Mittwoch, 29. Oktober 2014

Die Faszination um Halloween

Dr. Edith Breburda



Halloween war ursprünglich ein heidnisches Fest der Kelten. Man nannte es <Fest der Toten>. Auf Altären und Türschwellen brachte man den <wandernden Verstorbenen> Nahrung und Opfergaben dar. In der "Nacht der Magie" sollte man  nach Einbruch der Dunkelheit nicht unterwegs sein. Die Meisten verkleideten sich als das andere Geschlecht, um die Geister, die in dieser Nacht umher schweifen, in die Irre zu führen. Diese Beschreibung findet man auf einer Webseite der Naturreligion, die den 31. Oktober noch heute begeht.
70% der Amerikaner feiern zur Zeit immer noch das alte keltische Fest. Viele wissen wohl gar nicht worum es sich handelt. Und anstatt der dicken Kürbisse, die ausgehöhlt wurden, damit sie den Schutzgeistern ähneln, stellt man heute dünne Kürbisse vor die Türe, um den Kinder zu symbolisieren, dass es keine Süßigkeiten mehr gibt, die eigentlich nur Diabetes verursachen. Auch hat man Sorgen vor Allergenen in den Treats. So verteilen verantwortungsbewußte Amerikaner Kugelschreiber, Spielzeug oder sonst welche nützliche  Gegenstände an die von Haus zu Haus herumziehenden Kinder. Die verkleideten Kinder, sagen auch nicht mehr: "Trick or Treat". Heute heißt es:" Trick or Toys (Wisconsin State Journal 27. Oktober 2014).

Früher war der Tag, an dem man <Die Herren der Toten> ehrte, in den USA so verrufen, dass man ein Feier-Verbot verhängte.
Im Mai 1977 schrieb Bill Schnoebelen im National Geographic: "Am 31. Oktober, dem Keltischen Fest der Samhain, wurden früher Menschen und erstgeborene Kinder geopfert."
Es ist eine Nacht, in der boshafte Geister ihr Unwesen treiben und ihre einstigen Wohnstätten wieder aufsuchen, schreibt CBN.COM, ein Christliches Network.

Am Anfang des 7. Jahrhunderts führte Papst Gregor der I. Halloween ein. 601 erließ er ein Edikt. Man wollte die Heidnischen Sitten und Gebräuche der Menschen nutzen. So wurde das Fest Allerheiligen auf den Ersten November gelegt und der Abend vor Allerheiligen, (Al Hallows Eve) wurde zu Halloween.
Viele Amerikaner lächeln über all das und tun es als altmodisch ab. Sie feiern Partys und denken sich nichts. Aber einige sind doch der Meinung, in dieser Nacht leichter mit dem Übernatürlichen in Verbindung treten zu können (M. Synder, Halloweens heidnische Wurzeln, 16. 10. 2014).

Viele  sind sich nicht bewusst, wie sehr heidnische Kulte und die New Age Bewegung bereits unsere Gesellschaft unterminiert haben. Der Atheismus, die Amoral, ein fehlender Glaube, ja eigentlich die Nivellierung des Bösen selbst scheint daran nicht ganz unschuldig, analysiert Jeanne Ewing die Lage in ihrem Bericht: 'Fascination and Trappings of the Occult and their unexpected consequence", in Society/Aletia, vom 25. Oktober 2014. Die heutige Gesellschaft ist fasziniert über Zombies, Vampire, Hexen und Zauberer. In ihren Augen handelt es sich sogar um friedliche Dinge, die einen Hauch von etwas Heiligem, ja Göttlichem in sich tragen. Sie sind alles andere als langweilig. 

Wenn Halloween näher rückt, steigert sich diese Faszination für Okkultes, für dunkle Künste und Magie. Es scheint verführerisch, weil wir ja eigentlich etwas tun, was wir dennoch als Verbot ansehen. Der Nervenkitzel, den wir verspüren, reizt uns. Wenn wir uns vor etwas fürchten, sind wir plötzlich hellwach. Ehrlich gesagt genießen auch einige die Angst, die aus  lauwarmer Routine reißt, schreibt Ewing.

