Samstag, 29. August 2015

Wie sicher sind Nahrungsergänzungen, Detoxmittel und RU-486?

Dr. Edith Breburda


Christliches Forum, 31. August 2015
Man findet sie überall. Schlankmacher, Energiebooster, Vitaminpräparate, 
Verjüngungskuren, ohne sie fehlt uns etwas. Doch wie sicher sind Sie? Haben sie Risiken? Sie kommen aus China oder Brasilien. Sie haben einen Touch des Exotischen. So können wir nicht widerstehen und nehmen sie bedenkenlos ein.
Der Internist Peter Cohen war Ihnen auf der Spur; ihm ging es um die Verbraucher, die Diätmittel zu sich nehmen. In einem aufsehenerregenden Artikel an Drug Testing and Analysis berichteten Cohen und zwei seiner Mitarbeiter über 12 angebliche Schlankmacher, die eine Substanz enthielten, die chemisch mit Methamphetamin gleichzusetzten war. Die Wissenschaftler bezeichneten sie als DMBA. Diese Bestandteile wurden bisher nur in zwei Tierversuchen auf ihre Sicherheit getestet- und das war 1940. 
Der Artikel wurde im Oktober 2014, gedruckt. Im April 2015 gab die Amerikanische Food und Drug Administration (FDA), die unserer Lebensmittelbehörde entspricht, eine Warnung an 14 Firmen heraus, die Produkte mit DMBA verkaufen. Die FDA sprach von einer Verfälschung der Nahrungsmittelzusatzstoffe und von illegalen Drogen.
Seit 2005 beobachtete Doktor Cohen, wie krank seine Patienten durch brasilianische Schlankmacher wurden, die Antidepressiva und Schilddrüsenhormone beinhalteten. Cohen wurde so etwas wie ein Indiana Jones und Sherlock Holmes in einem, der die Welt der Spurenelemente durchforstet.  Chemiker aus den Vereinigten Staaten, Brasilien und Europa halfen ihm, illegale Drogen in Nahrungsmittel-Zusatzstoffen ausfindig zu machen. Sobald er sie gefunden hatte, ging er an die Öffentlichkeit. Cohens Vorgehensweise ist eher unkonventionell. Es versucht in kurzer Zeit, viele Publikationen in trivialen Zeitschriften herauszubringen und hofft, damit neue Regulationen anzustoßen. Seiner kleinen Schar von Journalisten kann er vertrauen. Die Artikel werden von der breiten Öffentlichkeit gelesen. Cohen wird von keinem finanziert. „Dadurch bin ich frei, zu schreiben, was ich will“, sagt er. Bisher haben er und seine Mitarbeiter drei verborgene Aufputschmittel in Nahrungsmittel-Ergänzungen ausfindig gemacht.
Paul Offit, Direktor des Vaccine Education Centers am Kinderkrankenhaus in Philadelphia, der selber ein Buch über Alternativmedizin: Do You Believe in Magic? geschrieben hat, sagt: „Es gibt keine Kontrolleure. Eigentlich untersucht eine Privatperson, ob das, was auf der Flasche steht, auch wirklich drin ist." Die Untersuchungen haben zum Glück Auswirkungen. Die FDA zitiert den Arzt. Sie verfolgt seine Veröffentlichungen und gibt Warnungen heraus. Firmen, die Nahrungsmittelergänzungen herstellen, wurden auf Dr. Cohen aufmerksam. Eine verklagte ihn sogar auf 200 Millionen US$ Schadenersatz. „Alles was ich schreibe, wird genau geprüft. Das erzeugt unheimlichen Druck. Ich möchte, dass unsere Wissenschaft kugelsicher wird“, erklärt der Internist.
1994 wurde das amerikanische Nahrungsmittelergänzungsgesetz (Dietary Supplement and Health Education Act), eingeführt. Bei uns in Europa haben wir Vorschriften, dass Nahrungsmittelergänzungen sicher und sachgerecht gekennzeichnet sein müssen. In der EU werden Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und Mineralstoffe, wie Lebensmittel behandelt. Wir haben Kennzeichnungsvorschriften, welche auch die Höchst- oder Mindestmenge für Vitamine und Mineralstoffe festlegt. Man verhindert damit die Einnahme einer zu hohen Menge von Vitaminen oder Mineralstoffen, die der Gesundheit schaden könnten.
In den USA kam die Einführung des Nahrungsmittelergänzungsgesetzes von 1994 noch lange bevor das Geschäft mit Vitaminen und Mineralstoffen boomte. Die US-Regulationen konzentrierten sich damals auf Vitamin C, Eisen und Kalzium. Es wurde festgelegt, wofür die Nahrungsmittelergänzung bestimmt war. Schlankmacher enthielten zum Beispiel pflanzliche Substanzen. Deklarationen, wie: Prostataverkleinerung oder Immunsystemfördernd unterlagen einzig und allein den Herstellern.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde hatte keinen Einfluss auf die Zusatzstoffe und konnte sie deshalb nicht kontrollieren, so wie das bei Medikamenten üblich ist. Die Gesundheitsbehörde kann höchstens eingreifen, falls sich das Mittel gesundheitsschädlich erweist. Damals, 1994, schrieb die New York Times über eine skrupellose Industrie, die nur darauf aus war, Profit mit zweifelhaften Versprechungen ihrer Produkte zu machen. Seit 1994 ist der Verkauf von Supplementen von 4000 auf 75.000 angestiegen. Allein 2014 handelte es sich in den USA um ein 36 Milliarden Dollar-Geschäft.
Zusatzstoffe wie die chinesische Pflanze Ma Huang oder Ephedra, die versprach, eine ähnliche Wirkung wie ein Rauschmittel zu haben, wurden erst aus dem Verkehr gezogen, nachdem 15 Leute starben. Nun warnte die FDA vor Nieren-, Leber- und andern Gesundheitsschäden, die in Verbindung mit der Einnahme von Ephedra standen. Erst 2004 wurde Ephedra verboten.
Dr. Cohen fühlt sich bestätigt, den Gesundheitsrisiken von Nahrungsmittelergänzungen nachzugehen. Als junger Arzt hatte er viele Patienten, die aus Brasilien kamen. Viele hatten mysteriöse Symptome. Eine Frau hatte Herzrasen, sie schwitzte und sie hatte wahnsinnige Angst, fühlte sich aber auch sehr müde. Ein anderer Patient kam mit Nierenversagen und ein junger Mann verlor seine Stelle, nachdem Drogen in seinem Urin festgestellt wurden. Alle seiner Patienten nahmen Schlankheitspillen ein, die aus Brasilien stammten. Dr. Cohen lies die Pillen untersuchen. Er war über das Resultat schockiert: Das Labor fand Schilddrüsenhormone, Amphetamine, Schlafmittel, 

