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Thursday, August 6, 2015

Werden Steuerzahler entmündigt, wenn es um Pränataltests und Planned Parenthood geht?



Dr. Edith Breburda

Veröffentlicht Christliches Forum und Journalistenwatch 7/8. August 2015

Pränataltests, wie der PraenaTest®, sollen Frauen die Sorge nehmen, ein behindertes Kind zu bekommen. Er sei für das Ungeborene ungefährlich, erläutert die Hompage des Anbieters LifeDocexx. Der Pränatalmediziner Hagemann sagt über die Tests: "Sie bieten nur  begrenzte Informationen und können nur etwas über die genetischen Dispositionen aussagen, aber nichts über eine Bewertung des ganzen Kindes und seiner Lebensqualität."
Ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche bietet der PraenaTest® an: Trisomie 21(Down Syndrom), 18 und 13, das Klinefelter, Turner, Triple X und das XYY-Syndrom bei einem ungeborenen Kind sowie auch auf Wunsch das Geschlecht des Kindes festzustellen. Der Tagesspiegel schreibt 2014, dass nur 1 von 12 Kindern mit Trisomie 18 oder 13 das erste Lebensjahr überlebt. Aber ein Todesurteil muss das noch lange nicht sein. Eine der gelisteten Krankheiten zu haben ist nicht gleichbedeutend mit einem frühen Tod. 97 Prozent der Familien mit einem behinderten Kind sind glücklich und dankbar, dass es Teil ihres Leben ist.
Es bleibt dahingestellt, ob der Test Sorgen nimmt, oder eher Ängste schürt. Viele Frauen sind hilflos, wenn sie erfahren, dass ihr Kind behindert ist. Der PraenaTest® hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, nur kann er auch falsch positiv sein, da er nur freie Chromosomenaberrationen erfasst und keine Mosaike oder strukturellen Aberrationen wie Translokationen. Fällt der Test positiv aus, folgt eine invasive Untersuchung mit all den Risiken und psychischen Belastungen für die Schwangere. Bei der Fruchtwasseruntersuchung oder Probennahme vom Mutterkuchen liegt das Risiko, das Kind zu verlieren bei 0.5 bis 2 Prozent. Die Hemmschwelle, einen Bluttest durchzuführen, sei niedriger, schreibt die Pharmazeutische Zeitung online Nr. 12/2014. Somit ist die Untersuchung dennoch gefährlich für das Kind, denn wird eine der Krankheiten diagnostiziert, wird es abgetrieben, obwohl es ein langes und erfülltes Leben führen könnte (siehe hierzu auch: Reproduktive Freiheit, free for what?, ISBN-10: 0692447261, ISBN-13: 978-0692447260) (1).
Demzufolge selektiert der Test. Im allgemeinen werden Screeningverfahren (wie z.B. Brustkrebsfrüherkennung) nur dann angewendet, um bei den Betroffenen durch eine Therapie bessere Heilungschancen in Aussicht stellen zu können. Das Gen-Ethische Netzwerk sprach sich bereits am 26. März 2009, aus Anlass der Unterzeichnung der UN-Behindertenkonferenz durch die Bundesregierung Deutschlands, gegen die Selektion durch Pränataldiagnostik aus. „Logik und Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik widersprechen nicht nur dem darin formulierten Ziel der Inklusion, sondern verstärken darüber hinaus die Diskriminierung und den Ausschluss von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die gezielte Suche nach Hinweisen auf eine spätere Behinderung des Kindes ist Ausdruck eines abwertenden Blickes auf Menschen, die mit solchen Behinderungen leben und dient der vorgeburtlichen Selektion (2).
Viele Behinderungen entstehen durch Unfälle oder degenerative Erkrankungen, somit wird das Töten von Ungeborenen nicht dazu beitragen, eine Welt ohne Behinderungen zu erzielen. Aber dadurch, dass wir Behinderungen schon von Anfang an als Makel ansehen, den es zu entfernen gilt, wird sich auch der Umgang mit diesen Behinderten verändern. Hier schließt sich meiner Meinung nach auch der Kreis um das Thema Sterbehilfe,“ schreibt der Autor des Blogs, Neuro?Logisch!, aus dem Leben eines jungen Assistenzarztes (3).

