Montag, 31. März 2014

DOG(ma)TIC


American pets live like little humans

Leben wie ein Hund in Amerika…

Von Dr. med. vet. Edith Breburda

US-Amerikaner werden im Jahre 2014 für ihre Haustiere 58,5 Milliarden Dollars ausgeben. Das sind 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 22,6 Milliarden Dollars allein werden für eine bessere Hundekost bezahlt. Der Rest geht an den Tierarzt, moderne Tierarzneimittel oder Tierhaltungskosten wie zB. das Hunde-Spa.
Diese enormen Kosten für die Tiere werden durch die steigenden Erwartungen der Hunde-Besitzer verursacht, ein gesundes Tier zu haben, das bestmöglichst gepflegt und ernährt wird.
Health and Wellness (Gesundheit und Wohlgefühl) wird auch in den kommenden Jahren Tierbesitzer anregen, ihr Geld auszugeben:
“Die Leute verhätscheln ihre Tiere mehr denn je. Immer mehr Produkte für Haustiere kommen auf den Markt. Das wird auch weiterhin so bleiben. Es ist ein regelrechter Boom.
Die Gesellschaft bietet alle möglichen Dienste an, um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. Die Palette reicht vom interaktiven und innovativen Hundespielzeug zur Hundebetreuung, Hundefreundlichen Hotels, Restaurants und Fluglinien”, erläuterte Bob Vetere, Präsident der American Pet Products Association (APPA) anläßlich der Globalen Hunde-Messe in Orlando, Florida 2014.

Tiere fungieren als Kinder-Ersatz

Hundebesitzer wollen “ihre Kinder” verwöhnen, sagte Beverly Lefevre, Managerin des Paw’s Natural Pet Emporium in Richland, Washington, bereits vor Jahren. “Es ist, als ob man einem Kind ein neues farbiges Bilderbuch kauft.“  
Ein absolut gutes Geschäft für uns, hört man andere Hundegeschäftsbesitzer wie Louisa Marvin sagen. Leute behandeln ihre Haustiere wie Kinder und so gibt es viele Gelegenheiten, Geschenke an die Tiere auszugeben.
Hunde sind seit jeher unsere Begleiter. Die Frage ist, wieso sich unser Verhalten ihnen gegenüber verändert hat?
Die Studie “Doggies at the Dinner Table: Pet Humanization in America” der Purdue-Universität von 2012 zeigte, dass 97% der Haustierbesitzer mit ihren Tieren reden. Tiere sind mehr denn je Familienmitglieder. Haustiere werden verwöhnt mit Dingen, die früher eigentlich nur Menschen zukamen: wie organisches Fressen, Hunde-Lebensmittelgeschäfte, Hunde-Tagesstätten, Designer- Kleidung, Hundespeisekarten in Hotels, klimatisierte Hundehütten… die Liste geht fast ins Unendliche.

Immer mehr Leute kommen auf den Hund

Man denke nur daran, dass vor Jahren in Deutschland eine Hunde-Eisdiele von einem arbeitslosen Doktor der Agrarwissenschaften eröffnet wurde. 
Wie Statistiken zeigen, kommen immer mehr Leute auf den Hund. Ein durchaus logisches Ergebnis, weil auch die Bevölkerung wächst. Was allerdings ungewöhnlich ist, dass wir Menschen viel mehr in unsere Haustiere investieren als zuvor.
Warum? Viele Faktoren verursachen das, schreibt der Wall Street Flaneur im September 2012, der über die Purdue- Studie berichtete. Ein Hauptfaktor ist dem demographischen Wandel der Gesellschaft zuzuschreiben. Pensionierte Babyboomer versuchen, ihr leeres Nest  aufzufüllen.
Enkelkinder, die sonst den Platz von Haustieren einnahmen, lassen immer länger auf sich warten. Der Trend, später zu heiraten, geht zudem mit immer weniger eigenen Kindern einher. In einigen Fällen ziehen “moderne Eheleute” einen Hund einem Baby vor.