Antidepressiva und Diuretika. Die Symptome der Patienten ließen sich nun leicht erklären.
Cohen und seine Mitarbeiter fanden eine brasilianische Zeitung, die auf der ersten Seite über die Nebenwirkungen des Mittels berichtete. Einige Jahre später wurde der Zusatzstoff vom Markt genommen. Cohen weiß nicht, ob das etwas mit seiner Untersuchung zu tun hat. Aber dann bekam er einen Anruf von einem FDA Mitarbeiter. Er sagte ihm: “Das was Sie in den brasilianischen Pillen gefunden haben, ist auch in amerikanischen Schlankheitsmitteln enthalten- und das ist ein größeres Problem.“
„Seit Jahren haben wir Angst, solche Zusatzstoffe in unseren Diäten zu finden“, erklärt Amy Eichner von der Amerikanischen Anti-Doping Gesellschaft. 2003 und 2008 mussten wir zwei Eliteschwimmer von den Olympischen Spielen suspendieren. Unsere Ergebnisse zeigten, sie waren gedopt, obwohl sie nur Nahrungsmittelsupplemete zu sich genommen hatten.
Patricia Deuster von der Universität Bethesda in Maryland, USA, nimmt an, dass schätzungsweise 15-20 % der Soldaten Supplemente schlucken, die Ihnen versprechen: schlank zu werden, ein athletischer Körper zu bekommen oder ihrem Sexualvergnügen dienen sollen. 107 von 169 derartigen Produkten enthalten von der FDA verbotene Substanzen. Dr. Cohen und seien Kollegen geben die Suche nach verbotenen Stoffen in Supplementen nicht auf. Im Labor stapeln sich „Medikamente“ von seinen Patienten, die er untersuchen soll. „Ich glaube, in 50 Jahren blicken wir zurück und fragen uns, wieso wir so leichtsinnig Nahrungsergänzungsmittel eingenommen haben, die eigentlich Drogen enthalten. Zumindest sollten Leute wissen, was sie schlucken“(1).

Unser Körper wird schon genug mit Plastik, Herbiziden, Pestiziden und Antibiotika im Gemüse und Fleisch belastet. Fündige Geschäftsleute sind der Meinung, man müsste den Körper entgiften. Ein Verkaufsschlager ist Zeolith, ein Vulkanmineral, dem zahlreiche Wirkungen zugesprochen werden. Es soll Schwermetalle und Stoffwechselgifte binden, das Immunsystem unterstützen und freie Radikale neutralisieren. Eine regelmäßige Entgiftung des Körpers hilft, gesund zu bleiben. Sie vermindert Herz-Kreislaufbeschwerden, einen Burn-Out und beugt Diabetes und Krebs vor. Bei Zeolithen handelt es ich um eine Stoffgruppe, die bei der Wasserenthärtung in Waschmitteln eine Rolle spielt. So ist es denkbar, dass Zeolithe Giftstoffe aus der Nahrung binden. Sie aus dem Körper heraustransportieren können sie jedoch nicht. Somit haben Versprechungen über Zeolith-Darmspühlungen, Laxantien, Diuretika, Vitamin-Kuren oder sogar Detox-Kosmetika wie Schampoos, Duschgels oder Pflaster, welche die Hersteller machen, keine Bedeutung. Studienergebnisse zu ihrer Wirksamkeit gibt es kaum bzw. sind wegen fehlender Kontrollstudien nicht aussagekräftig. Das, was man fand ist, dass ein 19-jähriger Mann ein Serotonin-Syndrom auf die Einnahme von Zeolith entwickelte. Ein 50-Jähriger Mann aus Spanien erlitt eine Mangan-Vergiftung. Der Grund lag darin, dass der Hersteller aus Versehen Mangansulfat-Hydrat, statt Magnesiumsulfat-Hydrat verkauft hatte. Prof. Stephan Bischoff, Ernährungsmediziner der Universität in Hohenheim, spricht von Gesundheitstipps, welche die Detoxverkäufer mitliefern. Man solle auf Kaffee, Alkohol und Nikotin verzichten, eine ballaststoffreiche Ernährung einnehmen und vor allem Obst und Gemüse, sowie viel Flüssigkeit aufnehmen. „Die Detox-Tipps sind, einzeln für sich genommen, per se nicht schlecht, aber tatsächlich werden hier Halbwahrheiten zusammengerührt und mit haarsträubenden Begründungen zu einem Konzept erhoben, das keiner wissenschaftliche Überprüfung standhalten würde. Gefährlich sind kurzfristige Detox-Auszeiten zwar in der Regel nicht. Aber alles, was länger als ein bis zwei Wochen dauert, könnte den Menschen in eine Nährstoffunterversorgung katapultieren“, erklärt Prof. Bischoff.
Prof. Dr. Simon Brooks, Humanphysiologe an der australischen Flinders Universitätweist darauf hin, dass unsere Nieren, unsere Leber und unser Gastrointestinaltrakt innerhalb von Stunden Toxine neutralisieren. Hinweise, dass sie sich im Laufe der Zeit irgendwo im Körper ansammeln gibt es nicht. Detox ist so gesehen Unsinn. Wir sollten lieber auf Junk-Food verzichten und uns gesund ernähren (2).

Ganz anders verhält es sich mit einer Entscheidung der Kanadischen Arzneimittelbehörde, die RU-486 unter dem Namen Mifegymiso freigeben will. Wir wissen, dass diese „Abtreibungs-Pille“ den Tod vieler Mütter verursachte. Schon am 4. September 2001, als Mifegymiso in der Versuchsphase war, wurde über Todesfälle berichtet. Deshalb sollten Frauen auf dem Beipackzettel gewarnt werden, dass die Einnahme der Pille nur dann vollzogen werden soll, wenn die Frau einen schnellen Zugang zu einer nahegelegenen Klinik hat. Informationen, dass der Tod durch ein Mittel erfolgen kann, findet man häufig auf Beipackzetteln in Kanada. Allerdings fehlt auf der Arzneimittelbeschreibung von RU-486, welche Krankheit oder Infektion das Medikament lindern soll? Es wird unter anderem appliziert, um ein Kind bis zur siebten Schwangerschaftswoche umzubringen. Mit anderen Worten: Kanada hat ein Medikament zugelassen, das eine perfekt gesunde Frau einnehmen soll, um den natürlichen Prozess der Schwangerschaft zu unterbinden und die Frau noch zusätzlich in die Gefahr bringt, selber ihr Leben zu riskieren.
„Warum sollten wir etwas zu uns nehmen und uns unnützen Nebeneffekten aussetzen, wenn es gar nicht notwendig ist, dies zu tun. Wenn etwas nicht kaputt ist, muss ich es doch eigentlich gar nicht gerichtet werden“, sagt Christina Alaimo, Doktorandin im Fach Gesundheitsethik. Eine Abtreibungspille zu nehmen ist keine einfache Prozedur. Es ist ein blutiges Unterfangen, oft begleitet mit Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Ein Ungeborenes in der siebten Woche hat bereits ein schlagendes Herz. Es hat Finger, Arme und Beine. Viele Frauen sind in den USA zusammen mit ihren Kindern gestorben. Deshalb will man die Pille nur über den Arzt verabreichen. Dagegen sind jedoch Abtreibungsbefürworter. Die Pille soll ohne Rezept erhältlich sein (siehe auch: Reproduktive Freiheit, free for what?). Die Frauen könnten es sich gar nicht leisten, zweimal den Arzt aufzusuchen. Und außerdem wird das Mittel bis zur 11. Schwangerschaftswoche zugelassen. Die Pro-Abtreibungsliga ist froh, dass das Mittel endlich auf dem Markt ist. Die Medien in Kanada kümmern sich nicht um die „Nebenwirkungen“. Sie sind überzeugt, dass es den Frauen in Kanada gut tun wird endlich Zugang zu dem Mittel zu haben (3).






