Thursday, January 21, 2016

Wunderbare Heilung durch Adulte Stammzellen


Dr. Edith Breburda
Christliches Forum, 28. Januar 2016
Engländer, die an Multiple Sklerose erkrankt sind, berichten über erstaunliche Heilungen, nachdem ihnen eigene adulte Stammzellen verabreicht wurden.
Prof. Dr. Richard Burt von der Amerikanischen Northwestern Universität aus USA entwickelte die Behandlung, an der Patienten in England im Rahmen eines klinischen Versuches teilnehmen.
Multiple Sklerose ist eine unter weltweit hunderten von Krankheiten, die erfolgreich mit adulten Stammzellen therapiert werden.
Die 25. jährige Mutter, Holly Drewry suchte im Rollstuhl das Royal Hallamshire Krankenhaus in Sheffield, GB auf. Nach einer einmaligen Behandlung mit adulten Stammzellen, die man aus ihrem Knochenmark entnommen hatte, konnte sie wieder gehen. „Innerhalb von Tagen habe ich gemerkt, dass es mir besser geht. Es war ein Wunder. Ich konnte vorher nicht aufrecht gehen. Ich wagte es nicht, meine kleine Tochter Isla zu halten, aus Sorge sie fallen zu lassen. Es ist eine sehr beängstigender Zustand. Ich fragte mich immer, wie das noch alles enden sollte“, sagt sie in einem Interview mit BBC. Das Röntgenbild der Patientin zeigte ein Abklingen der Symptome. Ihr fehlgeschaltetes Immunsystem wurde durch Chemotherapie zerstört. Danach verabreichte man die eigenen Knochenmarksstammzellen die ihre Immunität wieder herstellte. „Ich ging zu Fuß vom Krankenhaus nach Hause. Dort umarmte ich Isla. Ich weinte und weinte. Es war ein überwältigendes Gefühl. Es war ein Wunder“, sagt Drewry.
Basil Sharrack stimmt dem Bericht der Patientin zu. „In den drei Jahren, in denen wir die neue Behandlung durchführen, haben wir schon viele Wunder gesehen. Es ist ein Wort, dass ich nicht oft gebrauche. Wir haben jedoch tatsächlich profunde neurologische Fortschritte gesehen“, berichtet er dem Telegraph. 
Noch imposanter ist die Genesung von Steven Storey. Ein Triathlet, der durch Multiple Sklerose komplett gelähmt war. Er konnte keinen einzigen Muskel bewegen. Aber innerhalb von neun Behandlungstagen, in denen er seine eigenen Knochenmarkszellen injiziert bekam, konnte er eine Zehe bewegen und nach 10 Monaten zwei Kilometer schwimmen. „Es war großartig. Ich war zurück im Leben“, sagt Steven.
Die noch in der klinischen Versuchsphase liegende Britische Therapie mit adulten Stammzellen wurde durch Dr. Burt entwickelt. Erfolgreich behandelte er in den letzten 14 Jahren 23 Krankheiten. Es ist ein weiterer Beweis, dass adulte Stammzellen seit Jahren erfolgreich Krankheiten heilen. Bis heute kann man das nicht über embryonale Stammzellen sagen. 2009 verkündete der berühmte Fernseharzt Dr. Oz gegenüber Oprah Winfrey: „Ich glaube, Ophra, die Stammzellen Debatte ist vorüber. Das Problem mit embryonalen Stammzellen ist, dass sie aus Embryos entstehen. Wir alle waren mal Embryos. Es ist jedoch schwer, die Entwicklung von embryonalen Stammzellen zu kontrollieren, und so verwandeln sie sich oft in Krebszellen.“(1)
Seit der Isolierung der ersten Stammzellen versuchen Wissenschaftler mit ethisch stark umstrittenen menschlichen embryonalen Stammzellen, Krankheiten, wie z. B. Alzheimer, Krebs, Diabetes oder Parkinson zu heilen. Trotz vieler Fortschritte im Labor und im Tierversuch gibt es bis jetzt noch keine sichere Stammzelltherapien mit embryonalen Stammzellen (2).
Literatur
1) Weatherbe S.: MS patient see miraculous healings after adult stem cell treatments. LifeSiteNews , 20. Jan 2016
2) E. Breburda, Reproduktive Freiheit, free for what? ·ISBN-10: 0692447261· ISBN-13: 978-0692447260

Sunday, January 17, 2016

WHO freute sich nur einige Stunden, dass West-Afrika endlich frei von Ebola ist.