Wachsender Trend: Vermenschlichung der Haustiere

Dass Hunde als Familienmitglieder angesehen werden, gab es noch nie so oft wie heute. Eine Humanisierung der Haustiere ist ein Trend, der seit rund 20 Jahren in den USA zu verzeichnen ist.
“Wir verhätscheln die Tiere, wenn sie glücklich sind und weinen, wenn sie krank sind. Mama, Papa, Bruder, Schwester .. und Fido, alles Mitglieder einer Familie”, berichtet das Wall Street Journal.
15% der Hundebesitzer kaufen eine Urne, um ihre geliebten Tiere beizusetzen, wenn sie gestorben sind. Aber nicht nur das, sie klonen sie auch und zahlen Unmengen an Geld, damit ihr Tier unsterblich wird.
PetSmart ist und bleibt in den USA der Marktführer für die Haustierversorgung. Selbst eine angeschlagene Wirtschaft beeinträchtigte nicht den Umsatz der Tier-Supermärkte, die damit werben, dass jeder Besuch für das Tier zu einem Erlebnis wird.
Der Markt geht mit der Zeit und den sich ständig ändernden Trends bei Gesundheitsfutter, Vitaminzusätzen, Tierbekleidung und innovativem Tierspielzeug.
VCA Antech INC bietet diagnostische Tests und andere Dienste, wie veterinärmedizinische Geräte, an. Auch dieses Unternehmen wächst.
Die Nachfrage für Petmed Express steigt. Tiermedizinische Medikamente aller Art, verschreibungspflichtig oder auch nicht, werden online, per Telefon oder Katalog angeboten.

Nachteile der “Humanisierung”  für Tiere

Das Resultat der Humanisierung von Haustieren ist, dass Tiere nicht zuletzt an den gleichen Erkrankungen leiden wir ihre Herrchen. Dicke Haustiere nehmen zu. Vielleicht denkt man an einen Doggie-Trainer?
Und falls das Herrchen sich gesundheitsbewußt gibt, muss das Tier das gleiche Futter vorgesetzt bekommen. In exquisiten Hunde-Lebensmittelgeschäften in Los Angeles bekommen Hunde ihr Quellwasser und Gesundheitsfressen an einem gedeckten Tisch serviert.
Ritz-Carlton Hotels bieten schon seit Jahren eine gesonderte Speisekarte für den Hund an. Eine Sorge besteht nur, ob die Rinder, Lachse und Hühner, die als Hundefutter enden, auch ethisch vertretbar gehalten wurden.
Hundemagazine wie Moderndog, eine Lifestyle-Zeitung für den modernen Hund und seine Begleiter; haben eine große Nachfrage. In vielen Städten werden oft Adoptions-Ausstellungen abgehalten, damit man sich ein geimpftes, entwurmtes, sterilisiertes Tier, das einen Hundechip mit seinen Daten unter der Haut trägt und einen eigenen Haustierarzt sowie eine Hundekrankenkasse besitzt, kaufen kann.


