Montag, 9. November 2015

Pariser UN-Konferenz behandelt Auswirkungen des Klimawandels auf arme Länder

Dr. Edith Breburda
Der Klimawandel könnte bis 2030 mehr als 100 Millionen Menschen in extreme Armut bringen infolge von Wassermangel bei der Landwirtschaft, Ausbreitung von Malaria und anderer Krankheiten, berichtete die Weltbank am Mittwoch, dem 04.11.2015.
Nur wenige Wochen vor dem UN-Klimagipfel in Paris weist der Bericht darauf hin, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung ungleichmäßig vor allem die Armen in der Welt treffen werden, die unvorbereitet mit Klimaschocks und steigendem Meeresspiegel oder schweren Dürren nicht umgehen können.
"Sie haben weniger Ressourcen und erhalten weniger Unterstützung von der Familie, der Gemeinschaft, dem Finanzsystem und den sozialen Sicherheitsnetzen, um die Folgen des Klimawandels zu verhindern, zu bewältigen und sich anzupassen", sagt die in Washington ansässige Weltbank.
Wie man den armen Ländern - und armen Gemeinschaften innerhalb der Länder – helfen kann sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen, ist eine der Crunch Fragen bei den Gesprächen über ein globales Klimaabkommen, die im Dezember 2015in Paris stattfinden.
"Die Statistiken im Bericht der Weltbank sind schockierend und es ist zu hoffen, dass sie die reichen Länder zwingen, weltweit die armen und gefährdeten Gemeinschaften zu unterstützen, damit sie die unvermeidbare Klimakrise besser bewältigen, und widerstandsfähiger in einem veränderten Klima werden." 



Obwohl die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in Europa und den USA verringert werden konnten, ist der Klimawandel wahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit zu stoppen. Kohlenstoffemissionen werden voraussichtlich noch viele Jahre in China, Indien und anderen Entwicklungsländern steigen wegen Nutzung fossiler Energieträger, um ihre Wirtschaft anzutreiben.
Bemühungen um die Armen zu schützen, wie zum Beispiel eine Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung und sozialen Sicherheitsnetzen, gezielte Maßnahmen zum Hochwasserschutz und der Anbau von mehr dürretoleranten landwirtschaftlichen Kulturen, könnten die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Armut verhindern.
"Ohne eine solche Entwicklung könnte der Klimawandel bei weiteren 100 Millionen Menschen, eine extreme Armut bis zum Jahr 2030 zur Folge haben", so der Bericht.
Stephane HALLEGATTE, einer der Autoren, sagte der Associated Press, dass sich der Bericht anstelle einer Analyse der makroökonomischen Auswirkungen des Klimawandels auf Erhebungen von 1,4 Millionen Menschen in 92 Ländern stützt.
"Wenn wir die Leute befragten, warum sie in Armut gefallen sind gab es drei Hauptfaktoren: Landwirtschaftliche Schocks, einschließlich einer Erhöhung der Lebensmittelpreise, Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren, Stürme... und Gesundheitsfragen, einschließlich Malaria, Durchfall" 



Studien haben  gezeigt, dass der Klimawandel beim globalen Ernteertrag Verluste von 5 Prozent bis 2030 und von 30 Prozent bis 2080 bedingen könnte. Eine Temperaturerwärmung könnte auch die Zahl der Menschen mit einem Risiko für Malaria um 150 Mio. erhöhen.
HALLEGATTE sagte die "Hotspots" für die Klimafolgen für arme Leute sind Afrika südlich der Sahara und Südasien.
Die USA und andere Länder haben sich gemeinsam verpflichtet, zur Finanzierung des Klimaschutzes in den entwickelten Länder,100 Milliarden Dollars pro Jahr bis zum Jahr 2020 aufzubringen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verringerung der Emissionen. Die Entwicklungsländer fordern Verpflichtungen über das Jahr 2020 hinaus.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schätzt, dass die Klimafinanzströme in die Entwicklungsländer im Jahr 2014 62 Milliarden $ erreicht haben.

Literatur
Ritter K.: World Bank: Climate change could result in 100 million poor. World Bank Report, Wisconsin State Journal, 8. Nov. 2015

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