Dienstag, 31. März 2015

Genetische Manipulationen an menschlichen Embryos mit unabsehbaren Folgen

Dr. Edith Breburda


sieh auch Zenit 3. April 2015
In Großbritannien können Paare ab Oktober 2015 ganz offiziell In-Vitro-Fertilisationen mit drei Spendern durchführen. Bereits am 3. Februar 2015 hatte das britische Unterhaus  eine entsprechende Gesetzänderung vorbereitet. Genetisch modifizierte Embryos durften bisher nicht implantiert werden. Doch am 24. Februar entschied sich das Oberhaus, der Implantation genetisch modifizierter Embryos, nach einer langjährigen Debatte,  stattzugeben.  
Viele Frauen, deren Eizell-Mitochondrien defekt sind, hoffen darauf, gesunde Kinder haben zu können. Zudem können sie sicher sein, die Erkrankung nicht an ihre Nachkommen weiterzuvererben.
Robert Meadowcroft, Geschäftsführer von Muscular Dystrophy UK, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, bemerkt dazu: "Wir geben Frauen die wertvolle Chance, Erkrankungen aus den Familienstammbaum zu tilgen und die Zahl derer zu reduzieren, die mit den verheerenden Folgen der Erkrankung konfrontiert sind."

Gegner dieser Innovation sehen in der Technik eine Form der Eugenik. Sie reden von Designer-Babys und unkontrollierbaren Konsequenzen. "Wir öffnen die Büchse der Pandora", warnt die konservative Abgeordnete des Unterhauses, Fiona Bruce. Der Fertilitätsexperte der Labour-Partei, Dr. Robert Winterson, verwahrt sich gegen Anschuldigungen, dass sich Ärzte in die Natur einmischen. <<Wir versuchen nicht, Gott zu ersetzten, sondern wir versuchen, sein Werk zu verbessern>>.
Die Mitochondrien, die außerhalb des Zellkerns im Zytoplasma oder Zellleib liegen,  werden nur von der Mutter vererbt, weil  bei der Befruchtung nur der Kern der Samenzelle mit der Eizelle verschmilzt. So wird eine Dysfunktion der Mitochondrien, welche auf Mutationen der Mitochondrialen DNA (mtDNA) beruhen, ausschließlich durch die Mutter vererbt.
Bisher konnten kranke Mütter nur Kinder bekommen, wenn sie ein Kind adoptierten oder   eine Spender-Eizelle künstlich befruchtet wurde.  Andere Möglichkeit bestanden in der Präimplantationsdiagnostik, der Chorionzottenbiopsie, einer Diagnostik von Chromosomenstoerungen, bzw. der Amniozentese, einer Fruchtwasseruntersuchung , wobei bei einem kranken Kind eine Abtreibung empfohlen wird. 
Die britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie hatte 2014  ein Expertengremium einberufen, um die Sicherheit der verschiedenen Methoden des Mitochondrienaustausches zu untersuchen.  Die besten Erfolge wurden mit dem Maternal Spindle Transfer (MST) und dem Pronuklear Transfer (PNT) erzielt. Das Expertenteam ist der Ansicht, dass ohne die Verfahren eine kranke Mutter die Mutationen  der Mitochondrialen DNA an ihre Kinder weitervererben würde, und sich dadurch eine tödliche  Erkrankung entwickeln könnte.
Um dem Eingriff mehr Sicherheit zu verleihen, sollte die Spender-Mutter der biologischen Mutter so ähnlich wie möglich sein.
Wie findet der Mitochondrienaustausch  statt?
Beim MST repariert man zuerst die Eizelle. Vereinfacht gesagt wird der haploide Zellkern, das heißt, die Spindel mitsamt den assoziierten Chromosomen aus der mütterlichen Eizelle entnommen und in eine zuvor entkernte Spender-Eizelle, die in ihrem Zellleib gesunde Mitochondrien hat, transplantiert.  Danach findet die Befruchtung unter dem Mikroskop satt. Man injiziert eine Spermie direkt in die Eizelle. Im Fachjargon nennt man das eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion.
Beim PNT findet der Eingriff am bereits entstandenem Embryo statt. Nach der In-Vitro-Fertilisation wird der diploide Zellkern entnommen und in eine entkernte Eizelle eingepflanzt. Bei beiden Verfahren, kann es allerdings dazu kommen, dass beim Transfer der Kerne auch Mitochondrien der Mutter aus Versehen verschleppt werden.
Die Chromsomale DNA besteht aus etwa 25.000 Genen. Sie ist völlig anders organisiert als die aus 37 Genen bestehende Mitochondriale DNA, die einen bakteriellen Ursprung hat. Die Mitochondriale DNA macht nur einen Bruchteil von 0.2 Prozent aller Gene aus. Schätzungen zufolge hat eines von 200 Neugeborenen eine krankhafte Mutationen in seinen Mitochondrien. Eine dadurch bedingte Krankheit tritt in 1:5.000 bis 1:10.000 Fällen auf.
Da die Mitochondrien, vereinfacht ausgedrückt, die Energiequellen des Organismus sind, verursachen sie meist Schädigungen des Nervensystems, der Muskeln und der Augen. Das Ausmaß und die Schwere einer Erkrankung hängt vom Anteil der Mutationen im Vergleich zur unmutierten mtDNA ab. Eine reife Eizelle kann bis zu 100.000 Kopien der mtDNA enthalten. Der Zufall entscheidet letztendlich, ob eine Krankheit wirklich weitervererbt wird. Deshalb kann ein Kind einen sehr hohen Anteil an mutierten Genen erhalten, während seine Mutter nur geringe Mutationen aufweist.  
In den USA wurden zwischen 1997 und 2002  einige Kinder, die drei Eltern haben, geboren.  Durch einen Zytoplasmatransfer half man älteren Frauen, die trotz vieler In-Vitro-Fertilisationen kinderlos bleiben, mittels dieser Technik, doch noch dazu schwanger zu werden.
Gealterten Eizellen injizierte man frisches Zytoplasma und die darin enthaltenen Mitochondrien aus einer Spender-Eizelle.  Mit Hilfe dieser Verjüngungs Methode wurden Kinder "geschaffen". Dann verbot die Amerikanische Food und Drug Administration, FDA, die Technik aus Sicherheitsgründen. Großbritannien ist jetzt daran interessiert, was aus diesen Kindern von damals in Bezug auf ihren Gesundheits- und Entwicklungszustand geworden ist[i].
Science Magazine hatte am 13. 3. 2015 eine Warnung von Wissenschaftlern veröffentlicht. Don’t edit embryos, hieß es in dem Artikel. Forscher sollen unter keinen Umständen weder das Genom von menschlichen Embryos, noch humane Ei- oder Samenzellen manipulieren.
Es geht um eine Technik, die als CRISPR und Zink-Finger Nuklease bekannt ist und die es Wissenschaftlern ermöglicht, Gene auszutauschen bzw. ganz auszulöschen. Heutzutage kann man sehr elegante, präzise mikrochirurgische Eingriffe in das Erbgut einer lebenden Zelle vornehmen. In der Molekularbiologie bezeichnet man den Vorgang als die <<clustered regularly interspaced short palindromic repeats>>, kurz CRISPR-Cas 9. Mit diesem Konstrukt kann man Nukleinsäurensequenzen aus dem Erbgut herausschneiden. Für 55 Dollars bekommt man die einschlägige Software, um die Scheren herzustellen, die man benötigt, die gewünschten Gensequenzen herauszuschneiden.
Was allerdings die Folgen eines Eingriffes sind, bei dem man Gene aus dem Erbgut entfernt, weiß man nicht. Wir kennen nicht die Gesetze, die den Organismus regulieren. Wir wissen nicht welche Gene am Ausbruch einer Krankheit beteiligt sind[ii].
Die mikrochirurgischen Instrumente ermöglichten es bisher bessere Tiere zu züchten, um an ihnen die Rolle der einzelnen Gene zu studieren.
Man will dadurch auch Gen-Mutationen bei Patienten  korrigieren. Vor allem Mutationen in Blut-, Muskel- oder Tumor-Zellen. Wissenschaftler nutzten diese Techniken erst kürzlich, um einen genetisch modifizierten Affen zu erzeugen. Es gibt Hinweise, dass man genau das Gleiche mit menschlichen Embryos versuchen will. Die Studie stehen kurz vor der Veröffentlichung.
<<Das ist unsicher und unethisch. Vererbbare menschliche genetische Modifikationen sind sehr risikoreich. Ihr therapeutischer Nutzen ist unbedeutend >>, protestiert Edward Lanphier und vier andere Wissenschaftler in ihrem Kommentar am 12. März 2015 in dem Magazin, Nature[iii].
<<Man kann nur dann medizinische Eingriffe ethisch rechtfertigen, wenn sie bewiesen haben sicher zu sein und wenn keine Gefahren auf die nachkommenden Generationen ausgehen>>, schreiben einige Forscher. Sie fordern dazu auf, alle Experimente die es erlauben Gene in Spermien, Eizellen oder Embryos zu manipulieren, sofort zu stoppen. <<Man solle erst einmal öffentlich über die wissenschaftlichen und ethischen Folgen derartiger Experimente diskutieren. Vor allem über den jüngsten Einsatz der mitochondrialen DNA-Ersatz-Therapie in England>>, betont Lanphier, der Direktor von Sangamo BioScience in Richmond, Kalifornien. Seine Firma will Menschen mit Gentherapien behandeln. <<Es gibt einen großen Unterschied , ob ich Körperzellen genetisch therapiere oder Keimzellen. Dazwischen liegen klare ethische Grenzen>>, argumentiert Lanphier.
 George Daley, ein Stammzellforscher des Bostoner Kinder Krankenhauses der Harvard Medical School stimmt überein.
<< Eine öffentliche Diskussion ist wichtig. Selbst Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass es momentan viel zu früh ist und wir viel zu wenig über die Sicherheit wissen, um auch nur irgendwelche Anläufe zu nehmen, die Keimzellen von Embryos zu manipulieren. Wir brauchen eine ausführliche Diskussion, ob es überhaupt erlaubt sein sollte solche Technologien zuzulassen>>, beteuert er[iv]. 