Der Gemeinsame Bundesauschuss, das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland, überlegt, den PraenaTest® als eine Regelleistung der Krankenkassen zu übernehmen. Für viele, wie auch den Blogautor, ist es unverständlich, dass Kassenbeiträge dazu benutzt werden um Behinderte zu selektieren. Man solle sich lieber um das Wohl der Familien kümmern. Gegner des Testes argumentieren schon lange, dass wir mit derartigen Praktiken den Weg zum Designerbaby ebnen. So gesehen könnte wir bald in einer Gesellschaft leben, in der nur die mittels Gentechnik künstlich entstandenen Babies ein Recht auf Leben haben (4).

Gerade jetzt, wo in den USA der Organverkauf von abgetriebenen Babies heftigst diskutiert wird, sehen einige extreme Feministinnen nichts Falsches darin, Ungeborene so zu zerstückeln, damit die bestmöglichste Qualität ihrer Organe am profitbringendsten an die Forschung verkauft werden kann. Eine Autorin der Zeitung Slate bemerkte dazu: „Die graphischen Darstellungen der abgetriebenen Kinder waren wohl gedacht, um uns abzuschrecken. Wir sollten überzeugt werden wie grausam und barbarisch diese Art des Tötens ist. Aber ich sehe nicht den Tod in diesen Videos. Das was ich sehe ist Hoffnung.“
Ruth Marcuse die Kolumnistin der Washington Post, schreibt hingegen: „Wenn dich das Schlachthof-Fachsimpeln, welches das Center for Medical Progress in seinen Videos zeigt, nicht bestürzt, musst du dich fragen, ob etwas mit dir nicht stimmt.“
Am 5.8.2015 schreibt J. Goldberg in einem Artikel für das Wisconsin State Journal folgendes (5):
„Es ist ein guter Anfang, wenn wir uns eingestehen, dass uns das Video über die Praktiken von Planned Parenthood betroffen macht. Die Abtreibungslobby ist so euphorisch über die Vorteile einer Abtreibung, dass die bittere Realität vertuscht wird. Wenn eine Frau ihr Kind behalten will, ist es ein Baby. Aber wenn sie es nicht bekommen will, handelt es sich nur um einen Gebärmutterinhalt. Routinemäßig sprechen die Medien von „Gewebe“, anstatt von „Organen“. Auch wenn das medizinisch gesehen zwei verschiedene Dinge sind. Wenn man nun über Organe wie Herz, Lunge, Gehirn usw. redet, wissen wir, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt und nicht um „Gebärmutter-Inhalte“. Wenn wir verschiedene Wörter gebrauchen, um ein und das selbe zu beschreiben, ändern wir nichts an der Sachlage. Sonst würden wir Wissenschaft mit Magie verwechseln. Wenn wir entsetzt sind über das, was wir in dem Video sehen, könnte uns das veranlassen, Abtreibung in einem anderen Licht zu sehen. In der heutigen Gesellschaft möchte man keine Fotos über Dinge sehen, die uns zu nahe treten. An erster Stelle kommen die Gefühle. So muss man sich daran erinnern, dass Empfindungen eine Rolle spielen. Thomas Jefferson schrieb einmal: <<Einen Mann zu zwingen, die Verbreitung von Ideen zu finanzieren, an die er nicht glaubt, und die er verabscheut, ist sündig und tyrannisch>>.
Wenn Leute wirklich nicht merken, dass ein Baby, das Arme und Beine, ein Gesicht und ein Gehirn hat, ein menschliches Wesen ist, das geschützt werden oder zumindest etwas mehr Respekt verdienen sollte, werden sie wahrscheinlich nie verstehen, was eine Abtreibung ist. Sie sollten jedoch ihren Mitmenschen einräumen, das anders zu betrachten. So gesehen sollte man auch keinen zwingen mit seinen Steuergeldern Abtreibungen zu finanzieren. Wir würden sofort kritisieren, wenn staatliche Mittel an Einrichtungen gegeben werden, die gleichgeschlechtliche Ehen diskriminieren. Deswegen sollte man anstreben, die staatliche Finanzierung für Planned Parenthood einzustellen (6)“.