Die Geister die ich rief - hat uns nicht schon Goethe davor gewarnt? Die Macht des Bösen, die unseren Seelen schadet, davon berichtet schon die Bibel.

Ewing berichtet aus eigener Erfahrung. Sie besuchte eine katholische Schule in den USA. In der Mittelstufe wurde sie neugierig und wollte alles Übernatürliche erforschen. Sie wollte in die Tiefen des Unbekannten vordringen und bat um die Gabe des Hellsehens. Eine Wahrsagerin sollte ihr die Zukunft voraussagen. Sie studierte Astrologie. All die magischen Gepflogenheiten, an denen sie teilnahm, spielte sie als harmlos herunter und sagte sich, sie wolle ja nur hineinschnuppern. Sie las Bücher über Geister und Spukhäuser. Verschwiegen wurde ihr Leben, in dem die Dunkelheit  herrschte. Sie dachte über sich selbst, sie sei sehr aufgeklärt.

Unbewußt rutschte sie ins teuflische Reich ab, wie sie es später nannte. Langsam und fast unbemerkt wandte sie sich von Gott ab. Teuflische Alpträume quälten sie fast jede Nacht. Damit verbunden wackelte ihr Bett sehr heftig, schreibt Ewing. Bruder und Vater wurden terrorisiert. In der Nacht schwebten sie über ihren Betten. Im Haus der Familie waren Schritte zu höheren, Türen vielen zu und Stimmen riefen ihren Namen. Als sie sah, wie ihre Familie litt, überkam sie eine tiefe Scham. Sie berichtete ihren Eltern was sie getan hatte, als sie bei Freunden übernachtete. Ihre Eltern rieten Jeanne zur Beichte zu gehen um dem Bösen zu widersagen. Sie folgte dem Rat und erlebte eine authentische Heilung. Sie kehrte sich ab von der makabren Faszination des Unbekannten. Später schrieb sie: Gott will, dass wir uns nur ihm zuwenden und nicht falschen Ideologien oder häretischen Philosophien nachrennen. Er will unsere ganzes Herz, damit wir die Wahrheit und Schönheit seiner bedingungslosen und unerschütterlichen Liebe erkennen.

Antworten auf unsere irrigen Lebenswege können wir nur in Gott finden. Heute sieht Jeanne, wie sehr das Okkulte unser Leben beherrscht. Sie wünscht sich so sehr, sie hätte eher gewußt, dass man nicht aus Neugierde oder Spaß dem Widersacher die Türe in sein Leben öffnen kann. Viele ihrer Freunde tun aber genau dieses, ohne eigentlich zu wissen was sie tun. Heute gibt es viele Katholiken die sich von der Kirche entfernen. Manchmal durch anscheinend "harmlose" Praktiken wie Yoga und Meditationen, die man akzeptiert, ohne zu hinterfragen. Wenn wir jedoch genauer hinsehen, bemerken wir die Häresien, mit denen sie befallen sind, schreibt Jeanne.
Heute geben sie und Ihr Mann Vorträge über okkulte Praktiken und Zauberei. Auch Videospiele wie Grand Theft Auto, ja selbst die Lieder von Lady Gaga oder die Bücher von Harry Potter haben okkulte Inhalte.

Leider scheinen wir heute die Infiltration der Medien mit dem Okkulten zu akzeptieren. Unsere Großeltern wären wohl aus ihren Betten gefallen, wenn sie wüßten womit wir uns heute beschäftigen. Heute sind wir nicht mehr offen genug, diese Dinge in unserer Kultur bloßzustellen, schließt Jeanne ihren Bericht auf der Webpage Aletia.

Ob sie recht hat? Ein Blick in die Zeitung genügt. Im Wisconsin State Journal wurde am 26. Oktober 2014 über ein Ehepaar berichtet, das anderthalb Jahre an einem Spukhaus arbeitete, wo man eine Nacht für 25 Dollars verbringen kann. Ihr Anwesen liegt im sogenannten "Wisconsin Scaryland". Das Haus von Guz Kitchell und seiner Frau Sahra ist unter den 200 gelisteten Geisterplätzen des Staates Wisconsin aufgeführt. Dazu gehören Spukhäuser, Ställe, Wälder, Maisfelder und Zombie Jagdgebiete.