[1] Couzin-Frankel J.: Feature: Revealing the hidden dangers of dietary supplements.Science, 20. August 2015
http://news.sciencemag.org/health/2015/08/feature-revealing-hidden-dangers-dietary-supplements?utm_campaign=email-news-latest&utm_src=email

[2] Aho-Ritter A.: Detox-Trend: Einmal Vulkanisieren, bitte. DocCheckNews, 24. August 2015
http://news.doccheck.com/de/97432/detox-trend-einmal-vulkanisieren-bitte/

[3] Baklinski P.: Schock: Health Canada approved medically unnecessary abortion drug knowing it kills women. LiefSiteNews, 17. August 2015
https://www.lifesitenews.com/opinion/shock-health-canada-approved-medically-unnecessary-abortion-drug-knowing-it
 

Samstag, 22. August 2015

Missbildungen durch gentechnisch veränderte Sojabohnen und Glyphosate

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 25. August 2015
„Ich machte einen anderen Test und der war positiv. Ich hatte Angst und fühlte mich unglaublich schuldig. Ich verlor den Boden unter meinen Füßen. Ich war erst 19 Jahre alt und noch lange nicht bereit, ein Kind zu bekommen.  Meine Mitmenschen rieten mir zu einer Abtreibung. Sie sagten mir, es sei das Beste für alle.  Am 9. Dezember 2014 änderte sich mein Leben schlagartig. An diesem Tag ging ich zur Untersuchung und sah mein Baby. Es war sehr klein und sein Herz schlug schnell. In diesem Moment waren alle meine Ängste überwunden. Pure Freude trat  an ihre Stelle. Ein paar Tage später hatte ich den Mut, es meiner Familie zu erzählen. Es dauerte lange, bis ich mir selber vergeben konnte. Meine Familie ermutigte mich in die Zukunft zu schauen und die bestmöglichste Mutter zu werden. Sie unterstützten und lehrten mich, mein Kind willkommen zu heißen, obwohl ich es sehr bereute, überhaupt schwanger geworden zu sein. Aber dann fing ich an, meinen kleinen Rory lieb zu gewinnen. Am sechsten März 2015 begleitete mich meine Mutter und meine Schwester zur Ultraschalluntersuchung in der 20. Woche. Wir waren alle sehr aufgeregt.  
Dann stockte der Untersuchende.  Er sagte, mein kleiner Junge hätte einen Geburtsfehler, den man Anencephalie nennt. Solche Kinder sterben meist vor der Geburt  oder leben nicht  sehr lange. Sie sind blind, taub und hirntot. Danach betete ich jeden Tag zu Gott,  dass er mein Kind heilt, wenn es sein Wille ist. Wenn nicht, wollte ich und meine Familie die wenige Zeit, die wir mit ihm haben sollten, auskosten (siehe auch: E. Breburda, Reproduktive Freiheit, free for what?).
Ein paar Tage, Stunden oder vielleicht auch nur Minuten wollte ich mein Baby in den Armen halten. Ich verabscheute es, das Kind abzutreiben. Am 21. Juli um 7:53 Uhr wurde mein Kind per Kaiserschnitt geboren. Zwei Tage und 12 Minuten durften wir mit ihm verbringen. In dieser kurzen Zeit lehrte mich mein Sohn all das, was mir sonst keiner beibringen konnte. Er lehrte mich zu lieben. Ich hielt seinen kostbaren Körper in meinen Armen und vergaß die Zeit und all das, was mir bisher wichtig schien. Wie gerne hätte ich seine Stelle eingenommen. Ich sah sein Lächeln und verlangte nach nichts Anderem, als ihn zu retten. Unfähig dies zu tun, wünschte ich ihm absoluten Frieden. Mein Junge fühlte niemals den Schmerz dieser Welt. Er wurde nur bedingungslos geliebt. Ich bedauerte all die Fehler, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Aber ich bereue keine einzige Sekunde, die ich mit ihm verbringen durfte. Er war neun Monate und zwei Tage immer bei mir. Er vermittelt mir das Gefühl der Unendlichkeit. Wie glücklich war ich, ihn zu haben und wie schwer fiel mir es, mich von ihm zu verabschieden“, schrieb die junge Mutter Talitha Davis (1).

Anencephalie ist ein Geburtsdefekt, der immer öfters vorkommt. In einer Plusminus-ARD-Sendung berichtete Dr. Andres Carasco von Kindern in Argentinien, deren Hirne durch das Gengift Glyphosat nicht mehr richtig ausgebildet wurden.
“Es besteht der begründete Verdacht, dass der Anbau und das Verfüttern von Gensoja und Genmais, die unter Einsatz von Glyphosat kultiviert werden, nicht nur zu irreversiblen Schäden für die Bodengesundheit und die Gesundheit der Fauna und Flora führen, sondern auch Ursache für Krankheiten bei Tier und Mensch sind, die sich seuchenartig ausbreiten können”, schreibt Dipl. Ing. Volker Helldorff  im Namen der Gen-Expertenplattform der Ärzte, Bauern und Juristen, die sich für gentechnikfreie Nahrung einsetzen (2).