[i] Aho-Ritter A.: IVF: Flotter Dreier per Gesetz. DocCheck,30.März 2015
[ii] Albrecht J. und Kastilan S.: Können wir es besser? Frankfurter Allgemeine, Gentechnik, 23.03.2015
[iii] Lamphier et al.: Don’t edit the human germ line. Nature, 12 März 2015
[iv] Vogel G.: Don’t edit embryos, researchers warn. Science/AAAS News. 3.13. 2015

Montag, 30. März 2015

90ig Jahre und kein bisschen weise!





2008 war dieses Ehepaar 62 Jahre verheiratet. Als sie in der Mayo-Klinik in den USA in Klavier entdeckten, nutzten sie es sofort für eine Vorstellung.





USA Beter mit Benzinbombe bedroht!


Dr. Edith Breburda

Veröffentliche: Christliches Forum 29. März 2015
Die 52-jährige Melanie Toney wurde in Austin, im US-Bundesstaat Texas am Montag, dem 23. 03. 2015 verhaftet, weil sie aus ihrem Auto einen Molotov-Cocktail in eine Gruppe von Pro-Life-Betern warf, die vor einer Planned-Parenthood Abtreibungsklinik beteten.
Zeugen berichteten, wie Toney am Abend einen brennenden Gegenstand im Vorbeifahren aus ihrem Wagen warf. Ihr Nummernschild hatte sie abgedeckt. Trotz allem konnte die Frau drei Meilen von der Klinik entfernt von der Polizei verhaftet werden.
Heather Gardner, Exekutiv Direktorin der Zentralen Pro-Life Koalition von Texas sagte, ihre Gruppe werde für die Frau beten.
Es wird berichtet , dass auch andere Pro-Life-Aktivisten in letzter Zeit Gewalttätigkeiten von Abtreibungsbefürwortern ausgesetzt waren.
2011 wurden Pro-Life-Aktivisten in Kalispeli, im US-Bundestaat Montana, tätlich angegriffen. Die Polizei unternahm nichts mit der Begründung, die Aktivisten hätten mit dieser Art von Reaktionen rechnen müssen.
Einige Monate später wurde eine Gruppe von Aktivisten in New Mexiko gewaltsam von Abtreibungs-Befürwortern angegriffen, wobei ein Protestierer eine tiefe Kopfwunde davontrug.
Dieses sind nur zwei von vielen Vorfällen, die in letzter Zeit dokumentiert wurden. In einem anderen Fall wurde ein Bus einer katholischen Pro-Life-Schule in Rockford-Illinois angezündet.
Bereits im Februar 2011 hatte examiner.com berichtet, dass der amerikanische Liberalismus in seinen Wurzeln eine hasserfüllte Ideologie ist:
„Unglücklicherweise bezeugen die Liberalen diese Einstellung an jedem x-beliebigen Tag. Wollen die Liberalen wirklich einen zweiten Bürgerkrieg in den USA?
Planned-Parenthood Lobbyisten fordern z. B. ein Recht auf Tötung von Neugeborenen“, heißt es im examiner.com vom 24. März 2015.