Der 43 jährige Kitchell ist selbständig. Er stellt Deodorants her. Seit 2009 verkauft er nebenbei Halloween Dekorationen für die Vorgärten oder auch als Inneneinrichtung von Restaurants. Er gründete die Firma Halloween FX Props. "Es ist ein florierendes Geschäft", sagt er. Die Stadt von Westport, wo sein Haunted House steht hat diese makabre Attraktion genehmigt. Nur die Nachbarn beschwerten sich. Deshalb konnte das Haus erst dann für den Publikumsverkehr freigegeben werden, nachdem er eine 5 Millionen Versicherung abgeschlossen hatte. "So weit haben wir keine Probleme", betont der Eigentümer. Er betrachtet die Angelegenheit als kontrovers, und nennt seine Nachbarn Spaßverderber (Adams B. on Wisconsin: A Deodorant salesman adds to his repertoire. Wisconsin States Journal, 26. Oktober 2014). 

Veröffentlicht Christliches Forum 
2. November 2014

Montag, 27. Oktober 2014

Leihmutterschaften erzürnen Feministinnen

Dr. Edith Breburda 

Die Feministinnen von Schweden sind außer sich. Frauen seien keine Handelsware und ihre Kinder erst recht nicht. Eine schwedische Feministen Organisation verurteilt  das Geschäft mit der Leihmutterschaft. Sie verlangt von der Regierung, diese Praktiken abzuschaffen.
Sveriges Kvinnolobby, eine schwedische Frauen Lobby, ist der Meinung, eine Leihmutterschaft beutet die Körper von Frauen und ihre reproduktiven Organe aus. Damit werden Menschenrechte verletzt. Vor allem die der armen Frauen aus Drittländern, wie Indien.
"Feministinnen widerstrebt die Auffassung, dass man Frauen als eine Art Schwangerschafts-Container benutzen kann, deren Fortpflanzungsfähigkeit käuflich ist. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit kann man nicht durch Verträge oder Verhandlungen beschneiden. Auch wenn besonders vorteilhafte oder attraktive Bedingungen einen Leihmutterschaftsvertrag ausmachen, sollte das Recht der Frau und der Kinder in dieser Debatte ausschlaggebend sein und nicht das Interesse der <Käufer>, heißt es in dem Grundsatzprogramm der Organisation."
Leihmutterschaft ist in Schweden verboten. Die Regierung untersucht trotzdem, ob man sie legalisieren soll. Zu viele Bürger haben eine Leihmutterschaft im Ausland in Anspruch genommen und die Kinder zurück nach Schweden gebracht. Ein Unterfangen, das mit vielen Schwierigkeiten verbunden ist.
Die Gruppe "Feminist not to surrogacy motherhood" (Feministinnen gegen Leihmutterschaft) ist strikt gegen eine Freigabe. "Wenn die Türen dafür geöffnet werden, egal wie streng die Auflagen auch sein sollten, werden Kinder zum Handelsgut."

Im April 2011 hat das Europäische Parlament die kommerzielle und eigennützige Leihmutterschaft verurteilt, weil es um Menschenhandel geht. In ihrer Kampagne bieten Feministinnen Alternativen an. Sie sind auf die körperliche Integrität gerichtet und nicht auf das Recht eheloser Paare auf ein Kind, auf Kosten der grundlegendsten Menschenrechte der Frau.
"In den meisten Fällen werden Frauen aus armen Ländern ausgebeutet. Reiche westliche Länder kommerzialisieren Leihmütter aus Entwicklungsländern. So entsteht ein Ungleichgewicht der Machtverhältnisse zwischen den Auftraggebern und den Leihmüttern. Westliche Länder nutzen die vulnerable ökonomische Situation der Frauen in Entwicklungsländern aus. In ihren Bemühungen ein biologisches Kind zu bekommen, werden Wege eingeschlagen, die Frauen zwingen, ihren Körper zu verkaufen. Die fundamentalen Menschenrechte sollten arme Frauen davor beschützen, ihre Reproduktionsorgane als Ware anbieten zu müssen. Es wird immer mehr zum Trend, Grundrechte einzureißen zu Gunsten von Paaren, die ihre eigennützigen Pläne verwirklichen wollen, um ein Kind zu haben.
Immer öfter argumentiert man mit den << Reproduktiven Rechten>>. Kinderlose Eltern bestehen auf einem Recht auf Kinder, wobei allerdings die Menschenrechte der Leihmütter nicht angesprochen werden", beschweren sich schwedische Feministinnen.  (T.Baklinski, Swedish feminists condemn surrogacy: a global trade with women's and children's bodies, Bioethics LifeSiteNews, 23. Okt. 2014).