Literatur:

  1. E.Breburda: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias Verlag, Juni 2015
  2.   http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/223/dokumentation/pr%C3%A4nataldiagnostik-untergr%C3%A4bt-inklusionhttp:
  3. http://news.doccheck.com/de/blog/post/2773-praenatest-ein-sicherer-test-nur-fuer-die-schwangere/
  4. PraenaTest: Ein sicherer Test nur für die Schwangere, DocCheckNews, 6.8.2015
  5. Jonah Goldberg: Why Planned Parenthood should be defunded. Wisconsin State Journal, 5.8.2015
  6. http://host.madison.com/news/opinion/column/guest/jonah-goldberg-why-planned-parenthood-should-be-defunded/article_b0d2aa16-019c-5981-99bf-080d2630b388.html

Tuesday, July 28, 2015

Desensibilisierung der Gesellschaft durch Abtreibung und Euthanasie

US-Skandalvideo belegt Handel mit Organen abgetriebener Föten  
Dr. Edith Breburda


Max war ein fröhlicher Junge. Ein Teenager, voller Streiche, die er an seiner High- School in Madison, im US-Bundestaat Wisconsin, ausheckte. Er spielte oft mit seinen beiden Brüdern, besuchte seine vielen Tanten und Onkel und saß oft stundenlang am großen Fenster mit Seeblick im Haus seiner Großeltern. Jeder der ihn sah war sofort eingenommen von seinem einvernehmenden Wesen und mitreißendem Lächeln. So steht es in der Todesanzeige des 16 Jährigen vom 25. Juli 2015. Was seltsam anmutet in der Nachricht ist, dass es heißt: Max hatte Angelman Syndrom. Sein Vater verstarb einen Tag nach Max, am 23. Juli 2015.
Nachbarn erinnern sich gern an den sehr beliebten Max. Die Polizei gab an, dass der Vater mit Max am 22. Juli in einen Stadtpark fuhr, um dort seinen Sohn zu erschießen. Der 49-jährige Mann versuchte sich danach selbst das Leben zu nehmen. Er erlag seinen selbst zugefügten Verletzungen am darauffolgenden Tag .
Durch seine Krankheit, dem Angelman Syndrom, musste Max Tag und Nacht unter Aufsicht sein. Das kann an den Kräften einer Familie zehren.
Der Sheriff von Dane County, dem Landkries von Madison, bestätigte, dass Max unter einer seltenen genetischen Krankheit litt, die ihn in seiner Entwicklung beeinträchtigte. Oft litt er unter Krämpfen, konnte nicht sprechen oder hatte Koordinationsstörungen.
 “Bis heute kann kein Erkrankter ein selbständiges Leben führen. Er braucht ein ganzes Leben rund um die Uhr Betreuung. Die Erkrankten leben oft 60 Jahre und länger. Die Pflege ist kostspielig. Sie brauchen Krankengymnastik, Spezialbetten, Windeln, spezielle Rollstühle. Da kommt man leicht auf astronomische Zahlen. Wenn man nur 15 Dollars Betreuungsgeld pro Stunde rechnet, kommt man im Jahr auf 131.000 Dollars. Der Staat oder private Förderungsmittel können das nicht aufbringen“, sagt Eileen Braun, Direktorin der Angelman Syndrome Foundation.
„Angelmann Patienten sind verhaltensauffällig und leiden unter Angstzuständen, wenn sich auch nur irgend etwas in ihrem Umfeld ändert“, erläutert Frau Braun weiterhin. Der Sheriff  will untersuchen, ob eine neue Situation in der Pflege um Max entstand, die den Vater Theodore R. Peterson veranlasst haben könnte seinen Sohn und sich selbst umzubringen.
“Wir haben  Glück, unsere Nachbarn wissen, dass unser Sohn krank ist. Das war bei Max nicht so”, sagt Mary Pipal aus dem kleinen Städtchen Dodgeville. Brendan ist 24. Auch er hat Angelman Syndrom. Das Leben der Eltern richtete sich nach ihrem Kind. Immer muss jemand zuhause sein. Auch in den Urlaub fahren sie nur getrennt.