Die Welt, in der eine Frau nicht mehr fruchtbar sein darf!


Dr. med.vet. Edith Breburda

siehe auch Christliches Forum, 8. April 2015
In der New York Times wurde am ersten März-Wochenende 2015 ein viel beachteter Artikel veröffentlicht, der sich mit Frauen beschäftigt, die zunehmend Psychopharmaka einnehmen. Die Psychiaterin Julie Holland war erschrocken über sehr viele Amerikaner, die immer häufiger zu Antidepressiva greifen. Es ist verrückt zu beobachten, dass eine von vier Frauen, aber nur einer von sieben Männern diese Arzneien verlangen.“
Frauen verhalten sich oft launisch, was sie der Evolution zu verdanken haben. Sie reagieren empfindlich auf ihre Umgebung, zeigen aber ein sehr großes Einfühlungsvermögen gegenüber den Bedürfnissen ihrer Kinder. Sie reagieren intuitiv gegenüber den Absichten ihrer Männer. Das bildet die Grundlage, damit eine Familie und ihre Nachkommen überleben können.
Eine Frau wird eher von ihren Gefühlen als von ihrem Verstand geleitet. So gesehen kann sie eine Feder aus dem Gleichgewicht bringen. Sind Frauen wirklich hart im Nehmen? In der modernen Gesellschaft heißt es, unser Verhalten sei sozial geprägt. Die physiologische Komponente unseres Körpers hat wenig damit zu tun. Es ist eher an der Zeit, Frauen zuzugestehen, ihren Kopf zu gebrauchen und Männern ihr Herz. 

Julie Holland bezieht sich auf die unterschiedliche Biologie der Geschlechter. Sie hat jeden Tag gestresste Frauen in ihrer Praxis, denen sie helfen möchte.
Ihre Ansichten brüskieren die moderne Gender-Theorie, die der Meinung ist, es bestünden keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Der Artikel von Holland verscherzt es sich mit der pro- aber auch mit der anti-feministischen Ideologie.
Es gibt Wissenschaftler, die überzeugt sind, Frauen könnten ihre Gefühle besser ausdrücken als Männer, weil das weibliche Gehirn fähiger ist, Sprachen zu erlernen, ihr Gedächtnis besser ist und sie sensitiver gegenüber den Gefühlen anderer sind. Sind es nicht auch Frauen, die cleverer sind, Aktien zu jonglieren?
 Worauf Holland eigentlich aufmerksam machen will ist, dass Arzneimittelunternehmen Frauen einreden, ihre natürlichen Gefühle, ihre Stimmungsschwankungen seien pathologisch, die man nur mit Antidepressiva und Neuroleptika behandeln könne. Jede x-beliebigen Werbung, Talkshows und Zeitungen vermitteln den Eindruck, es würde zur neuen Normalität der Frau gehören, Psychopharmaka einzunehmen.
Die Psychiaterin Holland ist darüber fast ärgerlich. Sie bemerkt: <<diese Medikamention, die wir fast als absolut notwendig für moderne Frauen erachten, steht im krassen Widerspruch zur Physiologie des weiblichen Körpers. Wir  missachten ihr Gehirn, die natürlichen biochemischen Abläufe, die einen funktionierenden Organismus am Leben erhalten. Ihr Menstruationszyklus, der durch den Hormonhaushalt geregelt wird, bewirkt doch gerade diese Stimmungsschwankungen. Nur deswegen sind sie gereizt, unzufrieden. Manchmal reagieren sie mit Tränen auf die Erwartungen, die man an sie als Mutter und Berufstätige hat. Es sind die Anforderungen zu Hause, in der Familie oder die Gemeinheiten ihres Vorgesetzten bei der Arbeit, mit denen sie fertig werden muss. Ist es in so einer Situation verboten sensibel zu sein? Oft lässt sich die Lage mit mehr Schlaf bzw. Sport verbessern. Wenn man so eine Situation durch Antidepressiva beheben will, hilft man den Frauen nicht.
Meist sind es Stimmungsaufheller, die Serotonin enthalten, die man den vermeintlichen Patienten verabreicht, damit sie nicht ihr inneres Gleichgewicht verlieren. Es ist fast so, als ob wir mit Kanonen auf Spatzen schießen würden. Am Ende erreichen wir das Gegenteil. Frauen können ihre Gefühle überhaupt nicht mehr zeigen. Sie erstarren emotional. Sie sind nicht mehr interessiert an den normalen Tagesabläufen. Zeigen weder Wut noch Trauer. Haben weniger Empathie und verlieren ihre Kreativität. Ein künstlich erzeugter, hoher Serotonin Spiegel im weiblichen Körper bewirkt den Verlust der emotionalen Sensibilität mitsamt seinen natürlichen Schwankungen. Im Endeffekt beobachten Fachleute eine zunehmende Vermännlichung der Frau, die nicht zuletzt das hormonelle Gleichgewicht ausschaltet. Emotionen und Verhaltensweisen, die wir dem männlichen Organismus zuschreiben, finden wir nun auch bei Frauen. Frauen betrachten sich beispielsweise als unverwundbar. Eine Haltung, die Frauen helfen könnte, in männlich dominierten Unternehmen die Karriere-Leiter nach oben zu klettern>>, erläutert Holland.
Das Interessante an ihrer Studie ist die Feststellung, dass hinter der menschlichen Biologie eine ethische Bedeutung steckt.
<<Wenn man sich schlecht fühlt, physisch oder geistig, will uns unser Körper damit etwas sagen. Wie sollten besser auf ihn hören und versuchen, die Dinge zu verändern. Das ist besser als sich ein Rezept für ProzacR zu holen und so weiterzumachen wie bisher. Durch Psychopharmaka vergewaltigen wir eigentlich unseren Körper. Wir ordnen ihm unseren Willen unter. Wir basteln so lange an ihm herum, bis er das tut, was unseren Wünschen entspricht und wir ihn mit den Anforderungen, welche die moderne Welt an ihn stellt, in Einklang bringen>>.
Frauen bekommen heute doppelt so oft Antidepressiva und Medikamente gegen Angstzustände verschrieben als Männer. Man fragt sich warum. Seit mehr als 50 Jahren haben wir die Einstellung, unseren Körper manipulieren zu müssen. Bevor wir damit anfingen, die Gefühle der Frau zu behandeln, unterdrückten wir die Chemie, welche die Fortpflanzung beeinflusst. Der Grund war der gleiche. Frauen sollten Männern nicht in sozialen oder wirtschaftlichen Bereichen in die Quere kommen. Man brauchte ihre Arbeitskraft und wollte einer Überbevölkerung vorbeugen. Im Interesse unseres Planeten wollte man weniger Menschen, die eine größere Konsumauswahl zur Verfügung haben. Kontrazeptiva dienten genau diesem Zweck und Frauen nahmen sie pflichtbewusst ein. Heute schlucken sie Medikamente, die ihnen den Platz zuweisen, den sie in einer leistungsorientierten Welt haben. Eine Welt, die durch die Pille verändert wurde. Wo nur noch der einen Wert hat, der den Anforderungen der Gesellschaft entspricht.
Hat die moderne Geschäftswelt deshalb Psychopharmaka auf den Markt gebracht? Feministinnen und Psychiater haben dieses Thema bisher nicht adressiert.
Holland erläutert: << Die Gemütsbewegungen einer Frau sind eine ganz normale Reaktion einer gesunden Frau. Es sind keine Symptome einer Krankheit. Emotionen können der Frau sehr viel Macht im guten Sinne verleihen. Heute muss eine Frau ihre Affekte unterdrücken. Ihr wurde beigebracht, sich für ihre Tränen zu entschuldigen und ihren Ärger zu unterdrücken. Ansonsten gilt sie als hysterisch. Die gleichen Vorurteile äußern wir einer Frau gegenüber, die beabsichtigt Kinder haben zu wollen.