Montag, 24. März 2014

Kein Wasser - keine Ernte - keine Jobs

Umweltschutz versus Landwirtschaft in Kalifornien/USA
Dr. Edith Breburda

Mit der Erfindung von genetisch manipulierten Feldfrüchten wollte man die Welternährung sichern; Ungeziefer den Garaus machen und damit die Ernteerträge steigern. Doch wie sieht es in Wirklichkeit mit den GMO's aus? Waren die Ziele zu hoch gesteckt und revangiert sich nun die Umwelt?
Moderne Biotechnologien stecken immer noch in den Kinderschuhen und doch stehen wir vor noch größeren Problemen, als vor der Zeit der genetischen Manipulationen.
Einen kleinen Wurm, den Corn Rootwurm, wollte das Agrarbusiness vernichten, indem der Bazillus Thuringensis (BT) in die Maispflanzen eingebaut wurde. Inzwischen wurde der Wurm jedoch gegen das Gift, welches der Bazillus freisetzt, resistent. Darüber berichtet eine Studie in der Fachzeitung Proceedings of the National Academy of Science vom 17. März 2014. Den Ratschlag, den die Experten liefern ist, man hätte BT-Mais neben herkömmlichen Maissorten anbauen sollen, um derartige Resistenzen zu verhindern. 
Ist so ein Ratschlag überhaupt realistisch in einem Land, wie den Vereinigten Staaten von Amerika? Pflanzen-Diversität und der Vorrat von Saatgut ist zwar der Grundstein für eine Zivilisation. In vielen Ländern werden heute jedoch Landwirte gezwungen, patentierte GMO-Pflanzensorten zu kaufen. Auch dürfen sie kein eigenes Saatgut verwenden. Dabei besteht die Gefahr, dass Sorten durch Krankheiten verloren gehen und andere Sorten nicht mehr zur Verfügung stehen. In den Vereinigten Staaten sind 90% der Pflanzen genverändert. Genmais der ersten Generation ist seit 1995 auf dem Markt. 2013 wurde in den USA auf einer Gesamtfläche von 70 Millionen Hektar genmanipuliertes Saatgut ausgebracht. Deutschland hat eine Staatsfläche von 35 Millionen Hektar.
Die Gentechnik förderte, auch in den USA, großflächige Monokulturen. 
Überall wird die gleiche Maissorte angebaut, egal, ob es sich um ein trockenes oder feuchtes Gebiet handelt. Viele der ursprünglichen landwirtschaftlichen Sorten, die an die Umwelt angepasst waren, sind nicht mehr vorhanden. Moderne Pflanzen, die als Monokulturen angebaut wurden, haben das verursacht. Große Agrarmonopol-Firmen verkaufen patentierte genmanipulierte Mais-, Soja-, Raps-, und Baumwollsamen. Selbst In Indien, einem Land, berühmt für seine Baumwolle, werden 95 Prozent der Baumwolle von der US-Biotechnik-Firma Monsanto kontrolliert, mit dem Ergebnis, dass bereits 250.000 Bauern in Indien Selbstmord begangen haben und damit die Zukunft ihre Kinder vollends zerstörten.
Jedoch nicht einmal Wissenschaftler, wie der französische Genforscher Professor Gilles-Eric Séralini, der 2012 in einem wissenschaftlichen Journal Rattentumorfotos mit der dazugehörigen Schockstudie: <<Genmais macht Krebs>>, publizierte, konnte sich gegen die GMO's durchsetzen. Auch die Feststellung von Prof. Séralini, dass Pestizide viel giftiger sind, als von den Herstellern deklariert wird, ließ am  "Erfolg der GMO's" keine Zweifel aufkommen.
Die Furcht, dass genetisch variierte Kulturpflanzen letztendlich zu einer Hungersnot führen können, ist durchaus gerechtfertigt. 
Mais ist zum Beispiel eine Pflanze, die in sehr trockenen Gebieten wächst. Später gab es Sorten, die genau dem jeweiligen Klima der Region angepaßt waren. Es gab Maissorten für arme Böden in trockenen Gegenden und in feuchteren Landstrichen. Bauern benutzten ihr eigenes Saatgut. Es gab Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte, wie Leguminosen. Diese sicherten den Stickstoffgehalt im Boden. Jedes Jahr wurde die Anbaufrucht gewechselt. Doch all das existiert heute nicht mehr.
Der britische Thronfolger Prinz Charles hat vor der durch genmanipulierte Lebensmittel verursachten größten Umweltkatastrophe aller Zeiten gewarnt. Mit dem Anbau genetisch veränderter Pflanzen sei ein gigantisches Experiment mit der Natur und der gesamten Menschheit gestartet worden, das schon jetzt z.B. in Nordindien und Westaustralien den Wasserhaushalt stark gefährdet. (Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst, vernichten wir uns selbst, ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650).

