Friday, January 8, 2016

Ändert sich mit dem Trend zu Chemsex unsere Einstellung zu einer Vergewaltigung?

Dr. Edith Breburda
 
Christliches Forum, 21. Jan. 2016

Es werden immer mehr psychoaktive Drogen konsumiert, um die sexuelle Lust zu steigern. Verändert sich dadurch unsere Einstellung gegenüber Sex. Und was passiert, wenn eine Lehrerin, die Sexualstraffällige in einem US-Gefängnis unterrichtet, von einem ihrer Schüler vergewaltigt wird?

Zwei Jahre hatte die Justizanstalt im US-Bundesstaates Anschuldigungen abgestritten, dass der Gefangene Jacob Harvey seine Lehrerin vergewaltigt hatte.
Auch jetzt noch sind sie der Meinung, keinerlei Schuld an dem Verbrechen zu haben. “Der Staat gibt keinerlei Haftung oder Fehlverhalten zu”, hieß es in dem Schreiben des Schlichtungsverfahrens vom 4.1.2016.
Trotz allem bekam die Lehrerin 3 Millionen US-Dollars Schmerzensgeld ausbezahlt.
Man kann auch sagen: Der Staat sagt, er hätte nichts falsch gemacht, zahlt jedoch 3 Millionen an eine Person der angeblich nichts passiert ist. Man beharrt darauf, das Gefängnis habe keine Schuld an der Vergewaltigung, weil alles korrekt gehandhabt wurde.
Im Januar 2014 wurde eine Lehrerin beauftragt, sieben Sexualstraftäter im Arizona Staatsgefängnis Complex-Eyman eine Prüfung abzunehmen.
 Normalerweise finden solche Examen in einem mit Kameras ausgestatteten Raum unter Aufsicht von Gefängnisbeamten statt. An diesem Tag jedoch war eine andere Veranstaltung. Die Lehrerin war mit den sieben Häftlingen ohne Begleitschutz in einem nicht überwachten Raum. Man gab ihr ein Funkgerät, welches sie bei Bedarf benutzen sollte. Nach der 90 minütigen Prüfung, in der kein Aufseher vorbeigeschaut hatte, verließen sechs Häftlinge den Raum, um ohne Begleitung ihre Zellen aufzusuchen.
Jacob Harvey, der eine 30 jährige Gefängnisstrafe absaß, blieb zurück. Er hatte eine Frau vor den Augen ihres kleinen Sohnes vergewaltigt.
Der Zwanzigjährige attackierte die Lehrerin von hinten, schmiss sie auf den Boden, schlug ihren Kopf mehrmals auf den Boden, stach mit seinem Bleistift in ihren Augen, riss ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigte sie. 
Auf die Schreie der Lehrerin kam keine Hilfe. Nachdem alles vorbei war, eilte sie zu ihrem Funkgerät. Nur die Frequenz darauf wurde schon lange nicht mehr von den Gefängnisaufsehern benutzt.
Harvey bekannte sich im August zu der Vergewaltigung. Es kam zu keinem Verfahren. Seine Gefängnisstrafe muss er nun bis zu seinem Tod absitzen.
Die Strafvollzugsanstalt, die 14.000 Dollars zahlen sollte, weil sie die Lehrerin nicht schützte, legte Berufung ein. Sie beantragten weiterhin, den Fall nicht weiter zu behandeln. Die Lehrerin habe doch gewusste, dass sie in einem Gefängnis unterrichtet, was habe sie denn erwartet. Der Staatsanwalt schrieb: „In einem Gefängnis zu unterrichten, unterscheidet sich nicht von Situationen, denen sie alltäglich ausgesetzt ist. Das Risiko, in einem Gefängnis angegriffen zu werden, existiert im Eyman Gefängnis. Wenn die Klägerin die Gefahr ihrer Situation richtig eingeschätzt hätte, hätte sie etwas dagegen tun können. Es ist also ihre eigene Schuld, dass sie vergewaltigt wurde.“
Generalstaatsanwalt Mark Bronvich erklärte am 4. Januar 2016, es sei richtig gewesen, einen Vergleich mit der Lehrerin anzustreben. „Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Anwälte sich sehr genau unseren Fällen widmen. Wir messen Erfolg darin, das Richtige zu tun und nicht, ob wir einen Fall gewinnen.“
Aber wäre das Richtige nicht gewesen, einzugestehen, eine Mitverantwortung an der Vergewaltigung einzuräumen?
Andres Wilder, Sprecher des Gefängnisses betont: „ Wir nehmen die Sicherheit unserer Mitarbeiter sehr ernst. Aufgrund der Vergewaltigung hat sich viel geändert. Wie haben überall Kameras und jeder unserer zivilen Mitarbeiter hat ein Pfefferspray.“
Kein Mitarbeiter wurde jedoch verantwortlich gemacht, die Sicherheit der Lehrerin nicht gewährleistet zu haben. In dem Schlichtungsverfahren hieß es: „Der Staat verneint und streitet die Anschuldigungen der Lehrerin ab“. Trotzdem zahlte man der Lehrerin 3 Millionen Dollars (1).