Mary arbeitet halbtags. Der Nachmittag gehört ihrem Sohn. Sobald er aus seiner Schule kommt, ist die Mutter für ihn da. “Brendan benimmt sich wie ein Kleinkind. Er ist fast 2 Meter groß, kann nicht sprechen, nicht alleine laufen und trägt spezielle Windeln. Er steht um 3 Uhr früh auf, wenn wir Vollmond haben. Ich kann ihn nicht mal alleine in die Küche lassen. Er würde sich verletzten, wenn keiner bei ihm ist.”
Seine Mutter ist voller Sorge um Brendans Zukunft. Sie und ihr Mann brauchen die Hilfe von Freunden, um auf den Sohn aufzupassen. Sie zahlen für seine Pflege mit dem Geld das sie verdienen, mit Steuerfreibeträgen, mit ihrer Sozialversicherung und mit Hilfe von Medicaid.
Die Eltern sorgen sich, wer das alles mal übernimmt, wenn sie nicht mehr können oder gestorben sin? Die kleine Stadt unterstützt sie. Pipals Wunsch ist es, dass auch andere Patienten mit Angelman Syndrom unterstützt werden und erfahren, was die Krankheit bedeutet.
In Fall von Max wollte sich der Sherriff die Anklage genauer überlegen und auf mildernde Umstände plädieren[i].
Verliert ein Mord seine Abscheulichkeit, wenn er aus Mitleid, oder Geldnöten begangen wird? Dr. Charles Krauthammer, ein bekannter Kolumnist, spricht von einer Desensibilisierung, die er das erste Mal in Holland bemerkte, als man den assistierten Selbstmord legalisierte. Damals argumentierte man, man wolle Menschen vor unnützen Leiden erlösen. Heute wird ein Fünftel der Patienten euthanasiert, ohne dass diese dafür ihr explizites Einverständnis gegeben haben.
Als vor einigen Tagen auf einem Video auf YouTube eine Abtreibungsärztin von Planned Parenthood zu sehen war, die in ihrem Mittagsessen herumstocherte und so nebenbei beschrieb, wie sie Organe von abgetriebenen Kindern bestmöglichst erhält, um sie zu verkaufen, damit sie sich von dem Geld einen Luxuswagen kaufen kann, vermisste man jedes Mitgefühl mit den Ungeborenen.
„Diese Abgestumpftheit ist genau das was passiert, wenn einige tagtäglich Leben zerstören. Abtreibungsgegner warnen schon lange vor den Folgen, die eine Abtreibung auf die Gesellschaft haben“, bemerkt Krauthammer. „Wir werden unsensibel. Planned Parenthood wird es vielleicht verboten werden, Organe von abgetriebenen Kindern zu verkaufen. Das Video über den Organhandel von Planned Parenthood verdeutlicht jedoch  ganz unverblümt, was wirklich bei einer Abtreibung passiert. Die Organe eines gesunden Kindes werden zum Verkaufsobjekt. Deswegen benutzt Planned Parenthood eine <weniger zerstörende Technik.-Wir zertrümmern den Kopf, um die Organe zu schonen>, heißt es in dem Video. Bereits Ultraschallbilder hatten ihren Effekt. Plötzlich war jedem klar, dass das Ungeborene ein lebendes Wesen ist. So könnte dieses Video den Effekt haben, eine Abtreibung nach der 20. Woche zu verbieten. Über das Schmerzempfinden eines Ungeborenen nach der 20. Woche scheint man sich inzwischen einig zu sein.
Generell werden Abtreibungen wahrscheinlich nicht verboten werden. Weil in den USA viel Uneinigkeit über den Status eines Ungeborenen in den ersten 3 Monaten herrscht. Ein Kind nach der 20. Woche hat allerdings jetzt Sympathien gewonnen, weil Experten dargelegt haben, wie man das Leben terminiert. Späte Abtreibungen könnten deshalb in Zukunft in den USA verboten werden, schreibt Krauthammer[ii].

Literatur:

[i] Stein Kate: Life with Angelman syndrome puts pressure on families.
[ii] Krauthammer Charles: Humanity pays a price for fetal body parts. The Washington Post, 23. July 2015
Veröffentlicht in: Christliches Forum, 30. Juni 2015
Neuerscheinung: Reproduktive Freiheit, free for what

Sunday, July 13, 2014

Wie werden Missbrauchsfälle in Australien und den USA gehandhabt?