Dr. Edith Brebruda
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am 14. Januar 2016 Westafrika für Ebola frei. Der Jubel verhallte, als man einen Tag später in Sierre Leona eine 22 Jahre alte Frau fand, die an dieser Krankheit verstorben war. Die WHO untersuchte eilends, wie sich der Fall zugetragen hatte und wer mit der Kranken in Berührung gekommen war, um eine weiter Ausbreitung zu verhindern.
Die Frau war eine Studentin aus Lunsar, die über Weihnachten 2015 zu ihren Eltern gereist war. Sie verweilte bis zum 6. Januar 2016 im Landkreis Kambia, nahe der Grenze zu Guinea. Ab dieser Zeit fühlte sie sich krank und beschloss, nach Hause zu reisen. Wieder in Tonkalili suchte sie ein Krankenhaus auf. Die Ärzte verkannten die Situation. Der Studentin ging es schlechter, bis sie kurz darauf starb. Weil keiner wusste, dass die Frau Ebola hatte, wurden bei den Beerdigungsvorbereitungen und dem Begräbnis keinerlei Vorkehrungen getroffen. Höchstwahrscheinlich haben sich nun viele Leute, die Kontakt mit der Frau hatten, angesteckt. Bis zum Abend der Meldung zählte man 27 Betroffene. „Wir müssen mit noch mehr Leuten rechen“, erklärte Christopher Day von de WHO. „Die Pharmafirma Merck hat einen Impfstoff gegen das tödliche Ebola Virus entwickelt, um Leuten in Guinea zu helfen. Es handelt sich vorerst nur um einen Testimpfstoff. Wir planen den Umkreis der Toten in die Impfversuche mit einzubeziehen. Wir müssen schnell handeln. Wir haben den Impfstoff, und die Kollegen aus Guinea helfen uns“, erklärt Day.
Obwohl die WOH nach zwei Jahren das erste Mal erklärt, dass die Ansteckungsgefahr für das Virus gebannt sei, gaben Wissenschaftler dennoch zu bedenken, dass das Virus sich sehr lange, ja Monate im Gewebe und Körperflüssigkeiten der Überlebenden aufhält. Diese können es durchaus weitergeben, wie etwa bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. „Wahrscheinlich hat es sich genauso ereignet. Ich glaube wir müssen noch für einige Zeit aufpassen“, erklärt der Virologe Vincent Munster des Rocky Mountain Labors des U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Hamilton, Montana.
“Der neue Fall ist nur deshalb entdeckt worden, weil die Behörden in Sierre Leone routinemäßig einige Körper auf Ebola untersuchten. Leider hat man das Virus nicht eher entdeckt, und so kam es zu der ungesicherten Beerdigung. Wir sind über die Hinfälligkeit und Schwächen in dem System sehr beunruhigt und enttäuscht. Wir müssen wie bisher Patienten auf Ebola testen. Am 7. November erklärten die Behörden Sierre Leona als von Ebola frei. Die Frau hätte nicht einfach nach Hause gesendet werden dürfen, nachdem Westafrika gerade die größte Ebola-Seuche hinter sich hatte“, gibt Day zu bedenken (K. Kupferschimdt, Ebola is back.. or never left.  Scince, 15. Jan 2016).

Friday, January 8, 2016

Ärztliche Sterbehilfe widerspricht der Rolle des Arztes, als Heiler.

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 20. Februar 2016
Wird 2016 Sterbehilfe in der gesamten USA legalisiert? In Amerika wird darüber heftig diskutiert. Anstoß dazu gab die Legalisierung im Bundestaat Kalifornien.

Viele Organisationen, untere ihnen die Gesellschaf für Behinderte, Pro-Life und andere Glaubensgemeinschaften sprechen sich gegen ein „Recht zu Sterben“ aus.

Am einflussreichsten ist die Amerikanische Medizinische Gesellschaft (AMA), die gegen Euthanasie und Abtreibung sind.
Ein derartiges Handeln hat schwerwiegende Folgen auf die Gesellschaft und widerspricht der Rolle des Arztes, als Heiler.
Vom 7.-9. Januar 2016 veranstaltete die Amerikanische Medizinische Gesellschaft in Tucson, Arizona, eine Tagung in der Gesetzgeber mit führenden Ärzten der USA über Strategien und Innovationen in der Medizin berichteten. Das Thema war, die heutigen Interessen in die Realität von Morgen umzusetzen.  Die Amerikanische Medizinische Gesellschaft betont vor allem den Schutz des Arzt-Patienten Verhältnisses.
Hauptsprecher war der Standford Bestsellerautor und Infektiologe Prof. Dr. Abraham Verghese.
Er hob die längst vergessene Rolle des Arztes als Heiler hervor. Heute im Zeitalter der Bigdata verliert man den Blick auf den Patienten. Während sich früher der Arzt, seine Kollegen und Studenten am Krankenbett versammelten und Smalldata registrierten, trifft man sich heute im Konferenzraum.
Ein Kinderarzt, der in die Amerikanische Gesellschaft für Pädiater aufgenommen werden will, muss 8 kleine Patienten in der Stunde sehen. Im Durchschnitt darf der Kranke nur 14 Sekunden über seine Beschwerden reden, bis er vom Arzt unterbrochen wird. Für eine richtige Anamnese ist keine Zeit.
Patienten müssen sofort allerlei Tests, inklusive CT, Roentgen durchlaufen, bevor man sie manuell untersucht. Vielleicht leidet der Kranke nur an Windpocken, aber das sieht man erst, nachdem die Testresultate vorliegen, wobei man es mit einem Blick diagnostizieren hätte können. Viele Mediziner sind sich nicht mehr bewusst, dass der Patient auch einen Rücken hat. Einfache Anamnese Geräte, wie z.B. ein Reflexhammer, hat heute kein Arzt mehr in der Kitteltasche. In der Abrechnung erscheint jedoch, dass alle Reflexe geprüft wurden.
In einem hyperdigitalen computerisierten Zeitalter vergisst man, dem Patienten seine Aufmerksamkeit zu schenken. Der Durchschnittsarzt verbringt seinen Tag mit 4000 Computerklicks. Er kämpft sich durch elektronische Daten und sieht den Patienten fast überhaupt nicht mehr. Ein Computerscreen lenkt ihn ab und ist nicht selten schuld an einer Fehldiagnose. 
Für einen Patient ist es nicht wichtig, wie viel Titel der Arzt erworben hat, sondern wie mitfühlend und geübt er mit ihm interagiert. Das Geheimnis, welches einen guten Arzt ausmacht, ist, wie sehr er sich seiner Patienten annimmt. Früher, als die Medizin längst noch nicht so fortgeschritten war, sah man Ärzte als Helden der Menschheit an. Obwohl man kaum Krankheiten heilen konnte, gaben sie dem Patienten Hoffnung. Man war nicht mehr machtlos gegenüber einem Gebrechen, weil der Arzt als Heiler auftrat. Man fühlte sich dem Arzt verbunden und hatte eine besondere Beziehung zu ihm. Seine Tätigkeit wurde zu einem Ritual, die einen transformierte und zur Heilung beitrug. Der Patient wurde akzeptiert und ernstgenommen. Auch wenn der Arzt nicht viel mehr machte, als eine ordentliche Anamnese durchzuführen, und dem Patienten zuhörte. Gerade Geschichten geben uns Anleitungen für das Leben.
Das 1887 entstandene Gemälde „The Doctor“ (The Tate, Britain) von Sir Luke Fildes zeigt uns recht beeindruckend den idealen, hingebungsvollen guten Arzt der damaligen Zeit.  