Es stellt sich unweigerlich die Frage, warum ein so schweres Vergehen derartig abgehandelt wird? Liegt es am Trend der Zeit?
Heute greifen immer mehr Menschen zu psychoaktiven Drogen, um die Lust zu steigern und länger durchzuhalten. Ärzte warnen bereits vor Chemsex. Regelmäßig kommt es unter dem Einfluss von Amphetamin Mephedron oder Crystal zu ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Tendenz, euphorisierende Mittel einzunehmen, welche die Herzfrequenz, den Blutdruck und die sexuelle Erregbarkeit steigern, stammt aus Großbritannien. Chemsex breitet sich rasant aus. Gammahydrosxybuttersäure, GHB und seine Vorstufe, Gamma-Butyrolacton GBL zählen auch zu den Chemsex-Substanzen. Dem Laien sind sie unter dem Namen k.o.-Tropfen bzw. Vergewaltigungsdrogen bekannt.
In einer niedrigen Dosierung wirken sie enthemmend und leicht betäubend und führen in größeren Mengen zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung. Oft werden sie als Liquid-Ecstasy tituliert, obwohl ihre Wirkung keine Ecstasy hervorruft. Trotz allem nimmt man Chemsex-Dorgen bewusst ein, um einen enthemmten und intensiven Sex auszuleben.
Britische Gesundheitsexperten äußern sich besorgt im Editorial des British Medical Journal über die Risiken von Chemsex. Sie fordern Aufklärung über vorsätzlichen Sex unter dem Einfluss von psychoaktiven Drogen, der hauptsächlich unter Männern stattfindet. Viele benutzen die Drogen, um ihre innere Homophobie oder das Stigmata, an AIDS erkrankt zu sein, zu überwinden. Für Stunden oder gar Tage sind sie mit verschiedenen Partnern sexuell aktiv, schreiben die Mediziner (2).
Chemsex Drogen machen stark psychisch und körperlich abhängig. Dauerhafte mentale Schäden treten auf. Gesundheitsgefährdend ist ein bis zu drei Tagen andauernder Schlafentzug. Während des Chemo-Rausches essen die Konsumenten meist nichts. Desweitern fördert die Droge die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten, weil es zu ungeschütztem Sex mit durchschnittlich fünf verschiedenen Partnern führt. Wird die Droge gespritzt, kann es zur Ansteckung mit HIV und Hepatitis-C kommen. Wenn Party-Teilnehmer erst nach mehreren Tagen die Ambulanz aufsuchen, ist es für eine Postexpositionsprophylaxe zu spät.
Dem deutschen Experte Prof. Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten, bereitet der Trend Sorge. „Die Welle ist vor einigen Jahren aus Großbritannien herübergeschwappt. Beliebt ist die Droge vor allem bei Männern. Zunehmend beobachtet man auch heterosexuelle Partyszenen die Gebrauch von Chemsex machen“, sagt er. Borckmeyer ist Direktor des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin der Ruhr-Universität Bochum. 15 Prozent seiner Patienten, die an Geschlechtskrankheiten leiden, haben bereits Chemosex Drogen konsumiert. „Chemosex-Praktizierer seien auf den ersten Blick nicht die typischen Drogenkonsumenten. Es handelt sich eher um gut gestellte Akademiker zwischen 40 und 60 Jahren. Sie sehen sich nicht als Drogenabhängige. Es geht ihnen scheinbar nur um ein wenig Spaß. Ein Risikobewusstsein existiert oft nicht, und so verzichtet man auf Safersex. Das größte gesundheitliche Risiko, neben der ganzen Palette an Sexualkrankheiten, ist, dass es zu Organschäden und psychischen Problemen kommt. Um tagelang bei Sex-Partys durchhalten zu können, werden die Stoffe kombiniert. Am Ende hat jeder sechs bis acht verschiedene Substanzen im Blut. Todesfälle kommen immer wieder vor.“
Eine englische Untersuchung „The Chemsex-Study“, bei der Wissenschaftler homo-und bisexuelle Männer interviewten, bestätigte, dass die Versuchung sehr hoch ist, immer wieder zu der Droge zu greifen. Viele der Konsumenten wollen ihren Mangel an Selbstvertrauen und sexuellem Selbstwertgefühl überwinden. Einige Männer geben an, „dass die Drogen Sex überhaupt erst möglich machen, weil sie die Anbahnung massiv erleichtern. Für viele ist ein Geschlechtsverkehr ohne Drogen nicht mehr vorstellbar. Sie erleben kein Gefühl der Befriedigung, sondern wollen nur noch mehr Sex haben,“ sagt Dr. Steffen Tauber, Projektkoordinator der deutschen AIDS Hilfe, der sich mit dem Thema Chemsex befasst.
Die englische Studie kommt überein, dass es sich mehr um eine Sucht, als um ein Genussverhalten handelt. Die Droge steigert zwar das Lustempfinden. Die meisten Männer waren jedoch mit ihrem Sexualleben unzufrieden, weil es nicht im Rahmen einer festen Beziehung mit einem Partner stattfindet, zu dem sie sich verbunden fühlen.
Dr. Tauber sieht Chemsex eher als ein Phänomen des Zeitgeistes. „Überall gilt heute der Anspruch: schneller, weiter und höher. Da mag die Suche nach extremeren Sex dazu gehören. Allerdings wurden zu allen Zeiten Drogen genommen und mit Sex kombiniert (3).“

Quellen:
1) Laurie Roberts: Prison rape costs us $3 million but DOC did nothing wrong? Arizona Republic, 6. Jan. 2016
2) McCall H. et al. What is Chemsex and why does it matter? BMJ, 2015;351:h5790, 3. Nov. 2015
3) Bourne A et al. The Chemsex Study: drug use in sexual settings among gay and bisexual men in Lambeth, Southward and Lewisham, London School of Hygiene & tropical medicine, 2014
Habich I. Drogen-Orgien: Make love, not Chemsex. Dochcheck, 6. Jan. 2016

Monday, January 4, 2016

Unvorhersehbare Spontanmutation ließen gesunde Eltern erbkrankes Kind bekommen. Wird Genscreening sinnlos?