Renting wombs - das Mieten der Gebärmutter, wird von vielen bereits als eine Art  Neokolonialismus bezeichnet. Einst hieß es, die Sonne geht im Britischen Imperium nicht unter, weil England über Kolonien auf der ganzen Welt verfügte.
Solche Tage sind längst Geschichte. Heute mietet man die Gebärmütter der Frauen aus exotischen Ländern, nur um dem Wunsch auf ein eigenes Kind nachzukommen.  Der Journalist Wesley J. Smith zitierte The Independent vom 28. Dezember 2012 als er von einem neuen, biologischen Kolonialismus, sprach. Gerade in Indien sind die Regulierungen für eine Leihmutterschaft minimal. Dort ist es nicht nur verheirateten Paaren erlaubt eine Leihmutter anzuheuern, sondern auch Homosexuellen.
Smith berichtete im National Review Online über Johnathon Busher und seinen Partner Stephen Hill. 18 Jahre lebten die beiden Engländer aus West Midlands zusammen. Dann beschlossen sie eine Familie zu gründen. 2011 reisten sie nach Indien, um in New Delhi eine Klinik aufzusuchen. Stephen Hill spendete sein Sperma, während die Eizellen von einer ausgesuchten Eizellspenderin stammten. Der Rest war eine Angelegenheit der In-Vitro-Technik.
Etwas verlegen fühlten sich Johnathon Busher und Stephen Hill nach der Geburt von Zwillingsmädchen. Die Leihmutter zögerte, die beiden Kinder zu übergeben. Der Ehemann der Leihmutter ging davon aus, dass die Kinder sein eigenes Fleisch und Blut seien. Die Leihmutter hing sehr an den Neugeborenen, erläuterte Johnathon Busher. <<Wir waren froh, dass wir einen handfesten Vertrag hatten und die beiden Mädchen ohne weitere Schwierigkeiten mitnehmen durften>>, sagten die beiden Männer.
Smith kommentierte: "Es handelte sich einfach um einen Vertrag. Man muss sich daran halten. Eine Leihmutter darf sich unter diesen Umständen nicht zu sehr an das Kind gewöhnen. Wenn jemand ein Kind auf diese Weise haben will, muss ihm das einfach gewährt werden. Schließlich bezahlt er ja dafür. So wie man ein Auto oder ein iPhone kauft."
Vor 200 Jahren nannte man es Sklavenhandel, heute bezeichnet man es als Elternschaft, wenn wir Menschen für unsere Zwecke kaufen, sagt E. Hilton in ihrem Bericht: Renting wombs; The new 'biological colonialism'. 3. Jan. 2013.
Auch das neueste umstrittene Konzept, das Social Freezing, muss in diesem Zusammenhang genannt werden, weil es Frauen die Möglichkeit gibt selbst zu bestimmen, wann sie schwanger werden wollen, ohne Berücksichtigung der physiologischen Möglichkeiten. Keiner weiß, ob die Plazenta, die Knochen, der Stoffwechsel einer 50 Jährigen überhaupt in der Lage sind, eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Aber zu diesem Zweck gibt es ja Leihmütter. Beziehungsweise arbeitet man darauf hin, eine Schwangerschaft im Labor auszutragen. Dann bräuchte man keine Leihmütter mehr. Wissenschaftler in Japan arbeiten mit Hochdruck an einer künstlichen Gebärmutter (artificial wombs).