Ein Bauer aus Dänemark, Ib Pederson, beobachtet in seinem Stall schon lange Missbildungen, Krankheiten, Todesfälle und Fehlgeburten. Er stellte daraufhin die Ernährung seiner Tiere um. Er wollte ein Experiment wagen, denn er vermutete, dass genveränderte Futtermittel und Unkrautvernichter, wie das Herbizid Glyphosat in seinem Schweinefutter, daran schuld sind, dass seine Ferkel schrecklich deformiert werden. In seiner Tiefkühltruhe hatte er die kleinen Ferkel mit Wucherungen, verkrümmten Wirbelsäulen, ohne Hinterbeine oder Schwänze, unerkennbaren Gesichtern, ja sogar siamesische Zwillinge die am Kopf zusammengewachsen waren. Der Bauer liefert 13.000 Schweine pro Jahr an Europas größtes Schweinefleisch Unternehmen Danish Crown.
Die vielen gesundheitlichen Schwierigkeiten seiner Schweine und die damit verbundene verminderte Produktivität veranlassten den Bauer, keine genveränderten Futtermittel mehr einzusetzen, die mit Glyphosat behandelt wurden. Bei Pederson’s Tieren verschwanden daraufhin die Probleme.
“Bei der Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln beobachtete ich Symptome wie Blähungen, Magengeschwüre, eine hohe Rate von Durchfallerkrankungen… nachdem ich auf nicht gentechnisch veränderte Futtermittel umgestiegen bin, sind diese Probleme verschwunden, einige innerhalb von wenigen Tagen.”
Der Gesundheitszustand der Schweine hat sich seitdem sichtlich verbessert. Der Bauer braucht weniger Medikamente. Seine Farm wirft wieder Profit ab. Er hat weniger Fehlgeburten, eine höhere Anzahl von Ferkeln bei den einzelnen Würfen und die Zuchttiere leben länger. Der Reinigungsaufwand für die Stallungen verringerte sich (3).

Glyphosat, der Hauptwirkstoff des Herbizides Roundup, kam 1974 das erste Mal zum Einsatz. Mittlerweile ist es das am häufigsten verwendete Unkrautvernichtungsmittel. Es wird als ein ertragssteigerndes Mittel angesehen, von dem angeblich keine Gesundheitsgefahren ausgehen. Seit einigen Jahren häufen sich jedoch kritische Stimmen, die von einer negativen Auswirkung auf Mensch, Tier und Umwelt sprechen. Glyphosathaltige Produkte werden in Deutschland bei Ackerfrüchten kurz nach der Saat und kurz vor der Ernte aufgebracht, um Ernteerträge zu verbessern. Insgesamt handelt es sich um 15.000 Tonnen glyphosathaltiger Produkte, die allein in Deutschland pro Jahr ausgebracht werden.  Es ist ein Bruchteil der Menge, die in den USA und Südamerika verwendet werden.  Gentechnisch veränderte Pflanzen sind resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel. Weltweit werden jährlich 740.000 Tonnen Glyphosat ausgebracht. 


 Weil man jedoch zunehmende Resistenzen bei den Unkräutern beobachtet, wird prognostiziert, dass in den nächsten Jahren 1,35 Millionen Tonnen pro Jahr eingesetzt werden. Doch das Produkt ist alles andere als umweltschonend. Eine große Anzahl von Studien beweist, dass Glyphosat nicht nur bedenklich, sondern eher gefährlich ist. Roundup Herbizide schaden der menschlichen embryonalen Entwicklung. Sie zerstören die Plazenta und die DNA von Menschen und Tieren. Der Zusammenhang zwischen dem Herbizid und Fehlbildungen und Fehlgeburten fiel vor allem in Argentinien auf, dem Land das per se Gen-Soja anbaut. Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs sowie Depressionen, Herzinfarkte und Unfruchtbarkeit zählen noch zu den leichteren Fällen. In Argentinien wurden Missbildungen bei ungeborenen Kindern festgestellt, die den Ferkeln des Bauern Pederson verblüffend ähnlich waren. In dem ARD Film Plusminus berichtet Dr. Andres Carasco von diesen Kindern (siehe auch: E. Breburda, Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst). In Argentinien kam es auch  zu Todesfällen.
Die Leipziger Veterinärmedizinerin Frau Professor Dr. Monika Krüger konnte einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Botulismus (Clostridium botulinum) bei Rindern feststellen. Im Juni 2013 veröffentlichte sie eine Untersuchung, die zeigte, dass Glyphosat-Rückstände  im Urin von Menschen und Tieren vorhanden sind.
Zwischen 1996 und 2010 beobachte man in über 1000 deutschen Rinderbetrieben das Auftreten von Botulismus. Dr. Krüger konnte nun den Beweis liefern, dass diese Erkrankung durch die Aufnahme von Glyphosat aus Futtermitteln bedingt ist. 

Landwirtschafts-Zeitungen berichten immer mehr über „erbärmlich verendende Kühe, totgeborene Kälber, das erschütternde Leid der betroffenen bäuerlichen Familien und verlassene Höfe.“ Die Symptome, die botulismuserkrankte Tiere aufweisen, treten auch bei Landwirten auf. Wie die Leipziger Forschungsgruppe um Professor Krüger herausfand, tötet Glyphosat die gesundheitsfördernden Bakterien im Magen und Darmtrakt der Hochleistungskühe. Dadurch kann sich das Nervengift des Botulinum-Bakteriums BoNT, das auch im Darm der Tiere vorhanden ist, ausbreiten. 78 % des Eiweißfuttermittels für Hochleistungstiere bestehen aus gentechnisch veränderten Sojabohnen (4).


1) Talitha Davis: Unexpectedly pregnant at 19, I rejected abortion. LifeSiteNews, 20. August 2015
2) Volker Helldorf: Biolandwirte warnen vor Seuchengefahr durch Gentech-Fütterung bei Nutztieren. Alternatives Informationsportal, 2. Apr. 2012
http://www.cl-netz.de/foren/cl.politik.umwelt/Biolandwirte-warnen-vor-Seuchengefahr-durch-Gentech-Fuetterung-bei-Nutztieren-88096.html
3) Andrew Wasley: Deformities, sickness & livestock death: the real cost of glyphosate & GM animal feed. Ecologist, 28. Nov. 2013
4) Albert Schweitzer Stiftung: Glyphosat: Auswirkungen auf die Natur. 6. Juni 2013.


Sonntag, 16. August 2015

Rückgaberecht für Kinder? und das Geschäft mit der Fertilität!

Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 19.8.2015
Ein Ehepaar in Italien, Guiseppe und Aurora Bellandi, haben ihren Arzt angezeigt, der ihre Tochter abtreiben sollte. Das Kind überlebte und nun sollte die Klinik für die Unterhaltskosten aufkommen. Die Eheleute hatten schon einen erwachsenen Sohn. Als man feststellte, dass Elisa trotz Abtreibung noch lebte, war eine Wiederholung der Abtreibung nicht mehr möglich, weil das Kind schon älter als 21 Wochen war. Die Schwangerschaft und Geburt waren sehr problematisch und die Eltern wollten, dass die Ärzte für den materiellen Schaden, den das Kind den Eltern bescherte, aufkommen. „Die Ärzte brachten sie auf die Welt. Sie sollen nun für ihren Unterhalt aufkommen, bis sie 18 Jahre alt ist, das sei ihr Recht“, erklärte der Vater Guiseppe. Die Eltern bekamen 2008 umgerechnet 120.000 EURO. Doch damit nicht genug, sieben Jahre später gingen die Eltern vor das Oberste Gericht in Italien. Sie hatten immer noch Schwierigkeiten, für Elisa finanziell aufzukommen.
Elisa war ungewollt. Die Eltern waren der Auffassung, sie hätten ein Recht auf Entschädigung, weil Elisa nur wegen eines Fehlgriffs der Ärzte überlebte.
Guiseppe weiß, dass ein Kind ein Geschenk Gottes ist. Er ist jedoch der Meinung, dass er ein solches Geschenk nie haben wollte.

“Weiß denn die Frau nicht, wie sie schwanger wurde? Wenn Leute nicht offen für das Leben sind, aber dennoch sexuellen Vergnügungen nachgehen, kann ein daraus resultierendes Leben nicht als ein Unfall angesehen werden. Und wenn das Kind unbeabsichtigt entstand, muss jemand Schuld an diesem Unglück sein. Und dieser kann dann verklagt werden. Wenn man der Liebe und Dankbarkeit den Rücken kehrt, sind Anwälte sehr schnell zur Stelle. Als Gott den Eheleuten ein Kind schenkte, wollten sie es so schnell wie möglich zurückgeben, aber als das nicht klappte, wollten sie eine Rückvergütung. Die Eltern meinen zwar, sie würden ihre Tochter lieben, dennoch vermitteln sie zweierlei Botschaften an ihr Kind: „Liebling wir haben versucht Dich umzubringen, nur hat der Arzt dabei versagt und nun meinen wir, dass er deswegen unterhaltspflichtig ist, aber wir lieben Dich trotzdem“, schreibt Mattew Archbold am 14. 8. 2015 für den National Catholic Register (1).

“Wenn Eltern nicht mehr für ihr Kind sorgen und die Verantwortung abgeben wollen, ist die ganze Kultur in Schwierigkeiten. Dann kann man ungewollte Kinder töten, bevor sie geboren wurden und ihre Organe an die Forschung oder Kosmetikindustrie verkaufen. 
Wir sehen in ihnen nicht mehr ein menschliches Wesen. Menschliches Leben hat nur einen Wert, wenn wir die richtige Wahl treffen, es nicht abtreiben zu lassen. Ein Ungeborenes hat keine Rechte, auch wenn uns die Wissenschaft ganz klar sagt, dass es sich um einen Menschen handelt“, erläutert der Jesuit James V. Schall, am 13. August 2015 in seinem Artikel, The Madness of Intellectuals (2).

Am meisten trifft es die Kinder, die durch die sogenannte Third-Party-Reproduktion entstehen. 
Sie haben überhaupt keine Rechte. Um die Anonymität der Spender zu wahren, erfahren die Kinder nichts über Erbkrankheiten, oder Gesundheitskrisen ihrer Spender. 
Die fundamentalsten Rechte, zu wissen, wer die Eltern oder Geschwister sind, wird ihnen immer noch vorenthalten, obwohl bereits 2001 eine Studie im Journal Human Reproduktion darauf hinwies, dass Kinder ihre biologischen Eltern kennen sollten. 

Die Gesundheitsrisiken, welche Frauen auf sich nehmen, um eine Third-Party-Reproduktion zu ermöglichen, wurden bisher kaum adressiert. Wie oft hören wir von jungen Studentinnen, die dem Angebot auf Geld und der Aussicht anderen Frauen zum Kind zu verhelfen, nicht widerstehen. 
So manipulierte die Fertility Industrie auch Maggie. Ihre Geschichte wurde in dem neuen Film, Maggie’s story, von CBC, einer US-Organisation, die bioethische Themen behandelt, dargestellt. Man sagte ihr, sie sei eine Auserwählte: sie sei Teil eines Teams, einer Familie. Sie fühlte sich schuldig, wenn sie Unfruchtbaren nicht zum Kind verhilft.
So etwas kann passieren, weil es keine Vorschriften oder Gesetzt im Fruchtbarkeitsgewerbe der USA gibt. Damit wurde Amerika ein beliebtes Ziel für den Fertility Tourismus. „Die Frauen bieten sich freiwillig an und werden nicht gezwungen“, erklärt die American Society for Reproductive Medicine und die Society for Assisted Reproductive Technologies.
Es besteht keine nationale Registrierung für Frauen, die ihre Eizellen verkaufen oder ihre Gebärmutter vermieten. Nachdem die Frau ihre Dienste als Eizellen-Lieferant oder Gestations-Carrier beendet hat, wird nicht mehr an sie gedacht. Auch wenn sie auf lange Zeit unter den gesundheitlichen Folgen ihres Dienstes zu leiden hat. Es gibt keine einzige Studie über Langzeiteffekte, die eine Eizellspenderin oder Leihmutter erleiden könnte. Das macht es unmöglich, Informationen an Frauen, die willig sind diese Dienste zu tun, weiterzugeben (Weiterführende Literatur: E. Breburda; Reproduktiver Freiheit, free for what? ISBN-10: 0692447261, ISBN-13: 978-0692447260) .
„Die hochprofitable Fertilitätsindustrie hat ihre Geheimnisse, die sie nicht aufdeckt. Sie ignoriert lieber die Gesundheitsrisiken, welche die Kommerzialisierung der Erschaffung eines menschlichen Lebens mit sich bringt. Man braucht Gameten. Die Gewinnung von Eizellen erweist sich als besonders schwierig, da man anstatt der üblichen einen Eizelle im Monat bis zu einem Dutzend gewinnen will. Dafür muss die Eizellspenderin eine sehr schmerzhafte, gesundheitsgefährdende Prozedur über sich ergehen lassen (siehe dazu auch: E. Breburda; Verheissungen der neuesten Biotechnolgien, ISBN-10: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726).

