Monday, October 12, 2015

Die Vergewaltigungskultur auf US-Unigelände. Wurde sie durch die Sexuelle Revolution heraufbeschworen?

Dr. Edith Brebuda
Christliches Forum, 13. Oktober 2015
Das Wisconsin State Journal veröffentlichte am 22. September 2015 eine Umfrage, wonach jede vierte Studentin der US-Universität von Wisconsin, Madison, von ihren männlichen Mitstudenten sexuell belästigt wird. Tausende von Studentinnen wurden befragt. Ein Viertel von ihnen wurde schon einmal sexuell misshandelt. Damit liegt die Uni über den derartigen Vorfällen anderer Universitäten der USA.
Rebeca Blank, Kanzlerin der UW Madison, kennt diese Zahlen:
„Viele wissen von den sexuellen Übergriffen. Sie stellen ein wirklich ernstzunehmendes Problem dar. Wir haben dennoch Fortschritte gemacht, indem wir die Studentinnen aufklären. Das entschuldigt natürlich nicht, weiterhin alles zu tun, was zur Sicherheit unserer Studierenden beitragen kann. Jeder sexuelle Angriff auf dem Unigelände ist einer Zuviel." 
Die Gesellschaft für Amerikanische Universitäten hat 27 Universitäten untersucht. Vor allem die Studentinnen der ersten Semester sind die Opfer. 23.1 Prozent gaben an, dass sie nicht mit der sexuellen Handlung einverstanden oder sogar bewusstlos waren.
In Madison waren 27.6 Prozent der Studentinnen betroffen. Wobei 12.6 Prozent vergewaltigt wurden. Oft haben die Opfer Angst, den Täter anzuzeigen. Vor allem, wenn Zwang im Spiel war.
Die Regierung untersucht nun, ob die Universität von Madison den Vorfällen entsprechend nachgeht. Vor allem jetzt, wo die Gesellschaft über den sexuellen Missbrauch an der Universität informiert ist und man Vorsichtsmaßnahmen mit den Studentinnen bespricht.
Valencia Raphael, eine Doktorandin, stellt fest, dass sich einiges geändert hat, seitdem sie ihr Studium angefangen hat. „Um wirklich die Anzahl der Sexualverbrechen zu reduzieren muss man alle miteinbeziehen und nicht nur diejenigen, die davon betroffen sind, wie Frauen, Lesben, homosexuelle, bisexuelle oder transgene Studenten. Ein Opfer ist immer auch eine Schwester, ein Kommilitone, eine Freundin. 

Um das Verbrechen einzudämmen, müssen wir jedem klar machen, wie sehr es die Opfer belastet", sagt Valencia Raphael.
Sarah van Orman, Direktorin des Gesundheitsdienstes der Universität, ist der Meinung, dass man Studenten dazu bringen muss einzugreifen, wenn sie ein derartiges Verbrechen beobachten (1).

Manchmal ist man auch zu übereifrig. Ein Richter aus dem US-Städtchen Fond Du Lac sprach am 9. Oktober 2015 einen jungen Studenten frei, der angeblich 14 Monate zuvor eine Studentin auf dem Unigelände vergewaltigt haben sollte. Die Beweise waren nicht eindeutig genug. Eigentlich war alles, was man hatte, eine Videoaufzeichnung von den Beinen des Opfers und des angeblichen Täters. Anhand der Schuhe wollte man den Angeklagten überführen. Vor Gericht war das nicht beweiskräftig. Die Mutter des Angeklagten war entrüstet. Ihr Sohn hätte gar nicht festgenommen werden dürfen. „Wir mussten 40.000 Dollars für Anwälte ausgeben, obwohl mein Sohn unschuldig war. Außerdem lagen keinerlei Beweise vor. Was machen dann Studenten, die kein Geld haben, ihre Unschuld zu beweisen?“, fragt die Mutter entrüstet (2).

Der Publizist Janathon von Maren fragt sich, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte, dass Studentinnen heute vermehrt vergewaltigt werden. Das, was heute auf dem Unigelände sattfindet, bezeichnet er als einen Kulturkrieg:
 „Man spricht von einer Rape-Kultur, wenn man die sexuellen Übergriffe auf dem Universitätsgelände beschreibt. Obwohl Konservative diesen Ausdruck nicht favorisieren, weil Feministinnen dieses Wort gebrauchen. Sie wollen damit beweisen, dass zur patriarchalen Gesellschaft, Vergewaltigungen dazugehörten. Alle Männer wurden damals als potentielle Vergewaltiger betrachtet.
In der angeheizten Debatte von heute werden Überlegungen angestellt, ob man in allen Fällen wirklich von einer Vergewaltigung ausgehen kann. Einige der Anschuldigungen haben  sich als falsch erwiesen. Aber der Campus von amerikanischen Universitäten hat sich verändert. Saufgelage, Hook-Up-Kulturen und Pornographie sind an der Tagesordnung. In diesem Milieu, welches die Sexuelle Revolution geschaffen hat, sind Frauen nicht mehr sicher. Wir entschuldigen, objektivieren, tolerieren, trivialisieren ja billigen Vergewaltigungen in der sogenannten Rape-Kultur.
Die Wissenschaft hat zahlreiche Studien erstellt, die Pornographie mit der ansteigenden Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen im Zusammenhang bringt. Pornographie wirkt wie eine Droge. Sie veranlasst, dass sich die Hirnstruktur verändert. Männer koppeln Sex mit Gewalt und fangen an, Frauen mit anderen Augen zu betrachten. Sie werden ihnen gegenüber aggressiver und meinen, Frauen wünschen sich sexuell belästigt zu werden.
80% der Männer beschäftigen sich mindestens einmal im Monat mit Pornographie. Sie sehen es als ein Freizeitbeschäftigung und eine Art Erholung an.
Feministinnen haben die Pornographie im Zusammenhang mir der Sexuellen Revolution angepriesen und nun sehen sie das Chaos, welches die sexuelle Befreiung angerichtet hat. Damals hieß es, Pornographie sei gut und gesund. Feministinnen behaupteten, dass man die Sexualität aus dem traditionellen Kontext herausnehmen muss. Die Folgen sehen wir in der sogenannten Vergewaltigungs-Kultur, die an den Universitäten herrscht. Müssen wir dem nicht entgegentreten, wir, die wir eine Weltanschauung haben, in der sexuelle Übergriffe als ein grausames Verbrechen gelten; die wir noch eine Moral haben und an eine schöne und gesunde Sexualität glauben, die Pornographie ablehnt, weil sie entmenschlicht und den anderen objektiviert? (3)“