Fruchtbarkeit ist ein Zeichen von Gesundheit und beschreibt nicht eine Krankheit. Es ist eine große Bereicherung für die Frau, ein Kind zu erwarten. Wir erwarten jedoch von ihr, dass sie sich dafür entschuldigt, schwanger geworden zu sein. Sie muss ihre Angst und Wut darüber unterdrücken, dass wir erwarten, ihrer Fruchtbarkeit nicht gerecht zu werden>>. Holland bezeichnet diese Erwartungshaltung der Gesellschaft schlichtweg als verrückt. 
<<Wenn Psychiater zumindest die Einsicht hätten, sich diese Vorgänge zuzugestehen, wären wir auf dem richtigen Weg, die Epidemie von psychisch leidenden Frauen einzudämmen>>. 
 
Haben Kontrazeptiva die Welt verändert? Sie sind der Ursprung für alle darauf folgenden reproduktionsmedizinischen Technologien, wie IVF (künstliche Befruchtung), Egg-Cell-Freezing (Einfrieren von unbefruchteten Eizellen), Pränatale Diagnose (vorgeburtliche Untersuchung genetischer Defekte), Abtreibung, Stammzellforschung, Fetozid (Absichtliches Töten eines Föten)
Kontrazeptiva trennten Sex von der Reproduktion. Haben sie letztendlich der Frau mehr Freiheiten gegeben, oder sie eher versklavt?  


Literatur:
Moynihan C.: Women are being overmedicated so they’ll stop being… Women? NY Times story causes outrage. Aleteia 5. März 2015