Die zentrale Figur ist der sich konzentrierende Arzt, der seine Blicke auf den kleinen Patienten richtet, der sein Krankenlager auf Stühlen errichtet hat. Im Hintergrund steht der hilflose Vater, der seine Hand auf die Schulter seiner betenden Frau legt. Das Britische Medizinische Journal schreibt 1892 über das Gemälde. „Das Bild zeigt den typischen Arzt. Einen ehrlichen Gentleman, der sein Bestes tut, um unser Leiden zu erleichtern. 
Eine ganze Bibliothek voller Bücher würde nicht reichen, den Berufsethos des Arztes besser zu beschreiben. Durch Mr. Fildes sehen wir den Arzt als einen hingebungsvollen, vertrauensvollen Mann der sich voller Zuneigung seiner Patienten annimmt. Auch wenn er in der prae-Antibiotischen Zeit selber hilflos war, Infektionen zu heilen, leistete er doch Beistand. Im Grunde ist er fast genauso hilflos wie die Eltern, die nur 3 Meter von ihm weg und vier Gesellschaftsklassen unter ihm sind. Die Standesunterschiede verschwimmen in dem Bild, in dem sehr viel Mitgefühl und eine humanitäre Bindung dargestellt werden (1).

Offen bleibt die Frage, wann ein Arzt heute noch am Bett des Patienten sitzt? Man hat ja nicht mal mehr die Zeit, den Kranken zu berühren. Für den Bestsellerautor der New York Times und Arzt Professor Abraham Verghese ist es ein großes Anliegen, eine Balance zwischen Tradition und Technologie in der Medizin zu finden. Die Arzt-Patienten-Beziehung muss beschützt werden. Weder die Klinik-Verwaltung noch der Gesetzesgeber sollten dem Arzt vorschreiben, wie er mit dem Patienten interagieren muss. Das trifft besonders zu, wenn man dem Arzt den Auftrag erteilt, mit seinem Patienten eine Sterbe- und Palliativ-Diskussion zu führen und dies per Unterschrift nachweisen muss. Gesetzesgeber sollten nicht ultimative in Fragen, wie Abtreibung oder Sterbehilfe, das letzte Wort haben.
Die Amerikanische Medizinische Gesellschaft ist davon überzeugt, dass man es dem Arzt überlassen muss, die optimale und angebrachte Behandlung anzuwenden. Er muss weiterhin fähig sein, diese Dinge mit seinem Patienten ehrlich zu diskutieren. Alles andere gefährdet das Patienten Arzt Verhältnis (2).


Literatur
Moore J: What Sir Luke Fildes 1887 painting The Doctor can teach us about the practice of medicine today. The Britisch Journal of General Practice, 1. March 2008,
State Legislative Strategy Conference. Propelling Today’s advocacy into tomorrow’s reality. Tucson, AZ. Jan. 7-9 2016
 

Ändert sich mit dem Trend zu Chemsex unsere Einstellung zu einer Vergewaltigung?

Dr. Edith Breburda
 
Christliches Forum, 21. Jan. 2016

Es werden immer mehr psychoaktive Drogen konsumiert, um die sexuelle Lust zu steigern. Verändert sich dadurch unsere Einstellung gegenüber Sex. Und was passiert, wenn eine Lehrerin, die Sexualstraffällige in einem US-Gefängnis unterrichtet, von einem ihrer Schüler vergewaltigt wird?