Doch was kann man tun? Talk is cheap, heißt es so oft. Ist es ein Zufall, dass die Reliquie der Heiligen Maria Goretti, die gerade, als Vorbereitung auf das Jahr der Barmherzigkeit durch die USA tourt, auch nach Madison kommt? 
Sarkophag der Hl. Maria Goretti
Eine 11-Jährige, die lieber das Martyrium erlitt, als ihre Unschuld zu verlieren.
 “Heutzutage ist unsere Moral verdorben”, sagt Monsignor Burke, Pfarrer der Maria Goretti Kirche in Madison, Wisconsin. Seine große Kirche an der West-Seite der Hauptstadt von Wisconsin, muss alle Aufgaben erfüllen, die sonst der Dom der St. Raphaels Diözese inne hätte. Doch die Kathedrale brannte 2005 ab. Seitdem hat Bischof Robert Morlino keinen Bischofssitz mehr. Priesterweihen finden in der Maria Goretti Kirche statt. Und so kommt auch am 16. Oktober 2015 die Reliquie der Hl. Maria Goretti nach Madsion, in eben diese Kirche. Die jüngste Heilige der Kirche hätte am 16. Oktober ihren 125. Geburtstag. Und den verbringt sie in Madison. Es werden Tausende Pilger erwartet. Msgr. Burke sagte gegenüber dem Wisconsin State Journal: „Es ist gut jemanden zu haben, der genau das Gegenteil der heutigen verkommenen Gesellschaft darstellt. Maria Goretti ist meiner Meinung nach für alle von uns ein Vorbild (4)."

Literatur:
1) Savidge N.: Survey: one in for women at UW-Madison experience sexual assault. Wisconsin State Journal, 22. Sept. 2015
2) Schmultz R.: Campus assault charge dropped. Wisconsin State Journal, 10. Oktober 2015
3) Von Maren J.: Why social conservatives should embrace the term “rape culture”. LifeSiteNews, 9. Oct. 2015
4)Erickson D.: Body of Saint to be displayed at namesake Madison parish as part of first U.S. tour. Wisconsin State Journal, 11. Oktober 2015

Thursday, October 8, 2015

Vermisste Themen bei der Synode und christliche Werte bei US-Studenten

Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 11. Oktober 2015

Die US-Amerikanische Professorin Dr. Janet Smith äußerte sich besorgt darüber, dass auf der Bischofssynode in Rom, Themen wie Natürliche Familienplanung, Verhütungsmittel und Ehevorbereitung fehlen.

„Das geht aus den Dokumenten vom letzten Jahr hervor, die in der extraordinären Synode von 2014 erstellt wurden. Das Dokument, das als Diskussionsanleitung in der diesjährigen Synode benutzt wird, zeigt auch keine Anhaltspunkte.

Man bekommt fast den Eindruck, die Synodenväter würden das Schreiben des Hl. Johannes Paul II. Theologie des Leibes nicht kennen“, erläutert Janet Smith beim Weltfamilientreffen gegenüber einer Reporterin der katholischen Newsseite Aleteia. 
Brautstrauss-St.Mary Basilika/Phoenix


Prof. Smith ist international bekannt durch ihre vielen Vorträge, die sie über die Lehre der Kirche bezüglich Sexualität und Bioethik hält. Die katholische Moraltheologin ist Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie. Sie unterrichtet seit 2001 am Sacred Heart Major Seminary in Detroit-USA und hat viele Bücher zum Thema Sexualität geschrieben.
„Einige Synodenteilnehmer vom letzten Jahr waren mehr als erstaunt, eigentlich eher bestürzt darüber, dass das Thema „Verhütungsmittel“ kaum erwähnt wird und vor allem kaum Aufmerksamkeit bekommt. Wenn man über Ehe und Familie diskutieren will, muss man unweigerlich dieses Thema miteinbeziehen. So waren einige Teilnehmer wirklich verärgert. Ich bin auch ziemlich durcheinander. Wir haben unglaublich viel Material über dieses Thema zur Verfügung. Der beste Weg, um junge Leute auf die Ehe vorzubereiten sind die Abhandlungen: Theologie des Leibes, Natürliche Familienplanung und Verhütungsmittel. Wenn wir auf der Synode diese Themen behandeln würden, hätten wir sehr schnell alle anderen Probleme, die der Heilige Vater ansprechen will, gelöst.
Wenn wir uns die Angehörigen einer x-beliebigen Pfarrei anschauen, finden wir viele glaubenstreue Leute. Sie engagieren sich für Einwanderung oder Obdachlose oder was sonst gerade ansteht. In den Familien mit vielen Kindern gibt es Berufungen, weil die Kinder sich in der Pfarrei engagieren. 
St.Peter, Madison, USA

Sie sehen an ihren Eltern, was es heißt Opfer zu bringen und das übernehmen die Kinder einfach. Es ist erstaunlich, was eine gute Familie alles bewirken kann. Ich meine, wenn wir die Kirche erneuern wollen, müssen wir bei der Familie ansetzen. Hier liegt die Quelle der Evangelisierung. Natürlich müssen wir Leute auf die Ehe vorbereiten. Ich will jedoch anstreben, dass wir mit der Vorbereitung auf die Ehe anfangen, noch bevor sich junge Leute verloben.        
Ich würde bei Teenagern und Studenten mit Schulungen anfangen, um ihnen die Struktur einer guten Ehe zu erklären. Sie sollen wissen, wie sie einen guten Ehepartner finden können. Priester freuen sich, wenn sie von jungen Leuten aufgesucht werden, bevor sie sich verloben und bevor sie ihr Hochzeitskleid gekauft haben. Das schenkt dem Priester Zeit und ermöglicht dem Paar sich angemessen zu prüfen. Am Vortag der Hochzeit, wenn schon alles geplant ist, mit der Eheberatung anzufangen, macht es fast unmöglich, eine Verlobung aufzulösen. Eine solide Eheberatung kann zum Erfolg eine Eher beitragen. Viele wissen ja auch nicht viel über ihren Glauben, neben dem Wissensdefizit, was eine Ehe ist. So gehört auch die Natürliche Familienplanung in eine Ehe. Wir lernen unsere Körper kennen und wissen, wann wir Kinder zeugen können. Leute, die Verhütungsmittel nehmen beschweren sich oft: dass der andere sie nicht liebt; sie nicht versteht, sie als Sexobjekt behandelt und auf Pornographie zurückgreift. Das sind Beschwerden, die man von Ehen, die Natürliche Familienplanung praktizieren, fast nie hört. Männer fokussieren sich auf ihre Ehefrau. Sie behandeln sie nicht wie ein Objekt. Sie wissen, dass ihre Frau diejenige ist, mit der sie eine Beziehung haben. Sie ist nicht diejenige, die in der Küche steht und für den Nachwuchs verantwortlich ist. Sie muss nicht mit Hormongaben experimentieren. Der Mann in einer katholischen Ehe gibt auf diese Weise wirklich sein Leben für seine Frau. Sein Leben bekommt eine andere Perspektive als Sex und Job. Die meisten Männer wissen es nicht besser, weil die Kultur, die Umgebung, ihnen die allgemein üblichen Verhaltensnormen aufoktroyiert (1).“