In 20 Jahren will man soweit sein. Dann soll endlich die Gleichberechtigung der Frauen gewährleistet und das Ziel der reproduktiven Freiheit erreicht sein. Will man damit beweisen, eine bessere Technologie entwickeln zu können, als der liebe Gott? Auch sollen dann Männer leichter Kinder bekommen können (S. Wills. Growing Babies in Artificial wombs: Inevitable? Desirable? Moral? Technology, 13. August 2014).

Veröffentlicht im Lebensforum 2. Quartal 2015,  # 114 : Kinder sind keine I-Phones 
Christliches Forum   16. Nov. 2014

Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Schlamassel der Tierhaltung in Wisconsin, USA

Dr.med.vet.Edith Breburda
Der US-Bundestaat Wisconsin, Amerikas Milchland, hat 1,27 Millionen Milchkühe, welche 12,8 Milliarden Liter Milch im Jahr produzieren. Kühe produzieren im Dairy Rich Land neben Milch jedoch auch Mist.

Ihr Dung würde jährlich 3.000 Olympia Schwimmbäder füllen. Oft gelangt der potente Dünger jedoch in eines der vielen Gewässer des Staates. So wie am 5. Juni 2014 Tausende tote Fische im Lake Winnebago, bei Milwaukee, gefunden wurden.
Factory Farming, die industrielle Landwirtschaft, bewirkt eine Anreicherung von Pestiziden, Herbiziden, Phosphaten und ein massives Algenwachstum in den zahlreichen Seen, dead zones, tote Zonen, und v.a.m.
Biogasanlagen sollen das Problem lösen. Prof. Steve Carpenter, Direktor des Limnologischen Institutes der Universität von Wisconsin in Madison, untersucht seit 40 Jahren die Qualität der Seegewässer in seinem Staat. Eine fortgeschrittene Technologie hat die Dünger Verarbeitung erfolgreich gemacht. Das Wasser ist nicht mehr so stark verunreinigt. 70 Prozent der Phosphate in Oberflächengewässern stammen aus der Landwirtschaft. Es wird erwartet, dass die Milchindustrie einen Weg findet, um die  Gewässer zu schützen. Der Oberflächenbfluss in die Seen lässt nicht nur Algen wachsen und verursacht einen unangenehmen Geruch. Auch  Badestrände müssen geschlossen werden.

"Wir müssen eine Lösung finden", sagt Monte Lamer, Direktor der Biogas Anlage von Waunakee, einer Stadt nahe Madison. Biogas Anlagen für Ställe mit bis zu 8.000 Kühen bieten zudem eine Alternative für erneuerbare Energie an.

Heftige Regenfälle befördern viel Gülle und Boden in die Gewässer von Wisconsin. Umweltverbände rufen dazu auf, die Seen phosphatfrei zu halten. Biogasanlagen ermöglichen uns das, betonen Carpenter und Lamer.
2001 fing man in Wisconsin damit an sie zu bauen. 2014 gibt es bereits 34 große Anlagen. Bakterien verwandeln in ihnen die Biomasse in Methan-Gas. Eine Zentrifuge trennt die Phosphate. Andere Bestandteile, wie Hormone oder mikrobielle Stoffwechselprodukte, gelangen dennoch in die Seen, erklärt Sarah Yang, Wasser Toxikologin des Natural Resources Amtes, in Wisconsin. Immerhin ist es ein besseres Verfahren, als die Gülle auf die Felder auszubringen. Biogas Anlagen sind dazu da, den Geruch zu minimieren, pathogene Keime zu vernichten und Treibhausgase zu reduzieren.
Für viele Farmer macht das Biogas System keinen Sinn, weil es vorkommt, dass   Anlagen explodieren.