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 31. 1.2016
Wissenschaftler der Universität Luxemburg stellten zu ihrem Erstaunen fest, dass ein Fanconi-Anämie kranker Junge gesunde Eltern und Geschwister hatte, obwohl es sich bei der Anämie um eine Erbkrankheit handelt.

Dr. Patrick May und sein Team benutzen modernste Sequenzierungsmethoden und weitere zell- und molekularbiologische Techniken, um das Gesamtgenom zu studieren, welche eine Fanconi-Anämie verursachen. Die Luxemburger Universität’s Klinik untersucht die Ursachen eines autosomal-rezessiv vererbten Fehlbildungssyndrom, das zu den seltenen, sogenannten Chromosomenbruchsyndromen gehört.
Die Patienten leiden an: einem vorgeburtlichen Minderwuchs; einem kleinen Kopf; besitzen eine braune Hautfarbe mit sogenannten Café-au-lait-Flecken; verschiedenen Fehlbildungen der Nieren und der Hoden und einem vollständigen Funktionsverlust des Knochenmarks (Knochenmarkdepression) mit der daraus resultierenden starken Verminderung aller Blutzellen, sowie einer erhöhten Chromosomenbruchrate. Durch eine Knochenmarkstransplantation könnte eine Heilung erzielt werden.
Dr. Patrick May kann mit seinen Untersuchungen Mutationen im RAD51-Gen identifizieren. „RAD51 ist wichtig für die Reparatur von Fehlern an der DNA, die unweigerlich bei der Zellteilung auftreten können“, sagt der Forscher.
Bei der Untersuchung eines Jungen, der an der Fanconi-Anämie litt, stellte May zu seiner Überraschung fest, dass die Eltern und Schwester des Kindes gesund waren:
„Die Mutation trat in nur einer der zwei Ausfertigungen des Genes auf, die jeder Mensch in seinen Zellen trägt. Zugleich war keines der RAD51 Gene bei den Eltern betroffen.“
Das bedeutet: Die normalerweise autosomal-rezessiv vererbte Krankheit, wurde durch eine neu entstandene Spontanmutation im RAD51-Gen verursacht. Somit wurde der Patient Träger einer nicht vererbten Krankheit. Bisher vertraten Forscher die These, dass Mutationen, die zur Fanconi-Anämie führen, durch beide Eltern bedingt sind, die beide ihr mutiertes RAD51-Gen an den Nachkommen weitergeben. Ein Fall der Spontanmutation hatte man noch nie beobachtet.
„Die Folge der Mutation des RAD51-Gens ist, dass das Protein mit der veränderten Aminosäure die Aktivität des ebenfalls vorhandenen unveränderten Proteins stört. So kommt es, dass das Kind mit Fanconi-Anämie erkrankt, obwohl die Eltern nicht Träger der Mutation sind. Darüber hinaus gibt uns das Verständnis der Mutation auch Einblicke, wie Störungen bei der DNA-Reparatur zu Leukämie und Tumoren führen können,“ erklärt Dr. May.

Die Studie von Dr. May hat Konsequenzen bei der modernen Familienplanung.
Sinn einer genetischen Beratung für Eltern, die entweder selber oder deren Verwandte an einer Erbkrankheit leiden, ist, erbkranke Gene zu identifizieren, um das Risiko, ein krankes Baby zu bekommen, einzudämmen. Bisher untersucht man menschliches Erbgut von Erbkranken Trägern nur daraufhin, ob ein Gen mit der entsprechenden Erkrankung vorliegt. Man denke an das Brustkrebs-Gen BRCA1 (1).

2009 brachte in England eine 27-jährige Mutter ein Baby zur Welt, das frei vom Brustkrebsgen war. Ärzte der Universität in London erzeugten mit Hilfe der künstlichen Befruchtung acht Embryos, welche sorgsam untersucht wurden, ob sie nicht Träger des Brustkrebsgenes BRCA1 sind. Durch Präimplantationsdiagnostik ließen sich zwei Embryos ausselektieren, die dann der Mutter eingepflanzt wurden. Mütter, die mit dieser Erbkrankheit behaftet sind, besitzen eine 80%ge Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, und haben zu 60% das Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln. Im «Englischen Fall» war der Vater seit drei Generationen Träger des Brustkrebsgens und hätte eventuell die Krankheit an eine Tochter weitervererben können. Die Mediziner hoffen nun, dass ihr Baby keinen Brustkrebs ausbilden wird. Jedoch – selbst wenn das Kind das Gen nicht besitzt, ist eine solche Garantie sehr vage, da Krebs multifaktoriell bedingt ist (2).

Wie die Studie von Dr. May zeigt, kann es auch zu unvorhersehbaren Spontanmutationen kommen, die zur Erkrankung eines Kindes mit Fanconi-Anämie führte. Kann diese Studie dazu beitragen, die Anwendung von Genscreening und die meist damit verbundene Ausmusterung von erbkranken Embryos in der Präimplantationsdiagnostik als obsolet zu betrachten?

Literatur:
1) Najim A. et al., A novel Fanconi anemia subtype associated with a dominant-negative mutation in RAD51, Nature Communications, 15. Dez. 2015/ Universität Luxemburg, Fanconi-Anämie: Mutation trotz Vererbungsthese, Doccheck News, 4. Jan. 2015

2) E. Breburda, Verheissungen der neuesten Biotechnologien, MM Verlag, ISBN-10: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726, 7. Juni 2010, ASIN: B007MSBJGM
 

Sunday, January 3, 2016

Eine französische Ordensschwester fand das Haus der Muttergottes in Ephesus

Dr. Edith Breburda
Die Vinzentinerin Schwester Marie de Mandat Grancey (1837-1915) hatte die feste Absicht das Haus der Muttergottes in Ephesus, der heutigen Türkei, zu finden.