Schulungen für Studenten sind in den USA durchaus üblich. Doch am 5. Oktober 2015 waren viele Eltern und Studentinnen entsetzt über das, was sich in einem Studentenwohnheim der Universität von Wisconsin-La Cross abspielte.
An den amerikanischen Universitäten ist es üblich, dass die Studenten in sogenannten Dormitorien wohnen, die von einem Dorm-Manager geleitet werden. Das sind Angestellte der Universität, die dafür ausgebildet wurden.
Der afro-amerikanische Studentenwohnheim-Manager Jude Legiste des Drake Hall Dormitoriums wurde mit großem Aufwand von der Universität Wisconsin, La Cross, angeworben.
Und genau dieser Dorm-Manager sendete Ende September eine Email an alle Studenten seines Wohnheimes mit dem Titel: You Gone Learn Today (das werden sie heute lernen). 
Der 26-Jährige gab darin in einer sehr vulgären und fast pornographischen Sprache Anweisungen, wie Studenten ihre Kolleginnen zu einem erfüllten Sexualleben verhelfen können.
„Es schien fast so, als würde er für die Aufgeschlossenheit seines Wohnheimes Reklame machen“, erläutert Radiosprecherin Vicki McKenna auf ihrem NewsSender 1310 am 5. Oktober. Als es einen Aufschrei gab, sendete Jude eine weiteres Email, in dem er angab, Verständnis für die Reaktionen zu haben. Seine Absicht sei es jedoch, den Dialog mit den Studentinnen aufkeimen zu lassen. Man müsse einfach mehr über dieses Thema reden. 
Weiterhin ermunterte er die Studentinnen, sich doch privat mit ihm zu treffen, wenn sie mit seiner ersten Email nicht übereinstimmten und verletzt wurden. Dem Manager passierte nichts. Er durfte seine Stelle behalten, weil er aus seinen Fehlern bestimmt gelernt habe. Er wüsste jetzt, wie man das Thema angemessen behandelt. Es war ihm einfach nicht bewusst, wie sehr er mit seinem Email Studenten und Eltern verletzen würde,“ sagte sein Arbeitgeber (2).

Professor Duke Pesta von der Universität von Oshkosh sprach mit der konservativen News Redakteurin Vicki McKenna über die Zustände, die an US-Studentenwohnheimen herrschen. Prof. Duke war nicht einmal überrascht.
 „Es ginge noch viel schlimmer an den Universitäten zu“, sagt er. „Die christlichen Werte, sich anständig zu kleiden und keinen vorehelichen Sex zu haben, werden als überholt dargestellt, von denen man sich als aufgeschlossener Student distanzieren sollte. Gleichzeitig schaffe die Uni jedoch ein Umfeld, in dem es als nichts Besonderes gilt, den anderen sexuell zu belästigen. Bei diesen Gegebenheiten könne man den Dorm-Manager auch nicht für ein sexuelles Fehlverhalten belangen. 
Studenten werden in den Studentenwohnheimen mehr geschult als in Vorlesungen. In obligatorischen Veranstaltungen lernen sie alles über Sex. Man sagt ihnen, dieses Wissen würde sie vor einer Vergewaltigung schützen. Sex wird empfohlen, um sich endgültig von den jüdisch-christlichen Werten zu befreien. Auch helfen ihnen die Schulungen herauszufinden, ob sie homosexuell sind. Weiter heißt es, die Studentinnen können nun durch dieses Wissen jeden Mann, der an der Uni ist, kontrollieren.
Studenten am Campus der UW-Madison

Man fragt sich, wieso christliche Studentinnen, oder ihre Väter, sich nicht dagegen wehren. Meist ist es jedoch so, dass Betroffene sich schämen darüber zu reden, man sagt ihnen, dass sie ein Problem haben, wenn ihnen all das nicht passt. Sie wollen auch nicht als Außenseiter angesehen werden, so beklagen sie sich nicht bei ihren Eltern. Hinzu kommt, dass in theologischen Vorlesungen keine christlichen Werte mehr vermittelt werden. 

Man erklärt ihnen eher, wie frauenfeindlich die Kirche ist. Selbst die Theologen sind schon indoktriniert.“ Professor Duke berichtete von Studenten, die in seine Anglistik Vorlesungen kommen, weil sie wissen, dort noch christliche Werte vermittelt zu bekommen.
Erstaunlich ist, dass all das an einer kleinen konservativen Universität in La-Cross passiert. So etwas vermutet man doch eher von der linken Universität in Madison. Man muss jedoch bedenken, dass die Professoren ihre Ausbildung in Madison bekommen haben und nun alles daran legen, den konservativen Geist ihrer Studenten an einer kleinen Uni in einer „Republikanischen Stadt“ auszumerzen.
„Wir leben in einer Kultur, in der rund um die Uhr christliche Werte angegriffen werden. Studenten müssen im Wohnheim wohnen, sonst dürfen sie nicht studieren. Einem Studenten, der bei seinem Onkel wohnen wollte wurde gesagt, der Onkel sei nicht nahe genug verwandt. Einem Studenten, der eine Bibel in seinem Zimmer hatte, wurde vom Studentenwohnheim-Manager erklärt, er solle dieses Pamphlet entfernen, oder er fliege von der Universität. Wie soll ein 18- oder 19-jähriger Student dagegen angehen?”, fragt Vicki in ihrer Sendung. (3).

Literatur:

(1)Montage D.: Radically living the catholic faith: an exclusive interview with Dr. Janet Smith. Aleteia, 6. Oktober 2015
(2)Tighe M.: UW-La Crosse dorm director reprimanded over female orgasm email. La Crosse Tribune, 5. Oktober 2015
(3)McKenna V.: UW Oshkosh professor Duke Pesta is on The Vicki McKenna Show this hour to talk about an offensive email sent by a UW-La Cross employee. 5. Okt. 2015 http://www.wiba.com/media/podcast-the-vicki-mckenna-show-vickimckenna/vicki-mckenna-100515-hr-2-26404874/

 

Saturday, October 3, 2015

Familien voller Leben und hilflose US-Elitestudenten

Dr. med. vet. Edith Breburda
Christliches Forum, 6. Oktober 2015

Eine sechsköpfige Familie aus Argentinien ließ es sich nicht nehmen, mit ihrem VW-Bus  nach Philadelphia zum Weltfamilentreffen zu reisen. Für die 20.921,5 km brauchten sie 194 Tage.

Der 41 jährige-Catire Walker und seine 39-jährige Frau Noel Zemborian gaben ihre Stellen auf, um ihren Kindern: Carmin 3; Mia 5; Dimas 8 und Cala 12 eine unvergessliche Reise zu ermöglichen. Sie wollten zum Weltfamilientag. Ein Ereignis, das den Familienzusammenhalt festigen sollte.