Auch die Frau, die das Kind austragen will, setzt sich einer schmerzhaften und gefährlichen Behandlung aus. Die Liste der Kurzzeitbeschwerden ist lang und kann zur Unfruchtbarkeit oder Tod führen. Der Film, Eggsploitation: Maggie’s Story des Centrums für Bioethics and Culture gibt uns einen Einblick was geschah, als Maggie sich zehnmal einer Eizellenextraktion unterzog. Sie hatte plötzlich einen Knoten in der Brust. Der wurde von der Fertilitätsinstitution nicht ernst genommen. Erst als sie später ihren eigenen Hausarzt aufsuchte, diagnostizierte er Brustkrebs im vierten Stadium, mit Metastasen in der Lunge und in den Knochen. Keiner in ihrer Familie hatte vor ihr diese Krankheit. Diese Art von Krebs sieht man eigentlich nur bei Frauen nach ihren Wechseljahren oder bei Frauen, die drei oder mehr Kinder hatten.

Das Journal of Child Psychology and Psychiatry publizierte im Juni 2013 eine Studie (3), die feststellte, dass die mütterlichen Bindungen an das Ungeborene prägend sind. Die Frage bleibt, welche Beziehungen eine Leihmutter zu ihrem Auftragskind aufbaut. Fehlt diese gestationale Verbindung, ist das problematisch für das Kind. Die biologische Verbindung zwischen Mutter und Kind während der Schwangerschaft ist unweigerlich intim. Eine Leihmutter schadet so gesehen auch den Eltern.
Eine andere Studie aus dem Jahr 2013, die in Reproductive BioMedicine erschienen ist, untersuchte 108 Paare, die eine Leihmutter für ihr Kind hatten. 50% der Paare bedauerten diesen Schritt wegen den oben genannten Gründen.
Annie Murphy Paul schreibt in ihrem Buch: Origins: How the Nine Months before Birth Shape the Rest of our Lives (4): “Während der letzten 20 Jahre haben Wissenschaftler damit begonnen, zu erforschen, welchen Effekt die Zeit, die wir in der Gebärmutter verbringen, auf unser ganzes Leben hat. Unsere Gesundheit, unsere Intelligenz und unser Temperament werden bereits vorgeburtlich beeinflusst. Frauen, die z.B. die Attacke auf das World Trade Center am 11. September 2001 miterlebten, gaben an ihre Kinder die Effekte einer Posttraumatischen Stress Disorder weiter (siehe auch: E. Breburda; Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst. ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650).

Eine Schwangere ist demzufolge nicht diejenige, die dem Ungeborenen schadet, sondern die es positiv beeinflusst. Dieser Mechanismus ist viel wirksamer, als wir bisher annahmen (5).“

Literatur:
(1) http://www.ncregister.com/blog/matthew-archbold/accidental-life-lawsuits-or-gratitude/
(2) http://www.aleteia.org/en/religion/article/the-madness-of-intellectuals-5772642795651072?
(3) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23176601
(4) http://www.amazon.com/Origins-Months-Before-Birth-Shape/dp/074329663X/ref=asap_bc?ie=UTF8
(5) http://www.aleteia.org/en/society/aggregated-content/eggsploitation-the-dirty-secrets-of-the-third-party-reproductive-industry-5849778797674496?

Freitag, 14. August 2015

Forschung mit Organen von abgetriebenen Kindern!

Dr. Edith Breburda

Madison, die Hauptstadt des US-Bundestaates Wisconsin, ist eine Metropole für Biotechnologische Forschungen. Dort hat Prof. J. A. Thomson erstmals 1998 humane embryonale Stammzellen isoliert. Die Stadt hat seitdem viele Biotechfirmen angezogen. Immer wieder wird man darauf hingewiesen, so auch am 11. August 2015 in einem Leitartikel des Wisconsin State Journals. Einen Tag später jedoch sorgen sich Wissenschaftler, dass Biotechfirmen bald abwandern könnten. Der Grund ist einfach zu nennen. Der Abgeordnete Andre Jacque scheint dafür verantwortlich zu sein. Er will, dass Planned-Parenthood-Organe von abgetriebenen Kindern nicht mehr an Forschungseinrichtungen verkauft werden dürfen. 