Christlicher Tradition zufolge lebte nach der Auferstehung Christi der Apostel Johannes mit der Mutter Gottes in Ephesus. Wo dieses Haus stand, wusste niemand, bis die französische Ordensschwester Marie es sich zum Ziel gesetzt hatte, es zu finden.
Schwester Marie stammte aus einer Pariser Adelsfamilie. Die Hälfte des Jahres wohnte ihre Familie in Burgund, die andere Zeit verweilte sie in Paris.
1857 wurde Marie Novizin der Vinzentinerinnen. Dieser Ordensgemeinschaft gehörte Sr. Catharine Labouré an, welche von der Muttergottes den Auftrag für die Verbreitung der Wundertätigen hatte.
Marie sollte ihr Leben den Armen widmen. Zusammen mit sechs Mitschwestern kümmerte sie sich in einem französisches Waisenheim um 55 Kinder. Sie lehrte den Mädchen nähen. Bald kamen auch Mädchen aus der Stadt zu ihnen. Viel der unterernährten Kinder hatten Läuse.
Die große Verehrung von Sr. Marie zur Gottesmutter ließ sie die Gemeinschaft der Kinder Mariens gründen, deren Vorstand sie wurde. Mit wahrer Passion und Liebe lehrte sie ihre Kinder, sich mit der Gottesmutter zu vereinigen. Sie ermahnte sie immer wieder, alles zu meiden, was ihrem Glauben und ihrer Würde schaden könnte. „Verhalte dich wie die Muttergottes“, sagte sie ihren Schützlingen.
1870 während des französisch-preußischen Krieges wurde Sr. Marie in ein anderes Waisenheim nahe Paris versetzt.
Sie wurde in dieser sehr gefährlichen und turbulenten Zeit zur Oberin ernannt. Es gelang ihr trotzdem, ihren Schwestern und Kindern ein gutes Zuhause zu bieten. 16 Jahre verbrachte sie an diesem Ort und konnte mit Hilfe des Geldes ihres Vaters, der sie sehr unterstützte, ein weiteres Waisenheim bauen.
1886 rief Papst Leo der XIII französische Missionare auf, im Nahen Osten zu helfen. Sr. Marie meldete sich sofort und ging nach Smyrna, dem heutigen Izmir, in die Türkei.
Das dortige Krankenhaus war in einem beklagenswerten Zustand. Wieder benutzte sie eigene Mittel, um Patienten und Angestellten zu helfen. Sie selber lebte in Armut. In einem an das Krankenhaus angrenzenden Gebäude richtete sie eine Näherei ein und gründete eine Schule. Sie kümmerte sich um Muslime und Christen.
In dieser Zeit stieß sie auf das Buch von Clemens Brentano über das Leben der Muttergottes und des Hl. Johanes in Ephesus nach den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerick, das sie in Deutsch las. Es inspirierte sie, das Haus zu suchen.
Sie gab das Buch zwei Priesterfreunden, die, sobald sie das Buch studiert hatten, davon überzeugt waren, dass sie es finden werden. Das Haus musste sich in nächster Nähe von dem Ort befinden, wo sie durch Gottes Vorsehung lebten.
Auf ihren Eseln startete die erste Suchexpedition im Julie 1891. Sie benutzten die Aufzeichnungen von Anna Katharina als ihre Kartographie. Am 29. Julie fanden die drei Katholiken, ein griechisch Orthodoxer Priester und ein Muslim das Haus.
Mit der Hilfe von Archäologen gelang es Schwester Marie, die Ruinen dem ersten Jahrhundert zuzuordnen. Darüber war eine Kirche aus dem vierten Jahrhundert gebaut worden.
Am 21. Oktober 1891 erhielt Schwester Maire die Erlaubnis, das Haus und das angrenzende Gelände zu erwerben. Ihr Vater kaufte für sie am 15. November 1892 auch den Berg, auf dem das Haus stand. Mit seinen Mitteln konnte das Haus restauriert und zu einem Wallfahrtsort umgewandelt werden.
Dabei fand man drei Steine, die von dem Kamin stammten, den der Apostel Johannes gebaut hatte. Der Eckstein des Hauses wurde der Mandat-Grancey Familie in Frankreich übergeben, die ihn in ihrer Hauskapelle aufbewahren.
Schwester Marie lebte ein engagiertes, tugendhaftes und gehorsames Leben, das aller Anhänglichkeit dieser Welt entsagte.
Am 21. Januar 2011 eröffnete die Diözese von St. Joseph in Kansas City des US-Bundesstaates Missouri ihren Seligsprechungsprozess. Man wählte diese Diözese, weil sie besonders die Muttergottes von Ephesus verehrt und der Wallfahrtsort durch die amerikanische Gemeinschaft von Ephesus in Kansas City unterhalten wird. In Missouri gibt es die Benediktinerinnenabtei, die besonders die Muttergottes von Ephesus verehrt.
Zudem war es der Erzdiözese von Smyrna unmöglich, den Wallfahrtsort selber in Stand zu halten. Sie haben nur wenige Gelder und leben unter der ständigen Angst vor Terroranschlägen. Sie baten Kansas City um Hilfe. Am 13. September 2014 wurde eine Heilige Messe in der Kathedrale von Kansas City zelebriert. Anlass war die Fertigstellung aller Dokumente zur Seligsprechung von Sr. Marie, die nach Rom gesendet wurden.
Die Entdeckung des Hauses in Ephesus bleibt etwas Besonderes für alle Gläubigen. Ephesus wird als der heiligste Ort des Christentums bezeichnet, den jedes Jahr mehr als eine Millionen Pilger besuchen.
Papst Paul VI, der Heilige Johannes Paul II und Papst Emeritus Benedikt XVI. besuchten den Ort. Bereits am 18. August 1961 erklärte der Heilige Papst Johannes XXIII., dass der Besuch des Hauses mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist (1).
Interessant ist, dass die selige Anna Katharina Emmerick selber Schneiderin war und Sr. Marie sehr viel Wert darauf legte, ihren Anbefohlenen das Nähen zu lehren.