“Dieses Treffen ist gedacht, andere Familien kennenzulernen. Dies ist genau das, was wir auf unserer Pilgerreise nach Philadelphia erleben wollten. Das Motto der Veranstaltung ist: Liebe ist unsere Mission: Familie voller Leben.

Genauso fühlen wir uns als Familie“, sagt Noel. Viele Familien nahmen die Pilgernden während ihrer Fahrt auf. In Panama feierte Catire seinen 41 Geburtstag. Nach der Hl. Messe in New Orleans ging die Familie mit neuen Freunden zum Frühstück. Ihr VW-Bus Franziska, der 1980 gebaut wurde, blieb oft stehen, doch dann hatte der Schutzengel dafür gesorgt, dass immer jemand kam, der wusste wie man das Gefährt wieder flott bekommt.

Eigentlich war es eine schwere Entscheidung, ob die Familie wirklich diese lange Fahrt wagen sollte. Schließlich war es riskant alle Ersparnisse in diese Pilgerreise zu stecken. Daneben mussten  noch die Kinder unterrichtet werden.

„Es sprach eigentlich viel dagegen und wir machten uns große Sorgen, ob wir das tun sollen. Dann entschieden wir uns, dass es die Sache  wert ist, Risiken auf sich zu nehmen.“

Andrea Blanco und ihr Mann hat die Familie aufgenommen, als sie in North Carolina waren. In Philadelphia haben sie sich wiedergetroffen.

Für Andrea ist die argentinische Familie genau das, wie man sich eine katholische Familie vorstellt. „Sie verbringen und genießen jeden Moment ihres Lebens, so wie  es der Herrgott von uns erwartet. Sie lassen alles liegen und stehen und leben als eine richtige Familie, die Werte und Tugenden gemeinsam teilt.

Die argentinische Familie wird noch bis November unterwegs sein. Sie will von Miami wieder nachhause fliegen. Ihren VW-Bus wollten sie  erst verschiffen, aber dann bot sich ein Verwandter an, ihn nach Buenos Aires zu fahren (1).


Nur noch selten hört man, dass Eltern alles tun, um ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten. Die heutigen Studenten von US-Eliteuniversitäten 

(Graduiertenfeier der Mediziner der Arizona State Universität )
 
wissen nicht mehr, wie man Schwierigkeiten bewältigt. Milleniumskinder sind sehr technikgläubig. Sie glauben alles, was ihnen die modernen Biowissenschaftler erklären und wägen nicht ab, ob es überhaupt stimmt. Diese Informationen veranlassen die Jugendlichen, sehr ängstlich zu reagieren. So riefen neulich Studenten der Harvard Universität den Notdienst, als eine Maus in ihrem Studentenwohnheim herumlief. Sie waren so hilflos, dass sie sich zu Tode erschreckten, als sie eine Maus sahen. Bisher wurden sie von ihren Eltern total umsorgt. Sie leben in ständiger Angst, dass es stimmen könnte, was die Nachrichten sagen. Irgend etwas sei da draußen, das sie und den Planeten, auf dem sie leben, zerstört. Wie man auch nur auf so eine Idee kommen kann, scheint unbegreiflich. Neulich war auf der Internetseite „Gizmodo“ folgender Bericht zu finden: “Meanwhile in the future to stop climate change, we must genetically engineer humans (2).“ (Um den künftigen Klimawandel zu stoppen, müssen wir  genetisch veränderte Menschen schaffen).

Wissenschaftler denken, ein Leben nach dem Klimawandel kann nur dann möglich sein, wenn man Tiere und Lebensmittel genetisch verändert.

Obwohl es in den letzten 19 Jahren kein bisschen wärmer geworden ist und viele  Wissenschaftler eher davon ausgehen, dass wir in einem Interglazial, einer Zwischeneiszeit leben. Das Klima in den Interglazialen war etwa so wie heute oder etwas wärmer. Das große Interglazial zwischen Mindel- und Risseiszeit dauerte rund 200.000 Jahre. Das Ende der letzten Würm/Weichsel Vereisung liegt 10.000 Jahre zurück.

Dennoch glauben US-Elite-Studenten, dass sich unsere Erde unweigerlich erwärmt. Man müsse anfangen, Vorbereitungen zu treffen, denn in 30 Jahren werden wir alle davon betroffen sein. Dabei sind die einzigen Beweise, die es für ein Global Warming gibt, Computermodelle.

Wenn ein Hurrikan im Anmarsch ist, wie z.B.  „Joaquin“ im Oktober 2015,  gibt es große Vorhersagen, aber keiner weiß wirklich, wann und wo genau der Sturm auf das Land trifft. Das sind aber Vorhersagen, die den nächsten Tag betreffen. So kann man nicht wirklich annehmen, dass Prognosen über eine globale Erwärmung, die in 20 – 50 Jahren auftreten soll, akkurat sind.
Die heutigen US-Jugendlichen nehmen hingegen das, was die Wissenschaft prophezeit, nicht nur unkritisch, sondern auch bitter ernst auf. Alles, was sie hören, jagt ihnen einen Schrecken ein. Zu all dem scheint es keinen Weg zu geben, um dem zu entkommen, was man selber gar nicht verschuldet hatte. Problemlöser sind gefragt, egal wie utopisch ihre Ratschläge klingen und zu welchen Mitteln sie greifen.
Wenn man jungen Leute erzählt, dass sie keine Zukunft haben und es sinnlos ist etwas dagegen zu unternehmen, weil geheime unkontrollierbare Mächte hinter allem stehen und uns alles aufoktroyieren, dann setzten die Jugendlichen all ihre Hoffnung und Vertrauen auf diejenigen, die eine Antwort auf all das haben.
Sie hören auf Wissenschaftler, die ihnen sagen, dass unsere Überlebenschance in der Gentechnik liegt. Man redet von einer 30-jährigen Zeitspanne, weil bis dorthin wohl keiner mehr von den Propheten lebt.
Ganz neu ist die Idee, die Menschen genetisch zu manipulieren. 2012 sprach der Philosoph Matthew Liao das Thema in einem Artikel das erste Mal an. Er schlug vor, dem Klima-Wandel entgegen zu wirken, indem  die menschliche Natur verändert wird. Um dem Planeten zu helfen, soll der neue Mensch weniger CO2 ausatmen. Er soll in der Dunkelheit sehen können, womit Elektrizität eingespart wird. Er soll auf Rindfleisch allergisch reagieren. Dadurch wird es weniger Rinder und am Ende weniger Methan geben. Auch soll der genetisch veränderte Mensch kleiner sein, um der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken. Als der aufsehenerregende Bericht erschien, meinten dann doch einige, es handle sich um einen Aprilscherz. Bill McKibbon, ein berühmter Umweltadvokat, findet, dass man die Vorschläge ernst nehmen muss. Viele Studenten sind derselben Meinung(3).