Donnerstag, 12. März 2015

Embryonenspende: Die einzige Chance, aus dem Gefrierschrank zu kommen

Von Dr. med. vet. Edith Breburda

Christliches Forum 16. Januar 2015
Natürlich gibt es Frauen, die voller Verzweiflung sind, weil sie keinen Nachwuchs haben; ihnen fehlt eine fertile Eizelle zu ihrem Glück. Sie sind voller Dankbarkeit, weil sie seit 2014 nun auch in Deutschland die Möglichkeit zu haben, “übrig gebliebene” Embryonen eines andern Kinderwunschpaares zu übernehmen. 
Davon abgesehen sollte es eigentlich in Deutschland keine “leftover” geben, die tiefgefroren darauf warten, Adoptiveltern zu finden, die sich bereit erklären, sie auszutragen.
In Tschechien oder dem EU-Land Spanien bietet man selbst Frauen jenseits des gebärfähigen Alters eine, wie man es ironischerweise nennt, “jungfräuliche Geburt” an. Mit dem nötigen Kleingeld ist alles möglich. Bis zu 5000 Frauen nehmen diesen “Reproduktions-Dienst” pro Jahr in Anspruch.
In Deutschland gibt es schätzungsweise sechs Millionen Paare, die kein eigenes Kind zeugen können, weil die Fertilität (Fruchtbarkeit) der Frau dazu nicht imstande ist. Hier spielen immer mehr Umweltfaktoren oder auch die lange Einnahme von Verhütungsmitteln eine Rolle. Das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.
Für Frauen besteht in den USA seit 20 Jahren die Möglichkeit, Kinder mit einem völlig fremden Erbgut zu bekommen. Nun sollen die sogenannten “Snowflake Children” (Schneeflocken-Kinder) mit Hilfe des „Netzwerkes Embryonenspende“ auch deutschen Eltern zur Verfügung stehen.  
Die in Deutschland lebenden, 3 bis 4% onkologisch behandelten oder auch erbkranken Frauen, die selber keine fruchtbaren Eizellen produzieren, können sich auf eine Warteliste für Embryonen anderer Paare setzten lassen.
Hans-Peter Eiden, der Gründer eines extra dafür gegründeten Vereins, will damit Frauen zu einem erfüllten Leben verhelfen. Es sei alles andere als “Menschenhandel”, betont er.
In Bayern und im württembergischen Aalen haben sich bereits 17 Kinderwunschzentren zum “Netzwerk Embryonenspende” zusammen getan. Vermittelt wird zwischen Paaren, die bereits erfolgreich eine Kinderwunschbehandlung abgeschlossen haben und jenen, bei denen keine In-Vitro-Fertilisation mit eigenen Eizellen möglich ist.
In Deutschland ist zwar eine Eizellspende oder der Handel mit Embryonen verboten. Weil aber die Beteiligten im Fall der Kinderwunschzentren keinen Gewinn machen, wird aber das Gesetz nicht tangiert.
Das Embryonenschutzgesetz verlangt, dass der Arzt nicht mehr als drei Embryonen in die Gebärmutter einbringt. Mit 50% ist die Befruchtungsrate dieser Reproduktionstechnik nicht sehr hoch. 
Angelika Eder von Profertilita-Kinderwunschzentrum in Regensburg befürwortet, sechs Eizellen zu befruchten, um aus ihnen die zwei “schönsten” Embryonen einpflanzen zu können: 
“Was aber soll mit jenen mühsam unter Hormonstimulation generierten Embryonen geschehen, die nicht anschließend in den Bauch der auf eine Schwangerschaft vorbereiteten Frau wandern?”, fragt sie.
Das Bundesland Bayern hat in seinen 16 Kinderwunschkliniken rund 28.000 Embryos erzeugt. Tiefgefroren warten sie darauf, aufgetaut zu werden und nach Reifung zum Blastozysten-Stadium in einem In-Vitro-Kulturmedium in den Uterus der Frau eingebracht zu werden, die sie adoptiert.  
Meist werden sie auch als eine Art Reserve auf Eis gelegt, um der weiteren Familienplanung des Spenderpaares zu dienen.
Erst wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, wird an eine Weitergabe der Embryos gedacht. Ein Geschäft mit den Embryos gibt es nicht. Sie werden nicht erschaffen, um nachher an andere Frauen vermittelt zu werden. Eine Entschädigung für die Spenderpaare gibt es auch nicht. 
Die Lagerungsgebühr im Stickstofftank beträgt mehrere hundert Euro pro Jahr. Um sie zu sparen, könnte das Spenderpaar ihren übriggebliebenen Embryo sofort weitergeben. Das Netzwerk wünscht im gegebenen Fall eine externe Beratung, die auf die Konsequenzen der Abgabe eines “Geschwisterchens” aufklärt. Die Eltern müssen sich bewusst werden, dass ihr Kind in eine fremde Familie hineingeboren wird.
Und nebenbei: Stammzellforscher der USA behaupten, Eltern wollen das nicht und tiefgefrorene Embryos sollten deshalb der Forschung zur Verfügung stehen.
Vor der Freigabe des Embryos wird ein HIV-Test durchgeführt, um die austragende Frau zu schützen. Das Netzwerk ist bemüht, das Aussehen des Kindes mit jenem der Empfängerin in Einklang zu bringen. 
Grobe äußere Übereinstimmungen wie Haar- und Hautfarbe zwischen Spender und Empfänger sollten vorhanden sein, damit das Kind nicht unnützen Nachfragen ausgesetzt wird. Das Risiko, möglicherweise ein behindertes Kind auszutragen, liegt allein beim Empfänger.
Die Paare werden sich niemals kennen lernen. Die Daten der Spender bleiben unter Verschluss. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes sind sie auf Wunsch zugänglich. In den USA und in Spanien können auch alleinstehende oder lesbische Frauen gefrorene Embryos adoptieren. In Deutschland geht das nicht. Hier darf die Empfängerin nicht älter als 45 Jahre sein.
Die Frage bleibt, wieso es vor allem in Süddeutschland möglich ist, auf diese Weise ein Kind zu empfangen.
Das Embryonenschutzgesetz von 1990 wird in Deutschland streng gehandhabt. Juristen halfen dem Netzwerk, seine Aktionen rechtlich anzuerkennen. Die anderen Bundesländer wollen noch warten, bis die Rechtslage eindeutig ist.
Die Staatsanwaltschaft München stellte Ermittlungen gegen mehrere Reproduktionsmediziner ein. Reproduktionsmediziner aus dem Ausland hatten geklagt, weil mehr als drei Eizellen befruchtet wurden.
In vielen europäischen Staaten ist die Embryonenspende bereits erlaubt. Meist ist die Spende anonym. In Tschechien wird dem Kind die genetische Information verwehrt. Durch einen entsprechenden finanziellen Beitrag bekommt man Embryonen, welche die gewünschten Eigenschaften besitzen.
Kirchliche Einrichtungen betrachten eine Embryonenspende nicht als Lösung für die übrig gebliebenen Embryonen. Mitglieder des Deutschen Ethikrates, wie der Weihbischof von Augsburg, Anton Losinger, warnen vor den Gefahren der Selektion (Auslese).
Länderübergreifende Umfragen ergaben, dass Wissenschaftler eine Embryonenspende begrüßen. Eltern, die sich ihren Kinderwunsch durch In-Vitro-Fertilisation erfüllen wollen, sehen das schon wieder anders. 
Einerseits begrüßen sie es, dass ihre Kinder nicht im Stickstoff gefroren bleiben, andererseits widerstrebt es ihnen, jegliches Mitspracherecht über das weitere Leben ihre Kindes abzutreten. Die Frau, die das Kind empfangen hat, bleibt vor dem Gesetz immer die Mutter. Zu akzeptieren, dass ihr Kind keines ihrer Gene trägt, fällt trotzdem schwer.
Das „Netzwerk Embryonenspende“ hofft, dass sich die deutsche Embryonenspende bewährt und bald so selbstverständlich in Anspruch genommen wird wie die künstliche Befruchtung im Labor. Man hofft, dass ein “ausländischer Schwangerschaftsservice” bald zu mühsam wird für Paare mit Kinderwunsch.
Literaturhinweis: Lederer E. Embryonenspende: Ü-Ei sucht Adoptiveltern! DocCheck News vom 5. Januar 2015

Neuer Trend: Späte Mutterschaft durch künstliche Befruchtung und Eizellspende

Von Dr. med.vet. Edith Breburda

Christliches Forum, 13. Feburar 2015
In den USA konnte man Anfang 2015 in einer Seniorenzeitung lesen, dass eine über 50-jährige Frau mit Hilfe der In-Vitro-Technologien noch Kinder bekommen hat.
Die 59-jährige Sarajean Grainson lebte in ihrer zweiten Ehe mit einem evangelischen Pastor zusammen. Ihr Mann, David Grainson, ist 46 Jahre alt. Als sie heirateten, war Sarajean über 50. Sie hatte schon drei  Kinder aus ihrer ersten Ehe. 
 .
Dass sie noch Kinder haben wollte lag daran, dass sie ihrem Mann die Gelegenheit geben wollte, selber Vater werden zu können, weil er vorher noch nicht verheiratet war.
Sie wollte ein Kind von ihm. Genetisch gesehen wollte sie seine Kinder, weil sie selber eine Eizellspenderin in Anspruch nehmen musste. Die Familie Grainson ist sich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Den  Stress, den alle neuen Eltern mitmachen, fürchtete sie trotz ihres Alters nicht.
Sarajean hatte allerdings vergessen, wie anstrengend es war, Mutter von kleinen Kindern zu sein. Sie bedauerte nichts und würde alles wieder genauso machen. „Mit Gott und der Technologie kann man sogar die Menopause überwinden“, strahlt die junge und doch auch alte Mutter.
In den USA nehmen die über 50-jährigen Mütter zu. Es ist mittlerweile fast ein Trend. 2013 hatte jedes 13. Kind, das in den USA geboren wurde, eine Mutter, die 50 Jahre und älter war. Die meisten wurden durch künstliche Befruchtung schwanger.
Sarajean G. berichtet über ihren Mann, der sich um ihre Gesundheit sorgte und das Thema Kind in ihrem Alter gar nicht erst ansprechen wollte. Dazu ihr Mann: “Wir haben 2001 geheiratet und dachten erst gar nicht an Kinder. Dann sah Sarajean eine Frau im Fernsehen, die dieses Thema behandelte.”
Das ist meine letzte Chance“, sagte sich die Frau, die dann mit 51 und 53 Jahren noch Kinder bekam. Es ist eigentlich gar nicht so unmöglich, meint die alte Mutter. 2008 gebar die 70-Jährige Rajo Devi Lohan ein Kind in Indien. Sie wurde die bisher älteste Mutter.  