Am 20. März 2014 publizierten die Environmental Research Letters, dass die zunehmende Erwärmung durch den Klima-Wandel vor allem den Haupt-Feldfrüchten schadet. Mais, Sojabohnen und Weizen sind besonders anfällig für hohe Temperaturen und der Ernteverlust könnte bis zum Ende des Jahrhunderts  bis zu 52% betragen.
Im Frühjahr 2014 klagen Amerikaner, dass sie mehr Geld für ihr Frühstück ausgeben müssen, weil Kaffee, Orangensaft und Bacon teurer geworden sind. Bauern schlachteten ihre Schweine, weil sie wegen Trockenheit kein Futter mehr hatten.
Dazu kommt der porcine epidemic diarrhea Schweinevirus, der im Winter 2013 die Wildschweine der USA befallen hat. Man befürchtet, dass die Durchfallkrankheit auch die Hausschweine infizieren und ein Ferkelsterben von 80-100% bewirken könnte. Die Kaffeepreise steigen, bedingt durch eine Dürre in Süd-Brasilien, dem größten Kaffeeanbaugebiet der Welt. Das sogenannte Citrus-greening, ausgelöst durch eine Milbe, zerstört Orangenplantagen in Florida (Rothwell S. Prices spike for breakfast food. The Arizona Republic, 22.3.2014). 
Schon heute wird über eine Wasserknappheit in Kalifornien berichtet. Mit Kalifornien assoziiert man Hollywood oder Silicon Valley. <<Einen Platz wo alles grüner, wärmer, feuchter und wilder ist>>, singt Katy Perry aus Santa Barbara in ihrem Lied <<California Gurls>>. Kaum einer denkt an Kalifornien als das Land, welches die Hälfte aller Früchte und Gemüsearten in den USA produziert. 98% der Mandeln, Pistazien und Walnüsse wachsen in dem US-Bundesstaat des früheren Gouverneurs Arnold Schwarzenegger. 1/3 der Milch liefert Kalifornien. Die Lebensmittelkette "Trader Joe" (ALDI), bezieht seinen Wein aus Kalifornien.
Für Kaliforniens Politiker steht der Tierschutz über der Landwirtschaft. Die Lebensmittelproduktion leidet darunter. Bisher war es nur die Trockenheit, die den Bauern zusetzte. Mark Watt, ein Rinder-Farmer der dritten Generation, ist überzeugt, dass die Wasserknappheit, unter der die Farmer in Kalifornien leiden, menschenverursacht ist. Umweltschützer existieren für ihn nicht. "Viele von denen kümmern sich nicht um die Natur, das sind alles nur Querulanten." Neulich sprach er mit einem Kongress- Abgeordneten und dieser eröffnete ihm, er wolle 1,3 Millionen Acres Farmland in Sumpfgebiete umwandeln. Und nächstes Jahr sollen die Bauern noch mehr Land verlieren, Es handle sich angeblich um Maßnahmen, die dem fallenden Grundwasserspiegel entgegenwirken sollen, so der Abgeordnete. Melonen, Broccoli, 72 Millionen Salatköpfe, Paprika und Krautköpfe müssen schon jetzt aus Mexiko importiert werden. Bauern im Central Valley lassen bereits ihr Land wegen Wassermangel brach liegen. Ausgenommen davon sind ihre Mandelbäume. Sie zahlen viel Geld, um ihre Bäume halten zu können. Vor ein paar Jahren kostete es 40 Dollars, um einen Acre Land zu bewässern. Heute ist der Preise auf 1.300 Dollars gestiegen. Bauern graben tiefe Brunnen, wobei jede einzelne Bohrung bis zu 1 Million Dollars kostet. Die Brunnen versiegen jedoch nach 5 Jahren. Daneben ist das Grundwasser oft zu salzig, um Feldfrüchte damit zu bewässern. Farmer im Osten des Central Valleys haben noch genug Wasser in den Brunnen, fangen aber auch schon an tiefer zu bohren. Mark Watt ist besorgt, nicht mehr zu verändernde Umwelt-Schäden anzurichten, wenn er seinen Brunnen leer-geschöpft hat. "Wenn das Wasser verbraucht ist kann es nicht mehr erneuert werden", gibt er zu bedenken. Politiker machen den Klimawandel und die Trockenheit dafür verantwortlich, dass die Bauern kein Wasser mehr haben. Selbst im Jahr 2006, als es viel regnete und schneite, erhielten sie nur 45% des benötigten Wassers zur Bewässerung. Die Administration verkündete, sie müsse Fische, wie den 7 cm langen Delta-Smelt, den Steelhead Fisch oder Chinook Lachs, schützen. 