So unterliegen US-Elite Studenten Ängsten, wenn sie eine Maus im Zimmer haben. „Sie fühlen sich hilflos. Es wurde ihnen bisher erzählt, sie seien die Besten. Nun sind sie an der Harvard oder Purdue Universität und merken, dass auch andere gut sind und sie nicht mehr weiterhin auffallen. 
(Studenten der Universität von Wisconsin, Madison, USA)

Amerikanische Universitätsstudenten sind unreife Schlappschwänze. Jedes Mal, wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden, versagen sie und brauchen eine psychologische Beratung.
Das Problem ist, dass US-Harvard-Studenten im Jahr 63.000 US Dollars Studiengebühren  bezahlen müssen. Sie erwarten eine entsprechende Gegenleistung. Für sie bedeutet es ein Versagen, wenn sie nicht Bestnoten erzielen. Das geht soweit, dass die Professoren Angst haben, schlecht bewertete Studenten könnten Selbstmord begehen. Sie denken, durch eine schlechte Note sei ihr Leben vorbei. Sie bitten den Professor um bessere Noten. Oft schreien die Studenten ihre Dozenten auch an, weil ihrer Meinung nach die Prüfungsfragen nicht klar genug gestellt wurden.
Es ist so schlimm, dass junge Professoren den Studenten nur noch Bestnoten geben. Manchmal auch aus Angst, selber von den Studenten schlecht beurteilt zu werden und dann ihre Stelle  zu verlieren“, erläutert Prof. Gray vom Boston College in einem Artikel in der Zeitschrift: „Psychology Today“.
Im Grunde sind die Studenten nur so geworden, weil sie ihre sogenannten Helikoptereltern für das Leben unfähig machen. Die Eltern breiten bildlich gesprochen den roten Teppich vor ihrem Kind aus. So nahmen in den letzten fünf Jahren die Notfallanrufe und psychologischen Beratungen deutlich zu. Eine Studentin suchte ihren Psychologen auf, weil ihre Zimmernachbarin sie eine Hexe nannte (4).

Literatur:
(1) Matheson K.: Argentine family of 6 completes pilgrimage. Wisconsin State Journal, Friday Sept. 25, 2015
(2)Eveleth R.: Meanwhile in the future: to stop climate change, we must genetically engineer humans. Gizmodo, 29. Sept. 2015
(3) Limbaugh R.:Lunatic Libs want to genetically engineer human beings to stop climate change. LifeLock, 30. September 2015
(4) Limbaugh R.: Helicopter Parents produce helpless kids. LifeLock, 30. September 2015
 

Sunday, September 27, 2015

Refugee women and undergraduate Students at US-Universities experience sexual assault

Edith Breburda, DVM, Ph.D.
In German refugee camps male assailants abuse young women and girls. Women not accompanied by men are an easy prey.

Muslim refugees at the asylum facilities in Detmold raped a 13-year-old Muslim girl, reported the blog Christliches Form: Neues deutsches Tabu: Vergewaltigungen in Flüchtlingsheimen – bloß nicht hinsehen? 



Among the many refugees, the child and his mother were coming to Germany this summer. They left their homes, in the hope to life in a culture, free of sexual violence against their daughters.

However, in Germany as well, they are getting raped and forced into prostitution. For several months, the police remained silent on these and other rape incidents at refugee camps. The police did not stress the serious nature of the attacks, because they hesitate to support the person who criticizes mass immigration.

Now they realize even an increasing rape of German women by asylum seekers.

After a 16-year-old girl was raped in the Bavarian town Mering, police recommended that people should take precautions and accompany their children when they leave home.

The Wilhelm-Diss High School in Pocking/Bavaria, gave parents the safety advice to pay close attention how their daughters are dressed. They have concerns and worry about an overly permissive outfit, which could be easily misunderstood by the immigrants.

Politician’s are troubled and understand the concerns.
A local politician from Bavaria draws attention to the situation. He told the newspaper Die Welt : <<Underage Muslim boys are completely overwhelmed when they see girls in bikinis at the swimming pool. In the culture of the boys, a woman’s bare skin is never unveiled. Curiously, immigrant boys chase girls who are utterly afraid of such behavior. However, the boys did not intend to embarrass the girls>>. 

The public was still taken by surprise, when they heard that Munich refugee camp Security guards are engaged in dealing with drugs, weapons and tolerated prostitution. Whereas, where they have been assigned to ensure the safety of the asylum seekers. Nevertheless, no one has the courage to intervene.

Even though, citizens are asked in their own country, to pay close attention to a modest dressing of their own children in order not to incite refugees.
Almost 80% of the refugees are young men aged 16-25 years.
Muslim refugees have a different perception of women. They don’t respect women and falter to help when they are abused. Meanwhile, social organizations report an increasing crime rate. The Bavarian Rundfunk knows that the price of a woman is currently 10 Euro.

For decades, Women's Rights activists have been very alert of oversexed men.
But, in the current situation that relates to community safety, they are silent and just turn a blind eye to it. They fear to be considered as racists or called Islamophobic.
The whole world admires the German welcoming culture. Are they afraid to lose this image when exposing the true circumstances in the media?

The only information about assaults has been reported in the Hessen Newspaper, Giessener Anzeiger. They disclosed a letter from the German Landfrauen to the provincial government in which it was asked to help refugee women. They wrote:
<<Aren’t we, the German citizen the one who should especially come to the defense of women, who sought refuge in our country? >> They came, in order to seek protection from sexual discrimination. There is no outrage and no sense of urgency about the assault happening in refuge camps. It seems strange because there is an immediate outcry in modern society when the slightest sexual harassment is noticed (1) .

What are we from the rich countries thinking? Can we say the Islam has another culture and it is nothing more happening as a kind of trivial offense? We have to tolerate such insult? But what happens in our Western culture? How do we in the USA handle rape?

A survey in the Wisconsin State Journal  revealed that one in four women at UW-Madison experience sexual assault. Thousands of undergraduate women students have been asked. 25 percent of them felt in one or the other form sexual harassed. That is a slightly higher rate than female college student’s nationwide report. For Chancellor Rebeca Blank this result is not new. <<What many at UW-Madison already knew-that sexual assault is a serious problem at the University and, while progress has been made in education students, more work needs to be done. Every student has the right to be safe. Far too many sexual assaults are still happening at UW and at campuses across the country>>, Blank said.

The Association of American University conducted the survey at 27 universities nationwide. There were 150.000 students who participated. It was revealed that undergraduate women are the most vulnerable students to become victims of sexual assault. 23.1 percent of them said they underwent some form of non-consensual sexual contact. Whereas 11 percent had been raped.
At UW-Madison, 27.6 percent belonged to the first group and 12.6 have been a victim of rape.
Often, the victims know the perpetrators. According to the survey, the vast majority was afraid to report the assault. Especially, when the offenders forced the women. They only made a report when they were asleep or under the influence of drugs or alcohol. The federal government investigates the UW-Madison, for alleged mishandling of sexual assault.


