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Saturday, October 17, 2015

Tausende kamen um der Heiligen Maria Goretti in Madison/Wisconsin nahe zu sein


Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 24. Oktober 2015

In Fargo, North Dakota packten Matthew und Johanna LaFond ihre 5 Töchter am 15. Oktober 2015, ins Auto. Nach 8 Stunden erreichten sie Madison, in Wisconsin-USA. Ziel der Reise war eine 11-Jährige, die am 16. Oktober ihren125. Geburtstag gefeiert hätte. 


„Es war für uns immer klar, dass wir hierher fahren“, sagte Papa Matthew. „Wenn ein Rockstar in der Stadt ist, kommen die Leute auch von weit her, um ihn zu sehen. Warum sollte das bei der Hl. Maria Goretti anders sein. So etwas erlebt man nur einmal im Leben.“ Seine Frau fügte hinzu: „Wir wissen, dass sie beim lieben Gott ist und viel leichter als wir mit ihm sprechen kann. So durfte ich sie um Hilfe bitten und fühlte, wie mich ein tiefer Frieden überkam.“

Die Reliquie der Hl. Maria Goretti, der jüngsten Heiligen der Katholischen Kirche, war auf ihrer ersten U.S. Tour. Ihr fast gänzlich erhaltenes Skelett wird von einer Wachshülle umgeben und befindet sich in einem Glassarg.

Am 6. Juli 1902 kam Maria Goretti nahe Nettuno in Italien ums Leben, als Alessandro Serenelli sie vergewaltigen wollte. Maria hat ihm noch auf ihrem Totenbett vergeben. Sie wurde 1950 heilig gesprochen. Ihr Peiniger war dabei. Er hatte sich bekehrt und führte als Franziskanerbruder ein Büßerleben. Auch er soll heilig gesprochen werden, als ein Vorbild für ein Leben in Reue und Sühne.
Die kleine Märtyrerin Maria ist die Patronin der Jugend. Sie ist sehr beliebt, und für viele eine Inspiration der Vergebung. Gerade jetzt, wenn am 8. November 2015 das Jahr der Barmherzigkeit anfängt, reist „sie“ als Vorbereitung auf dieses Jahr, durch die USA.
„Viele Wunder hat ihre Fürbitte bewirkt und viele außergewöhnliche Ereignisse erleben wir auch hier, auf Ihrer ersten US-Tour“, sagte Pater Carlos Martins, der Direktor der Pilgerfahrt von Maria Goretti.
Für 22 Stunden war Maria Goretti in Madison, in der Kirche, die nach ihr benannt ist,  an der West Seite der Hauptstadt von Wisconsin. Eigentlich war Madison gar nicht auf ihrer Route durch die 20 Staaten der USA eingeplant. Monsignore Michael Burke, der langjährige Pfarrer, rief jedoch jeden Tag Pater Carlos Martins, den Leiter der US-Tour an, bis dieser ihm endlich zusagte.
Die Heilige wurde wie ein Staatsoberhaupt beschützt. Dem Department for Homeland Security kamen die lokalen Polizisten zu Hilfe. Viele Sicherheitsbeamte waren da; unzählige unter ihnen in Zivil.
1400 Schüler und ihre Eltern nahmen an der ersten Messe teil, um die Heilige am Freitagmorgen, dem 16. Oktober 2015, zu begrüßen.
Um 10 Uhr war die ganze Nachbarschaft um die Kirche mit Autos zugeparkt. Jeder wollte die Reliquie sehen und Hunderte von Pilgern warteten vor der Kirche.
Nur 15 Sekunden durfte man vor dem Sarkophag der Heiligen verweilen.
Der Katechismus der Kirche lehrt, dass durch die Reliquien der Heiligen Heilungen erwirkt werden; seien es physische oder emotionale. Wenn man einen Gegenstand, wie etwa einen Rosenkranz, an den Sarkophag hält, wird dieser selbst zu einer Reliquie 3. Klasse. Viele der Pilger haben gebetet, einige weinten auch. Mit der Berührung des Sarkophags war auch ein vollkommener Ablass verbunden.