Zwei Jahre hatte die Justizanstalt im US-Bundesstaates Anschuldigungen abgestritten, dass der Gefangene Jacob Harvey seine Lehrerin vergewaltigt hatte.
Auch jetzt noch sind sie der Meinung, keinerlei Schuld an dem Verbrechen zu haben. “Der Staat gibt keinerlei Haftung oder Fehlverhalten zu”, hieß es in dem Schreiben des Schlichtungsverfahrens vom 4.1.2016.
Trotz allem bekam die Lehrerin 3 Millionen US-Dollars Schmerzensgeld ausbezahlt.
Man kann auch sagen: Der Staat sagt, er hätte nichts falsch gemacht, zahlt jedoch 3 Millionen an eine Person der angeblich nichts passiert ist. Man beharrt darauf, das Gefängnis habe keine Schuld an der Vergewaltigung, weil alles korrekt gehandhabt wurde.
Im Januar 2014 wurde eine Lehrerin beauftragt, sieben Sexualstraftäter im Arizona Staatsgefängnis Complex-Eyman eine Prüfung abzunehmen.
 Normalerweise finden solche Examen in einem mit Kameras ausgestatteten Raum unter Aufsicht von Gefängnisbeamten statt. An diesem Tag jedoch war eine andere Veranstaltung. Die Lehrerin war mit den sieben Häftlingen ohne Begleitschutz in einem nicht überwachten Raum. Man gab ihr ein Funkgerät, welches sie bei Bedarf benutzen sollte. Nach der 90 minütigen Prüfung, in der kein Aufseher vorbeigeschaut hatte, verließen sechs Häftlinge den Raum, um ohne Begleitung ihre Zellen aufzusuchen.
Jacob Harvey, der eine 30 jährige Gefängnisstrafe absaß, blieb zurück. Er hatte eine Frau vor den Augen ihres kleinen Sohnes vergewaltigt.
Der Zwanzigjährige attackierte die Lehrerin von hinten, schmiss sie auf den Boden, schlug ihren Kopf mehrmals auf den Boden, stach mit seinem Bleistift in ihren Augen, riss ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigte sie. 
Auf die Schreie der Lehrerin kam keine Hilfe. Nachdem alles vorbei war, eilte sie zu ihrem Funkgerät. Nur die Frequenz darauf wurde schon lange nicht mehr von den Gefängnisaufsehern benutzt.
Harvey bekannte sich im August zu der Vergewaltigung. Es kam zu keinem Verfahren. Seine Gefängnisstrafe muss er nun bis zu seinem Tod absitzen.
Die Strafvollzugsanstalt, die 14.000 Dollars zahlen sollte, weil sie die Lehrerin nicht schützte, legte Berufung ein. Sie beantragten weiterhin, den Fall nicht weiter zu behandeln. Die Lehrerin habe doch gewusste, dass sie in einem Gefängnis unterrichtet, was habe sie denn erwartet. Der Staatsanwalt schrieb: „In einem Gefängnis zu unterrichten, unterscheidet sich nicht von Situationen, denen sie alltäglich ausgesetzt ist. Das Risiko, in einem Gefängnis angegriffen zu werden, existiert im Eyman Gefängnis. Wenn die Klägerin die Gefahr ihrer Situation richtig eingeschätzt hätte, hätte sie etwas dagegen tun können. Es ist also ihre eigene Schuld, dass sie vergewaltigt wurde.“
Generalstaatsanwalt Mark Bronvich erklärte am 4. Januar 2016, es sei richtig gewesen, einen Vergleich mit der Lehrerin anzustreben. „Ich kann Ihnen versichern, dass unsere Anwälte sich sehr genau unseren Fällen widmen. Wir messen Erfolg darin, das Richtige zu tun und nicht, ob wir einen Fall gewinnen.“
Aber wäre das Richtige nicht gewesen, einzugestehen, eine Mitverantwortung an der Vergewaltigung einzuräumen?
Andres Wilder, Sprecher des Gefängnisses betont: „ Wir nehmen die Sicherheit unserer Mitarbeiter sehr ernst. Aufgrund der Vergewaltigung hat sich viel geändert. Wie haben überall Kameras und jeder unserer zivilen Mitarbeiter hat ein Pfefferspray.“
Kein Mitarbeiter wurde jedoch verantwortlich gemacht, die Sicherheit der Lehrerin nicht gewährleistet zu haben. In dem Schlichtungsverfahren hieß es: „Der Staat verneint und streitet die Anschuldigungen der Lehrerin ab“. Trotzdem zahlte man der Lehrerin 3 Millionen Dollars (1).

Es stellt sich unweigerlich die Frage, warum ein so schweres Vergehen derartig abgehandelt wird? Liegt es am Trend der Zeit?
Heute greifen immer mehr Menschen zu psychoaktiven Drogen, um die Lust zu steigern und länger durchzuhalten. Ärzte warnen bereits vor Chemsex. Regelmäßig kommt es unter dem Einfluss von Amphetamin Mephedron oder Crystal zu ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Tendenz, euphorisierende Mittel einzunehmen, welche die Herzfrequenz, den Blutdruck und die sexuelle Erregbarkeit steigern, stammt aus Großbritannien. Chemsex breitet sich rasant aus. Gammahydrosxybuttersäure, GHB und seine Vorstufe, Gamma-Butyrolacton GBL zählen auch zu den Chemsex-Substanzen. Dem Laien sind sie unter dem Namen k.o.-Tropfen bzw. Vergewaltigungsdrogen bekannt.
In einer niedrigen Dosierung wirken sie enthemmend und leicht betäubend und führen in größeren Mengen zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung. Oft werden sie als Liquid-Ecstasy tituliert, obwohl ihre Wirkung keine Ecstasy hervorruft. Trotz allem nimmt man Chemsex-Dorgen bewusst ein, um einen enthemmten und intensiven Sex auszuleben.
Britische Gesundheitsexperten äußern sich besorgt im Editorial des British Medical Journal über die Risiken von Chemsex. Sie fordern Aufklärung über vorsätzlichen Sex unter dem Einfluss von psychoaktiven Drogen, der hauptsächlich unter Männern stattfindet. Viele benutzen die Drogen, um ihre innere Homophobie oder das Stigmata, an AIDS erkrankt zu sein, zu überwinden. Für Stunden oder gar Tage sind sie mit verschiedenen Partnern sexuell aktiv, schreiben die Mediziner (2).
Chemsex Drogen machen stark psychisch und körperlich abhängig. Dauerhafte mentale Schäden treten auf. Gesundheitsgefährdend ist ein bis zu drei Tagen andauernder Schlafentzug. Während des Chemo-Rausches essen die Konsumenten meist nichts. Desweitern fördert die Droge die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten, weil es zu ungeschütztem Sex mit durchschnittlich fünf verschiedenen Partnern führt. Wird die Droge gespritzt, kann es zur Ansteckung mit HIV und Hepatitis-C kommen. Wenn Party-Teilnehmer erst nach mehreren Tagen die Ambulanz aufsuchen, ist es für eine Postexpositionsprophylaxe zu spät.
Dem deutschen Experte Prof. Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten, bereitet der Trend Sorge. „Die Welle ist vor einigen Jahren aus Großbritannien herübergeschwappt. Beliebt ist die Droge vor allem bei Männern. Zunehmend beobachtet man auch heterosexuelle Partyszenen die Gebrauch von Chemsex machen“, sagt er. Borckmeyer ist Direktor des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin der Ruhr-Universität Bochum. 15 Prozent seiner Patienten, die an Geschlechtskrankheiten leiden, haben bereits Chemosex Drogen konsumiert. „Chemosex-Praktizierer seien auf den ersten Blick nicht die typischen Drogenkonsumenten. Es handelt sich eher um gut gestellte Akademiker zwischen 40 und 60 Jahren. Sie sehen sich nicht als Drogenabhängige. Es geht ihnen scheinbar nur um ein wenig Spaß. Ein Risikobewusstsein existiert oft nicht, und so verzichtet man auf Safersex. Das größte gesundheitliche Risiko, neben der ganzen Palette an Sexualkrankheiten, ist, dass es zu Organschäden und psychischen Problemen kommt. Um tagelang bei Sex-Partys durchhalten zu können, werden die Stoffe kombiniert. Am Ende hat jeder sechs bis acht verschiedene Substanzen im Blut. Todesfälle kommen immer wieder vor.“
Eine englische Untersuchung „The Chemsex-Study“, bei der Wissenschaftler homo-und bisexuelle Männer interviewten, bestätigte, dass die Versuchung sehr hoch ist, immer wieder zu der Droge zu greifen. Viele der Konsumenten wollen ihren Mangel an Selbstvertrauen und sexuellem Selbstwertgefühl überwinden. Einige Männer geben an, „dass die Drogen Sex überhaupt erst möglich machen, weil sie die Anbahnung massiv erleichtern. Für viele ist ein Geschlechtsverkehr ohne Drogen nicht mehr vorstellbar. Sie erleben kein Gefühl der Befriedigung, sondern wollen nur noch mehr Sex haben,“ sagt Dr. Steffen Tauber, Projektkoordinator der deutschen AIDS Hilfe, der sich mit dem Thema Chemsex befasst.
Die englische Studie kommt überein, dass es sich mehr um eine Sucht, als um ein Genussverhalten handelt. Die Droge steigert zwar das Lustempfinden. Die meisten Männer waren jedoch mit ihrem Sexualleben unzufrieden, weil es nicht im Rahmen einer festen Beziehung mit einem Partner stattfindet, zu dem sie sich verbunden fühlen.
Dr. Tauber sieht Chemsex eher als ein Phänomen des Zeitgeistes. „Überall gilt heute der Anspruch: schneller, weiter und höher. Da mag die Suche nach extremeren Sex dazu gehören. Allerdings wurden zu allen Zeiten Drogen genommen und mit Sex kombiniert (3).“