"Um die Phosphate zu eliminieren, müsste man eigentlich nur die Monokulturen abschaffen und Fruchtfolgen wieder einführen", bemerkt Laurie Fischer, Direktorin der Dairy Business Gesellschaft, deren Aufgabe es ist ein positives Bild der Landwirtschaft zu vermitteln.
Milchwirtschaft ist in Wisconsin ein 26 Milliarden Dollar Geschäft. Für viele der 10.800 Farmer zählen wirtschaftliche Faktoren (J. VanEgeren, Manure digesters seen as best hope for curbing lake pollution, but drawbacks remain. The Cap Times, 30. April 2014).


Genmanipulierte Feldfrüchte sind an Monokulturen gekoppelt. Offensichtlich bleibt auch der  Tierschutz auf der Strecke.

Veröffentlicht Christliches Forum 27. Oktober 2014

Freitag, 3. Oktober 2014

Es gibt ein Monogamie-Hormon


Dr. med.vet. Edith Breburda
Siehe auch: Zenit, 9. Oktober 2014

Der US-amerikanische Psychologe Seth Pollak von der Universität in Wisconsin/Madison, vermutet, dass Kinder, die sehr früh in ihrem Leben zurückgewiesen oder missbraucht wurden bzw. die in Armut aufwuchsen, als Erwachsene häufiger unter Depressionen, Herzerkrankungen, Ängstlichkeit leiden. Er sieht sogar einen Zusammenhang zu Krebserkrankungen.

Stress kann einige Stellen des Gehirns schrumpfen lassen, und bei Mädchen eine abnormale Ausschüttung von einigen Hormonen bewirken, erklärt der Experte. Das sexuelle Verhalten der Mädchen verändert sich:

"Unsere Erziehung beeinflusst unsere Biologie. Dadurch können wir langfristig soziale Verhaltensprobleme erklären. Es ist eine ganz neuartige Sicht, die Entwicklung des Kindes zu verstehen. Aus der tierexperimentellen Forschung wissen wir, wie eine normale Pflege diese Verhaltensdefizite restaurieren kann. Wir versuchen, eine entsprechende Therapie und Medikamente anzuwenden, um die Schäden rückgängig zu machen", erläutert Pollak.

Der Forscher untersuchte das sogenannte "Stress-Regulator-Gen" bei 56 Kindern. Ein Drittel der Probanden wurde physisch missbraucht. Bei ihnen zeigte die Blutprobe eine geringere Aktivität des Glucocorticoid-Rezeptors, der das Stress-Hormon Cortison reguliert.  Zu viel Cortison schwächt das Immunsystem und erregt den Menschen.
Pollak fand bei 12-jährigen misshandelten Kindern, dass die Hirnregionen, die für Emotionen (Amygdala) und das Gedächtnis (Hippocampus) verantwortlich sind, kleiner ausgebildet waren.

Vierjährige Kinder aus armen Familien hatten weniger "Graue Substanz". Dort werden Informationen verarbeitet und Handlungen geplant.

Acht- bis 11-jährige Mädchen, die misshandelt wurden, schütteten anstatt Cortison das Liebes-Hormon Oxytocin aus. Oxytocin konnte ihnen helfen, unbekümmerter mit Fremden umzugehen. Damit hatten sie weniger Schwierigkeiten Beziehungen einzugehen. Diese Freundschaften erwiesen sich allerdings als instabil.

Teenagerschwangerschaften treten häufiger bei Kindern auf, die aus armen Familien kommen. Ihre schulischen Leistungen und ihr späterer Beruf werden dadurch beeinflusst: "Sie öffnen sich, anstatt sich selbst zu schützen. Das könnte erklären, warum diese Mädchen später in schwierige Lebensumstände verwickelt sind", behauptet der Wissenschaftler[i].

Oxytocin gilt heute als eine Substanz, welche das "Belohnungszentrum" des Gehirns aktiviert. Männer finden wegen des Oxytocins ihre Partnerin attraktiver, was der Monogamie zugute kommt.

Wissenschaftler der Universität in Bonn weisen darauf hin, dass es im Tierreich nicht so ist. Hier gibt es die Monogamie äusserst selten. Somit handelt es sich um eine rein menschliche Angelegenheit, dass Oxytocin dafür verantwortlich ist, treu zu sein.