Literatur
1) Knap P.: How one French nun founds Mary’s Shrine. Meet Sr. Marie, who was determined to find the Ephesus Home. National Catholic Regiser,2. Jan. 2015

Saturday, January 2, 2016

Für diese behinderten Kinder gibt es kein Nein. Sie lernen Surfen, um ihr Leben zu meistern

Dr. Edith Breburda
Publiziert, Christliches Forum, 7. Januar 2016
Es sei unerhört und eine Gefahr für behinderte Kinder, Wellen zu reiten. Dem Surflehrer Jack Viorel sollte man dies verbieten. Diese Argumente spornten Jack jedoch an. Seine Vision ist es, Kindern zu helfen, selbstbewusst und hoffnungsvoll ihre Zukunft zu gestalten.

Er nannte seine Surfschule Waves of Hope (Wellen der Hoffnung).

Ein 49 jähriger, tiefgebräunter Mann mit graumeliertem Haar steht mit den Füssen im Meer von Wrightsville Beach in North Carolina. Lächelnd beobachtet er eine kleine Schar von Kindern, die auf ihren Brettern die Wellen reiten. Einige von ihnen liegen, andere stehen auf dem Surfbrett. Dass sie früher oder später ins Wasser fallen, macht ihnen nichts aus. Sie sind begeistert und genießen sichtlich die rauen Wellen des Atlantiks.
Dyan, Maddox und Evan sind heute mit dabei. Alle drei Achtjährigen sind blind. Sie werden in der Wellenreiter-Schule umsonst unterreichtet.
Jack spornt sie an, als sie am Strand stehen und seine Instruktionen bekommen. “Die Welle hat Dich wirklich umgeworfen. Plötzlich bist Du total verschwunden“, sagt er zu dem kleinen Dyan. Jack nennt ihn Dynamit, weil er sogleich wieder hinaus paddelt.
„Es geht darum, sofort aufzustehen und es wieder zu versuchen. Oft grenzen wir den Handlungsspielraum behinderter Menschen ein. Und genau diese Einstellung, dass ihnen gewisse Dinge niemals möglich sein werden, wollen wir brechen. Was auch immer sie in ihrem Leben tun, sie lernen selbstbewusst und mit Zuversicht, Herausforderungen zu meistern.“
Jack deutet auf Evan. Ein ganz normaler Junge. Er war schon vor zwei Jahren in der Surfschule. Damals lag er nur auf dem Surfbrett. Es war ein ängstliches Kind. Heute klatschen alle, wenn er Wellen reitet. Er rennt so schnell wieder in das Wasser, dass die Surflehrer Schwierigkeiten haben, ihm zu folgen. Er vertrödelt keine Minute am Strand, um die Wellen da draußen zu bezwingen. Seine Mutter berichtet, ihr Sohn habe angefangen, alle anderen Dinge genauso zu konfrontieren.
Seit 2007 betreibt Viroel die Surfschule. Er wollte Leute inspirieren, die sonst nie daran gedacht hätten, ein Surfbrett auch nur anzufassen. Seine Schüler kamen aus Weißrussland. Sie alle litten an den Folgen von Tschernobyl.
Vom Lejeune-Jacksonville (North Carolina Marineinfanteriekorps der Vereinigten Staaten von Amerika) kamen die im Irak und Afghanistan verletzte Soldaten.
Einige seiner Schüler hatten AIDS. Auch Autistische Kinder waren dabei. Alle von ihnen lernten Wellenreiten.
Jack Viorels bekommt staatliche und private Zuschüsse. Aber eigentlich ist es Jacks Begeisterung und Expertise, die die Schule unterhält.
 “Es ist nicht so wesentlich, ob sie danach jemals wieder Wellenreiten gehen”, sagt er. “Von Bedeutung ist, dass sie wissen: wenn ich surfen kann, wird mir alles andere auch möglich sein. Diese Überzeugung wird ihr ganzes Leben beeinflussen.“
Viroel hat im Laufe der Jahre eine Strategie entwickelt. Am Strand lernen die Schüler, auf das Surfbrett zu springen. Dann dürfen sie soweit in das Wasser, wie es ihnen angenehm ist. Wenn sie am Ende auch nur für einige Sekunden eine Welle reiten, hat sich die Schulung gelohnt.
Viroel will seinen Schülern lehren, sich ihren Ängsten zu stellen und ein Scheitern zu verarbeiten. Jeder Fall gibt ihnen auch die Möglichkeit, es wieder zu versuchen.