„Ich wusste es werden viele Leute kommen, aber so viele habe ich nicht erwartet“, sagte Cleo Hall aus Arlington, die mit ihrer vierjährigen Enkeltochter Samantha in der Warteschlange stand. „Ich weiß nicht, was mich erwartet, wenn ich vor der Heiligen kniee. Ich lasse einfach die Gnade Gottes über mich kommen“, sagte die Oma.
„Sie hat mein Leben bisher sehr beeinflusst. Wir leben in einer sexualisierten und sehr verdorbenen Gesellschaft. Und hier ist sie, ein erstaunliches Beispiel für jemanden, der Keuschheit und Reinheit über alles liebte“, erläutert die 20-jährige Michaele Nikolai. Sie ist zusammen mit ihren 11 Geschwistern mit einem Pilger-Bus aus dem 200 km entfernten La Cross angereist.
Tess O’Brian aus Verona, einem Vorort von Madison, kam, um speziell für ihre Tochter, die Epilepsie hat, zu beten. Scholarstica Aniekwenagbu, eine gebürtige Nigerianerin, die in Madison lebt, betete für Frieden in der Welt und die Bekehrung der Sünder. “Was auch immer Deine Probleme sind, Du kannst Maria Goretti fragen, Führsprache für Dich zu erlangen”, sagt sie.

Den ganzen Tag und die ganze Nacht über hörten Priester die Beichte der Gläubigen.
 “In der Nacht waren weniger Kinder da, die ganze Atmosphäre war ernster und geistiger”, erwähnte Patrica Kopp, eine Jugendleiterin der Pfarrei.
Bischof Morlino zelebrierte um 7 Uhr abends die Heilige Messe. Auch sie war voll. Viele kamen gar nicht mehr hinein und mussten enttäuscht wieder wegfahren. Parkplätze gab es keine mehr. Die Seitenstraßen der Nachbarschaft waren schon alle zugeparkt. 
Ruth Kornell und ihre Tochter Chris LaDell, die mit ihren 7 Geschwistern die Schule der Maria Goretti Pfarrei besucht hatten, wollten nach der Messe wieder zur Heiligen. In der Früh kamen sie nicht hinein, da die Schlange zu lang war. Doch auch am Abend mussten sie bis 10:30 Uhr nachts warten.

Die Heilige Messe mit dem Bischof hatte wegen dem großen Pilgeransturm länger gedauert. Selbst Monsignore Burke hat nicht mit so vielen Leuten gerechnet. “In ihrem Leben ist so viel los, dass sie sich nach Heilung sehnen”, sagte er.

Quellen:
Erickson D.: Thousands descend on Madison parish for rare proximity to a Catholic saint’s body. Wisconsin State Journal, 17. Oktober 2015

Monday, October 12, 2015

Die Vergewaltigungskultur auf US-Unigelände. Wurde sie durch die Sexuelle Revolution heraufbeschworen?