Dr. Hurlemann von der Ruhr-Universität in Bochum arbeitete mit der Universität von Chengdu in China zusammen, um die Wirkung des Monogamie-Hormons Oxytocin genauer zu testen: 40 heterosexuellen Männern, die sich in einer permanenten Partnerschaft befinden, zeigten sie Fotos von ihren Frauen. Danach konnten die Männer Bilder von anderen Frauen sehen.

Nasal applizierte man den Probanden entweder Oxytocin oder ein Placebo. Mit einem Magnetresonanz-Tomogramm wurde die Gehirnaktivität überprüft. Dirk Scheele sagte, wenn die Männer Oxytocin erhielten, bewerteten sie ihren eigenen Partner attraktiver als andere Frauen. Durch Fotos von Mitarbeiterinnen oder anderen bekannte Frauen ließ sich die Gehirntätigkeit der Männer nicht anregen. Nur der eigene Ehepartner löste den Reiz im Gehirn aus.

Die Ergebnisse lassen erklären, wie es nach dem Tod des Ehepartners zu tiefen Depressionen kommen kann. Eine fehlende Oxytocin-Ausschüttung wird als Grund angesehen.

Man kann - hormonell betrachtet - davon ausgehen, dass Oxytocin der Grund für eine Monogamie beim Menschen ist. Die klassische evolutionsbiologische Sicht, wonach männliche Wesen danach drängen, ihre Gene so viel wie möglich "in Umlauf zu bringen", wurde durch die Hurlemann-Studie beim Menschen widerlegt.

Monogamie hat auch seine Vorteile, betont Dr. Hurlemann:
"Wenn Oxytocin eine Partnerschaft tiefer zusammenschweißt, wird auch die Ernährung der Nachkommen sicher gestellt. Männliche und weibliche Gene werden an Kinder weiter gegeben. Biologisch wird damit auch eine monogame Ehe der Kinder gefördert", erläutert Hurlemann.

Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wurde der Versuch bisher nicht durchgeführt. Allerdings zeigten andere Studien einen ziemlichen Unterschied, ja sogar ein gegensätzliches Verhalten einer Oxytocin-Wirkung bei Männern und Frauen auf.

Die Hormone sind bei den Geschlechtern anders verteilt. Es könnten auch weniger Oxytocinrezeptoren im männlichen Gehirn vorhanden sein, vermutet Hurlemann[ii].

Oxytocin steht im Fokus der wissenschaftlichen Tätigkeiten von Paul Zak. Es handelt sich dabei ja eigentlich um ein uraltes Molekül, das man nur bei Säugetieren findet. Bei Nagetieren hilft es, den Mutterinstinkt aufrecht zu erhalten.


Die Etruskerspitzmaus, die von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz nur etwa 40 Millimeter lang ist, lebt monogam. Eigentlich ist sie keine Maus, da Mäuse Nagetiere sind und damit Vegetarier. Die Spitzmaus frisst Insekten, Würmer, Maden, Ameisen, Grillen, Spinnen und Heuschrecken. Sie ist mit der Maus so verwandt wie der Fuchs mit dem Hirsch, sagt der emeritierte Professor Peter Vogel aus Lausanne.

Bei Rindern sorgt Oxytocin für den Milchfluss. Kälber stossen vor dem Säugen mit ihrem Kopf in das Euter, um damit die Ausschüttung zu aktivieren. Bei allen Nutztieren kann Oxytocin verabreicht werden, um eine Geburt einzuleiten.

Oxytocin wird bei der Paarung freigesetzt. Es wird im Gehirn (Nucleus paraventricularis) in einer Vorform gebildet und über den Hypophysenhinterlappen abgegeben. Ausser seiner Funktion als Sexualhormon wirkt es auch als Neurotransmitter im Gehirn. Es fördert prosoziales Verhalten und das Vertrauen in andere Menschen[iii].