Die Geburten bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren verdreifachten sich. 2000 waren es noch 255 Geburten in dieser Altersklasse. 2013 hatten 677 Kinder eine alte Mutter. Die Geburtenrate ist mit der In-Vitro-Fertilisation (IVF), also der künstlichen Befruchtung verbunden.
Die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Technologien, die so etwas ermöglichen, ist gespalten. Eine Umfrage im Jahr 2014 mit 2000 Probanden in Groß-Britannien zeigte, dass 75 Prozent der Befragten es unakzeptabel finden, wenn Frauen jenseits des gebärfähigen Alters noch Kinder bekommen. US-Bürger wurden diesbezüglich noch nicht interviewt. Experten vermuten aber, dass auch in den USA keine andere Meinung vorherrscht. 
Skeptiker fragen sich, wie lange wohl eine über 50-jährige Mutter fähig sein wird, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Bonnie Steinbock, eine Bioethikerin der Universität in Albany im Staat New York, fürchtet, eine Mutter diesen Alters verfüge nicht über die dazu notwendige Kondition:
Wie wird sie einem bockigem Zweijährigen behandeln? Vor allem aber, wie fühlt sich das Kind, Eltern zu haben, die so alt sind wie die Grosseltern ihrer Spielgefährten?“, fragt die Ethikerin. Andere Menschen glauben schlichtweg, es sei unnatürlich, im Alter noch eine IVF in Anspruch zu nehmen.  
Prof. Steinbock sieht bei den älteren Damen, die sich noch zu einem Kind entschließen, eine Zunahme der “prokreativen Freiheit”: „Die Leute sollen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Auch wenn ihre Mitmenschen das beanstanden sollten. Es ist dies letztlich keine Angelegenheit von Nörglern”, behauptet Frau Steinbock. Es gibt einige, welche die Meinung der Bioethikerin teilen.
Es handelt sich doch um intelligente Frauen. Sie sind nicht dumm oder leichtsinnig“, sagt Dr. Mark Sauer, ein Befürworter der IVF.  Er ist Direktor der Gynäkologie und Geburtshilfe der Universitätsklinik von New York. Er hat sich auf die IVF bei älteren Damen spezialisiert. „Die Frauen sind gesund. Sie verstehen das Risiko, das eine späte Schwangerschaft mit sich bringt. Sie können dadurch auch sterben.“ 
Die Schauspielerin Laura Leggett Linney wurde mit 49 Jahren schwanger, Halle Berry mit 47, Kelly Peterson war auch schon 48, als sie ein Kind austrug. Die meisten der über 50-Jährigen verdanken ihre Schwangerschaft einer Eizelldonation. Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt schon im Alter von 30 Jahren ab, sagen Medizinexperten.
Auch Sarajean nahm die Eizelle einer viel jüngeren, anonymen Frau in Anspruch. Die Universitätsklinik von Columbia bietet Spenderinnen 8000 Dollars für eine Eizellengewinnung.

Für die schwierige Entscheidung, eine Risikoschwangerschaft auf sich zu nehmen, stehen Experten zu Seite. Medizinische Tests geben letztendlich Aufschluss darüber, ob es für die über 50-Jährigen mit Kinderwunsch sicher ist, diesen Schritt zu wagen. 
Ich würde sagen, bei weniger als zehn Prozent der über 50-jährigen Frauen, die zu uns kommen, ist es keine gute Idee. schwanger zu werden. Das liegt meist an einem hohen Blutdruck. Auch ein fibröser Tumor des Uterus ist ein Hindernisgrund.”
Eine Studie von 2012 ergab, dass die Gesundheitsrisiken einer Schwangerschaft bei über 50-Jährigen, die eine Spendereizelle benötigen, kaum von denen bei einer jungen Mutter abweichen.
Allerdings ist eine gute medizinische Betreuung notwendig, die noch lange nach der Geburt anhält. Trotzdem existieren medizinische Risiken. Im Alter ist die Möglichkeit von  Bluthochdruck, Diabetes oder Präeklampsie gegeben. Die Ursachen der Präklampsie, d.h. erhöhter Blutdruck, vermehrte Eiweissausscheidung im Urin, sind unbekannt. Der Bluthochdruck kann zu einer Schädigung anderer Organe führen.
Manchmal kann man der Schwangeren und dem Kind nur durch einen sofortigen Notkaiserschnitt helfen. Auch sind Fehlgeburten, Frühgeburten oder Mehrlingsschwangerschaften mit einer In-Vitro-Fertilisation verbunden.
Deshalb sollte jede Frau über 50, die noch ein Kind haben will, zuallererst einen Maternal-Fetal Mediziner aufsuchen Danach steht der Fortpflanzungs-Endokrinologe auf der Liste, empfiehlt Irina Burd, von der John Hopkins School of Medicine. 
Sie können die Gesundheits-Risiken benennen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Manchmal sind die „Schäden“ irreversibel. Ein hoher Blutdruck oder ein sich entwickelnder Diabetes Mellitus könnte bis ans Lebensende bestehen bleiben“, sagt Burd.
Krankheiten, die das Kind betreffen, wie Down Syndrom oder genetische Abnormalitäten, werden durch eine Spendereizelle von einer jungen Frau reduziert. Manchmal lassen junge Frauen deswegen ihre Eizellen einfrieren, um sie später zu nutzen
Mehrlingsgeburten sind durchaus eine Folge der In-Vitro-Fertilisation, da die Ärzte empfehlen, bei Frauen über 40 bis zu vier Embryos einzupflanzen, um die Möglichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft zu erhöhen.
Eine unter diesen Bedingungen induzierte Schwangerschaft für über 50-Jährige ist nicht billig. Sie kann pro Versuch bzw. Zyklus zwischen 25.000 bis 30.000 US-Dollars kosten, zusätzlich entstehen Kosten für die Eizellspende. 