Am Dienstag, dem 11. August 2015, machte Andre Jacque vor dem Parlament auf die Undercover-Skandalvideos aufmerksam. Wenn nun ein Verbot beschlossen werden sollte, könnte Planned-Parenthood strafrechtlich verfolgt werden.
Etwa 100 Labors arbeiten allein an der Universität von Wisconsin in Madison mit fötalem Gewebe. Es wird benutzt, um in Zukunft Krebs, Herzerkrankungen, Parkinson, Erblindung und andere schwere Krankheiten heilen und Impfstoffe verbessern zu können. Bisher wurde die Forschung mit fötalem Gewebe als ethisch einwandfrei angesehen.
Bei einem Verbot könnte FluGen, eine Biotechgesellschaft in Madison, die Impfstoffe gegen Grippe mit Hilfe von Nierenzellen von abgetriebenen Kindern herstellt, ihre Forschungsarbeiten nicht mehr weiter durchführen und müsste den Staat verlassen.
Jacque räumte am 11.08.2015 in seiner Parlamentsrede ein, er wäre dafür, Forschungen mit fötalen Zellen, welche vor 2010 gewonnen wurden, weiterhin zu zulassen. „Das würde aber immer noch neue Forschungen beeinträchtigen. Die Zellen, mit denen wir eventuell eine Heilung erzielen könnten, würden dann einfach mit dem abgetriebenen Kind entsorgt werden“, erklärte Bob Golden, der Dekan des Medizinischen Fachbereichs der Universität Madison.
„Sensationsgierige Videos, die keinen Beweis liefern, dass die medizinische Forschung etwas Falsches tut, wenn sie fötales Gewebe benutzt, sollten erst gar nicht beachtet werden. Das Parlament solle Jacques Forderung ignorieren, solange noch kein Schaden entstanden ist. Wisconsin sei stolz auf seine Forschung und sollte seine Biomedizinische Expertise auch wertschätzen“, schreibt das Editorial des Wisconsin State Journals in einem Artikel mit dem Titel: Don’t mess with lifesaving UW research, vom 12. August 2015. „Die Universität Wisconsin könnte 76 Millionen Dollars und tausende Stellen verlieren, wenn das Verbot, fötales Gewebe von abgetriebenen Kindern für Forschungszwecke zu benutzten, durchkommt. Die Stammzellenforschung wäre von einem solchen Verbot nicht betroffen. Hierzu liefert nicht Planned-Parenthood das „Material“, sondern Fertilisationskliniken (1)“.
Inzwischen gibt es ein neues Video über Planned Parenthood (2). Eine ehemalige Mitarbeiterin von StemExpress LLC, Holly O’Donnell, erklärt in diesem Video, dass Planned-Parenthood mit Biotechnologischen Firmen zusammenarbeitet, die Organe von abgetriebenen Kindern an Forschungslabors weiter verkaufen.
Die Laboratorien geben ihre Bestellungen an, und Planned-Parenthood koordiniert die Wünsche. Oft wissen die Mütter nicht, was mit ihren abgetriebenen Kindern passiert. Sie haben keine Ahnung. Das Gesetz verlangt zwar, dass die Mütter damit einverstanden sind, dass das Gewebe und die Organe ihrer Kinder freiwillig gespendet werden. Planned-Parenthood gibt StemExpress Mitarbeitern Einblick in die Krankenakten, damit sie planen können, wann und in welchem Gestationsalter Abtreibungen zu erwarten sind. „Wir wussten über alle Prozeduren Bescheid: Ultraschalluntersuchungen, Abtreibungen, Spätabtreibungen, ja sogar über die Patientinnen, die einen Schwangerschaftstest machten, wurden wir aufgeklärt. Für Planned-Parenthood bedeutet ein Schwangerschaftstest eine mögliche Schwangerschaft und damit evtl. ein verwertbares fötales Gewebe. Man muss einfach die Gelegenheit nutzen.“
Obwohl Planned-Parenthood das offiziell bestreitet, werden Organe von abgetriebenen Kindern ohne zu fragen entwendet. „In einem Fall gab eine Mutter kein Eiverständnis. O’Donnell sah kurz danach einen Mitarbeiter mit einem toten Föten. Er sagte, er wäre einfach reingegangen, hätte Blut abgenommen und dann den Fötus beim Rausgehen mitgenommen. Die Frauen, die dort arbeiteten, waren sehr kalt. Sie hatten kein Mitgefühl, sie wollten nur Geld. Die Atmosphäre in der Abtreibungsklinik war furchterregend und makaber. Du kannst da Schreien und Weinen hören. Es ist entsetzlich. Das Abtreibungs- und Organhandel-Geschäft von Planned-Parenthood ist kein sicherer Platz für verwundbare Frauen (2).“
“Es klingt ironisch, dass Wissenschaftler sich damit rechtfertigen, dass sie mit ihren Forschungsarbeiten mit abgetriebenen Föten Leben retten. Sie nehmen die Tötung gesunder unschuldiger Ungeborener dafür in Kauf. Die ethischen Grenzen werden damit vollkommen beiseite geschoben. Forschungsgelder werden benutzt, um fötales Gewebe von Planned-Parenthood-Abtreibungskliniken zu bezahlen”, sagt Frank Piraino in einem Leserbrief vom 11. August 2015 (3).
Auch von der humanen embryonalen Stammzellenforschung wurden und werden die gleichen Argumente benutzt.
Bereits 2001 sagte der britische Vizegesundheitsministers Lord Hunt, es sei längst selbstverständlich geworden, Embryonen zu zerstören und ihnen das Recht auf Leben zu nehmen. Dies sei ein notwendiges Opfer, das man für lebenswichtige Forschung bringen müsse.
Die Stammzellenforschung, die längst Erfolge erzielen wollte, ist offensichtlich immer noch nicht soweit, Organe aus humanen embryonalen Stammzellen zu entwickeln. Sie muss deshalb  auf die Organe von abgetriebenen Kindern zurückgreifen(4).
Es ist sowieso nicht einfach, embryonale Stammzellen zum Wachsen zu bringen. Um dies zu lernen, brauchen wir Zeit, ist ein üblicher Satz der Forscher (5).
Dr. David Prentice ist der Überzeugung, dass man nicht auf die obsolete Forschung mit Organen von abgetriebenen Kindern zurückgreifen muss, um z.B. Impfstoffe herzustellen. Adulte Stammzellen oder Forschungen mit Nabelschnurblut haben sich bereits bestens bewährt (6).
Literatur
(1) Scott Bauer: Scott Walker noncommittal on support for fetal tissue research ban. Wisconsin State Journal, 13. August 2015
(3) Johnson Ben: Breaking: New video: Planned Parenthood would steal aborted baby parts without mom’s consent. LifeSiteNews, 12. August 2015
(5) E. Breburda: Verheissungen der neuesten Biotechnologien, 2010, Christiana Verlag. ISBN-10: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726
(4) E. Breburda: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst? Scivias Verlag 2014.   ISBN-10: 0615926657,  ISBN-13: 978-0615926650
(6) EWTN, News Nightly, 12.08.2015
siehe auch:
E. Breburda: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias Verlag 2015.  ISBN-10: 0692447261   ISBN-13: 978-0692447260
 

Donnerstag, 6. August 2015

Werden Steuerzahler entmündigt, wenn es um Pränataltests und Planned Parenthood geht?



Dr. Edith Breburda

Veröffentlicht Christliches Forum und Journalistenwatch 7/8. August 2015

Pränataltests, wie der PraenaTest®, sollen Frauen die Sorge nehmen, ein behindertes Kind zu bekommen. Er sei für das Ungeborene ungefährlich, erläutert die Hompage des Anbieters LifeDocexx. Der Pränatalmediziner Hagemann sagt über die Tests: "Sie bieten nur  begrenzte Informationen und können nur etwas über die genetischen Dispositionen aussagen, aber nichts über eine Bewertung des ganzen Kindes und seiner Lebensqualität."
Ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche bietet der PraenaTest® an: Trisomie 21(Down Syndrom), 18 und 13, das Klinefelter, Turner, Triple X und das XYY-Syndrom bei einem ungeborenen Kind sowie auch auf Wunsch das Geschlecht des Kindes festzustellen. Der Tagesspiegel schreibt 2014, dass nur 1 von 12 Kindern mit Trisomie 18 oder 13 das erste Lebensjahr überlebt. Aber ein Todesurteil muss das noch lange nicht sein. Eine der gelisteten Krankheiten zu haben ist nicht gleichbedeutend mit einem frühen Tod. 97 Prozent der Familien mit einem behinderten Kind sind glücklich und dankbar, dass es Teil ihres Leben ist.
Es bleibt dahingestellt, ob der Test Sorgen nimmt, oder eher Ängste schürt. Viele Frauen sind hilflos, wenn sie erfahren, dass ihr Kind behindert ist. Der PraenaTest® hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, nur kann er auch falsch positiv sein, da er nur freie Chromosomenaberrationen erfasst und keine Mosaike oder strukturellen Aberrationen wie Translokationen. Fällt der Test positiv aus, folgt eine invasive Untersuchung mit all den Risiken und psychischen Belastungen für die Schwangere. Bei der Fruchtwasseruntersuchung oder Probennahme vom Mutterkuchen liegt das Risiko, das Kind zu verlieren bei 0.5 bis 2 Prozent. Die Hemmschwelle, einen Bluttest durchzuführen, sei niedriger, schreibt die Pharmazeutische Zeitung online Nr. 12/2014. Somit ist die Untersuchung dennoch gefährlich für das Kind, denn wird eine der Krankheiten diagnostiziert, wird es abgetrieben, obwohl es ein langes und erfülltes Leben führen könnte (siehe hierzu auch: Reproduktive Freiheit, free for what?, ISBN-10: 0692447261, ISBN-13: 978-0692447260) (1).
Demzufolge selektiert der Test. Im allgemeinen werden Screeningverfahren (wie z.B. Brustkrebsfrüherkennung) nur dann angewendet, um bei den Betroffenen durch eine Therapie bessere Heilungschancen in Aussicht stellen zu können. Das Gen-Ethische Netzwerk sprach sich bereits am 26. März 2009, aus Anlass der Unterzeichnung der UN-Behindertenkonferenz durch die Bundesregierung Deutschlands, gegen die Selektion durch Pränataldiagnostik aus. „Logik und Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik widersprechen nicht nur dem darin formulierten Ziel der Inklusion, sondern verstärken darüber hinaus die Diskriminierung und den Ausschluss von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die gezielte Suche nach Hinweisen auf eine spätere Behinderung des Kindes ist Ausdruck eines abwertenden Blickes auf Menschen, die mit solchen Behinderungen leben und dient der vorgeburtlichen Selektion (2).
Viele Behinderungen entstehen durch Unfälle oder degenerative Erkrankungen, somit wird das Töten von Ungeborenen nicht dazu beitragen, eine Welt ohne Behinderungen zu erzielen. Aber dadurch, dass wir Behinderungen schon von Anfang an als Makel ansehen, den es zu entfernen gilt, wird sich auch der Umgang mit diesen Behinderten verändern. Hier schließt sich meiner Meinung nach auch der Kreis um das Thema Sterbehilfe,“ schreibt der Autor des Blogs, Neuro?Logisch!, aus dem Leben eines jungen Assistenzarztes (3).