Quellen:
1) Laurie Roberts: Prison rape costs us $3 million but DOC did nothing wrong? Arizona Republic, 6. Jan. 2016
2) McCall H. et al. What is Chemsex and why does it matter? BMJ, 2015;351:h5790, 3. Nov. 2015
3) Bourne A et al. The Chemsex Study: drug use in sexual settings among gay and bisexual men in Lambeth, Southward and Lewisham, London School of Hygiene & tropical medicine, 2014
Habich I. Drogen-Orgien: Make love, not Chemsex. Dochcheck, 6. Jan. 2016

Monday, January 4, 2016

Unvorhersehbare Spontanmutation ließen gesunde Eltern erbkrankes Kind bekommen. Wird Genscreening sinnlos?

Dr. Edith Breburda

Christliches Forum, 31. 1.2016
Wissenschaftler der Universität Luxemburg stellten zu ihrem Erstaunen fest, dass ein Fanconi-Anämie kranker Junge gesunde Eltern und Geschwister hatte, obwohl es sich bei der Anämie um eine Erbkrankheit handelt.

Dr. Patrick May und sein Team benutzen modernste Sequenzierungsmethoden und weitere zell- und molekularbiologische Techniken, um das Gesamtgenom zu studieren, welche eine Fanconi-Anämie verursachen. Die Luxemburger Universität’s Klinik untersucht die Ursachen eines autosomal-rezessiv vererbten Fehlbildungssyndrom, das zu den seltenen, sogenannten Chromosomenbruchsyndromen gehört.
Die Patienten leiden an: einem vorgeburtlichen Minderwuchs; einem kleinen Kopf; besitzen eine braune Hautfarbe mit sogenannten Café-au-lait-Flecken; verschiedenen Fehlbildungen der Nieren und der Hoden und einem vollständigen Funktionsverlust des Knochenmarks (Knochenmarkdepression) mit der daraus resultierenden starken Verminderung aller Blutzellen, sowie einer erhöhten Chromosomenbruchrate. Durch eine Knochenmarkstransplantation könnte eine Heilung erzielt werden.
Dr. Patrick May kann mit seinen Untersuchungen Mutationen im RAD51-Gen identifizieren. „RAD51 ist wichtig für die Reparatur von Fehlern an der DNA, die unweigerlich bei der Zellteilung auftreten können“, sagt der Forscher.
Bei der Untersuchung eines Jungen, der an der Fanconi-Anämie litt, stellte May zu seiner Überraschung fest, dass die Eltern und Schwester des Kindes gesund waren:
„Die Mutation trat in nur einer der zwei Ausfertigungen des Genes auf, die jeder Mensch in seinen Zellen trägt. Zugleich war keines der RAD51 Gene bei den Eltern betroffen.“
Das bedeutet: Die normalerweise autosomal-rezessiv vererbte Krankheit, wurde durch eine neu entstandene Spontanmutation im RAD51-Gen verursacht. Somit wurde der Patient Träger einer nicht vererbten Krankheit. Bisher vertraten Forscher die These, dass Mutationen, die zur Fanconi-Anämie führen, durch beide Eltern bedingt sind, die beide ihr mutiertes RAD51-Gen an den Nachkommen weitergeben. Ein Fall der Spontanmutation hatte man noch nie beobachtet.
„Die Folge der Mutation des RAD51-Gens ist, dass das Protein mit der veränderten Aminosäure die Aktivität des ebenfalls vorhandenen unveränderten Proteins stört. So kommt es, dass das Kind mit Fanconi-Anämie erkrankt, obwohl die Eltern nicht Träger der Mutation sind. Darüber hinaus gibt uns das Verständnis der Mutation auch Einblicke, wie Störungen bei der DNA-Reparatur zu Leukämie und Tumoren führen können,“ erklärt Dr. May.