Chancellor Rebeca Blank acknowledged: <<I would very much like to believe that we are doing a better job now… as people have come to understand more about sexual assault and how it occurs and how we reach out to students>>.


The confidence, female students have in the UW’s ability to handle the proceedings varies. For Valencia Raphael, lots of things have changed since she first came to the campus. She clearly noticed progress how officials and others at the university handle sexual assault. <<But in order to reduce the number of assaults, people must no longer see sexual assault as a problem that only affects those who are more likely to be victims of it, such as women or lesbian, gay, bisexual or transgender students. This is everybody’s issue. If someone is victimized, that someone is a family member, a friend, a classmate>>, Raphael says. For her the key to getting more people to understand and change their behavior lays in understanding how intrusive sexual assault is to anybody.


Sarah Van Orman, executive director of the University Health Service desire is, that students learn how to intervene as bystanders to prevent assaults (2) . The task to protect women from sexual predators has to concern all of us.




(1) Translated from the article of: Helmes P.; Neues deutsches Tabu: Vergewaltigungen in Flüchtlingsheimen – bloß nicht hinsehen?! Christliches Forum 21. September 2015
(2) Savidge N.: Survey: one in for women at UW-Madison experience sexual assault. Wisconsin State Journal, 22. Sept. 2015
 

Thursday, September 10, 2015

Ist das Leben von Behinderten wirklich nutzlos?



Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 10. September 2015
 
Vor 45 Jahren wollte eine Familie mit zwei behinderten Söhnen nach Lourdes reisen. Damals war jedoch keine Gruppe bereit, die Pilger mitzunehmen. Die Eltern Thadee und Loice entschieden, sich allein auf den Weg zu machen. Leider hatten sie wenig Glück, ein Hotel zu finden. Schließlich fanden sie eine Unterkunft, mussten dort aber in ihrem Zimmer essen und durften nicht nach unten in den Speisesaal kommen, um die anderen Gäste nicht zu stören. Die Familie musste sich auf ihrer ganzen Reise  Kommentare anhören, dass sie sich die Pilgerfahrt hätte sparen können, denn den behinderten Jungen würde es sowieso nichts nutzen, in Lourdes zu sein. Bei der ganzen Reise handle es sich nur um herausgeschmissenes Geld.

Als Marie-Helene Mathieu, die schon damals vor 45 Jahren Sonderschullehrerin war, von der Geschichte hörte, war sie empört. Sie kontaktierte Jean Vanier, den Mann, der dazu beigetragen hatte, die L’Arche, einen Verband für Behinderte, zu gründen.
Die Familie, die in Lourdes Trost, Hilfe und zumindest geistige Heilung suchte, stattdessen aber abgewiesen wurde, war der Beginn der Glaube- und Licht- (Faith and Light) Bewegung. Heute existieren 1.500 Gemeinschaften in über 80 Ländern. Die Organisation lebt nach dem Motto der Seligpreisungen: Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.
Heute werden die intellektuellen wie auch physischen Bedürfnisse behinderter Menschen eindeutig besser gehandhabt; dennoch erwarten diese Menschen eine Freundschaft, die über die Grundbedürfnisse hinausgeht.
„Behinderte müssen das Gefühl bekommen, selber etwas für die Gesellschaft beizutragen, nur dann fühlen sie sich als volle Menschen. Sie sollen nicht nur empfangen, sondern auch geben, denn das ist es, was sie glücklich macht“, erklären Marie-Helene Mathieu und Jean Vanier.
Faith und Light konzentriert sich deshalb auf drei Hauptpunkte:

1) Behinderte sollen erkennen, dass sie von Gott besonders geliebt werden. Auch sie können den Grad der Heiligkeit erreichen. 
2) Eltern von Behinderten dürfen nicht alleine gelassen werden. Wir sollten ihnen helfen, den Sinn und die oft nicht beachtete, verborgene Schönheit im Leid zu sehen. 
3) Die Lehre der Kirche sollte vorgelebt werden, welche jeden Menschen seine Würde zugesteht, auch wenn er geistige oder physische Behinderungen hat.

Marie-Helene Mathieu ist froh, dass vor 45 Jahren in Lourdes die Idee für Faith und Light aufgrund der Diskriminierung einer behinderten Familie entstand. Wir leben in einer Zeit, wo das Leben kompromittiert wird. Mathieu ist besonders besorgt, dass in Amerika und Europa 90% der Kinder mit Down Syndrom abgetrieben werden (siehe auch: Reproduktive Freiheit, free for what?).
„Wir alle bilden den Körper Jesus Christus. Und doch werden Leute mit Trisomie-21 als weniger wertvoll angesehen. Im Grunde sind jedoch gerade die schwachen Glieder am Unentbehrlichsten. Es gehört zu dem besonderen Charisma der Behinderten, das Herz ihrer Mitmenschen zu erreichen und aufzuschließen. Behinderte, die wegen ihres Gebrechens von der Gesellschaft zurückgewiesen werden und deren Leben als nutzlos angesehen wird, sind in Wirklichkeit ein Geschenk Gottes. Sie sind die Ärmsten der Armen, die Sanft- und Demütigen.
Durch ihre Bedürftigkeit geben sie uns, die wir in einer hektischen Welt leben, die Chance, sich um sie kümmern zu dürfen. Die menschliche Familie kann nur Frieden finden, wenn wir uns den Armen und Schwachen zuwenden und sie aufrichten. Die Kirche muss dafür sorgen, dass Behinderte nicht doppelt leiden. Einmal, weil sie anders sind als wir und zweitens, weil sie die Gesellschaft zurückweist. Die Mitglieder der Bewegung Faith and Light kommen jeden Monat zusammen, um das Leben selber zu feiern. Sie beten, spielen und essen gemeinsam. Durch so einfache Dinge können sie das Leben verändern. Die Organisation pilgert jedes Jahr zu einem Wallfahrtsort und alle 10 Jahre noch Lourdes. Dort wo alles angefangen hat. Sie wollen der Gottesmutter danken(1).