Inzest, Beichtgeheimnis und Planned Parenthood

Dr. Edith Breburda


Christliches Forum, 14. Juli 2014

Der australische Richter Garry Neilson wurde vorerst seines Amtes enthoben. Er vertrat die Meinung, Inzest sei nicht länger tabu in einem Zeitalter, in dem Verhütungsmittel und Abtreibung zur Verfügung stehen. Der sexuelle Kontakt zwischen Geschwistern, Erwachsenen und Kindern könne nicht mehr als unnatürlich angesehen werden, da auch homosexuelles Handeln akzeptiert wird.

Nach Auffassung des Richters war es in den 50iger Jahren unnatürlich, wenn ein Mann mit einem andern Mann oder Jungen, ein Verhältnis hatte. Diese Vorstellungen existieren heute nicht mehr. Inzest war eigentlich nur illegal, weil man Erbkrankheiten verhindern wollte. Selbst dieses Argument fällt heute nach Auffassung des australischen Richters weg.

Bereits im November 2011 sprach Neilson ein mildes Urteil über einen Mann, der wiederholt seine Nichte vergewaltigte. Da kein Kind bei der Vergewaltigung der damals 15-jährigen Nichte entstand und auch keine sexuellen Geschlechtskrankheiten übertragen wurden, handelte es sich, laut Neilson, nur um eine geringe Straftat.

Der Generalstaatsanwalt von New South Wales, Brad Hazzard, überwies seinen Kollegen an einen richterlichen Ausschuss. Sein Kommentar lautete:
"In meinen Augen wird die Kommission zurecht über Neilsons Aussagen erschüttert sein. Inzest ist vollkommen verwerflich, unakzeptabel, abartig und kriminell."

Weiterhin forderte der Staatsanwalt, dass Neilson vorerst seines Amtes enthoben wird. Eine Forderung, in welche die Interessensgemeinschaft für misshandelte Kinder einstimmte. Denn:
"Derartige Kommentare eines Richters sind beleidigend für jedes Kind, jedes Opfer, selbst für Homosexuelle in unserem Land", sagte Hetty Johnston, Gründer der Gruppe (White H. Incest is 'no longer taboo' thanks to contraception/ homosexuality, says Australian judge. 11. Juli 2014, LifeSiteNews.com).

In den USA werden hingegen sexuelle Vergehen an Kindern meist sehr stark geahndet. Vor allem wenn die katholische Kirche im Spiel ist.
Das Oberster Gericht in Baton Rouge, im US-Staat Louisiana, verhandelt gerade einen Missbrauchsfall aus dem Jahr 2008. Der Priester Jeff Bayhi und seine Diözese wird von den Eltern einer damals 12-Jährigen angeklagt, einen Kinderschänder gedeckt zu haben.

Täter und Opfer waren beide Mitglieder von "Our Lady of the Assumption Catholic Church in Clinton".

Die 12-Jährige berichtete dem Gericht, im Juli 2008 bei Pfarrer Bayhi gebeichtet zu haben,
dass ein Kirchenmitglied sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen hat. Das Opfer sagte weiterhin vor Gericht aus, dass der Priester ihr bei der Beichte geantwortet habe, sie solle das alles für sich behalten, sonst würden zu viele Leute verletzt werden. Außerdem sei das alles ihr Problem. Sie soll es einfach unter den Teppich kehren."


Das Oberste Gericht verlangt nun, dass sich der Priester dazu äußert und sich nicht hinter dem Beichtgeheimnis versteckt. Die Vertraulichkeit der Beichte sei sowieso schon von den Aussagen des Kindes gebrochen worden. Der Priester hätte sofort eine Meldung machen müssen, da es sich um keine Privatsache gehandelt habe und damit die Vertraulichkeit nicht gegeben war. Der Priester habe sich schuldig gemacht, die Information nicht weitergeleitet zu haben.

Die Diözese von Baton Rouge bezieht sich auf die Lehre der Katholischen Kirche, welche besagt, dass sich ein Priester exkommuniziert, wenn er das Beichtgeheimnis bricht. Das Kirchengesetz verbietet es, dass weder der Priester noch der Beichtende oder irgendjemand anderer, das "Siegel" der Beichte lüftet. Insofern habe der Priester richtig gehandelt sich zu weigern, das Beichtgeheimnis zu brechen (Harmon C. Diocese of Baton Rouge: Priest cannot testify about confession in abuse case. 8. Juli 2014, The Catholic World Report)

Ein gravierender Missbrauchsfall, in den Planned Parenthood (Geplante Elternschaft) involviert war, wurde ganz anders behandelt. Keiner der Mitarbeiter der Organisation erstattete Bericht über eine Abtreibung an einer 13-Jaehrigen. Im Gegenteil, das Kind wurde zu ihrem Peiniger, ihrem Stiefvater, zurückgeschickt.