Professor Paul Zak, Gründungsdirektor des Claremont-Universitäts-Zentrums für Neuroökonomische Studien in Kalifornien, stellte sich die Frage, ob unserer Moral, auf die sich gläubige aber auch nichtgläubige Menschen beziehen, nicht doch mit Chemie zu tun hat?

Er wollte beweisen, dass Oxytocin das Moralmolekül ist, welches sich hinter unserem moralischen Handeln verbirgt. In seinen Versuchen konnte er nachweisen, wie eine Veränderung der Oxytocingehalte im Blut unser Mitgefühl beeinflusst.

Bei Frauen, die missbraucht wurden, wird die Oxytocin-Sekretion unterdrückt:
"Man muss pfleglich behandelt werden, damit sich das System richtig entwickeln kann. Viel Stress hemmt Oxytocin. Wir wissen alle, dass wir unter Stress nicht bestmöglich handeln können", sagt Zak.

Auch das hauptsächlich männliche Hormon Testosteron hemmt die Oxytocin- Ausschüttung. Bei einer Hochzeit in England, zu der 200 Leute geladen waren, fand Paul Zak heraus, dass die Braut den höchsten Oxytocinwert aufwies. Ihr folgten die Brautmutter, der Vater des Bräutigams und dann erst der Bräutigam.
Der Wissenschaftler ist der Meinung, eine Hochzeit ist ein Ritual, um sich mit dem neuen Brautpaar emotional zu verbinden. Ein neuvermähltes Paar ist uns für die Arterhaltung bei der Fortpflanzung wichtig und wir wollen seinen Erfolg.

Wir kennen unzählige Möglichkeiten, um mit anderen in Verbindung zu treten. Soziale Medien erleichtern uns dieses Vorhaben. Man twittert, stellt seine Videos auf Youtube. Mitglied eines sozialen Netzwerkes zu sein führt auch zu einem Anstieg des Oxytocinwertes.

Am Ende werden unsere Empfindungen belohnt. Wir sind glücklicher, wenn wir Oxytocin freisetzten, erklärt Paul Zak. Sein Rezept ist, täglich acht Mitmenschen umarmen. Dann wird man glücklicher werden - und die Welt wird ein besserer Ort[iv]

Wir alle kennen das Gefühl, wenn es in unserem Bauch kribbelt und die Angst vor etwas spürbar im Raum steht. Oxytocin kann aber neben leidenschaftlichen Liebes-Anwandlungen  auch emotionalen Schmerz verursachen, sagen die Wissenschaftler der Northwest-Universität in Chicago.

Es werden nicht nur unsere sozialen positiven Erinnerungen gestärkt, sondern auch stressige soziale Situationen graben sich in unser Gedächtnis ein. Wenn wir später wieder in eine ähnliche Situation kommen, reagieren wir von vornherein sehr ängstlich. Dies ist eine vollkommen neue Erkenntnis.

Forscher erhofften sich mit Hilfe der Substanz eine Anti-Angst-Droge entwickeln zu können, da man annahm mit ihr positive Emotionen wecken zu können, wenn man sich in einer stressbezogenen Situation befindet.

Sich wiederholende Stress-Erlebnisse fördern Angst und Depression: "Basierend auf jahrelanger Forschung wurde Oxytocin als Stress reduzierende Substanz betrachtet. Durch die neue Studie konnte gezeigt werden, dass durch Oxytocin Angst eher gefördert wird", erläutert der Studienleiter Yomarya Guzman.

Auszug aus dem demnächst erscheinenden Buch: 

Reproduktive Freiheit, free for what?

von Edith Breburda





[i] Wahlberg D.: Childhood stress can reconfigure biology, UW-Madison research says. Wisconsin State Journal. 24. 7. 2014
[ii] Ellis M.: Oxytocin: the monogamy hormone? Medical News Today, 26. Nov. 2013
[iii] Kosfeld M. et al.: Oxytocin increases trust in humans. Nature: 435 (7042): 673-6, June 2 2005
[iv] Zak P.: Vertrauen, Moral-und Oxytocin. Technology, Entertainment and Design, http://www.ted.com/talks/paul_zak_trust_morality_and_oxy tocin/ transcript?language=de, Nov. 2011




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