Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, sagte dem Boston Herald, dass er diese Restaurantkette nicht länger in seiner Stadt haben wolle. Der Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel, verkündete, dass die Fast-Food-Kette in keiner Weise die Werte seiner Stadt vertritt. 


Mehrere Universitäten, darunter die University of Illinois, die University of Kansas, die Indiana University-Purdue, die University Indianapolis, die Ball State University, das College of Charleston, die Wichita State University und die Minnesota State University haben die Restaurants der Kette von ihrem Campus entfernt. Vor einem neu eröffneten Restaurant in Laguna Hills blockierten Protestierende die Eingänge.

Konservative Prominente hingegen wie Mike Huckabee, Sarah Palin, Rev. Billy Graham oder Rick Santorum rufen dazu auf, am 1. August 2012 demonstrativ Chick-fil-A-Restaurants aufzusuchen. Die konservative Kommentatorin Michelle Malkin schreibt in ihrem Blog: "Es ist erschreckend, wenn hohe Regierungsbeamte gegen eine christliche Einrichtung im Namen der Toleranz Furore machen". 


Vergangene Woche veröffentlichte Chick-fil-A ein Statement, wonach die politische Debatte über die gleichgeschlechtliche Ehe der Regierung und der politischen Arena überlassen bleibe. Chick-fil-A habe immer versucht, jede Person zu ehren und mit Würde und Respekt zu behandeln, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer sexuellen Orientierung. Am 27. Juli 2012 ist der Vize-Präsident von Chick-fil-A, Don Perry, unerwartet verstorben.


1 Kommentar:

  1. Herzlich willkommen!

    Soeben in die kath. Bloggerliste eingebaut:

    www.bloggerliste.blogspot.de

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