Zwei Monate nach der Abtreibung erfuhr die Mutter des Kindes was vorgefallen war und brachte nicht nur ihren Mann ins Gefängnis, sondern verklagte auch Planned Parenthood. Für sie war das alles unverständlich, ein Alptraum, den keine Mutter je durchmachen sollte.

In der Anklageschrift heißt es, dass die Tochter R. Z. von Cary Smith bereits im Alter von 6 Jahren von ihrem neuem Stiefvater Timothy David Smith sexuell missbraucht wurde. Damals war sie zu jung, um zu realisieren, was vor sich ging. Die Jahre vergingen, ohne dass die Mutter des missbrauchten Kindes je etwas bemerkte. Timothy drohte, das Kind zu töten. Er schrie es an und schlug es. Bald behandelte er die Mutter des Kindes genauso.

Dann wurde R.Z schwanger.  Der Stiefvater fuhr mit ihr nach Denver, Colorado, wo er einen Termin mit Planned Parenthood ausgemacht hatte. Die Kliniksangestellten wunderten sich nicht, dass das Kind erst 13 Jahre alt war, und keiner fragte das Kind nach der Beziehung zu dem Mann, der mit ihm kam. Mit 13 durfte das Mädchen selbst noch gar nicht in eine Abtreibung einwilligen und brauchte die Zustimmung ihrer Eltern. Die Mutter wußte jedoch von all dem nichts.

Keiner fragte sich, ob das Kind eventuell missbraucht sein könnte und so meldete auch kein Mitarbeiter von Planned Parenthood die Abtreibung. Nach der Abtreibung ging der Missbrauch weiter.
Timothy war einestages nicht zuhause. Da ergriff die Tochter die Gelegenheit der Mutter zu berichten, was seit Jahren vor sich ging. Die Mutter brachte die Tochter sofort in Krankenhaus und zeigte ihren Mann an. Sie bat Planned Parenthood die Akten ihrer Tochter einsehen zu dürfen und fand heraus, dass ihr Mann die geheime Abtreibung arrangiert hatte. Timothy wurde verhaftet und angeklagt wegen wiederholter sexueller Straftaten. Seine Schuld gab er in zwei Fällen zu.

Obwohl der Täter nun hinter Gittern saß, war die Mutter noch nicht zufrieden und ärgerte sich über die Art und Weise, wie die Abtreibung bei Planned Parenthood vor sich gegangen ist. Der Arzt hätte sofort den Missbrauch erkennen müssen. Die Angestellten wussten, dass ihnen das Gesetz von Colorado vorschreibt, in so einem Fall sofort zu handeln. Zumindest hätten sie das Kind darauf ansprechen müssen und das Kind nicht zurück zu ihrem Vergewaltiger schicken dürfen. Durch dieses unverschämte, grob fahrlässige Verhalten habe sich Planned Parenthood in 5 Vergehen schuldig gemacht, was zu einer extremen seelischen Belastung des Kindes führte.

"Wir applaudieren Cary Smith, dass sie Planned Parenthood für das Verbrechen an ihrem Kind verantwortlich macht. Es zeigt wieder einmal wie Planned Parenthood unter dem Diktat steht, Abtreibungen zu vermarkten. Sie kümmern sich nicht um die vielen Mädchen, die vergewaltigt oder missbraucht werden", sagte Troy Newman, Präsident der US -Vereinigung, Operation Rescue (Operation Rescue Staff; Planned Parenthood performed abortion on teen, returned her to sex abuser: shock lawsuit. 11. Juli 2014, LifeSiteNews.com). 