Dr. Edith Brebuda
Christliches Forum, 13. Oktober 2015
Das Wisconsin State Journal veröffentlichte am 22. September 2015 eine Umfrage, wonach jede vierte Studentin der US-Universität von Wisconsin, Madison, von ihren männlichen Mitstudenten sexuell belästigt wird. Tausende von Studentinnen wurden befragt. Ein Viertel von ihnen wurde schon einmal sexuell misshandelt. Damit liegt die Uni über den derartigen Vorfällen anderer Universitäten der USA.
Rebeca Blank, Kanzlerin der UW Madison, kennt diese Zahlen:
„Viele wissen von den sexuellen Übergriffen. Sie stellen ein wirklich ernstzunehmendes Problem dar. Wir haben dennoch Fortschritte gemacht, indem wir die Studentinnen aufklären. Das entschuldigt natürlich nicht, weiterhin alles zu tun, was zur Sicherheit unserer Studierenden beitragen kann. Jeder sexuelle Angriff auf dem Unigelände ist einer Zuviel." 
Die Gesellschaft für Amerikanische Universitäten hat 27 Universitäten untersucht. Vor allem die Studentinnen der ersten Semester sind die Opfer. 23.1 Prozent gaben an, dass sie nicht mit der sexuellen Handlung einverstanden oder sogar bewusstlos waren.
In Madison waren 27.6 Prozent der Studentinnen betroffen. Wobei 12.6 Prozent vergewaltigt wurden. Oft haben die Opfer Angst, den Täter anzuzeigen. Vor allem, wenn Zwang im Spiel war.
Die Regierung untersucht nun, ob die Universität von Madison den Vorfällen entsprechend nachgeht. Vor allem jetzt, wo die Gesellschaft über den sexuellen Missbrauch an der Universität informiert ist und man Vorsichtsmaßnahmen mit den Studentinnen bespricht.
Valencia Raphael, eine Doktorandin, stellt fest, dass sich einiges geändert hat, seitdem sie ihr Studium angefangen hat. „Um wirklich die Anzahl der Sexualverbrechen zu reduzieren muss man alle miteinbeziehen und nicht nur diejenigen, die davon betroffen sind, wie Frauen, Lesben, homosexuelle, bisexuelle oder transgene Studenten. Ein Opfer ist immer auch eine Schwester, ein Kommilitone, eine Freundin. 

Um das Verbrechen einzudämmen, müssen wir jedem klar machen, wie sehr es die Opfer belastet", sagt Valencia Raphael.
Sarah van Orman, Direktorin des Gesundheitsdienstes der Universität, ist der Meinung, dass man Studenten dazu bringen muss einzugreifen, wenn sie ein derartiges Verbrechen beobachten (1).

Manchmal ist man auch zu übereifrig. Ein Richter aus dem US-Städtchen Fond Du Lac sprach am 9. Oktober 2015 einen jungen Studenten frei, der angeblich 14 Monate zuvor eine Studentin auf dem Unigelände vergewaltigt haben sollte. Die Beweise waren nicht eindeutig genug. Eigentlich war alles, was man hatte, eine Videoaufzeichnung von den Beinen des Opfers und des angeblichen Täters. Anhand der Schuhe wollte man den Angeklagten überführen. Vor Gericht war das nicht beweiskräftig. Die Mutter des Angeklagten war entrüstet. Ihr Sohn hätte gar nicht festgenommen werden dürfen. „Wir mussten 40.000 Dollars für Anwälte ausgeben, obwohl mein Sohn unschuldig war. Außerdem lagen keinerlei Beweise vor. Was machen dann Studenten, die kein Geld haben, ihre Unschuld zu beweisen?“, fragt die Mutter entrüstet (2).