Die Studie von Dr. May hat Konsequenzen bei der modernen Familienplanung.
Sinn einer genetischen Beratung für Eltern, die entweder selber oder deren Verwandte an einer Erbkrankheit leiden, ist, erbkranke Gene zu identifizieren, um das Risiko, ein krankes Baby zu bekommen, einzudämmen. Bisher untersucht man menschliches Erbgut von Erbkranken Trägern nur daraufhin, ob ein Gen mit der entsprechenden Erkrankung vorliegt. Man denke an das Brustkrebs-Gen BRCA1 (1).

2009 brachte in England eine 27-jährige Mutter ein Baby zur Welt, das frei vom Brustkrebsgen war. Ärzte der Universität in London erzeugten mit Hilfe der künstlichen Befruchtung acht Embryos, welche sorgsam untersucht wurden, ob sie nicht Träger des Brustkrebsgenes BRCA1 sind. Durch Präimplantationsdiagnostik ließen sich zwei Embryos ausselektieren, die dann der Mutter eingepflanzt wurden. Mütter, die mit dieser Erbkrankheit behaftet sind, besitzen eine 80%ge Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, und haben zu 60% das Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln. Im «Englischen Fall» war der Vater seit drei Generationen Träger des Brustkrebsgens und hätte eventuell die Krankheit an eine Tochter weitervererben können. Die Mediziner hoffen nun, dass ihr Baby keinen Brustkrebs ausbilden wird. Jedoch – selbst wenn das Kind das Gen nicht besitzt, ist eine solche Garantie sehr vage, da Krebs multifaktoriell bedingt ist (2).

Wie die Studie von Dr. May zeigt, kann es auch zu unvorhersehbaren Spontanmutationen kommen, die zur Erkrankung eines Kindes mit Fanconi-Anämie führte. Kann diese Studie dazu beitragen, die Anwendung von Genscreening und die meist damit verbundene Ausmusterung von erbkranken Embryos in der Präimplantationsdiagnostik als obsolet zu betrachten?

Literatur:
1) Najim A. et al., A novel Fanconi anemia subtype associated with a dominant-negative mutation in RAD51, Nature Communications, 15. Dez. 2015/ Universität Luxemburg, Fanconi-Anämie: Mutation trotz Vererbungsthese, Doccheck News, 4. Jan. 2015

2) E. Breburda, Verheissungen der neuesten Biotechnologien, MM Verlag, ISBN-10: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726, 7. Juni 2010, ASIN: B007MSBJGM
 

Sunday, January 3, 2016

Eine französische Ordensschwester fand das Haus der Muttergottes in Ephesus

Dr. Edith Breburda
Die Vinzentinerin Schwester Marie de Mandat Grancey (1837-1915) hatte die feste Absicht das Haus der Muttergottes in Ephesus, der heutigen Türkei, zu finden.