1992 wurde bereits  das Central-Valley Projekt gestartet, wonach riesige Wasserflächen den Fischen überlassen werden sollen. Dieses neue Gesetz induzierte eine regelrechte Schlammschlacht zwischen Farmern und Umweltschützern. 1994 verlangten Umweltschützer Wasser aus dem Firant-Damm zu entnehmen, um die lang verschwundene Fischerei in einem ausgetrockneten Arm des San Joaquin Flusses wiederzubeleben. 
Senatorin Dianne Feinstein unterstütze das Vorhaben, obwohl sie erst der Meinung war, dass so ein Vorhaben verheerende Folgen für 10.000 Farmer haben würde. Es handelte sich um den Kaltwasser Lachs, der das letzte Mal 1940 in diesem Gebiet gesehen wurde. Diese Fische brauchen besonders viel Wasser. Mark Watt behauptet, es ginge den Umweltschützern letztendlich gar nicht um den Fisch. Sie wollen nur das Wasser. In den letzten Jahren wurden den Farmern 400.000 Acres entzogen, um zu testen, wie sich der Lachs einleben würde. Wasser wird für alles Mögliche verbraucht, nur nicht für die Landwirtschaft. In den letzten 7 Jahren bestimmten Regulierungen, dass Unmengen von Süßwasser in das Meer abflossen, damit der 7 cm lange Smelt-Fisch nicht in den Wasserpumpen der Bauern landet. "Das ist die größte Sorge der Umweltschützer". Umweltschützer waren überzeugt, bei der Errichtung eines Dammes den Holunder-Käfer schützen zu müssen. Als der Damm dann fertig war, bestand das U.S. Army Corps of Engineers and Fish and Wildlife darauf, wegen der Flora und Fauna verschiedene Areale zu überfluten. Als diese Gebiete dann begutachtet wurden, fand man Eulen, die dort nisteten. Die Eulen wurden daraufhin vor dem Überfluten der Flächen in ein anderes Gebiet evakuiert. Dass die Eulen von alleine wegflogen und nach der "Flut" wieder zu ihren Plätzen zurück kamen, störte dabei keinen, bemerkt Mark Watt. "Die Umweltschützer sind sehr belastend für uns Farmer. Man übersieht dabei, dass die Bauern des Zentralen Tales von Kalifornien Pioniere sind, Wasser zu erhalten, um die Produktivität des Landes zu steigern." Jedes Jahr kommen Farmer aus der ganzen Welt nach Tulare zur Landwirtschafts-Ausstellung. Mr. Watt hat auf seinem Hof GPS-gesteuerte Traktoren, die selber fahren. Maschinen, welche Pistazien von den Bäumen schütteln und diese auffangen, noch ehe sie zu Boden fallen. Selbst die Bewässerung ist sehr effizient, weil Laserstrahlen benutzt werden, um das Land einzuebnen. Umweltschützer bezeichnen die Überflutung von Ackerland, die auch die Bodenentsalzung fördert, als Wasserverschwendung.
"Was machen wir, wenn unsere Kuhställe leer sind, weil wir die Tiere nicht mehr füttern können? Die Arbeitslosenzahl steigt und Eiscreme wie Häagen-Dazs wird es keine mehr geben. Früher fand man auf Plakaten in Kalifornien: <<Food grows where water Flows>> Heute kann man sagen: <<No Water = No Jobs>>".
Abgeordnete besuchen die Region, selbst der US-Präsident kam und versprach 135 Millionen Dollars Entschädigung für die Farmer. Kurze Zeit später kam der erhoffte Regen, doch um den Smelt Fisch zu schützen, wurde auch diesmal Süßwasser, das für die Bewässerung von 95.000 Acres ausgereicht hätte, in den Ozean entlassen (Finley A. The weekend interview with Mark Watt, How the other California Lives, The Wall Street Journal, March 8-9, 2014). 

