Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 26. Juni 2025
Forschungsarbeiten an einem umstrittenen Projekt, das sich der völligen Neuschöpfung der Bausteine des menschlichen Lebens widmet, haben begonnen. Forscher sprechen einer Weltneuheit.
Der genetische Bauplan eines jeden Menschen ist in jeder seiner Körperzellen enthaltenden DNA vorhanden. Die unterschiedliche Kombination ihrer Nukleotidbasen Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin sind die Bausteine der DNA, welche die Information enthalten, uns zu dem zu machen, was wir sind.
Das neue Humangenomprojekt ermöglicht es Wissenschaftlern, unsere Gene wie einen Strichcode zu lesen. Eines Tages, so hofft man, wird man anhand dieses neuen synthetischen Humangenomprojektes versuchen, Teile der gesamten DNA – Molekül für Molekül - von Grund auf neu erschaffen, was ein gewaltiger Vorwärtsschritt wäre.
Ungeachtet des Taboos Designerbabies nach den Wünschen der Reproduktionswissenschaftler zu schaffen, spielen unvorhergesehene irreversible genetische Auswirkungen, welche unsere Nachfahren für immer verändern, für die größte medizinische Wohltätigkeitsorganisation “Wellcome Trust“ keine Rolle mehr.
Sie beschlossen, £10 Millionen einem Forschungsprojekt zu widmen, das das Potenzial hat, unheilbare Krankheiten besser und schneller zu behandeln als zuvor.
Einer der Forscher, Dr. Julian Sale vom MRC Labor für Molekulare Biologie in Cambridge, ist begeistert, dass dieses Projekt den nächsten großen biologischen Schritt verwirklicht:
„Unsere Möglichkeiten sind grenzenlos. Wir erforschen Therapien, die das Leben älterer Menschen verbessern und zu einem gesünderen Alter mit weniger Erkrankungen führen. Wir erzeugen krankheitsresistente Zellen, die geschädigte Organe, wie zum Beispiel die Leber, das Herz und sogar das Immunsystem, wiederbesiedeln können. Uns sind keine Grenzen gesetzt,“ behauptet der Wissenschaftler gegenüber BBC News.
Kritiker wie Dr. Pat Thomas, Kampanienleiter von “Beyond GM“, zeigen sich skeptisch. „Wir denken gerne, dass alle Wissenschaftler Gutes tun wollen. Aber man kann mit einer künstlichen und menschengemachten DNA auch Schaden anrichten und sie im Kriegsfall missbrauchen.“
Vorerst ist es das Ziel der Wissenschaftler eine Methode zur Konstruktion größere DNA-Stränge zu entwickeln, bis man eventuell ein menschliches Chromosom synthetisch herstellen kann, von denen der menschliche Körper 46 in jeder seiner Körperzellen hat, die in 23 Paaren angeordnet sind (neben dem Geschlechtschromosom XX oder XY).
Die in den Chromosomen enthaltenen Gene könnte man so reparieren und ihre Entwicklung oder Erhaltung steuern. Auch wäre es möglich, so Aufschluss zu erhalten, wie die DNA unseren Körper reguliert.
Prof Matthew Hurles, Direktor des Wellcome-Sanger-Institutes, das bereits den größten Teil unseres menschlichen Genoms sequenziert hat, weist darauf hin, dass viele Krankheiten durch fehlerhafte Gene entstehen, womit diese Studie einer besseren Behandlungsmöglichkeit dienen wird.
„Die Schaffung einer synthetischen DNA ermöglicht es uns, ihre tatsächliche Funktionsweise zu testen und neue Theorien zu erproben. Dies sei derzeit nur durch die Optimierung von DNA in einem lebenden System möglich,“ gibt Hurles zu bedenken.
„Das Projekt beschränkt sich allein auf Arbeiten im Reagenzglas. Man hat nicht vor, synthetisches Leben zu erschaffen. Allerdings wird diese Technologie eine bisher nie dagewesene Kontrolle über menschliche Lebenssysteme ermöglichen. Es hindert jedoch skrupellose Forscher nicht daran, diese Technologie zu missbrauchen. Man könnte zum Beispiel versuchen, biologische Waffen, verbesserte Menschen oder sogar Lebewesen mit menschlicher DNA zu erschaffen. Der Geist ist aus der Flasche,“ sagte Prof. Bill Earnshaw, Genetiker der Universität Edinburgh.
Doch wem würden synthetische Menschen, Körperteile oder die Daten dafür gehören?
„Wir haben uns die Entscheidung diese Forschung zu unterstützen, nicht leicht gemacht,“ bemerkt Dr. Tom Collins, der sein OK für das Projekt gab. „Diese Technologie ist unaufhaltsam und eines Tages wird sie entwickelt werden. Wenn wir sie jetzt vorantreiben, versuchen wir zumindest, so verantwortungsvoll wie möglich vorzugehen und ethische sowie moralische Fragen zu stellen,“ bemerkt Collins weiterhin gegenüber BBC News.
Prof. Joy Zhang von der Universität in Kent, hat ein spezielles sozialwissenschaftliches Programm parallel zur wissenschaftlichen Entwicklung des Projektes ins Leben gerufen. Sie möchte Experten, Forschern und der Öffentlichkeit die Möglichkeit einräumen, Bedenken und Fragen zu adressieren.
Ghosh P und Hughes G,: Controversial project to create artificial human DNA begins. BBC News. June 25. 2025

No comments:
Post a Comment