Dienstag, 6. Mai 2014

Eine Welt ohne Down-Syndrom? Würden wir das überhaupt wollen?

Dr. Edith Breburda
Siehe auch: Christliches Forum vom 8. Mai 2014
In amerikanischen Zeitungen konnte man Ende April über die außergewöhnliche Leistung der 14-jährigen Christina Clapp lesen. Mit Leichtigkeit hatte das Mädchen mit dem Jugendsymphonieorchester von Phoenix, Arizona, ein schwieriges Klavierstück von Beethoven gespielt. Ihre Mutter ist ihre Lehrerin in allen Dingen, weil Christina zuhause unterrichtet wird. Die Kirche hatte den Musik-Wettbewerb veranstaltet, an dem 12 Schulen teilnahmen. Dadurch war es möglich, die 14-jährige mit anderen Kindern zusammen zu bringen, die ebenfalls Musik als Therapie benutzen um z. B. Verhaltensstörungen entgegenzuwirken. Christina konnte sich, als sie noch kleiner war, nur schwer auf eine Sache konzentrieren. Die Musik änderte das. Alle waren erstaunt über Christinas Talent. Sie ging  als Siegerin des Wettbewerbes hervor. Sie war froh vor all den Leuten Klavier spielen zu dürfen. "Ich bin ein Klavier-Star", sagte sie den Reporten der Zeitung. Sie weiß, dass sie anderes ist als ihre Mitschüler. Das Mädchen hat Down-Syndrom, und wurde deshalb oft diskriminiert. Sie wusste, dass man über sie redete und so ist sie stolz, ihren Platz als Pianistin gefunden zu haben. Der Erfolg zeigte, dass sie auch mit ihrer Krankheit erstaunliche Dinge im Leben leisten kann. Leute mit Down-Syndrom sind auch menschliche Wesen, heißt es am Ende des Zeitungsartikels[i].

Wie wäre es, wenn man Down-Syndrom heilen könnte? Wünschen wir uns nicht alle eine Welt ohne Down-Syndrom, Alzheimer oder Huntington?

Eine gewagte Frage, die David Shenk in seinem Buch <<The Paradoxical Nature of Information Technology>> beantwortet. Er kritisiert, wie wir die moderne Gentechnologie instrumentalisieren. Shenk gibt zu bedenken, dass Probleme entstehen können, wenn wir anhand eines Gentests von Krankheitsanlagen erfahren, die zu Erkrankungen führen können. Ein Gentest bietet demzufolge keine Lösung. Noch dazu wenn man bedenkt, dass das menschliche Genom ca. 20.000 Gene besitzt.
Es ist sehr schwierig vorherzusagen, wie viele dieser Gene eventuell dazu beitragen, damit eine Krankheit wirklich zum Ausbruch kommt. Auch andere Informationen, wie Epigene und Umwelteinflüsse, beeinträchtigen die Entwicklungsprozesse.

In einem Artikel über Biokapitalismus fragt Shenk, was für einen Preis wir für die Genetische Revolution zahlen müssen? Er bezieht sich dabei auf die <<if-then conclusions>> (s: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst, ·  ISBN-10: 0615926657·  ISBN-13: 978-0615926650)

Wenn wir erfahren, dass das ungeborene Kind einen Defekt hat, würden wir es dann behalten? Das menschliche Genom könnte einen guten Grund bieten, ein Kind zu töten, wenn es z. B. Down-Syndrom hat. Oder wir selektieren den gesunden Embryo nach einem kleinen genetischen Einblick. <<Soll es Eltern erlaubt sein ein Kind abzulehnen, wenn es nicht ihren genetischen Vorstellungen entspricht?>> fragt Shenk.

Ein Gentest gibt uns Einblick in das Naturgesetz. Man geht davon aus, dass ein bestimmtes Gen eine bestimmte Krankheit verursacht. Und jetzt versucht man, das Naturgesetz durch ein menschliches Gesetz zu ersetzten. Wenn eine werdende Mutter erfährt, dass sie ein behindertes Kind erwartet, darf sie es laut menschlichem Gesetz abtreiben. Und wenn das kranke Kind schon geboren ist, darf man es in den Niederlanden, per Gesetz, nach der Geburt euthanasieren.
Im Oktober 2013 hatte der 44jährige Verhelst infolge einer Geschlechtsumwandlung, unerträgliche psychische Leiden erdulden müssen und bat um Sterbehilfe[ii]. Sie wurde in Belgien gewährt, weil die Sterbehilfe dort durch das Euthanasiegesetz abgedeckt ist.
Man könnte schlussfolgern, dass diese Person auch in diesem Fall nicht mit der eigenen Natur einverstanden war.

Shenk bezieht sich in seinem Artikel auf ein persönliches Beispiel:
Shenk und seiner Frau wurde eine Tochter mit Down-Syndrom diagnostiziert. Eine Fruchtwasseruntersuchung hätte jedoch eine Fehlgeburt herbeiführen können. Dieses Risiko wollten Shenk und seine Frau nicht eingehen, nur um sicher zu gehen, dass ihre Tochter wirklich erkrankt ist. Denn dann hätten sie das Kind mit Sicherheit abgetrieben. Sie sahen jedoch keinen Grund, eine Fehlgeburt zu riskieren, nur weil sie im Grunde neugierig waren. Ihre Tochter war am Ende gesund.
Was also bringt uns die Gentechnik? So wie Shenk sie schildert, schadet sie uns.




[i] The Arizona Republic: Music therapy leads teenager with Down syndrome to youth symphonie. Friday 15. April 2014
[ii] HetLaaststeNieuws: Nathan krijgt euthanasie na mislukte geslachtsoperatie, HLNBE, 1.10.2013

1 Kommentar:

  1. Eine Welt, ohne Down-Syndrom, ist eine Welt ohne Pocken, Pest und Pertussis, nur eben noch ein Übel weniger.

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