Auch die Familie Prendergast aus Elkhorn in Wisconsin, USA, weiß von den Vorurteilen, die anders aussehende Menschen hervorrufen. Sie hatte vor Jahren 2 Mädchen aus China adoptiert. Die Kinder wurden zurückgewiesen und waren die Letzten auf der Adoptionsliste. Keiner wollte sie. Der Grund: sie hatten beide eine Deformation ihres Gesichtes. Eine Nase war nicht vorhanden und die Augen standen weit auseinander. Sie hatten einen Geburtsdefekt, auch Meningoencephalocele genannt.
Wegen der Einkind-Politik in China, in der vor allem Jungen erwünscht sind, haben behinderte Mädchen keine Chance.
Als die eigenen Kinder der Familie Prendergast das Teenageralter erreicht hatten, drängte es die Eltern, Kinder aus China zu adoptieren.
Zwischen 1999 und 2013 wurden in China 71.632 Kinder adoptiert. Viele von ihnen waren Mädchen, jünger als zwei Jahre. Die Prendergast wollten ein älteres Kind. Mutter Kimberly entdeckte das Foto von Molly, legte es aber zur Seite. Sie dachte, sie könnten so ein Kind nicht haben. Es sei zu schwierig, sich ihrer anzunehmen. „Beinahe hätte ich das Licht meines Lebens nie kennengelernt. Ein Leben ohne meine Adoptivtöchter kann ich mir nicht mehr vorstellen“, sagt Kimberly. Die Töchter wurden operiert, jetzt haben sie ein Gesicht. Jetzt ist Molly 13, sie ist ein gescheites junges Mädchen. Die Familie will noch zwei Söhne aus China adoptieren. Billy und seinen Freund Allan. Beide haben Hasenscharten und auch sie wollte keiner. Im September wollen die Eltern nach China fliegen, um ihre neuen Söhne abzuholen (2).

Ist ein Leben eines Behinderten wirklich so nutzlos?
Immer öfter hören wir von Kindern mit Down-Syndrom, die uns zutiefst berühren. Am 9.9.2015 konnte man in vielen Zeitungen der USA über Connie-Rose lesen. Die 2-Jährige mit Down-Syndrome bekam einen Vertrag als Model, weil ihre Bilder um die Welt gingen und die Herzen vieler begeisterte(3). 

 


In Amerika ist die kleine Audrey Santo vielen ein Begriff. Sie fiel am 9. August 1987 als Dreijährige in das Schwimmbad der Familie. Danach konnte sie sich nicht mehr bewegen oder sprechen. Die Mutter wandelte das Zimmer ihrer Tochter in eine Wallfahrtsstätte um. Und tatsächlich kamen immer mehr Menschen, die behaupteten, durch ihren Besuch bei Audrey geheilt worden zu sein. Es waren so viele, dass man das behinderte Kind in ein Stadium bringen musste. Kritiker behaupten, die Mutter hätte das alles nur in ihre Tochter hineininterpretiert, um dem Leben ihres Kindes einen Wert, einen Sinn zu geben. Wie dem auch sei. Audrey ist mittlerweile gestorben. Einige streben ihre Seligsprechung an. Erstaunlich ist, dass ein behindertes Mädchen Massen anzieht, die durch sie Hilfe erfahren (4).

Literatur:
1) Antonetti S.: Marie-Helene Mathieu: A life devoted to the intellectually disabled. Aleteia,  8. September 2015
2) Idzera C.W.I.: Elkhorn family adopts children with facial differences. Wisconsin State Journal, 29. August 2015
3) Ledebetter C.: Connie-Rose, Toddler Model with Down Syndrome, Wins Hearts Everywhere. Huffpost, 09.09.2015
4) Little Audrey Santo Foundation. http://www.littleaudreysantofoundation.org/





Friday, September 4, 2015

Die moderne Welt stellt an Frauen die gleichen Anforderungen wie an Männer. Doch wo bleiben die Kinder?

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 7. September 2015

In der New York Times ist am 15. August 2015 ein Artikel[1] erschienen, der über die Rekrutierung neuer Arbeitnehmer in einem US-Unternehmen berichtet. Die beschriebene Firma, die wohl exemplarisch für viele moderne Arbeitsplätze ist, startete ein Experiment, wie weit man gehen kann, um Arbeiter zu belasten. Man setzt auf den Ehrgeiz der Leute, die sich bewerben. All das, was sie in ihren vorhergehenden Stellen gelernt haben, sollen sie ganz einfach vergessen. Und wenn sie so ein Arbeitstempo an den Tag legen, dass sie den Wagen an die Wand fahren, dann sollten sie einfach diese Wand als ihre Chance ansehen und sie hochklettern. Sie sollten die besten Mitarbeiter werden, die sich am Führerschaftsprinzip (Leadership Principles), orientieren. 14 Anweisungen, wie man am besten mit den Kunden umgeht, müssen von den Mitarbeitern beachtet werden. Es wird z.B.  erwartet, dass man auch mitten in der Nacht noch Emails empfängt und  beantwortet. Viele der Arbeitnehmer bleiben nicht lange bei diesem Arbeitgeber. Was eine Mitarbeiterin, die es ganz nach oben geschafft hatte irritierte war, dass als sie schwanger war und an Krebs erkrankte, die Leistungen  ihre Krankenkasse plötzlich gestrichen wurden. Sie lies sich bei ihrem Mann versichern. Dann stellte sich heraus, dass alles ein Versehen war. Als die Frau nach 5 Monaten wieder in die Firma zurückkam, war alles anders. Sie wurde herausgemobbt. Frauen, sagte sie,  schaffen es nicht in dieser Männerdomaine[2].

Leben wir in einer Gesellschaft, die nur auf Profit aus ist? Wann schwappt das Hire and Fire-Prinzip nach Europa über, so wie alles, was aus USA kommt, recht bald in Deutschland nachgeahmt wird.
Berthold Wigger und Florian Steidel vom Karlsruher Institut für Technologie konnten in einer Studie belegen, dass Rauchen der Gesellschaft nutzt. Zwar sind Raucher für Krankheiten wie Bronchialkarzinom (Lungenkrebs, Lungenkarzinom, bronchiogenes Karzinom), Atherosklerose (Arterienverkalkung), COPD (Chronic Obstructive Lung Disease) prädestiniert, was wiederum die Kosten der Behandlung ansteigen lässt, allerdings haben diese Patienten eine kürzere Lebenserwartung. Unter dem Strich spart der Staat und so gesehen die Allgemeinheit die Kosten der Renten ein. Man spricht im Englischen von einem „death benefit“.

Statistisch gesehen liegen die Ersparnisse einer Gesellschaft über einen Zeitraum von 89 Jahren, in der 30% der Männer und 21% der Frauen rauchen, bei 36.4 Milliarden Euro. Hinzu kommen 376 Milliarden Euros Einnahmen für die Tabaksteuer. Wenn der Euro 89 Jahre existieren sollte: „praktizieren Raucher in vorbildlicher Weise das sozial verträgliche Frühableben.[3]“

Handelt es sich bei dieser Untersuchung nur um ein reines Rechenbeispiel? Wie betrachten wir die Arbeitskraft von Frauen? Die moderne Welt stellt an Frauen die gleichen Anforderungen wie an Männer.
Captain Kristen Greist und 1st Lieutenant Shaye Haver schrieben in den USA am Freitag, dem 21. August 2015, Geschichte. Sie waren die ersten Frauen die eine US-Elite-Armee-Ausbildung absolviert haben. Die Fort Benning Ranger School in Georgia ist bekannt dafür, physisch wie auch mental die höchsten Anforderungen an ihre Soldaten zu stellen. Desto bemerkenswerter ist es, dass sich zwei Frauen diesem äußerst strapaziösen körperlichen Programm unterworfen haben. Sie mussten ein hartes Training mit wenig Schlaf und Essen absolvieren. In 40 Minuten müssen z.B. 108 Liegestützen und ein 8-Km Lauf durchgeführt werden.