Monday, March 24, 2014

Abtreibungskliniken verklagen den Bundesstaat Arizona/USA

Dr. Edith Breburda
Planned Parenthood in Arizona und das Women’s Center in Tucson  -  beides Einrichtungen, die Abtreibungen anbieten  -  verklagen den US-Bundestaat Arizona, da dieser ein neues Gesetz verabschiedete, welches die bisher üblichen Abtreibungspillen unterbindet. 
Anwälte des Zentrums für Reproduktive Rechte und der Planned Parenthood Föderation von Amerika wollen Frauen, die ab 1. April 2014 keinen Zugang mehr zu Medikamente bekommen, dazu verhelfen, welche eine Abtreibung einleiten.
Im Januar verabschiedete das Gesundheitsministerium von Arizona, dass abtreibungsinduzierende Arzneimittel nur bis zur 7. Schwangerschaftswoche in der von der Food und Drug Administration anerkannten Dosierung verabreicht werden dürfen. Die Einnahme von 2 Tabletten muss in der Klinik erfolgen.
Vor dem Gesetz war eine induzierte Abtreibung bis zur 9. Lebenswoche möglich. Auch wurde nur die erste Tablette in der Klinik eingenommen. Ein zweites, niedriger dosiertes Präparat wurde daheim eingenommen, was die Kosten dämpfen sollte. Allerdings erhöhte diese Praxis das Komplikationsrisiko der Frau.

US-Bundesstaat Arizona: strengeres Abtreibungsgesetz

Laut dem neuen Gesetz müssen Ärzte, die chirurgische Abtreibungen vornehmen, eine Arbeitserlaubnis in einem Krankenhaus in einem Umkreis von 30 km haben. Ärzte, welche eine medikamentöse Abtreibung durchführen, müssen Patienten in dieses Krankenhaus einweisen dürfen und sind verpflichtet, Komplikationen zu melden. Eine Krankenwagen muss bereit stehen, wenn es zu Zwischenfällen kommt. Baby (2)
Planned Parenthood sieht in dem neuen Gesetz eine Behinderung der “reproduktiven Rechte” der Frau, weil dadurch eine Abtreibung erschwert wird. “Das Gesetz bedeutet einen Eingriff in die private medizinische Entscheidung der Frau”, sagt der Direktor vonPlanned Parenthood von Arizona, Bryan Howard.
Für Abtreibungs-Befürworter ist der jetzt begrenzte Gebrauch von Mifepristone  -  besser als RU-468 bekannt  -  problematisch:
“Eine Studie des Guttmacher-Institutes in New York, die von Abtreibungs-Befürwortern durchgeführt wurde, zeigt, dass auch eine geringere RU-468-Dosis, verbunden mit einem anderen Wirkstoff, genauso wirksam ist. Die bisherige Methode ermöglichte zudem eine Abtreibung bis in die 9. Schwangerschaftswoche. Durch das neue Gesetz, welches nur FDA genehmigte Präparate erlaubt, ist diese kostengünstigere Methode nun verboten”, erläuterte Elizabeth Nash, Managerin des Guttmacher-Institutes.

Abtreibungsbefürworter verklagen Bundesstaat

Viele Frauen, die in der 9. Schwangerschafts-Woche sind, müssen sich in Zukunft einem chirurgischen Eingriff unterziehen. “Arizona raubt Frauen ihre verfassungsmäßig geschützten Rechte (Consitutionally protective rights)”, sagte David Brown, ein Anwalt des Zentrums für “Reproduktions-Rechte”. Deswegen wird der US-Bundestaat Arizona verklagt.
“Es ist eine Schande, wenn Planned Parenthood sich benachteiligt sieht, gehen sie vor Gericht, um ihre Ansichten durchzusetzen”, erklärt Cathi Herrod, Präsidentin einer bedeutenden Lebensrechtsgruppe (Christie Bob, Arizona sued over abortion drug limits. The Arizona Republic 3.6.2014). 
Die USA entwickelte bereits 2011 ein Prostaglandin Präparat, welches eine Abtreibung zuhause, ohne die Mithilfe eines Arztes ermöglichte. Über die Frage, inwieweit dieses Mittel den Frauen letztendlich schadet, scheiden sich die Geister. Misoprostol, wurde am 3. Juni 2011 von der Weltgesundheitsorganisation WHO in New York für die USA zugelassen.
Es wird eingesetzt, um nachgeburtliche Blutungen zu stillen und kann so vielen Frauen das Leben retten, sagt das WHO-Statement. Es ist aber auch für selbstinduzierte Abtreibungen zugelassen.
Ärzte sprechen von einer Wunderdroge, die Frauen im Wochenbett das Leben rettet. Das Präparat muss weder kühl gelagert noch mit einer Spritze steril verabreicht werden.
Das Präparat muss weder kühl gelagert, noch mit einer Spritze steril verabreicht werden.Maternal Life International (Mütterliches Leben International) zeigt sich eher skeptisch, denn die Frauensterblichkeit in medizinisch unterversorgten Gebieten liegt sowieso höher. Misoprostol erweckt den Eindruck, die Sterblichkeit der Mütter im Wochenbett in derartigen Gegenden zu verringern, was jedoch nicht der Fall ist.
Dr. Joe DeCook, ein Arzt der Pro-Life Bewegung Amerikas, vergleicht das Präparat mit dem Rauschmittel Morphin: „Es kann benutzt werden, um Gutes oder auch Schlechtes zu tun.”
In Deutschland wurde Misoprostol im Januar 2006 vom Markt genommen. Es war nur für die Behandlung von Magen-Darmkrebs zugelassen. Für eine andere Indikation hatte der Hersteller nie einen Antrag gestellt, trotz zahlreicher Studien, die einen Einsatz in der Gynäkologie und Geburtshilfe sinnvoll erscheinen ließen. (Siehe “Frauenarzt” 2003, 8:882-5 und Homepage).