Abtreibungskliniken verklagen den Bundesstaat Arizona/USA

Dr. Edith Breburda
Planned Parenthood in Arizona und das Women’s Center in Tucson  -  beides Einrichtungen, die Abtreibungen anbieten  -  verklagen den US-Bundestaat Arizona, da dieser ein neues Gesetz verabschiedete, welches die bisher üblichen Abtreibungspillen unterbindet. 
Anwälte des Zentrums für Reproduktive Rechte und der Planned Parenthood Föderation von Amerika wollen Frauen, die ab 1. April 2014 keinen Zugang mehr zu Medikamente bekommen, dazu verhelfen, welche eine Abtreibung einleiten.
Im Januar verabschiedete das Gesundheitsministerium von Arizona, dass abtreibungsinduzierende Arzneimittel nur bis zur 7. Schwangerschaftswoche in der von der Food und Drug Administration anerkannten Dosierung verabreicht werden dürfen. Die Einnahme von 2 Tabletten muss in der Klinik erfolgen.
Vor dem Gesetz war eine induzierte Abtreibung bis zur 9. Lebenswoche möglich. Auch wurde nur die erste Tablette in der Klinik eingenommen. Ein zweites, niedriger dosiertes Präparat wurde daheim eingenommen, was die Kosten dämpfen sollte. Allerdings erhöhte diese Praxis das Komplikationsrisiko der Frau.

US-Bundesstaat Arizona: strengeres Abtreibungsgesetz

Laut dem neuen Gesetz müssen Ärzte, die chirurgische Abtreibungen vornehmen, eine Arbeitserlaubnis in einem Krankenhaus in einem Umkreis von 30 km haben. Ärzte, welche eine medikamentöse Abtreibung durchführen, müssen Patienten in dieses Krankenhaus einweisen dürfen und sind verpflichtet, Komplikationen zu melden. Eine Krankenwagen muss bereit stehen, wenn es zu Zwischenfällen kommt. Baby (2)
Planned Parenthood sieht in dem neuen Gesetz eine Behinderung der “reproduktiven Rechte” der Frau, weil dadurch eine Abtreibung erschwert wird. “Das Gesetz bedeutet einen Eingriff in die private medizinische Entscheidung der Frau”, sagt der Direktor vonPlanned Parenthood von Arizona, Bryan Howard.
Für Abtreibungs-Befürworter ist der jetzt begrenzte Gebrauch von Mifepristone  -  besser als RU-468 bekannt  -  problematisch:
“Eine Studie des Guttmacher-Institutes in New York, die von Abtreibungs-Befürwortern durchgeführt wurde, zeigt, dass auch eine geringere RU-468-Dosis, verbunden mit einem anderen Wirkstoff, genauso wirksam ist. Die bisherige Methode ermöglichte zudem eine Abtreibung bis in die 9. Schwangerschaftswoche. Durch das neue Gesetz, welches nur FDA genehmigte Präparate erlaubt, ist diese kostengünstigere Methode nun verboten”, erläuterte Elizabeth Nash, Managerin des Guttmacher-Institutes.

Abtreibungsbefürworter verklagen Bundesstaat

Viele Frauen, die in der 9. Schwangerschafts-Woche sind, müssen sich in Zukunft einem chirurgischen Eingriff unterziehen. “Arizona raubt Frauen ihre verfassungsmäßig geschützten Rechte (Consitutionally protective rights)”, sagte David Brown, ein Anwalt des Zentrums für “Reproduktions-Rechte”. Deswegen wird der US-Bundestaat Arizona verklagt.
“Es ist eine Schande, wenn Planned Parenthood sich benachteiligt sieht, gehen sie vor Gericht, um ihre Ansichten durchzusetzen”, erklärt Cathi Herrod, Präsidentin einer bedeutenden Lebensrechtsgruppe (Christie Bob, Arizona sued over abortion drug limits. The Arizona Republic 3.6.2014). 
Die USA entwickelte bereits 2011 ein Prostaglandin Präparat, welches eine Abtreibung zuhause, ohne die Mithilfe eines Arztes ermöglichte. Über die Frage, inwieweit dieses Mittel den Frauen letztendlich schadet, scheiden sich die Geister. Misoprostol, wurde am 3. Juni 2011 von der Weltgesundheitsorganisation WHO in New York für die USA zugelassen.
Es wird eingesetzt, um nachgeburtliche Blutungen zu stillen und kann so vielen Frauen das Leben retten, sagt das WHO-Statement. Es ist aber auch für selbstinduzierte Abtreibungen zugelassen.
Ärzte sprechen von einer Wunderdroge, die Frauen im Wochenbett das Leben rettet. Das Präparat muss weder kühl gelagert noch mit einer Spritze steril verabreicht werden.
Das Präparat muss weder kühl gelagert, noch mit einer Spritze steril verabreicht werden.Maternal Life International (Mütterliches Leben International) zeigt sich eher skeptisch, denn die Frauensterblichkeit in medizinisch unterversorgten Gebieten liegt sowieso höher. Misoprostol erweckt den Eindruck, die Sterblichkeit der Mütter im Wochenbett in derartigen Gegenden zu verringern, was jedoch nicht der Fall ist.
Dr. Joe DeCook, ein Arzt der Pro-Life Bewegung Amerikas, vergleicht das Präparat mit dem Rauschmittel Morphin: „Es kann benutzt werden, um Gutes oder auch Schlechtes zu tun.”
In Deutschland wurde Misoprostol im Januar 2006 vom Markt genommen. Es war nur für die Behandlung von Magen-Darmkrebs zugelassen. Für eine andere Indikation hatte der Hersteller nie einen Antrag gestellt, trotz zahlreicher Studien, die einen Einsatz in der Gynäkologie und Geburtshilfe sinnvoll erscheinen ließen. (Siehe “Frauenarzt” 2003, 8:882-5 und Homepage).