Versicherungen in den USA tragen meist nicht die Kosten. Trotzdem spielen für einige Paare die Kosten keine Rolle, wenn ihr Ziel darin besteht, noch im hohen Alter Kinder bekommen zu können.
Elisabeth Gregory, Autorin der Zeitung Ready, geht der Frage nach: „Warum begrüssen Frauen den neuen Trend zu einer späten Mutterschaft?
Gregory, Direktorin der Gender und Sexual Studien-Programme, ist der Meinung, dass Frauen, die spät im Leben schwanger werden, sehr optimistisch, körperbewusst und fit sind. „Diese Leute sind sehr energiegeladen und meinen, sie hätten die entsprechende Energie, eine Schwangerschaft durchzuziehen“, sagt Gregory, die selber im Alter von 48 Jahren ein Kind adoptiert hat. „Ein Baby zu haben, hält einen fit“, ist ihre Auffassung.
Einige der älteren Frauen sind zum ersten Mal Mütter. Sie hatten sich entweder auf ihre Karrieren konzentriert oder sind gerade eine neue Partnerschaft eingegangen. Einige bleiben auch weiterhin Single. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind unter den älteren Müttern zu finden. Alle wollen die biologische Mutter sein und nicht Kinder adoptieren, wenn sie älter als 50 sind.
Eigentlich ist dieser Satz so nicht richtig. Denn ihre Gene sind in dem Kind, welches sie austragen, ja oft nicht vorhanden. Sie greifen meist auf Eizellen einer viel jüngeren Spenderin zurück. Es handelt sich im besten Falle nur um die Gene ihres Partners. Er ist der biologische Vater.

Einige Paare wollen eine neue Familie gründen, nachdem ihre Kinder aus erster Ehe oder auch aus der gleichen Partnerschaft schon lange erwachsen sind. „Ältere Ehepaare möchten einfach kein leeres Nest haben“, bemerkt Dr. Sauer. Im Grunde wollen sie permanent Eltern bleiben.
Nicht jede ältere Mutter möchte über ihre Erfahrungen reden, da die Leute so viele Vorurteile haben. Sie fragen sich, warum tut diese Frau so etwasSie ist zu alt. Sie könnte doch leicht die Grossmutter des Kindes sein“, sagte die Psychologin Susan Newman aus New York.
Cyma Shapiro, Schreiber des Blogs Motheringinthemiddle.com, der speziell Eltern in der Mitte ihre Lebens anspricht, weiß über die vielen Gründe, die ältere Mütter bewegt, nicht in die Öffentlichkeit zu gehen. 
Cyma hat viele von ihnen überall in den USA aufgesucht, um sie zu interviewen. Jedes Mal baten sich die älteren Damen höchste Diskretion aus. Sie fürchteten, ihre Arbeitgeber, Freunde oder Verwandte könnten ihnen Schwierigkeiten bereiten. 
In zehn Jahren wird man anders über alte Frauen reden, denen die modernen Technologien ein so spätes Mutterglück bescherten. Dann wird so etwas das Normalste von der Welt sein“, glaubt Shapiro.
Literaturhinweis: Saraceno J.: Last Chance Babies. Sure they Do it- but should They? AARP Bulletin. Vol 56. 1, January-February 2015

Künstliche Befruchtung, Third-Party-Reproduktion und das Leid der Betroffenen

Von Dr. med. Edith Breburda

Christliches Forum, 10. Jan. 2015
Bruce Feiler schrieb 2013 einen Artikel in der New York Times, worin er sich über das schlechte Miteinander seiner Familie bei Familienfeiern beschwert. Nach so einer Zusammenkunft fragt sich Bruce immer, wie lange seine Familie noch zusammenhalten und nicht doch bald auseinander fallen wird. 
So fing er an nachzuforschen, was eine glückliche Familie ausmacht. Er fand die Studie: Do you Know? des Psychologen Marshall Duke von der Emory-Universität, der Kindern 20 Fragen über ihre Familie vorlegte. 
Sie wurden u.a. gefragt, ob sie wüssten, wo ihre Eltern zur Schule gegangen sind, wo ihre Grosseltern aufgewachsen waren und wem sie in ihrer Familie am ähnlichsten sehen. 
Eine gute emotionale Gesundheit und eine glückliche Kindheit hatten jene Kinder, die die Fragen am besten beantworteten, stellte Duke überrascht fest: “Je besser die Kinder ihre Familienverhältnisse kannten, desto selbstbewusster und erfolgreicher waren sie. Sie hatten ihr Leben unter Kontrolle, wenn ihre Familie funktionierte.“
Diese Ergebnisse sind nicht verwunderlich, wenn man sieht, wie populär in Amerika die Webseite Ancestry.com ist. Auf dieser Seite werden die Benutzer eingeladen, ihre Herkunft zu erforschen. Der Satz “Wer denkst Du, wer du bist” zeigt, dass unsere Identität in unseren Vorfahren verwurzelt ist.
So gesehen ist es unverständlich, dass die heutige Gesellschaft eine Technologie als ganz selbstverständlich annimmt, die Kindern absichtlich ihre Vorfahren, ihre Familiengeschichte und einen Teil ihrer Familie vorenthält.
Donor-Samen oder -Eizellen von anonymen Spendern für die künstliche Befruchtung eines Wunschkindes in Anspruch zu nehmen: dies ist heute gang und gäbe. 
Die Reproduktionsmedizin kann bei der sog. “Third-Party-Reproduktion” nur durch Spendergameten, die bei der künstlichen Befruchtung, der In-Vitro-Fertilisation und bei Leihmüttern angewendet wird, ein Kind erzeugen.
Viele dieser Third-Party-Reproduktions-Kinder sind heute erwachsen und äussern sich entsetzt darüber, was ihnen wiederfahren ist. Sie fühlen sich schrecklich, weil ihnen mit Absicht verweigert wird, was den Schlüssel für eine erfüllte wohlbehütete und frohe Kindheit darstellt: das Wissen um seine Familiengeschichte, wie Dr. Duke das ausdrückt. 
Die Öffentlichkeit erkennt oft nicht diese Ungerechtigkeit und ist der Meinung, diese Kinder sollten eher froh sein, überhaupt am Leben zu sein, anstatt sinnlos über ihren Stammbaum nachzuforschen. 
Man denke nur an die Kinder von Soldaten im Zweiten Weltkrieg, die von ihren Vätern gezeugt wurden, als sie auf Heimaturlaub waren. Nicht wenige der heute 70 bis 75-Jährigen fragen sich noch Jahrzehnte nach ihrer Geburt, ob es wirklich ihr Vater war, den sie erst nach  dem Krieg kennen gelernt haben. Kann man es ihnen verdenken zu zweifeln?
Wir versuchen, für die Kriegskinder Verständnis aufzubringen, obwohl die heutigen Donor-Kinder oft hören: „Seid still und froh über euer Leben“.  –  Dies sind die Standardworte, die Third-Party-Kinder erhalten, wenn sie versuchen über ihren Schmerz und ihre Trauer zu berichten.