„Ich glaube, das Wichtigste für ihr Leben ist, es zu lernen, trotz Widerwärtigkeiten weiter zu machen.“
Nicht jeder stimmt Jack zu. Als er die Schule aufmachte, bekam er Hass-Emails in denen stand: „Sie sollten das nicht machen. Es ist zu gefährlich, behinderte Kinder surfen zu lassen.“
„Als ich all das gelesen hatte, dacht ich mir: Genau deshalb werde ich den Kindern Surfen beibringen. Ich wollte mit dem Klischee, das kannst oder darfst Du nicht, brechen.“
Sein ganzes Leben bekam Jack diesen einen Satz zu hören, für gewisse Dinge nicht zu taugen. Schon in der Schule sagte man ihm, er sei zu kleinwüchsig, um Fußball zu spielen. Später spielte er in der Liga seiner Universität. Jack genoss es immer mehr den Leuten das Gegenteil ihrer Vorurteile zu beweisen. Nach seinem Sportstudium wurde er Ski- und Surflehrer. Doch all das reichte ihm nicht. Irgendetwas fehlte ihm, und er hatte den Eindruck, mehr tun zu müssen. So ging er wieder auf die Uni, um Sonderschullehrer zu werden.
Sein erstes Jahr an einer Sonderschule wurde zum Desaster. Eine Verdemütigung folgte auf die andere. Aber er stand immer wieder auf. „Vom Wellenreiten wusste ich, dass dich das Meer sehr verängstigen kann. Entweder bist du hundertprozentig bei der Sache, oder du verlässt das Wasser.“

Als Lehrer war er ein Querdenker. An Lehrpläne hielt er sich nie. Er nahm seinen Hund mit in die Schule und spielte mit den Kindern in den Pausen.
Die Idee, eine Surfschule für Behinderte aufzumachen, kam ihm, als er ein Mädchen mit Kinderlähmung an den Pazifischen Ozean mitnahm.
Vor sieben Jahren reist der dreifache Vater zum ersten Mal nach Indien, um dort Waisenkindern surfen beizubringen. Unter ihnen war die kleine Reena, die ihn am meisten beeindruck hat. Sie wurde als Kind entführt. Man stach ihr ein Auge aus, damit sie mehr Geld beim Betteln eintreibt. Reena dachte, sie hätte keine Zukunft. Es fehlte ihr eine Perspektive. Doch als Jack ihr das Wellenreiten im Indischen Ozean lehrte, schrieb sie einen Brief an die katholischen Schwestern ihres Waisenheimes. Begeistert berichtete sie über ihre Fortschritte. Sie versprach, eifrig in der Schule zu lernen. Plötzlich hatte ihr Leben wieder einen Sinn. Jack kam jedes Jahr nach Indien. Heute ist die 14-Jährige wie umgewandelt und eine der Besten in ihrer Klasse.
Zurück in Wrightsville Beach fährt Jack seinen buntbemalten VW, der mit Surfbrettern und Kindern beladen ist, zum Strand, wo er auf Ben McCrosky trifft. Der einbeinige ehemalige Unteroffizier, der in Afghanistan gekämpft hatte, schlendert mit einem Bier in der Hand über den Strand. Auch er besuchte vor drei Jahren Jacks Surfschule. Seinen ersten Tag verbrachte er damit, dauernd vom Surfbrett zu fallen und wieder aufzuspringen.

Wie auch immer er sich hinstellte, mit seiner Prothese konnte er die Balance nicht halten. Am nächsten Tag hatten seine Surflehrer Tränen in den Augen, als Ben, auf einer Welle reitend, den Strand erreichte. Viroel gab dem verwundeten Ben sein altes Leben zurück.

McCorsky erzählt seine Geschichte immer den neuen Schülern von Jack. Doch Jack hörte gar nicht mehr zu. Er nimmt keinen Lob von seinen Schülern an. Er ist überglücklich, wenn solche Dinge passieren. „Wenn ich mich müde fühle oder mich frage, ob ich überhaupt weiter machen soll, kommen mir diese Geschichten in den Sinn. Sie lassen mich fortfahren“, sagt Jack. (Quelle: Matt Crossman, Waves of Hope. American Way, Dezember 2015).

Saturday, December 12, 2015

In Memoriam, Univ.-Prof. Dr. agr., Dr. habil. Prof. h.c. Dr. h.c. Josef Eduard Breburda

Biographie von Univ.-Prof. Dr. agr., Dr. habil. Prof. h.c. Dr. h.c. Josef Eduard Breburda
07.10.1931-28.11.2015
15.11.2015


Josef Eduard Breburda wurde am 07.10.1931 in Karwin, Oberschlesien nahe Moravská Ostrava, geboren. Seine Vorfahren lebten in Prag, Tschechien. Als Erstgeborener eines Schulrektors verlebte er eine glückliche Kindheit in der milden Landschaft rund um den Hirschberger See in Böhmen. Viele Stunden verbrachte er mit seinem Vater auf dem Hochstand oder beim Pilze sammeln.
1938 bei der Eingliederung der seit über 800 Jahren überwiegend von Deutschen besiedelten Grenzgebiete im Westen, Norden und Süden der Tschechoslowakei in das Deutsche Reich, kam sein Onkel als katholischer Bürgermeister in das KZ Dachau. Auch sein Vater, der nicht der NSDAP angehörte, geriet in Schwierigkeiten. Er sollte sich von seiner polnischen Frau scheiden lassen. Wegen dieser unerfreulichen Situation meldete sich sein Vater zum Militär und leistete seinen Kriegsdienst zunächst in Russland und später in Frankreich ab. Als die Amerikaner ihre Offensive im Oktober 1944 in Metz /Frankreich starteten, ergab er sich als Oberleutnant mit seiner Truppe von 120 Mann und geriet bis 1947 in Gefangenschaft.
1945 entkam Josef nur knapp einer Verschleppung nach Sibirien, als er von einem schon fahrenden russischen LKW absprang.
Seine Familie wurde nicht vertrieben und durfte bei Verwandten in Schlesien bleiben. Deutsch wurde von nun an nicht mehr gesprochen. Josef besuchte das tschechische Gymnasium. Nach der Schule arbeitete Josef im Gastbetrieb seiner Tante, in der Landwirtschaft und im Bergwerk, um seine Mutter und Geschwister zu unterstützen. Er wurde zum Vaterersatz für die jüngeren Geschwister.
Im Oktober 1948 erhielt er die Genehmigung der amerikanischen Botschaft in Prag nach Westdeutschland umzusiedeln. Als Flüchtling verließ er die damals schon kommunistische Tschechoslowakei.
Nach drei Monaten beschloss er das Bischöfliche Gymnasium in Viernheim, Hessen wieder zu verlassen. Er begann eine Lehre als Landwirtschaftsgeselle. Drei Jahre später war er als staatlich geprüfter Landwirt unter den wenigen, die für das Studium der Agrarwissenschaften zugelassen wurden. Sein Studium finanzierte er sich selbst in verschiedenen Jobs – auch in der Brauerei und als Bauarbeiter.