Bei der Abschlussfeier wandte sich Generalmajor Austin S. Miller auch an die Presse, die Kritik daran äußerte, dass jetzt auch Frauen in das Ausbildungs-Programm aufgenommen werden. Wurde das Training  für die Frauen erleichtert? Werden nicht Männer daran gehindert  zu kämpfen, weil ein Mann doch instinktiv eine Frau beschützen will und deshalb im wirklichen Nahkampf von seinem Job abgelenkt wird, wenn Frauen an seiner Seite stehen? “Wir haben unsere Standards nicht geändert. Ein 5 oder 12 Meilen Lauf ist ein 5 oder 12 Meilen Lauf. Diese Frauen sind einfach nur Vorreiterinnen. Sie werden auch als solche gerühmt. Sie haben den Weg für die Frau auch in diesen Elite Schulen freigelegt“.
„Wir können genau so viel zum Kampf beitragen wie Männer. So fühlen wir uns auch. Ich hatte schon immer das Ziel, die beste Ausbildung zu bekommen, welche die US Armee bietet. Es ist überwältigend ein Teil der Geschichte zu sein“, sagte die Absolventin Greist. Was für eine Aufgabe die beiden Frauen letztendlich im Militär ausüben werden, ist noch nicht klar. Das Pentagon lässt sich mit der Entscheidung bis Ende des Jahres Zeit. In einem Elite Regiment für spezielle Kampfhandlungen dürfen die beiden Frauen jedoch nicht dienen. Am Ausbildungsjahr, das im April 2015 begonnen hat, nehmen 381 Männer und 19 Frauen teil[4]. 
Leben wir in einer Welt, wo nur noch derjenige einen Wert hat, der den Anforderungen der Gesellschaft entsprich? Frauen greifen zu diesem Zweck zu “Medikamenten”, um pflichtbewusst den Platz einzunehmen, den ihnen eine leistungsorientierte Welt zugeordnet hat. Frauen dürfen keine Gefühle mehr zeigen, sie sind emotional erstarrt. Der Pille und den Psychopharmaka haben sie das zu verdanken. Im Endeffekt beobachten Fachleute eine zunehmende Vermännlichung der Frau, die nicht zuletzt das hormonelle Gleichgewicht ausschaltet. Emotionen und Verhaltensweisen, die wir dem männlichen Organismus zuschreiben, finden wir nun auch bei Frauen. Frauen betrachten sich beispielsweise als unverwundbar. Eine Haltung, die Frauen helfen könnte, in männlich dominierten Unternehmen die Karriere-Leiter nach oben zu klettern. Man braucht ihre Arbeitskraft und Kinder haben da keinen Platz mehr. (mehr dazu: Reproduktive Freiheit, free for what?).
Wir fragen gar nicht, wie sich das auf die Entwicklung und Psyche der Kinder auswirkt, eine Mutter zu haben, die sie nur sehen, wenn sie müde und abgespannt von der Arbeit kommt und nur noch in ihr Bett will.
Kinder brauchen eine Mutter. Forscher fanden heraus, dass Kinder die Fähigkeit über sich selbst nachzudenken, nur durch den Kontakt zur Bezugsperson erlernen. Wissenschaftler gingen der Frage nach, wie ein Kind erkennt, was ein anderer sich wünscht und welche Absichten er hat. Eine Mutter imitiert den Gesichtsausdruck ihres Kindes in übertriebener Weise, erläuterten Dr. Fonagy und Dr. Target bereits 1997. „Das Kind erkennt den übertriebenen Gesichtsausdruck. Es denkt sich, was die Mutter mir zeigt, das bin ich. Die Mutter fühlt sich überrascht. Aber sie zeigt mir, wie ich gerade aussehe. Manchmal benutzt die Mutter Worte wie: Da bist Du aber überrascht!“ Das Kind lernt sich selbst als einen denkenden und fühlenden Menschen kennen, wenn es von der Mutter als ein Mensch behandelt wird der verschiedene psychische Zustände hat. Das Kind kann sich dadurch selber als denkender, fühlender Mensch begreifen.
Diese Kommunikation ist sehr diffizil und hängt oft von den Reaktionen der Mutter ab. Wenn sie auf ein ängstliches Kind auch ängstlich reagiert, nimmt das Kind an, seine Angst auf die Mutter übertragen zu haben. Reagiert die Mutter hingegen nicht genügend, könnte sich das Kind alleingelassen fühlen. Eine nicht optimale Kommunikation ist nicht immer negativ anzusehen, sie kann auch als ein Entwicklungsanreiz dienen. Das Kind lernt, sich von der Mutter zu differenzieren. Im Laufe der Zeit nimmt die Mutter auf das Seelenleben des Kindes Bezug. Z.B. sagt sie dem Kind: “Ich glaube, du bist jetzt enttäuscht, weil wir nicht mehr bei Oma vorbeigeschaut haben“. Man bezeichnet diesen Vorgang als „Theory of Mind“. Das Kind lernt dadurch, Worte für Gefühlszustände zu finden. Bei einem guten Mutter-Kind Verhältnis lieben es Kinder auf diese Weise psychisch genährt zu werden. Kinder lernen ihre Eltern genau zu beobachten. Wenn jedoch Gewalt im Spiel ist, vermeiden es die Kinder, die Eltern zu erforschen. Wenn Kinder sexuell missbraucht werden, wird die Reflexion erschwert. Umgekehrt fällt die Hemmschwelle für sexuellen Missbrauch, wenn Erwachsene sich nicht in die Kinder einfühlen können. Mangelnde Reflexionsfähigkeit kann ein Zeichen dafür sein, dass Kinder in einem Klima aufwachsen, in dem nicht viel über sie nachgedacht wird[5]. Tendiert unsere Gesellschaft nicht genau dort hin?




[1] Kantor J. und Streitfeld D.: Inside Amazon_Wrestling Big Ideas in a bruisingworkplace. 15. August 2015 New York Times.
[2] Cheiffetz J.: I Had a Baby and Cancer. Linkedin, 28. August 2015
[3] Steidl F. und Wigger B.U.: Die externen Kosten des Rauchens in Deutschland. Wirtschaftsdienst, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik. 95, Heft 8, S. 563-568, Jahrgang, 2015
[4] Sanchez R. und Smith-Spark L.: Two women make Army Ranger history. CNN News, 21. August 2015
[5] Ensink K:: Metallization in children and mothers in the context of trauma. British Journal of Developmental Psychology, 10.1111-djdp. 12074; 2015

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