Probleme mit induzierter Geburt

Immer öfter wird der spontane Wehenbeginn nicht mehr abgewartet. Obwohl die WHO(Fortaleza-Konsensus-Konferenz, 1985) in ihrer „Mutterfreundlichen Kindergeburtsinitiative”(Mother-friendly Childbirth Initiative) davor warnt, eine Technisierung der Geburten aus Gründen der Praktikabilität und ohne medizinische Indikation zu „erzwingen”. Frauen sprechen in Internetforen über das schlimmste Erlebnis, das sie mit einer „induzierten”, einer vorangetriebenen Geburt je hatten.
In der Geschichte der Frauenheilkunde wurden ursprünglich Prostaglandine, d. h. induzierte medizinische Verfahren angewendet, um eine Geburtseinleitung im Rahmen der medikamentösen Abtreibung im ersten und zweiten Trimenon vorzunehmen.
Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass das am 3. Juni 2011 für den US Markt zugelassene Präparat Misoprostol von nicht medizinisch geschulten Frauen angewendet wird, um eine Abtreibung „zu Hause” durchzuführen. Damit könnte es für diejenigen, die es einnehmen, auch gewisse Risiken bergen.
Das Präparat wurde für den Privatgebrauch freigegeben, aber gerade in ländlichen Gebieten der USA, wo die Gesundheitsversorgung suboptimal ist und keine Notaufnahmeeinrichtungen vorhanden sind, kann die nicht medizinisch überwachte Einnahme von Misoprostol zum Problem werden.
Die Intention war, dass mit dem neuen Präparat eine Abtreibung ohne den Arzt vorgenommen werden kann. In Vietnam waren 1.734 Frauen in die Vorversuche für das Medikament involviert. Abtreibungen wurden bis zum 63. Schwangerschaftstag durchgeführt, ohne das Mitwirken eines Arztes.
Gynuity, eine Organisation, die sich für die Aufklärung der Bevölkerung bezüglich Reproduktionsmedizin einsetzt und in den USA arbeitet, unterstützt selbstinduzierte Abtreibungen und versucht, sie in ein positives Licht zu stellen.
2009 wurde berichtet, dass sich Gynuity gegen Gesetze ausspricht, welche die Personenwürde des ungeborenen Kindes hervorheben wollen.
Etwas besorgt war die Organisation über eine eigene Studie, die 2002 zeigte, dass Misoprostol Geburtsfehler bei Ungeborenen hervorrufen kann, wenn das Kind die eigene Abtreibung „überleben” sollte. Meistens handelt es sich um Klumpfüße, Gesichtsnerven-Anomalitäten und nicht vollständig ausgebildete Finger.
Ein Viertel der medikamentös induzierten Abtreibungen schlagen fehl und benötigen dringend eine medizinische Versorgung. Vor allem Abtreibungen, die nach der 7. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, setzen das Leben der Mutter aufs Spiel.

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