Christlicher Tradition zufolge lebte nach der Auferstehung Christi der Apostel Johannes mit der Mutter Gottes in Ephesus. Wo dieses Haus stand, wusste niemand, bis die französische Ordensschwester Marie es sich zum Ziel gesetzt hatte, es zu finden.
Schwester Marie stammte aus einer Pariser Adelsfamilie. Die Hälfte des Jahres wohnte ihre Familie in Burgund, die andere Zeit verweilte sie in Paris.
1857 wurde Marie Novizin der Vinzentinerinnen. Dieser Ordensgemeinschaft gehörte Sr. Catharine Labouré an, welche von der Muttergottes den Auftrag für die Verbreitung der Wundertätigen hatte.
Marie sollte ihr Leben den Armen widmen. Zusammen mit sechs Mitschwestern kümmerte sie sich in einem französisches Waisenheim um 55 Kinder. Sie lehrte den Mädchen nähen. Bald kamen auch Mädchen aus der Stadt zu ihnen. Viel der unterernährten Kinder hatten Läuse.
Die große Verehrung von Sr. Marie zur Gottesmutter ließ sie die Gemeinschaft der Kinder Mariens gründen, deren Vorstand sie wurde. Mit wahrer Passion und Liebe lehrte sie ihre Kinder, sich mit der Gottesmutter zu vereinigen. Sie ermahnte sie immer wieder, alles zu meiden, was ihrem Glauben und ihrer Würde schaden könnte. „Verhalte dich wie die Muttergottes“, sagte sie ihren Schützlingen.
1870 während des französisch-preußischen Krieges wurde Sr. Marie in ein anderes Waisenheim nahe Paris versetzt.
Sie wurde in dieser sehr gefährlichen und turbulenten Zeit zur Oberin ernannt. Es gelang ihr trotzdem, ihren Schwestern und Kindern ein gutes Zuhause zu bieten. 16 Jahre verbrachte sie an diesem Ort und konnte mit Hilfe des Geldes ihres Vaters, der sie sehr unterstützte, ein weiteres Waisenheim bauen.
1886 rief Papst Leo der XIII französische Missionare auf, im Nahen Osten zu helfen. Sr. Marie meldete sich sofort und ging nach Smyrna, dem heutigen Izmir, in die Türkei.
Das dortige Krankenhaus war in einem beklagenswerten Zustand. Wieder benutzte sie eigene Mittel, um Patienten und Angestellten zu helfen. Sie selber lebte in Armut. In einem an das Krankenhaus angrenzenden Gebäude richtete sie eine Näherei ein und gründete eine Schule. Sie kümmerte sich um Muslime und Christen.
In dieser Zeit stieß sie auf das Buch von Clemens Brentano über das Leben der Muttergottes und des Hl. Johanes in Ephesus nach den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerick, das sie in Deutsch las. Es inspirierte sie, das Haus zu suchen.
Sie gab das Buch zwei Priesterfreunden, die, sobald sie das Buch studiert hatten, davon überzeugt waren, dass sie es finden werden. Das Haus musste sich in nächster Nähe von dem Ort befinden, wo sie durch Gottes Vorsehung lebten.
Auf ihren Eseln startete die erste Suchexpedition im Julie 1891. Sie benutzten die Aufzeichnungen von Anna Katharina als ihre Kartographie. Am 29. Julie fanden die drei Katholiken, ein griechisch Orthodoxer Priester und ein Muslim das Haus.
Mit der Hilfe von Archäologen gelang es Schwester Marie, die Ruinen dem ersten Jahrhundert zuzuordnen. Darüber war eine Kirche aus dem vierten Jahrhundert gebaut worden.
Am 21. Oktober 1891 erhielt Schwester Maire die Erlaubnis, das Haus und das angrenzende Gelände zu erwerben. Ihr Vater kaufte für sie am 15. November 1892 auch den Berg, auf dem das Haus stand. Mit seinen Mitteln konnte das Haus restauriert und zu einem Wallfahrtsort umgewandelt werden.
Dabei fand man drei Steine, die von dem Kamin stammten, den der Apostel Johannes gebaut hatte. Der Eckstein des Hauses wurde der Mandat-Grancey Familie in Frankreich übergeben, die ihn in ihrer Hauskapelle aufbewahren.
Schwester Marie lebte ein engagiertes, tugendhaftes und gehorsames Leben, das aller Anhänglichkeit dieser Welt entsagte.
Am 21. Januar 2011 eröffnete die Diözese von St. Joseph in Kansas City des US-Bundesstaates Missouri ihren Seligsprechungsprozess. Man wählte diese Diözese, weil sie besonders die Muttergottes von Ephesus verehrt und der Wallfahrtsort durch die amerikanische Gemeinschaft von Ephesus in Kansas City unterhalten wird. In Missouri gibt es die Benediktinerinnenabtei, die besonders die Muttergottes von Ephesus verehrt.
Zudem war es der Erzdiözese von Smyrna unmöglich, den Wallfahrtsort selber in Stand zu halten. Sie haben nur wenige Gelder und leben unter der ständigen Angst vor Terroranschlägen. Sie baten Kansas City um Hilfe. Am 13. September 2014 wurde eine Heilige Messe in der Kathedrale von Kansas City zelebriert. Anlass war die Fertigstellung aller Dokumente zur Seligsprechung von Sr. Marie, die nach Rom gesendet wurden.
Die Entdeckung des Hauses in Ephesus bleibt etwas Besonderes für alle Gläubigen. Ephesus wird als der heiligste Ort des Christentums bezeichnet, den jedes Jahr mehr als eine Millionen Pilger besuchen.
Papst Paul VI, der Heilige Johannes Paul II und Papst Emeritus Benedikt XVI. besuchten den Ort. Bereits am 18. August 1961 erklärte der Heilige Papst Johannes XXIII., dass der Besuch des Hauses mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist (1).
Interessant ist, dass die selige Anna Katharina Emmerick selber Schneiderin war und Sr. Marie sehr viel Wert darauf legte, ihren Anbefohlenen das Nähen zu lehren.

Literatur
1) Knap P.: How one French nun founds Mary’s Shrine. Meet Sr. Marie, who was determined to find the Ephesus Home. National Catholic Regiser,2. Jan. 2015

Saturday, January 2, 2016

Für diese behinderten Kinder gibt es kein Nein. Sie lernen Surfen, um ihr Leben zu meistern

Dr. Edith Breburda
Publiziert, Christliches Forum, 7. Januar 2016
Es sei unerhört und eine Gefahr für behinderte Kinder, Wellen zu reiten. Dem Surflehrer Jack Viorel sollte man dies verbieten. Diese Argumente spornten Jack jedoch an. Seine Vision ist es, Kindern zu helfen, selbstbewusst und hoffnungsvoll ihre Zukunft zu gestalten.

Er nannte seine Surfschule Waves of Hope (Wellen der Hoffnung).

Ein 49 jähriger, tiefgebräunter Mann mit graumeliertem Haar steht mit den Füssen im Meer von Wrightsville Beach in North Carolina. Lächelnd beobachtet er eine kleine Schar von Kindern, die auf ihren Brettern die Wellen reiten. Einige von ihnen liegen, andere stehen auf dem Surfbrett. Dass sie früher oder später ins Wasser fallen, macht ihnen nichts aus. Sie sind begeistert und genießen sichtlich die rauen Wellen des Atlantiks.
Dyan, Maddox und Evan sind heute mit dabei. Alle drei Achtjährigen sind blind. Sie werden in der Wellenreiter-Schule umsonst unterreichtet.
Jack spornt sie an, als sie am Strand stehen und seine Instruktionen bekommen. “Die Welle hat Dich wirklich umgeworfen. Plötzlich bist Du total verschwunden“, sagt er zu dem kleinen Dyan. Jack nennt ihn Dynamit, weil er sogleich wieder hinaus paddelt.
„Es geht darum, sofort aufzustehen und es wieder zu versuchen. Oft grenzen wir den Handlungsspielraum behinderter Menschen ein. Und genau diese Einstellung, dass ihnen gewisse Dinge niemals möglich sein werden, wollen wir brechen. Was auch immer sie in ihrem Leben tun, sie lernen selbstbewusst und mit Zuversicht, Herausforderungen zu meistern.“
Jack deutet auf Evan. Ein ganz normaler Junge. Er war schon vor zwei Jahren in der Surfschule. Damals lag er nur auf dem Surfbrett. Es war ein ängstliches Kind. Heute klatschen alle, wenn er Wellen reitet. Er rennt so schnell wieder in das Wasser, dass die Surflehrer Schwierigkeiten haben, ihm zu folgen. Er vertrödelt keine Minute am Strand, um die Wellen da draußen zu bezwingen. Seine Mutter berichtet, ihr Sohn habe angefangen, alle anderen Dinge genauso zu konfrontieren.
Seit 2007 betreibt Viroel die Surfschule. Er wollte Leute inspirieren, die sonst nie daran gedacht hätten, ein Surfbrett auch nur anzufassen. Seine Schüler kamen aus Weißrussland. Sie alle litten an den Folgen von Tschernobyl.
Vom Lejeune-Jacksonville (North Carolina Marineinfanteriekorps der Vereinigten Staaten von Amerika) kamen die im Irak und Afghanistan verletzte Soldaten.
Einige seiner Schüler hatten AIDS. Auch Autistische Kinder waren dabei. Alle von ihnen lernten Wellenreiten.
Jack Viorels bekommt staatliche und private Zuschüsse. Aber eigentlich ist es Jacks Begeisterung und Expertise, die die Schule unterhält.
 “Es ist nicht so wesentlich, ob sie danach jemals wieder Wellenreiten gehen”, sagt er. “Von Bedeutung ist, dass sie wissen: wenn ich surfen kann, wird mir alles andere auch möglich sein. Diese Überzeugung wird ihr ganzes Leben beeinflussen.“
Viroel hat im Laufe der Jahre eine Strategie entwickelt. Am Strand lernen die Schüler, auf das Surfbrett zu springen. Dann dürfen sie soweit in das Wasser, wie es ihnen angenehm ist. Wenn sie am Ende auch nur für einige Sekunden eine Welle reiten, hat sich die Schulung gelohnt.
Viroel will seinen Schülern lehren, sich ihren Ängsten zu stellen und ein Scheitern zu verarbeiten. Jeder Fall gibt ihnen auch die Möglichkeit, es wieder zu versuchen.

