Dienstag, 13. Oktober 2015

Geburtenkontrolle durch Impfung


 Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 19. Oktober 2015

Alle Reproduktionsmethoden haben wir der Tiermedizin zu verdanken. Eines Tages werden die neuesten Methoden der Verhütung, die heute noch bei Hunden und Katzen angewendet werden, auf den Menschen übertragen.

Wissenschaftler forschen bereits über eine permanente Verhinderung der Reproduktion, die bald bei kleinen Haustieren zum Einsatz kommen wird. Eine neuartige einmalige Injektion kann männliche und weibliche Mäuse unfruchtbar machen, heißt es im Science Magazin vom 5. Oktober 2015.
Die Spritze bewirkt, dass die Muskulatur der Nagetiere eine Substanz herstellt, welche die Bildung von (GnRH)-Hormonen blockiert und Unfruchtbarkeit verursacht.
Gonadotropin releasing hormone, GnRH, werden im Zwischenhirn gebildet und bewirken eine zyklische pulsative Freisetzung der Gonadotropine ins Blut, die für eine normale männliche und weibliche Sexualfunktion nötig ist.
Prof. William Swanson, Direktor der Forschungseinrichtung am Cincinnati Zoo in Ohio ist begeistert. „Bisher konnten wir Hunden und Katzen nur durch eine sehr kostspielige chirurgische Sterilisation unfruchtbar machen. Die Reproduktionsraten der Haustiere und auch der Nager sind sehr hoch. In den USA werden jährlich 2,7 Millionen Hunde und Katzen euthanasiert. Ein billigerer und schnellerer Weg, Tiere unfruchtbar zu machen, wird als der Heilige Gral in der Tierpopulation betrachtet.“
Adopt me & I will love you forever
Um dieses Ziel zu erreichen, hat man mit Impfstoffen experimentiert, welche die Hormone attackieren, die für die Ei-und Samenzellproduktion verantwortlich sind. Dieser Impfstoff scheint zu wirken. Nur braucht man, wie bei jedem Impfstoff, bald eine weitere Impfung.
Bruce Hay vom California Institute of Technology in Pasadena versuchte nun einen anderen Weg, um GnRH zu blockieren. Anstatt das Immunsystem heranzuziehen, inserierte der Forscher ein von ihm geschaffenes Stück der Erbsubstanz (DNA) in einen Virus, der als Vehikel für die Einbringung in die Muskelzelle der Mäuse dient.
Die Muskelzellen bilden daraufhin anti-GnRH Antikörper. Weil Muskelzellen sehr lange im Körper leben, werden die Antikörper mindestens 10 Jahre produziert. Männliche und weibliche Mäuse werden zwei Monate nach dieser Injektion unfruchtbar.
„Es dauert zwei Monate, weil der Muskel so lange braucht, bis er genug Antikörper bildet“, sagt Hay’s Forschungsteam in dem Magazin, Current Biloogy.
Eine andere Lösung ist, dass die Antikörper in der Zona pellucida gebildet werden. Das ist eine Zellschicht, welche die reife Eizelle umgibt. Spermien können dadurch die Eizelle nicht mehr befruchten, weil sie am Eindringen gehindert werden. Durch diese Methode wird der Hormonspiegel nicht beeinflusst, was sicher von Vorteil ist, weil unsere Hormone unser Verhalten regulieren. Bei manchen Tieren will man nur die Fruchtbarkeit regulieren, nicht jedoch das Verhalten ändern.
Wenn diese Methode beim Menschen eingesetzt werden sollte, möchte man auch keine drastische Veränderung des Hormonspiegels erzielen.
„Momentan wollen wir erst mal ausprobieren, wie das Modell bei anderen Tieren funktioniert. Es ist immer eine Herausforderung, Forschungen auf eine andere Spezies zu übertragen“, sagt Prof. Swanson. In kürze will er anfangen, die Methode von Prof. Hay an Katzen auszuprobieren. „Wenn es funktioniert hätten wir einen neuen, sicheren Weg für eine lebenslange Verhütung gefunden, um so der oft lästigen Katzenüberpopulation Herr zu werden, ohne, dass wir den Tieren direkt schaden.  