Nach seiner Promotion 1958 bei Prof. Dr. Ing. H. Kuron, Institut für Bodenkunde und Bodenerhaltung, arbeitete Dr. Josef Breburda bis 1964 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung (Osteuropa-Institut) der Universität Gießen. 1959/60 forschte er als erster Austauschwissenschaftler der Bundesrepublik Deutschland ein Jahr in der Sowjetunion (Universität Moskau).
1965 habilitierte er sich an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Justus Liebig Universität Giessen und wurde 1967 Professor für Bodenkunde und Bodenerhaltung. 1972 bis 1979 und 1985 bis 1990 war er Geschäftsführender Direktor des Zentrums für kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung der Justus Liebig Universität Giessen, 1972 und 1973 Dekan des Fachbereichs „Umweltsicherung“ sowie 1976 und 1977 Dekan des Fachbereichs „Angewandte Biologie und Umweltsicherung“ der Universität Giessen, 1985 und 1986  Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bodenkunde und Bodenerhaltung der Universität Giessen, 1993 bis 1995 Geschäftsführender Direktor des „Tropeninstituts“ der JLU - und 1989 bis 1999 Partnerschaftsbeauftragter der Universitäten Gießen und Kazan/Russland.
Prof. Dr. Breburda veröffentlichte 200 wissenschaftliche Publikationen in deutschen und internationalen Fachzeitschriften sowie sieben Monographien und 23 Bücher. Er betreute 20 Dissertationen und zahlreiche Diplomarbeiten, hielt Vorlesungen und Seminare über Quartärgeologie und Bodenkartierung, Bodenerosion und Bodenerhaltung, über die Bodengeographie Eurasiens, Bodenversalzung und Desertifikation, Bodennutzung in Trockengebieten. Er leitete bodenkundliche Forschungsprojekte in Nordafrika, Zentralasien, Sibirien, China und Indien, die von der EU, der Max- Planck-Gesellschaft und Bundesministerien finanziert wurden. Prof. Breburda organisierte und leitete 20 wissenschaftliche Exkursionen mit jeweils 40 Studenten und Wissenschaftlichen Mitarbeitern nach Osteuropa, in alle Teile der damaligen Sowjetunion und in die VR China.
1987 wurde Prof. Breburda in Nanking/China zum Ehrenprofessor (Prof.h.c.) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Academia Sinica) ernannt.
1998 erhielt er von Bundespräsident Herzog das Bundesverdienstkreuz und 1999 in Kazan/Russland vom Rektor der Universität die Ernennungsurkunde zum Dr. h. c..
Giessener Anzeiger, 12,.12.2015



Er war Mitglied des "Collegium Carolinum", eine wissenschaftliche Vereinigung der Universitätsprofessoren, die ursprünglich aus Böhmen und Mähren kam . "

1969 - erhielt er als Gastprofessor der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften einen Forschungsaufenthalt am Institut für Bodenverbesserung in Prag-Zbraslav und war 2001-2002 Gastprofessor am Department für Bodenkunde der Universität von Wisconsin in Madison/ USA.  

Neben Lateinkenntnissen, sprach er Russisch, Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Kroatisch, Englisch und Französisch.

Seine Studenten nannten ihn den „hl. Josef“, wobei er in der Stadt als „fliegender Professor“ bekannt war.
Im Oktober 1961 heiratete er die approbierte Apothekerin Hildegard Scheid, Tochter einer
Gutsbesitzerfamilie bei Straubing/Bayern, in St. Peter in München. Sein Schulkamerad aus Böhmisch Leipa, Pater Angelus Graf Waldstein, OSB, zelebrierte die Hochzeitsmesse.
Prof. Dr. Josef Eduard Breburda lebte seit 2001 bis zu seinem Tode am 28. November 2015 bei seinem Sohn, Univ.-Prof. Dr.med. Christian Breburda, und seiner Tochter, Dr. med. vet. Edith Breburda, in den USA. Er war ein beliebter Wissenschaftler, liebevoller Ehemann und Vater. 
Giessener Allgemeine Zeitung, Dez. 2015

(Seine Biographie- Vom Heimatboden vertrieben zum Weltbodenforscher, Kindle Ebook  ).
 

Wednesday, December 2, 2015

In Memoriam, Univ.-Professor Dr. Dr. habil. Prof. h.c. Dr. h.c. Josef Eduard Breburda


1O/07/1931-11/28/2015



Josef Eduard Breburda was born in Karvina/Silesia near Mährisch Ostrau (Moravská Ostrava) on October 7, 1931. His ancestors lived in Prague/Czechoslovakia.

As firstborn of three children to a school principal his childhood was spent peacefully. From early childhood on he helped the farmers, spent time with Czech children from Prague to study German with them and frequently accompanied his father on his hunting trips. His whole life he loved to pick mushrooms. When World War II broke out, his Uncle, a Catholic mayor, was arrested and sent to the Concentration Camp in Dachau. His father endured many difficulties during Nazi occupation and was told to get divorced from his wife, who was Polish. However, that helped her and her three children to remain, when the ethnic German population was expelled from Silesia in 1945.