Probleme mit induzierter Geburt

Immer öfter wird der spontane Wehenbeginn nicht mehr abgewartet. Obwohl die WHO(Fortaleza-Konsensus-Konferenz, 1985) in ihrer „Mutterfreundlichen Kindergeburtsinitiative”(Mother-friendly Childbirth Initiative) davor warnt, eine Technisierung der Geburten aus Gründen der Praktikabilität und ohne medizinische Indikation zu „erzwingen”. Frauen sprechen in Internetforen über das schlimmste Erlebnis, das sie mit einer „induzierten”, einer vorangetriebenen Geburt je hatten.
In der Geschichte der Frauenheilkunde wurden ursprünglich Prostaglandine, d. h. induzierte medizinische Verfahren angewendet, um eine Geburtseinleitung im Rahmen der medikamentösen Abtreibung im ersten und zweiten Trimenon vorzunehmen.
Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass das am 3. Juni 2011 für den US Markt zugelassene Präparat Misoprostol von nicht medizinisch geschulten Frauen angewendet wird, um eine Abtreibung „zu Hause” durchzuführen. Damit könnte es für diejenigen, die es einnehmen, auch gewisse Risiken bergen.
Das Präparat wurde für den Privatgebrauch freigegeben, aber gerade in ländlichen Gebieten der USA, wo die Gesundheitsversorgung suboptimal ist und keine Notaufnahmeeinrichtungen vorhanden sind, kann die nicht medizinisch überwachte Einnahme von Misoprostol zum Problem werden.
Die Intention war, dass mit dem neuen Präparat eine Abtreibung ohne den Arzt vorgenommen werden kann. In Vietnam waren 1.734 Frauen in die Vorversuche für das Medikament involviert. Abtreibungen wurden bis zum 63. Schwangerschaftstag durchgeführt, ohne das Mitwirken eines Arztes.
Gynuity, eine Organisation, die sich für die Aufklärung der Bevölkerung bezüglich Reproduktionsmedizin einsetzt und in den USA arbeitet, unterstützt selbstinduzierte Abtreibungen und versucht, sie in ein positives Licht zu stellen.
2009 wurde berichtet, dass sich Gynuity gegen Gesetze ausspricht, welche die Personenwürde des ungeborenen Kindes hervorheben wollen.
Etwas besorgt war die Organisation über eine eigene Studie, die 2002 zeigte, dass Misoprostol Geburtsfehler bei Ungeborenen hervorrufen kann, wenn das Kind die eigene Abtreibung „überleben” sollte. Meistens handelt es sich um Klumpfüße, Gesichtsnerven-Anomalitäten und nicht vollständig ausgebildete Finger.
Ein Viertel der medikamentös induzierten Abtreibungen schlagen fehl und benötigen dringend eine medizinische Versorgung. Vor allem Abtreibungen, die nach der 7. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, setzen das Leben der Mutter aufs Spiel.

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