Joyce Briggs, Präsident der Alliance für die Kontrazeption bei Katzen und Hunden (Alliance for Contraception in Cats an Dogs), die sich dafür einsetzt, weibliche Tiere nicht mehr chirurgisch zu sterilisieren oder männliche zu kastrieren, sagte:
„Eine Langzeitverhütung die 10 Jahr anhält, würde eine grundlegende Veränderung bedeuten. Sie würde dem Wohl der Tiere dienen und unerwünschten Nachwuchs verhindern. Es ist unmöglich alle Tiere einer kostspieligen Operation zu unterziehen. Auch für die Besitzer der Tiere wäre das eine kostengünstige Lösung“.
Prof. Hay und sein Forschungsteam versucht nun bei Mäusen andere Hormone und Proteine mit seiner Methode zu blockieren. „Es gibt so viele Moleküle die wir nun ins Visier nehmen können, weil wir ja jetzt wissen, dass es funktioniert (1).“
Tiere, die man auf sogenannten Adoption-Fairs (Adoptionsmärkten) in den USA  kaufen kann, sind chirurgisch sterilisiert, geimpft, entwurmt, und haben ein Chip mit ihren Daten unter der Haut und besitzen einen Haustierarzt.

Menschen werden bereits gegen Fruchtbarkeit geimpft. In den frühen 1990iger Jahren fanden Forscher heraus, dass das menschliche Schwangerschafts-Hormon, chorionic gonadotropine (Beta-hCG), mit dem Tetanusimpfstoff vermischt, genau dieser Impfstoff sein könnte. Damit wird das körpereigene Hormon Beta-hCG asugeschaltet. Ohne das Hormon kann sich ein Baby nicht im Mutterleib entwickeln.
Aber wie soll man afrikanische Frauen dazu bekommen, sich gegen ihre Fruchtbarkeit impfen zu lassen? Sie sehen ihre Fertilität als ein Geschenk an. Sie sind stolz auf ihre vielen Kinder.
Einige dieser Impfstoffe kamen 1993 in Mexiko und 1994 auf den Philippinen und in Nicaragua zum Einsatz. Lokale Ärzte wunderten sich, dass anstatt der üblichen zwei Impfungen, jetzt fünfmal hintereinander gespritzt werden musste. Auch beobachteten sie, dass ihre Patientinnen nach der Impfung Fehlgeburten hatten und keine Kinder mehr bekamen. Ärzte aus Peru ließen den Impfstoff von der WHO untersuchen. Dort fand man, dass der Tetanusimpfstoff mit Beta-hCG vermischt war. „Es handle sich um ein Versehen“, wehrte sich die Weltgesundheitsorganisation.
Die gleichen UN-Organisationen benutzen ihre Impfstoffe in Kenia. Die Kenianische Katholische Medizinische Gesellschaft und die Kenianische Bischofskonferenz verurteilen den Impfstoff. Die Bischöfe waren nicht generell gegen Impfungen. Sie ließen die Impfstoffe von der WHO/UNICEF untersuchen und stellten fest, dass sie mit Beta-hCG vermischt waren. Das Parlament stritt dies ab und verunglimpfte stattdessen die Ärzte, die den Mut hatten, das aufzudecken. Schon öfters brachte man Frauen in Kenia nicht den nötigen Respekt entgegen. Ihre Rechte wurden von der USAID (United States Agency for International Development) erst neulich beschnitten, als man über die Nebenwirkungen der ausgegebenen Verhütungsmethoden, wie der Pille oder auch der Depo-Provera Injektionen, schwieg. Acht Prozent der Frauen, die man sterilisierte, wurden nicht informiert, dass die Eileiterdurchtrennung für immer unfruchtbar macht.
Um Licht in das Dunkel zu bringen, nahmen Ärzte Urinproben von Frauen, die kürzlich geimpft wurden. Man fand Anti-Körper gegen das Schwangerschafts-Hormon Beta-hCG.
Seit einem halben Jahrhundert will man die Bevölkerung durch Programme der Familienplanung oder der Reproduktiven Gesundheit kontrollieren. Die arme Bevölkerung Afrikas hat das Gefühl zu Versuchstieren geworden zu sein (2).

Literatur:

1)William S.C.P.: DNA vaccine sterilize mice, could lead to one-shot birth control. 5. Okt. Science 2015

2) Breburda E.: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias, 18. Juni 2015, 358 Seiten, ISBN-10: 0692447261, ISBN-13: 978-0692447260

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