Alana New, das Kind eines anonymen Samenzellspenders, gründete das Anonymous US Project. Sie beabsichtigt, ehrliche und sichere Informationen über die third-party-reproductionzu vermitteln und sammelt Berichte von Eltern, Spendern und Leihmüttern. Jede Geschichte beleuchtet spürbar die Empfindungen der Kinder:  
„Danke vielmals, dass Du mir ermöglicht hast zu leben, anonymer Vater. Auch für die Technik, die Dir ermöglichte, anonym zu bleiben. Ich fühlte mich niemals so sehr meiner Rechte beraubt und über den Tisch gezogen“,schreibt eine Betroffene.
„Ich verabscheue die Frage, woher ich komme. Welche Nationalität habe ich, oder warum bin ich ein Einzelkind? Das Wunschkind mit Hilfe eines Samenspenders zu sein, macht meine Situation nicht leichter. Im Gegenteil, die Frage, woher ich komme, wird immer bohrender.“
Das California Assembly Committee on Health ist überzeugt: es handelt sich um einen Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn Kindern aus der third-party-reproduction die Beziehung zu mindestens einem ihrer biologischen Eltern vorenthalten wird. 
Anonymous US ist nicht die einzige Webseite, auf der Kinder, die durch eine Samen- oder Eizellspende empfangen wurden, auf ihre Situation aufmerksam machen können. 
Jo Rose, gehört zu ihnen. Sie ist empört, wie unsensibel die englische Zeitung The Guardian war, die ihren Bericht, ein Kind eines anonymen Spenders zu sein, einfach abgewiesen hatte: 
„Was mich bei der ganzen Angelegenheit, wie ich erzeugt wurde, am meisten erschüttert, ist die offenkundige doppelte Moral. Meiner Mutter wurde zugestanden, einen Einblick in das genetische Erbe des Samenspenders zu erhalten. Ich hingegen werde niemals erfahren, wer mein Vater ist, dessen Gene ich in mir trage.“
Keiner kann mehr daran zweifeln, dass Kinder einer third-party-reproduktion zu dem Schluss kommen, dass sie um ihre Naturrechte beraubt wurden. Unglücklicherweise sieht das die Gesellschaft nicht so. Sie tut sich schwer, die Perspektiven dieser Kinder nachzuvollziehen.
Die Geschichte von Gracie Cane, einem Teenager aus Großbritannien, verdeutlicht die Situation am besten. Gracie hatte Angst. Es handelte sich bei ihr aber nicht um die Verzweiflung, die jeder Teenager in seinem Stadium durchmachen muss. Nein, sie wurde als Embryo adoptiert, weil sie aus einer In-Vitro-Fertilisation übrig geblieben war. Sie fühlte den Verlust ihrer genetischen Wurzeln besonders deutlich. Aufgrund der Gesetze ihres Staates wird sie niemals in Erfahrung bringen können, wer ihre biologischen Eltern sind.
„Mein Schmerz darüber ist so akut, dass ich mir oft wünsche, ich wäre niemals geboren worden“, sagt sie. Leute, die von Gracie’s Geschichte hörten, bezeichneten sie als egoistisch. Sie schimpften, sie solle doch dankbar sein, Eltern zu haben, die sie lieben. Viele verglichen ihre Situation mit der einer Adoption eines neugeborenen Babys und betrachteten Gracies Kommentare als widerlich. 
Es handelt sich in ihrem Fall jedoch nicht um eine klassische Adoption. Trotzdem musste sie versuchen, das Beste aus einer nicht optimalen Situation zu machen. Doch muss man in Betracht ziehen: Gracie war eigentlich kein Wunschkind. Sie wurde nicht absichtlich im Labor gezeugt. Sie war ein Extrakind, auf das man zurückgegriffen hätte, falls ihre Geschwister nicht die Prozedur der In-Vitro-Fertilisation überstanden hätten. 

Das war eigentlich die einzige Chance, die sie ursprünglich hatte, um ihr Leben zu erlangen. Sie weiß, irgendwo da draußen ist die perfekte Familie, die in ihren Brüdern und Schwestern ihre Wunschkinder sehen. Aber sie hat da nicht hineingepasst, obwohl alles in ihr danach verlangt, ihre Eltern und Geschwister kennen und lieben zu lernen.
Gracie hat wundervolle Adoptiveltern. Doch man sollte wahrnehmen, wie sehr sie den Schmerz fühlt, als Restposten oder Leftover geschaffen worden zu sein. Als eine Art Versicherung, falls ihre Brüder oder Schwestern sich nicht im Uterus ihrer Mutter eingenistet hätten. 
Können wir nachvollziehen, was es heißt, im Stich gelassen worden zu sein? Eingefroren darauf zu warten, dass eine Frau kommt, die sie aus dem Gefrierschrank rettet und austrägt? 

Wir müssen in Betracht ziehen, dass sie absichtlich verstoßen wurde. Mit einbegriffen ist auch ihr Familien-Stammbaum, der ihr vorenthalten wird. 
Die katholische Kirche sieht den Schaden, den eine third-party-reproduktion anrichtet. Sie betont die Rechte der Kinder auf ihre biologischen Eltern und betrachtet die Ehe als den Ort, wo Kinder durch die Liebe der Eltern hervorgebracht werden sollten. 
Der Katechismus der Katholischen Kirche hebt hervor, wie schädlich und unmoralisch es ist, wenn eine dritte Person in die natürliche Zeugung von Mann und Frau involviert ist. Künstliche Befruchtung  oder eine Inseminierung führen dazu, dass das Kind seinen wahren Erzeuger niemals kennen lernt. 
Es ist nicht die Absicht der Kirche, unfruchtbare Ehepaare zu belehren. Es geht ihr vielmehr darum, dass bei der third-party-reproduction Kindern das fundamentale Recht genommen wird, glücklich und wohlbehalten in einer Familie aufwachsen zu können. 
Wir können den so entstandenen Kindern kein Stillschweigen über ihre Herkunft auferlegen. Im Gegenteil, sie sind die Personen per se, die uns über die Nebenwirkungen der modernen Reproduktionsmedizin aufklären sollten.

 

Literatur: Taylor R.: ‘Shut Up, and be grateful for your life’. We need to listen to children conceived through third-party reproduction. National Catholic Register. 20. December 2014

Veröffentlicht Christliches Forum
10. Jan. 2015 

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