Der Publizist Janathon von Maren fragt sich, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte, dass Studentinnen heute vermehrt vergewaltigt werden. Das, was heute auf dem Unigelände sattfindet, bezeichnet er als einen Kulturkrieg:
 „Man spricht von einer Rape-Kultur, wenn man die sexuellen Übergriffe auf dem Universitätsgelände beschreibt. Obwohl Konservative diesen Ausdruck nicht favorisieren, weil Feministinnen dieses Wort gebrauchen. Sie wollen damit beweisen, dass zur patriarchalen Gesellschaft, Vergewaltigungen dazugehörten. Alle Männer wurden damals als potentielle Vergewaltiger betrachtet.
In der angeheizten Debatte von heute werden Überlegungen angestellt, ob man in allen Fällen wirklich von einer Vergewaltigung ausgehen kann. Einige der Anschuldigungen haben  sich als falsch erwiesen. Aber der Campus von amerikanischen Universitäten hat sich verändert. Saufgelage, Hook-Up-Kulturen und Pornographie sind an der Tagesordnung. In diesem Milieu, welches die Sexuelle Revolution geschaffen hat, sind Frauen nicht mehr sicher. Wir entschuldigen, objektivieren, tolerieren, trivialisieren ja billigen Vergewaltigungen in der sogenannten Rape-Kultur.
Die Wissenschaft hat zahlreiche Studien erstellt, die Pornographie mit der ansteigenden Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen im Zusammenhang bringt. Pornographie wirkt wie eine Droge. Sie veranlasst, dass sich die Hirnstruktur verändert. Männer koppeln Sex mit Gewalt und fangen an, Frauen mit anderen Augen zu betrachten. Sie werden ihnen gegenüber aggressiver und meinen, Frauen wünschen sich sexuell belästigt zu werden.
80% der Männer beschäftigen sich mindestens einmal im Monat mit Pornographie. Sie sehen es als ein Freizeitbeschäftigung und eine Art Erholung an.
Feministinnen haben die Pornographie im Zusammenhang mir der Sexuellen Revolution angepriesen und nun sehen sie das Chaos, welches die sexuelle Befreiung angerichtet hat. Damals hieß es, Pornographie sei gut und gesund. Feministinnen behaupteten, dass man die Sexualität aus dem traditionellen Kontext herausnehmen muss. Die Folgen sehen wir in der sogenannten Vergewaltigungs-Kultur, die an den Universitäten herrscht. Müssen wir dem nicht entgegentreten, wir, die wir eine Weltanschauung haben, in der sexuelle Übergriffe als ein grausames Verbrechen gelten; die wir noch eine Moral haben und an eine schöne und gesunde Sexualität glauben, die Pornographie ablehnt, weil sie entmenschlicht und den anderen objektiviert? (3)“

Doch was kann man tun? Talk is cheap, heißt es so oft. Ist es ein Zufall, dass die Reliquie der Heiligen Maria Goretti, die gerade, als Vorbereitung auf das Jahr der Barmherzigkeit durch die USA tourt, auch nach Madison kommt? 
Sarkophag der Hl. Maria Goretti
Eine 11-Jährige, die lieber das Martyrium erlitt, als ihre Unschuld zu verlieren.
 “Heutzutage ist unsere Moral verdorben”, sagt Monsignor Burke, Pfarrer der Maria Goretti Kirche in Madison, Wisconsin. Seine große Kirche an der West-Seite der Hauptstadt von Wisconsin, muss alle Aufgaben erfüllen, die sonst der Dom der St. Raphaels Diözese inne hätte. Doch die Kathedrale brannte 2005 ab. Seitdem hat Bischof Robert Morlino keinen Bischofssitz mehr. Priesterweihen finden in der Maria Goretti Kirche statt. Und so kommt auch am 16. Oktober 2015 die Reliquie der Hl. Maria Goretti nach Madsion, in eben diese Kirche. Die jüngste Heilige der Kirche hätte am 16. Oktober ihren 125. Geburtstag. Und den verbringt sie in Madison. Es werden Tausende Pilger erwartet. Msgr. Burke sagte gegenüber dem Wisconsin State Journal: „Es ist gut jemanden zu haben, der genau das Gegenteil der heutigen verkommenen Gesellschaft darstellt. Maria Goretti ist meiner Meinung nach für alle von uns ein Vorbild (4)."

Literatur:
1) Savidge N.: Survey: one in for women at UW-Madison experience sexual assault. Wisconsin State Journal, 22. Sept. 2015
2) Schmultz R.: Campus assault charge dropped. Wisconsin State Journal, 10. Oktober 2015
3) Von Maren J.: Why social conservatives should embrace the term “rape culture”. LifeSiteNews, 9. Oct. 2015
4)Erickson D.: Body of Saint to be displayed at namesake Madison parish as part of first U.S. tour. Wisconsin State Journal, 11. Oktober 2015

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