His father Gustav never become a Nazi-Party member, but joined the German Army and was sent to Russia. In 1944 Gustav was installed as a first Lieutenant in Metz/France where in October he led his company to peacefully surrender to the American troops and thereby saved the live of 120 German soldiers. Gustav was held in an officer’s prison camp in Scotland until January 1947.

At the end of the war, Josef escaped being kidnapping and sent to a Russian labor camp in Siberia in the last moment. He was already on a truck but jumped off without being noticed. He never saw the other “passengers” again.

After the war, Josef was sent to a Czech school, even though he did not know the language. He was not allowed to speak German any more. From that moment on, his mother only spoke Czech with him. To support his siblings and mother, Josef started to work after school in agriculture and took the nightshifts in a coal-mine, until he got permission from the American Embassy in Prague to leave the already communist Czechoslovakia in October 1948.
He crossed the border into West Germany as a refugee.

For a short time he attended a Catholic Bishops High School in Germany. Early 1949 he decided to leave school to work as a farm hand. In 1952 he became a State Examined farmer and was under a few graduates who were allowed to go to University to study Agriculture. He financed himself working in many jobs, including a brewery and in construction. In 1955 he graduated as a Master of Agricultural Sciences and received his Ph.D. in 1958.

From 1958 to 1964 he worked as an Assistant Scientist at the Institute for Continental Agrarian and Economic Research at the Justus-Liebig-University of Giessen/ West Germany. 1959-1960 he was the first exchange scientist of the Federal Republic of Germany at the Lomonossov-University in Moscow, Soviet Union. In 1965 he graduated with a second doctorate (Dr. habil.) from the Agricultural Department of the Justus-Liebig-University of Giessen. In 1967 he became a professor of Soil Science and Soil Conservation in the Agricultural Department. From 1972 to 1979 and 1985 to 1990 he was the Director of the Center for Continental Agrarian and Economic Research. From 1972 to 1973 he was the Dean of the Department of Environment Conservation. From 1976 to 1977 he was the Dean of the Department of Applied Biology and Environment Conservation. From 1985 to 1986 he was the Director of the Institute of Soil Science and Soil Conservation. From 1993 to 1995 he was the Director of the Tropical Institute. From 1989 to 1999 he was the partnership representative from the University of Giessen to the University of Kazan/Russia.

He spend a lifelong career as a devoted teacher, a unique expert in Soil Geography of Eurasia and North America, Soil Erosion, Soil Conservation, Desertification, Salinization (Europe, Russia, China, India, Mongolia, Central Asia, North-Africa), Quartarnary Geology (North-Eurasia and North-America) at the Agriculture and Environmental School, Justus Liebig University, Giessen, Germany; he organized multidisciplinary projects, funding, preparing, operating on Soil Erosion (South-East-China), Soil Conservation (Tatarstan, Russia), Desertification (Turkmenistan and North Africa), Soil Salinization (Northwest- China and North-India), Arctic-Soils (Siberia/Russia) on Global Warming.

He led soil research projects in North Africa, Central Asia, Siberia, China and India, financed by the European Union, the Max-Planck Society and Federal Ministries of Germany. Professor Breburda organized and led 20 scientific excursions to Eastern Europe, all parts of the Soviet Union and the People’s Republic of China.

He supervised the dissertations of 20 Ph.D. students and master degree projects of numerous students. He has published over 200 scientific papers in technical periodicals as well as 23 books on the topic of soil erosion and conservation.

In 1987 Professor Breburda was appointed an Honorary Professor (Prof. h. c.) of the Chinese Academy of Science (Academia Sinica) in Nanijng/China, because of his successful soil conservation projects in Southeast China.

In 1999 he was appointed an Honorary Doctor (Dr. h.c.) of the State University in Kazan, Russia.

In 1998 he received the Order of Merit (Bundesverdienstkreuz) from the President of the Federal Republic of Germany, Roman Herzog. This is the highest civilian honor awarded by the German government. He received this award for both improving the scientific relationship between Germany, the Soviet Union and Eastern Europe after World War II and helping to create a good relationship with Mainland China.

He was a member of the “Collegium Carolinum”, a scientific association of University Professors who came originally from Bohemia and Moravia.

Besides being a founding member and Director of the Institute for Continental Agrarian and Economic Research at the Justus Liebig University in Giessen from 1958 to 1997 he became a visiting Professor of the Czechoslovakian Academy of Sciences for a research stay at the Amelioration-Institute in Prague-Zbraslav in 1969 and was a guest Professor at the Dept. of Soil Science at the University of Wisconsin, Madison from 2001 to 2002.

He developed excellent relations with his communistic colleagues of China and former Soviet Union and all over the World. Next to the German Language, he knew Latin, spoke English, Russian, Czech, Slovak, Polish, Croatian, and French.

His academic students called him Saint Josef. He was also known as the flying Professor.

In October 1961 he married the Pharmacologist Hildegard Scheid, whose parents had an agricultural farm estate in Straubing/Bavaria. The wedding-Mass was at the beautiful baroque church, “The Old Peter”, Downtown Munich, presided by his Classmate from Böhmisch Leipa, Pater Angelus Count Waldstein, OSB, who was the director of the High School at the Benedictine-Monastery in Ettal, nearby Garmisch-Partenkirchen.

He was a renowned scientist; a beloved husband and a loving father for his son Univ.- Professor Christian Breburda MD, Ph.D. and his daughter Edith Breburda DVM, Ph.D.

(© E.Breburda)  


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