„Ich glaube, das Wichtigste für ihr Leben ist, es zu lernen, trotz Widerwärtigkeiten weiter zu machen.“
Nicht jeder stimmt Jack zu. Als er die Schule aufmachte, bekam er Hass-Emails in denen stand: „Sie sollten das nicht machen. Es ist zu gefährlich, behinderte Kinder surfen zu lassen.“
„Als ich all das gelesen hatte, dacht ich mir: Genau deshalb werde ich den Kindern Surfen beibringen. Ich wollte mit dem Klischee, das kannst oder darfst Du nicht, brechen.“
Sein ganzes Leben bekam Jack diesen einen Satz zu hören, für gewisse Dinge nicht zu taugen. Schon in der Schule sagte man ihm, er sei zu kleinwüchsig, um Fußball zu spielen. Später spielte er in der Liga seiner Universität. Jack genoss es immer mehr den Leuten das Gegenteil ihrer Vorurteile zu beweisen. Nach seinem Sportstudium wurde er Ski- und Surflehrer. Doch all das reichte ihm nicht. Irgendetwas fehlte ihm, und er hatte den Eindruck, mehr tun zu müssen. So ging er wieder auf die Uni, um Sonderschullehrer zu werden.
Sein erstes Jahr an einer Sonderschule wurde zum Desaster. Eine Verdemütigung folgte auf die andere. Aber er stand immer wieder auf. „Vom Wellenreiten wusste ich, dass dich das Meer sehr verängstigen kann. Entweder bist du hundertprozentig bei der Sache, oder du verlässt das Wasser.“

Als Lehrer war er ein Querdenker. An Lehrpläne hielt er sich nie. Er nahm seinen Hund mit in die Schule und spielte mit den Kindern in den Pausen.
Die Idee, eine Surfschule für Behinderte aufzumachen, kam ihm, als er ein Mädchen mit Kinderlähmung an den Pazifischen Ozean mitnahm.
Vor sieben Jahren reist der dreifache Vater zum ersten Mal nach Indien, um dort Waisenkindern surfen beizubringen. Unter ihnen war die kleine Reena, die ihn am meisten beeindruck hat. Sie wurde als Kind entführt. Man stach ihr ein Auge aus, damit sie mehr Geld beim Betteln eintreibt. Reena dachte, sie hätte keine Zukunft. Es fehlte ihr eine Perspektive. Doch als Jack ihr das Wellenreiten im Indischen Ozean lehrte, schrieb sie einen Brief an die katholischen Schwestern ihres Waisenheimes. Begeistert berichtete sie über ihre Fortschritte. Sie versprach, eifrig in der Schule zu lernen. Plötzlich hatte ihr Leben wieder einen Sinn. Jack kam jedes Jahr nach Indien. Heute ist die 14-Jährige wie umgewandelt und eine der Besten in ihrer Klasse.
Zurück in Wrightsville Beach fährt Jack seinen buntbemalten VW, der mit Surfbrettern und Kindern beladen ist, zum Strand, wo er auf Ben McCrosky trifft. Der einbeinige ehemalige Unteroffizier, der in Afghanistan gekämpft hatte, schlendert mit einem Bier in der Hand über den Strand. Auch er besuchte vor drei Jahren Jacks Surfschule. Seinen ersten Tag verbrachte er damit, dauernd vom Surfbrett zu fallen und wieder aufzuspringen.

Wie auch immer er sich hinstellte, mit seiner Prothese konnte er die Balance nicht halten. Am nächsten Tag hatten seine Surflehrer Tränen in den Augen, als Ben, auf einer Welle reitend, den Strand erreichte. Viroel gab dem verwundeten Ben sein altes Leben zurück.

McCorsky erzählt seine Geschichte immer den neuen Schülern von Jack. Doch Jack hörte gar nicht mehr zu. Er nimmt keinen Lob von seinen Schülern an. Er ist überglücklich, wenn solche Dinge passieren. „Wenn ich mich müde fühle oder mich frage, ob ich überhaupt weiter machen soll, kommen mir diese Geschichten in den Sinn. Sie lassen mich fortfahren“, sagt Jack. (Quelle: Matt Crossman, Waves of Hope. American Way, Dezember 2015).

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