Der Gemeinsame Bundesauschuss, das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland, überlegt, den PraenaTest® als eine Regelleistung der Krankenkassen zu übernehmen. Für viele, wie auch den Blogautor, ist es unverständlich, dass Kassenbeiträge dazu benutzt werden um Behinderte zu selektieren. Man solle sich lieber um das Wohl der Familien kümmern. Gegner des Testes argumentieren schon lange, dass wir mit derartigen Praktiken den Weg zum Designerbaby ebnen. So gesehen könnte wir bald in einer Gesellschaft leben, in der nur die mittels Gentechnik künstlich entstandenen Babies ein Recht auf Leben haben (4).

Gerade jetzt, wo in den USA der Organverkauf von abgetriebenen Babies heftigst diskutiert wird, sehen einige extreme Feministinnen nichts Falsches darin, Ungeborene so zu zerstückeln, damit die bestmöglichste Qualität ihrer Organe am profitbringendsten an die Forschung verkauft werden kann. Eine Autorin der Zeitung Slate bemerkte dazu: „Die graphischen Darstellungen der abgetriebenen Kinder waren wohl gedacht, um uns abzuschrecken. Wir sollten überzeugt werden wie grausam und barbarisch diese Art des Tötens ist. Aber ich sehe nicht den Tod in diesen Videos. Das was ich sehe ist Hoffnung.“
Ruth Marcuse die Kolumnistin der Washington Post, schreibt hingegen: „Wenn dich das Schlachthof-Fachsimpeln, welches das Center for Medical Progress in seinen Videos zeigt, nicht bestürzt, musst du dich fragen, ob etwas mit dir nicht stimmt.“
Am 5.8.2015 schreibt J. Goldberg in einem Artikel für das Wisconsin State Journal folgendes (5):
„Es ist ein guter Anfang, wenn wir uns eingestehen, dass uns das Video über die Praktiken von Planned Parenthood betroffen macht. Die Abtreibungslobby ist so euphorisch über die Vorteile einer Abtreibung, dass die bittere Realität vertuscht wird. Wenn eine Frau ihr Kind behalten will, ist es ein Baby. Aber wenn sie es nicht bekommen will, handelt es sich nur um einen Gebärmutterinhalt. Routinemäßig sprechen die Medien von „Gewebe“, anstatt von „Organen“. Auch wenn das medizinisch gesehen zwei verschiedene Dinge sind. Wenn man nun über Organe wie Herz, Lunge, Gehirn usw. redet, wissen wir, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt und nicht um „Gebärmutter-Inhalte“. Wenn wir verschiedene Wörter gebrauchen, um ein und das selbe zu beschreiben, ändern wir nichts an der Sachlage. Sonst würden wir Wissenschaft mit Magie verwechseln. Wenn wir entsetzt sind über das, was wir in dem Video sehen, könnte uns das veranlassen, Abtreibung in einem anderen Licht zu sehen. In der heutigen Gesellschaft möchte man keine Fotos über Dinge sehen, die uns zu nahe treten. An erster Stelle kommen die Gefühle. So muss man sich daran erinnern, dass Empfindungen eine Rolle spielen. Thomas Jefferson schrieb einmal: <<Einen Mann zu zwingen, die Verbreitung von Ideen zu finanzieren, an die er nicht glaubt, und die er verabscheut, ist sündig und tyrannisch>>.
Wenn Leute wirklich nicht merken, dass ein Baby, das Arme und Beine, ein Gesicht und ein Gehirn hat, ein menschliches Wesen ist, das geschützt werden oder zumindest etwas mehr Respekt verdienen sollte, werden sie wahrscheinlich nie verstehen, was eine Abtreibung ist. Sie sollten jedoch ihren Mitmenschen einräumen, das anders zu betrachten. So gesehen sollte man auch keinen zwingen mit seinen Steuergeldern Abtreibungen zu finanzieren. Wir würden sofort kritisieren, wenn staatliche Mittel an Einrichtungen gegeben werden, die gleichgeschlechtliche Ehen diskriminieren. Deswegen sollte man anstreben, die staatliche Finanzierung für Planned Parenthood einzustellen (6)“.

Literatur:

  1. E.Breburda: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias Verlag, Juni 2015
  2.   http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/223/dokumentation/pr%C3%A4nataldiagnostik-untergr%C3%A4bt-inklusionhttp:
  3. http://news.doccheck.com/de/blog/post/2773-praenatest-ein-sicherer-test-nur-fuer-die-schwangere/
  4. PraenaTest: Ein sicherer Test nur für die Schwangere, DocCheckNews, 6.8.2015
  5. Jonah Goldberg: Why Planned Parenthood should be defunded. Wisconsin State Journal, 5.8.2015
  6. http://host.madison.com/news/opinion/column/guest/jonah-goldberg-why-planned-parenthood-should-be-defunded/article_b0d2aa16-019c-5981-99bf-080d2630b388.html

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